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Full text of "Winer's Chald©Þische Grammatik f©r Bibel und Targumim"

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Presented to the 

LIBRARY of the 

UNIVERSITY OF TORONTO 

by 



DR. OSCAR SINGER 

AND 

DR. WILLIAM SINGER 




In-) sly 



A 



WINER'S 



CHALDÄISCHE GRAMMATIK 



FÜR 



BIBEL UND TARGÜMIM. 



DRITTE AUFLAGE 



VERMEHRT DURCH EINE ANLEITUNG ZUM STUDIUM DES 



MIDRASCH UND TALMUD 



VON 



A 



m. BERNARD FISCHER 

RABBINER EMER , HERAUSGEBER DES BUXTORF'SCHEN LEXICONS. 




LEIPZIG 

VERLAG VON JOHANN AMBROSIUS BARTH. 

1882. 



V^»RA/j 



Ä ötF 2 3 2004 oi 



¥ 



SR. HOCHWÜRDEH, 

Herrn Dr. A. M. Goldschmidt, 

RABBINER DER ISK. GEMEINDE LEIPZIG. 
IN AUFRICHTIGER VEREHRUNG 



DEB HERAUSGEBER. 



Vorrede. 



Zunächst für meine Vorlesungen über chaldäische Sprache, 
deren Erlernung unsern jungen Theologen nachdrücklich 
empfohlen zu werden verdient, sollte diese Grammatik, welche 
im Jahre 1824 zum ersten Male hervortrat, als Leitfaden 
dienen, der des für Lehrer und Lernende gleich lästigen 
Dictirens überheben könnte. Die Grammatik von Michae- 
lis schien mir nämlich theils zu dürftig (einer Syntax ent- 
behrt sie ganz), theils war sie den verbesserten Grundsätzen, 
welche die neuere Zeit in die hebräische Grammatik einge- 
führt hatte, und mit welchen meine Zuhörer vertraut gewor- 
den waren, nicht angemessen; die Jahn'sche, wieder von 
(Jberleitner herausgegeben e aramäische Sprachlehre 
aber konnte bei Vorlesungen, welche hlos das Chaldäische 
betreffen, ohne mannigfache Störung nicht gebraucht werden 
und liess in der Anordnung des grammatischen Stoffs und 
selbst hinsichtUch der grammatischen Forschung noch vieles 
zu wünschen übrig. Auch andere Lehrer fühlten ein gleiches 
Bedürfniss und so wurde dieses Buch bei aller Unvollkom- 
menheit auf mehreren Universitäten den Vorlesungen zum 
Grunde gelegt. Die Exemplare vergriffen sich allmälig und auf 
den Wunsch der jetzigen Verlagshandlung musste ich mich 
entschliessen, eine neue Auflage zu bearbeiten. 

Das Materielle, was diese Grammatik enthält, schöpfte 
ich theils aus den früheren Werken, namentlich aus Opitii 
Chaldaismus targumico - talmudico - rabbinicus , wo sich eine 
ziemlich fleissige Beispielsammlung für die Formenlehre findet, 
theils und hauptsächhch aus eigner stets fortgesetzter Leetüre 
der chaldäischen Paraphrasen des A. T. Letzteres war be- 
sonders in dem Kapitel vom Nomen (dessen Ableitung und 



IV 

Flexion), das meine Vorgänger etwas karg behandelt hatten, 
und in der Syntax, welche früher noch nicht als ein selbst- 
ständiger Theil der chald. Grammatik aufgetreten war (denn 
Vater 's Abriss in dem Handbuche der hebr., syr. etc. Gram- 
matik kann als zu flüchtig kaum in Betracht kommen) von Nö- 
then ; doch wird man auch in dem Abschnitt vom Verbo Resul- 
tate eigener Beobachtung finden. In dem Formellen konnte ich 
keinen meiner Vorgänger zum Führer wählen ; vielmehr legte ich 
den Plan, nach welchem G e s e n i u s die hebräische Gramma- 
tik bearbeitet hat, für mein Buch zum Grunde und suchte 
mich ihm, theils weil er sehr übersichtlich ist, theils um der 
Lernenden willen, die sich im hebräischen Sprachunterricht 
bereits daran gewöhnt hatten, soviel wie möglich anzuschliessen ; 
nur in Ansehung der allgemeinen Formenlehre schlug ich einen 
eigenen Weg ein (§ 5 — 7). Auch in dieser zweiten Auflage 
habe ich Anordnung und Plan festgehalten, selbst im Wesent- 
lichen für die Syntax, wo ich jetzt der Ewald'schen Me- 
thode unbedingt den Vorzug gebe; denn es durfte, um Stö- 
rungen zu verhüten, diese neuere Bearbeitung der älteren 
nicht zu unähnlich werden. Dass durchweg Für st 's an feinen 
Bemerkungen reiches Werk sorgfältig verglichen worden ist, 
brauche ich nicht erst zu bemerken. Aber die den Ursprung 
der Formen erläuternden Sprachanalogien (namentl. aus dem 
Sanskrit) müssen dem ersten Cursus der Erlernung fremd 
bleiben; Anderes konnte bei genauerer Prüfung meine Zu- 
stimmung nicht erlangen und ich glaube überhaupt, dass 
dieser Gelehrte, wenn er die noch fehlenden Abschnitte der 
chaldäischen Grammatik oder gar die syrische Sprachlehre 
vollständig behandelt haben wird, manches von ihm vorge- 
tragene wieder aufgeben dürfte. Meinen Zweck, einen Grund- 
riss für Vorlesungen zu schreiben, setzte ich wissentlich nie 
aus den Augen, aber eben deshalb legte ich mehr die histo- 
rischen Spracherscheinungen dar, als dass ich das speculative 
Element der Sprachforschung, das ich gebührend zu schätzen 
weiss, hätte vorwalten lassen sollen. 

Dass ich mich übrigens auf die Darstellung des biblischen 
und targumischen Chaldaismus beschränkte, wird man mir 
hoffentlich nicht zum Vorwurf machen. Die Erfahi'ung hat 
gelehrt, dass das Talmudische zum Vortheil der Lernenden 



r 



VII 

anfangs noch bei Seite gelassen und in besondern Lehrstunden 
behandelt wird. Ich habe für letztern Zweck selbst durch 
meine Chrestomathia talmudica et rabbinica ein Lehrmittel 
zu liefern gesucht, doch ist das Studium des Talmud selbst 
unsern gelehrten Theologen noch ziemlich fremd geblieben. 

Anfangs war ich gesonnen, einige Lesestücke aus den 
Targumim mit Wörterbuch und grammatischen Rückweisungen 
beizufügen; allein auf den Wunsch des Verlegers entschloss 
ich mich, ein eigenes chaldäisches Lesebuch herauszugeben, 
das neben der Grammatik vielfältig gebraucht worden ist 
und auch neben dieser neuen Ausgabe der letzteren gebraucht 
werden kann, da die Zählung der §§ unverändert geblieben 
ist, also die Verweisungen aul die Grammatik immer noch 
passen. 

Leipzig, im August 1841. 

Der Verfasser. 



Vorrede des Herausgebers. 



Alter und Erfahrung machen den Menschen Jcirre und 
lehren ihn die Wahrheit, es lasse sich nicht ,, gegen den Strom 
schwimmen" oder, wie man sonst zu sagen pflegt „mit dem 
Kopfe durch die Wand gehen". So will ich es denn dies- 
mal mit der Kritik „im Guten" versuchen und gleich 
bekennen, dass mein Buch wohl manchen Irrthum ent- 
halten mag. „Warum aber schreiben, wenn man weiss 
oder nur vermuthet, dass man Irrthümer schreibt?" Ja, 
freundlicher Leser, ich habe die Entschuldigung für mich, 
Ettvas an neuen Irrthümern geleistet zu haben; eine in 
unseren Tagen durchaus nicht zu unterschätzende Leistung, 
wo es auch Bücherschreiben heisst, wenn man schon X-mal 
Gesagtes in anderer Form zusammenstellt und mit zahlreichen 
Citaten versieht. 

Nicht ünkenntniss der Literatur, noch Nichtachtung der 
Meinung Änderer, nicht Selbstgefallen oder Zuversicht zu der 
eigenen Meinung mag es daher genannt werden, wenn ich Man- 
ches sage, ohne mich dabei auf die Meinung Änderer zu berufen, 
oder da, wie dies in dem einleitenden Theile zumeist geschieht, 
wo ich von der allgemeinen Meinung abweiche, sie nicht we- 
nigstens mit berücksichtige. Mein Strebeziel war es da, dem 
Leser, im engeren Sinne des Wortes dem Schüler, ein klares 
einheitliches Bild zu entwerfen von der Sprache in ihrem 
geschichtlichen Gange, in ihrer grammatikalischen Entwicke- 
lung, in ihren etymologischen Eigenthümlichkeiten und von 
dem Verhältnisse, in welchem sie zu den übrigen Schwester- 
sprachen steht. Und dies Ziel, es ist nur dann erreichbar, wenn 
die Aufmerksamkeit des Schülers nicht durch zahlreiche Mei- 
nungen zerstreut, oder nicht, wie dies noch häufiger der Fall 



IX 

ist, durch zahlreiche Formen ein und derselben Meinung ab- 
gestumpft ivird. 

Hier kann ich nicht umhin, mich von der Rechtfer- 
tigung zur ÄnMage wider unser gelehrtes Schriftstellerthum zu 
wenden, welches dem Ciceronischen „timeo lectorem unius 
libri" nicht die gebührende Würdigung zollt, vielmehr es 
liebt herumzurudern in allen verschiedenen Meinungen, oder, 
wie Kant für diese Vielwisserei die Bezeichnung hat, die Ge- 
lehrsamkeit „zehn beladener Kameele" überall mit sich herum- 
zuscJileppen. Wenn es aber nur bei dieser harmlosen Ge- 
schwätzigkeit sein Betvenden hätte! Aber die Folgen sind 
weit schlimmer und auch ganz ernster Natur. Denn durch 
diesen Vielbelesenheits-Dünkel und hochfahrenden Gelehr- 
ten-Nimbus hat das Schtvadroniren in der Wissenschaft 
heute überhand genommen, nachdem eine Stagnation na- 
mentlich auf dem Gebiete der aram. Sprachforschung be- 
reits längst eingetreten ivar. Man mag sich der Hoffnung hin- 
gegeben haben und mögen Viele sich ihr heute noch hingeben, 
es müsse durch die seit zwei Decennien zur sclbstständigen 
Wissenschaft sich emporgetvirbelte Assyrologie die Stagnation 
des Aramäismus wieder in einen lebhaften Fluss gerathen; 
und hier ist es eben , wo der zweite Tadel mich treffen mag, 
class ich diese hohe Errungenschaft gar nicht für meine Ar- 
beit auszunutzen verstand. 

Allein, jeder Mensch darf seine Meinung haben und darf 
sie auch äussern, ivenn er durch Umstände dazu herausge- 
fordert wird. Und wenn ich diese Meinung unumwunden 
sagen soll, muss ich gestehen, dass ich zu jenen neuen 
Boctrinen ivenig oder gar kein Vertrauen besitze. Ich habe in 
meinem Buche „Bibel und Talmud" (S. 90) gezeigt, welchen 
unverzeihlichen Fehler der grösste Aegyptolog unserer Zeit 
in jener Sprache selbst begangen hat, die gleichsam als Dol- 
metsch dienen muss zur Erörterung der aegyptischen Hie- 
roglyphensprache. Hier bin ich auf den Irrthum gekommen, 
weil ich die Sprache kenne; welche Irrthümer mögen aber 
da vorkommen und zur Wahrheit gestempelt teer den, wo 
ich blindlings glauben muss! Es mag wohl sein, dass man 
mit der Zeit hier eine eigene gelehrte Literatur geschaffen 
und sich auch hineingelebt haben wird, mit solchen imagi- 



nären Grössen zu recJinen; heute jedoch stehen diese neuen 
Boctrinen mir nicht zu hoch über dem Niveau einer gelehrten 
Spielerei, und iväre es Verkehrtheit zu nennen, wenn wir Zeit 
und Kraft vergeudeten, um spärliche Beste zu sammeln un- 
ter den Trümmern einer vermoderten Hieroglyphenwelt auf 
dem schwankenden Boden der in Neheldunst zerronnenen 
Vergangenheit, während reichliche Ausbeute uns bevorsteht 
auf festem sicheren Boden in unzweideutiger Schrift: im 
Sanskrit, wo der Aramäismus seinen Ausgang nimmt, und 
im Talmud, wo er zum Abschlüsse kommt. 

In einem Briefe an mich {beigedruckt in der Praefatio 
meines Lexicons) schreibt Delitzsch : „ Quum vero dolendum 
sit, in Lexico Buxtorfiano paenes omnes eas formulas, quae 
ad artem codicis talmudici dialecticam pertinent desiderari, 
certo speramus Fischerum hac potissimum in re suppileturum 
quae operi Buxtorfii desunt". Delitzsch, der Buxtorf unse- 
rer Zeit, weiss, wie dieser, den hohen Werth des Talmud und 
dessen Bedeutung . für die Theologie zu schätzen , sowie ich 
den Wunsch eines Delitzsch zu würdigen verstehe, um ihm 
namentlich da nachzukommen, wo es gilt, die unsterblichen 
Werke des grossen Buxtorf zu ergänzen. Damals — es sind 
dies bereits achtzehn Jahre her — war es mir nicht gut mög- 
lich, diesem von mir selbst tief empfundenen Bedüfnisse zu 
entsprechen, theils weil das so angehäufte lexikalische Material 
mich zu sehr beschäftigte, mehr aber noch, weil jene talmu- 
dische Dialectik mehr grammatikalisch als lexikalisch beleuch- 
tet sein will. Heute aber, wo es mir vergönnt ist, mich in 
die Grammatik zu vertiefen, komme ich diesem Wunsche gerne 
nach, und dies mit desto grösserer Bereitwilligkeit, weil 
ich hierin zugleich der Aufforderung meines hochverehrten 
Gönners, des Herrn Geh. Kirchenrathes Prof. Dr. Sticket 
nachkomme, der vor bereits fünf Jahren mich zur Heraus- 
gabe der Winer' sehen Grammatik in der Form, wie ich sie 
heute dem freundlichen Leser vorlege, aufforderte; und soll 
die Kritik mich auch da nicht beirren, inwiefern ich {dem 
Wunsche genügte und der Aufforderung gewissenhaft nachge- 
kommen. Denn ich weiss, dass ich mit dem Beginnen der vor- 
liegenden Arbeit die Aufgabe noch nicht gelöst, bin aber 
dessen gewiss, sie so begonnen zu haben, dass ich in der 



XI 

dem Buche sich anschliessenden Chrestomathie sie, Deo ju- 
vante, zur glücklichen Lösung bringen werde. 

Schtveren Tadels hin ich gewärtig in Bezug auf die Voca- 
lisation; gerechtfertigt und begründet jedoch kann dieser Ta- 
del nur dann erscheinen, wenn man mir denjenigen unter den 
früheren Grammatikern zeigt, oder bis einer unter den zu- 
künftigen Grammatikern tvird erstanden sein, der in diesem 
Punkte es Allen Recht thut. Dies ist und bleibt ein Ding der 
Unmöglichkeit sowohl in den Talmuden wie auch in den Tar- 
gumim. Lägen die Targumim uns heute unpunktirt vor, 
und es handelte sich um die Herstellung der Vokalisation 
und Funktation, dann ivürde ich entschieden das Fürsf- 
sclie System als normgültig vorschlagen, so conjectural 
es auch ist und so tveit es auch in eine dunkle unbe- 
stimmte Vergangenheit zurückgreift. Nun aher liegen sämmt- 
liche Targumim in verschiedenen nach vorhandenen Manu- 
scripten hergestellten Editionen uns vor, ohne dass die Eine 
mit der Änderen übereinstimmte, ja, ohne dass die eine Edi- 
tion ein %ind dasselbe System durch alle Abschnitte befolgte; 
und welche von diesen Ausgaben und welche von den einzel- 
nen Büchern dieser Ausgabe wollen tvir als die massgebende 
und richtige anerkennen? Die Talmude und Midraschim 
liegen uns ztvar unpunktirt vor; sind ivir aber überall der 
Etymologie geiviss, um nach ihr die zuverlässig richtige Voka- 
lisation und Funktation herzustellen ? Und tväre dies auch der 
Fall und wir wären aller Etymologien getviss oder es tvollte je- 
der nach der von ihm gegebenen Etymologie punktiren, so bitte 
ich nur diesen Versuch bei den gar dürftigen Beispielen, die uns 
Luzzato bietet, von einem talm. Ohre prüfen zu lassen: die 
Worte tönen dumpf, hölzern, ungefügig, klingen etwa wie 
assyrologisches und aegyptologisches Traumsprechen und ver- 
setzen die Talmud- Autoren in eine Barbarei der Aussprache, 
wie sie wenigstens schon ein halbes Jahrtausend früher von dem 
Culturboden des ganzen Aramäismus tveggefegt war. Denn 
selbst nach etymologischer Feststellung der einzelnen Elemente 
müssen die Vokale derselben gelichtet werden, um durch ana- 
loge Umivandlung und durch den richtigen Gebrauch des 
Sch'wa in Fluss gebracht und zum gefügigen Ganzen ge- 
macht werden. Für dieses Influssbringen und Gefügig- 



XII 

machen gieht es aber kein bestimmtes Gesetz und kann ein 
Urtheil darüber nur das durch häufiges Lesen unter Leitung 
eines guten Lehrers geübte Ohr abgeben. 

Um schliesslich doch auch Einiges über die Literatur zu 
sprechen, sei hier mit Ausschluss der Lexicographic und der 
vergleichenden Analysis nur der Grammatik Erwähnung ge- 
than, da tvo sie den Chaldäismus, oder wie ich die Bezeich- 
nung dafür lieber gebrauchen möchte, den Aramäismus im 
jüdischen Schriftthume , namentlich die Talmudsprache be- 
handelt. 

Wie überhaupt der in seinen Leistungen unübersehbar 
grosse Joh. Buxtorf^) als Begründer einer neuen Sprach- 
und Cultur-Aera, als Vater der aramäischen Lexicographic 



1) Jo. Buxtorfii Grammatica Chald. et Syr. Lihri III. Basil. 1615 
Ed. IL 1Ö50. 

Aus der vorbuxtorf sehen Zeit besitzen wir aus dem sechzehnten 
Jahrhunderte : 

1) These i Ambro sii Introductio in Chald. linguam, Syriacam etc. 
Papiae 1539. 2) Joh Mere er i. Tabulae in grammaticen linguae Chald. 
quae et Syriaca dicitur, Paris 1560. — Ejus grammatica Chald. et Syr. 
Vitebergae 1579. — 3) Imman. Tremelli Grammatica Chald. et Syr. 
Genevae Ib^^. — 4) Georg. Ämirae Grammatica Syr. sive Chald. etc, 
Romae 1596. — Endlich 5) Petri Martinii Gr. Chaldaica, quatenus 
ab Hebraeos differt. Rochelle 1597. 

In atten diesen Werken erscheint jedoch die chald. Sprache nur als 
Dialekt der syrischen oder., wie dieses vornehmlich bei P. Martin geschieht, 
als Ahart der hebräischen Sprache; weil die Autoren die chald. Sprache 
nicht aus der eigenen Literatur, als vielmehr nur aus dem Syrischen 
und Hebräischen gekannt haben. Erst Buxtorf lernte die Literatur nicht 
nur aus den Targumim sondern auch aus dem Talmud kennest, weshalb 
er ihr auch eine Selbstständigkeit zuerkennt und der chald. Sprache, 
wenn auch, wie dies vor ihm und auch nach ihm sehr häufig und auch 
mit vollem Rechte geschah, in Verbindung mit dem Syrischen, doch immer 
eine eigene Grammatik gab. 

Nach Buxtorf haben mir aus dem siebzehnten Jahrhundert zu ver- 
zeichnen: 

6) Ja. Casp. Myricaei Gramm. Syro-Chaldaea. Genevae 1619. — 
7) Chrph. Crinesii Gymnasium Chaldaicum, exhibens Gramm, et Lexi- 
con. Norimb. 1627. — 8) Herm. Nocolai Idea linguarum Aramae- 
orum per comparationem unius cum altera, et utriusque cum hebraica 
Kopenh. 1627. — 9) Abrah. Ecchellensis Linguae Syr.. et Chald. 
perbrevis institutio. Romae 1628. — 10) Thom. Erpenii Gramtn. 
Chaldaica et Syriaca. Amsterdam 1628. — 11) Jo. Em. Gerhard'' 



XIII 



anzusehen ist, so gebührt ihm auch unser Dank für seine 
erste Grammatik. Nächst diesem Heros des ganzen Ara- 



2xiaYpa9(a linguae Syro-Chald. Hai. Sax. 1649. — 12) Ejus dem Hur- 
monia linguae Chald., Syr. et Aetiop. Jenae 1693. — 13) Andr. Mylii 
Grammatica Chaldaica, in quantum ab Hcbraea differt. Danzig 1657. — 
14) Jo. Henr. Hottingeri Grammatica Chald., Syr. et Rahbinica. Tu- 
ric. 1652. — 15) Ejus dem Grammatica quatuor linguar. Hebr., ChaM., 
Syr. et Arab, harmonica. Turic. 1659. — 16) Andr. Senner ti Ebraism., 
Chaldaism., Syriastn., Arabism. nee 7ion Rabbinism. Viteb. 1666. — 17) 
Ejus dem Chaldaismus et Syrias?nus. Viteb. 1666. — 18) Guil. Jamesti 
Jsagoge in linguam Chaldaicam. Lond. 1651. — 19) Briani Waltoni 
Introductio ad lectionem linguarr. orientt. Hebr., Chald., Samarit., Syr., 
Arab., Pers., Armen., Copt. Lond 1653. — 20) ludov. de Dieu Gram- 
matica linguarr. orientt. Hebraeorum, Chald. et Syr. inter se collatarum. 
lugd. Bat. 1628. Ex recens. Clodii. Francof. ad M. 1683. — 21) Jo. 
Wilh. Hilliger, summarium linguae Aramaeae, i. e. Chaldaeo - Syro - 
Samaritanae. Witeb. 1679. — 22) Edtn. Castelli Brevis et harmonica 
quantum fieri potuit grammaticae linguarr. Hebr., Chald., Syr., Aethiop., 
Arab, et Pers. delineatio. Lond. 1669 (vor seinem Lexicon heptagl.) 

— 23) Casp. Cellar ii Chaldaismus s. grammatica nova linguae Chal- 
daicae. Zeiz 1685. — 24) Jo. Nicolai Grammatica linguarr. Ebr., 
Chald., Arab., Aethiop., Pers. orientalium secundum piima praecepta deli- 
neata harmonica. Jenae 1670, Ed. II. Critica Sacra. Francof. et Hamb, 
1686. — 25) Car. Schaafii Opus Aramaeum, complectens grammaticam 
Chaldaeo- Sy?iac7im etc. Leiden 1686. — 26) Jac. AI ting Synopsis in- 
stitutionem Chaldaicarum et Syrarum. Francof. ad M. 1642. — 27) 
Henr. Opitii Chaldaismus v. Targumico- Talmudico-Rabbinicus. Kiel 
1696. 

Das achtzehnte Jahrhundert beginnt mit 28) Ge. Othonis Palae- 
stra linguarr. orientt. Chald., Syr., Arab., Aethiop., Pers., etc. Francof. 
1702. Ihm folgen 29) Jo. Phil. Hartmanni Hebraicae, Cald., Syr. et 
Samarit. linguarum institutio harmonica. Francof ad M. 1707. — 30) 
Sam. Fr id. Buch er i Thesaurus orientalis s. compendiosa et facilis 
methodus linguarr. orientt. Francof. et Lips. 1725, welche zusammen 
ziemlich die erste Hälfte dieses Jahrhunderts ausfüllen. Mehr Regsam- 
keit nach dieser Richtung hin zeigt die zweite Hälfte, aus welcher wir 
zu verzeichnen haben: 

31) Jo. Dav. Michaelis Grammatica chaldaica. Göttingen 1771. 

— 32) Jo. Gott fr. Hasse praktisches Handbuch der Aramäischen 
oder Syro-Chaldäisch-Samarilanischen Sprachlehre. Jena 1791. — 33) 
Wilh. Fr id. Hezcls Anweisung zum Chaldäischen. Lemgo 1787. — 
34) /. G. Cals Grammatica Hebraeo- harmonica cum Arab, et Aram. 
Amstelod. 1758. — 35) Innoc. Fe ssler i Institutiones linguarr. orientt. 
Hebr., Chald., Syr. et Arab. Vrati.fl., Halts et Jenae 1787 et 1789. Spe- 
ziell über den aram. Dialekt zur Zeit Christi schrieben Zeibich und 



XIV 

mäismus gehühri Fürst unsere Anerkennung, die ivir ge- 
trost ihm zollen dürfen, trotz der Scriheleien mehr er unserer 
heutigen schimpfhistigen Schulhanhgelehrten. Als minder er- 
spriesslich möchte ich die Leistungen Luzzato^ s in der 
von Krüger edirten „Grammatih der hihl.-chald. Sprache und 
des Idioms des Talmud BahW erachten, ohschon ich dessen 
„Fhiloxenus'' mit der gebührenden Hochachtung zu würdigen 
weiss. Für den aramäisirenden Hehraismus in der Mischna 
haben Geiger {Lehrb. der Spr. der Mischna, Brest. 1845) u. 
J, H. Weiss {Lector am JBet-ha-Midrasch in Wien „Studien 
über die Spr. der Mischna^', Wien, 1867 ) Arbeiten geliefert, 
jener eine leichte Schularbeit, dieser eine schwere Arbeit ohne 
alle Schule. Mit desto grösserer Genugthuung dürfen wir des 
„Marpe V schon Arami" {Wien, 1838) von E. J. Blücher 
erwähnen, das trotz der mehrfachen ganz ungereimten Ety- 
mologien doch in Bezug auf Grammatik, Gebrauch der Tar- 



de Rossi 36) C. Hnr. Zeihichii Pr. de lingua Judaeorum Hehraica 
iemporibus Chiisti et Apostulorum. Witth. 1741. — 37) G iamb er - 
nardo de Rossi della lingua propria di Christo e degli Ehr ei nazionali 
della Palästina de' tempi de Maccabei. Parma 1772). 

Den Uebergang vom achtzehnten zu unserem Jahrhunderte wird 
durch Jahn vermittelt, dessen ,^Aramäische oder Chaldäische und Syr. 
Sprachlehre"- zu Wien im Jahre 1793 erschien, 1820 aber von Ober- 
leitner ( Elementa Aramaicae s. Chaldaeo - Syriacae linguae, Viennae 
1820) neu herausgegeben wurde. Inzwischen hatte auch Joh. Sev. Va- 
ter sein „Handbuch der Hebr., Syr., Chald. u. Arab. Grammatik^'' (Leip- 
zig 1807 u. 1817) erscheinen lassen, während Fürst sein Lehrgebäude 
der aramäischen Idiome (Leipzig 1835) erscheinen Hess, an welches sich 
wieder das Werk unseres Autors anschliesst. 

Eine Zusammenstellung der grammatikal. Arbeiten seit dieser Zeit (1842, 
wo die IL Auflage erschien), ist ebenso schwierig als überflüssig ; schwie- 
rig, weil die zum grössten Theil nur kleineren Abhandlungen einzelner 
Spr achtheile in verschiedenen Sammelschriften, Wochen- und Monats- 
heften niedergelegt sind, und überflüssig , weil bei der von uns gerügten 
Citatensucht man kaum Eine dieser Abhandlungen lesen wird, ohne alle 
neuere Schriften darin zu finden. Deshalb begnügte ich mich, nur einige 
wenige Grammatiker zu erwähnen, die theils dem talm. Aramäismus zu- 
gewandt, theils in hebr. Sprache abgefasst sind und dahcQ in jenen Schrif- 
ten keine Beachtung finden. 

Eine Zusammenstellung der lexikalischen Arbeiten habe ich in der 
Praefatio meiner Buxtorf- Ausgabe gegeben, auf die ich hier nur ver- 
weisen kan7i. 



XV 

gumim, ivie auch auf geistiges Sprachgefühl im Talmud ein 
sehr gutes Buch .zu nennen ist. 

Allen diesen Bücherei geht jedoch die Methode ah, die 
Zurechtlegung für den Schulgehrauch, und das ist es, was 
die Winer'sche Grammatih an die Spitze stellt und m dem 
vielgesuchten, allgemein im Gehrauche stehenden Lehrhuche 
macht, da in demselben nicht nur der Autor des monumentalen 
„Bihl. Beal-Lexikons" durch Vielhelesenheit, Fleiss und tie- 
fes Urtheil, sondern auch der auf dem Lehrstuhle zweier 
Universitäten erprohte und hetvährte Lehrer zu erlcennen ist 
durch die treffliche Lehrmethode. 

Dieser Werth des Buches tvurde schon frühzeitig und 
vielseitig erkannt und daher das Bedürfniss nach einer Ueher- 
setmng ins Englische dringend gefühlt. Diese tvurde schon 
1845 veranstaltet durch H. B. Hachett {Professor of Bihlical 
Literature in Newton Theological Institution), ist eine wörtliche, 
aher leider sehr misslungene , indem sie nicht nur die alten 
Druckfehler stehen lässt, sondern dieselben durch zahlreiche 
neue vermehrt. *) 

Dennoch ist heute auch diese engl. Ausg. schon eine seltene, 
während die Original- Ausgaben {die I. erschien 1824, die IL 



') Zur Begründung dieses Urtheils möge nur auf den Raum von kaum 
einer ganzen Seite bei Winer hingewiesen sein: Seite 74, 11. Z. v. u. 
hat Winer nebst dem bei ihm üblichen Fehler, HSDI^^ unpunktirt zu 
lassen, noch einen Druckfehler, NH/Zinn st. N^H^iinn. Herr H. fügt nur 
noch ei?ien Vokalisationsfehler hinzu Nn73nn- Drei Zeilen weiter hat 
W.: j,1)PD Bekannter'^ was schon nicht Druckfehler, sondern ein lap- 
sus calami ist, wie er bei einem hochgelehrten Manne wie Winer uns nur 
in Staunen setzen muss; Herr H. findet gar nichts Anstössiges daran und 
gieht es treu wieder „"ipD acquaintance". (Aehnlich lässt er auch das bei 
W. auf S. 10, 8. Z. ü. w. befindliche "[VyLDi; stehen!) Etwa HZ. tiefer 
auf S. 75 hat W. „"jti'^/l das Zertreten''. Glücklicherweise ist das Wort 
so schlecht, das s man es gar nicht lesen kamt, und Herr H. hilft sich 
ganz einfach, indem er das "1 weglässt und ti^n erhält, vergisst aber 
dabei, dass ti^'1 gar nicht chaldäisch ist, wo es Xti^"^l heissen muss. 
Gleich dabei und zwar zwei Zeilen darunter findet sich bei W. der Druck- 
fehler NCn st. NOIJ. Aber auch die Uebersetzung ist eine falsche, da 
es Nomen ist „der Schlaf, für welches W. das Verbum ,yschlafen"- giebt. 
Herr H. hat Beides „ND12 sleeping''. 

Hingegen sucht Herr H. einen Fehler der W.' sehen Grammatik zu beseiti- 
gen, welcher der Beseitigung auch wirklich bedarf. Der Uebelstand näml.. 



XVI 

1842) längst vergriffene und durch viele Jahre im Buchhandel 
vergebens gesuchte sind. 

Dies allgemeine Verlangen und gerechtfertigte Bedürfniss 
veranlasste die seit mehr als einem ganzen Jahrhundert im 
Dienste der Wissenschaft stehende Barth^sche Verlagsbuch- 
handlung zur Veranstaltung einer III. Aufl. des nützlichen Bu- 
ches, und falls es mir gelungen sein sollte — was ich mit vollem 
Ernste und von ganzen Herzen angestrebt — das in mich ge- 
setzte Vertrauen durch gute neue Zusätze zu rechtfertigen, so 
dürfen wir beide hoffen, in der üebergabe dieses Buches an 
die Oeffentlichkeit dem besonderen Verlangen wie auch der 
ganzen Wissenschaft einen wesentlichen Dienst geleistet zu 
haben. 

Leipzig, im Juni 1882. 

Der Herausgeber. 



den zu beheben ich in dem vorliegenden Werke möglichst bemüht war und 
der darin besteht, dass unsere Gelehrten den phonetischen Unterschied 
der dageschirten und nichtdag. Buchstaben ri3D1Ji;3 nicht anei^kennen 
wollen, tritt auf das Störendste auch in den gelehrten Schriften zu Tage^ 
und ist namentl. bei den Paradigmen sehr nachtheilig, wenn sich der Schü- 
ler daran gewöhnt hat, wie es beispielsweise bei IV. Garig und Gebe ist. 
np^i^, ^t^^.p. ^f- npi.p» nP!'.p oder in den Parad. des Nomens pD''D^Q 
St. p!D^37D ^u lesen. Herr H. erkennt diesen Fehler sehr richtig, macht 
aber die Sache zu gut und punktirt auch N''370, ^3^D! — (Was mich 
betrifft, Hess ich das Prinzip des Autors bestehen, jene ambiguen Buch 
Stäben nicht zu dageschiren, da wo es von der Position abhängig ist, 
nicht aber auch da, wo die Vokalisation und der Charakter des Woj'tes für 
sich das Dagesch fordern) 



Einleitung^. 



Ueber die chaldäische Sprache und Literatur. 

1. Chaldäisch heisst derjenige semitische Dialekt, in wel- 
chem, theils innerhalb des alten Testaments die Abschnitte 
Esra 4, 8—6 18. 7, 12-26 und Daniel 2, 4— 7, 28. (ausser- 
dem vgl. Jer. 10, IL), theils die sogenannten Targumim*) 
geschrieben sind d. h. von Juden herrührende Uebersetzungen 
und Paraphrasen alttestamenthcher Bücher, die sehr verschie- 
denen Zeitaltern angehören, und hinsichtlich ihres hnguisti- 
schen und exegetischen Charakters von einander bedeutend 
abweichen. An dieses Idiom schliesst sich der talmudische 
Dialekt an, so wie die wenigen im N. T. und bei Josephus 
vorkommenden Ueberreste der zur Zeit Jesu in Palästina 
gangbaren Sprache der Juden, zugleich aber auch die Mund- 
art der erst in neuerer Zeit entdeckten ägyptisch-aramäischen 
Denkmäler. 

Hinsichtlich des linguistischen Charakters, der uns hier allein 
angeht, lassen sich obige Ueberreste des Chaldäischen in 3 
Ordnungen abtheilen. Am reinsten, d. h. am eigenthümliohsten 
und selbständigsten erscheint dieser Dialekt im Targ. des On- 
kelos zum Pentateucli, welches zugleich das älteste dieser Tar- 
gumim ist (s. m. Diss, de Onkeloso ejusque paraphrasi chald. 
Lips. 1819. 4. S. D. Luzzatto de Onkel, chald. pentateuchi 
versions. Vienn. 830. 8.). Lexikalisch damit gleich, ortho- 
graphisch und grammatisch aber etwas tiefer steht der bibl. 
Chaldäismus (J. F. Hirt de Chaldaismo biblico. Jen. 1761 4.), 



*) Cph. Helvici tractat. de chaldaicis biblior. paraphrasib. Giess. 
1612, 4. Carp ZG V. Critica sacra V. T. p. 431 sqq. Was die neuern 
Werke über Einleitung ins A. T. enthalten, ist grössteutheUs aus 
diesen Schriften gezogenes traditionelles Material. 

Wiuer, chald. Gramm. 1 



Emleäung 

welchem einige Besonderheiten des Hebr. (z. B, das n Art.. die 
Pluralendung D^-:-, die Dualform, die Conjugation Hophal u. 
Iliphil) beigemischt sind und der auch durch n statt N ortho- 
graphisch an das Hebräische sich anschliesst. Endlich die 
übrigen Targumim, unter denen jenes des Jonathan ben üsiel 
über die Propheten dem Onkelos sprachlich noch am nächsten 
kommt, sind in einer Sprache abgefasst, die nicht nur mit 
ausländischen Wörtern reichlich durchwebt ist, sondern auch 
viele eigenthümliche Formationen (z. B. D als Praeform. der 
Infinitive Pael, Ithpael und Ithpaal) darbietet, die zum Theil 
dem Syrischen oder Rabbinischen sich nähern (wie J vor der 
3. Pers. Fut., die Vorsilbe HJ in den Passiven), zum Theil 
von Contractionen ausgehen (wie in den Zahlwörtern). Was 
Eichhorn (Einl. ins A. T. IL S. 6 fF. S. 90 f.) über diese Ei- 
genthümlichkeiten bemerkt, ist nicht ausreichend, und sie ver- 
dienten einmal in einer besonderen Schrift zusammengestellt 
zu werden. Nur über PseudoJonathan zum Pentat. und über 
das Targum zu den Sprüchwörtern haben wir specielle lingui- 
stische Untersuchungen, die im Folgenden überall benutzt wur- 
den, vgl. J. H. Petermann de duab. pentateuchi paraphrasib. 
chald. Berol. 1829. 8. P. I. p. 64 sqq. Dathe de ratione consen- 
sus vers, chald. et Syr. Proverb. Lips, 1764. 4. (Opusc. p. 109 sqq.). 

Das Verhältniss des Talmudischen zu der Sprache der Para- 
phrasen kann hier nicht näher erörtert werden, wir bemerken 
nur, dass zwischen dem Idiom der Mischna und der (doppelten) 
Gemara ein bedeutender Unterschied obwaltet : ersteres ist lexi- 
kalisch betrachtet ein Neuhebräisch, aber grammatisch sind 
ihm viele Aramaismen aufgetragen, vgl. bes. Hartmann the- 
sauri linguae hebr. e Mischna augendi P. I. p. 9 sqq. Ausser- 
dem s. J. E. Faber Anmerk. z. Erlernung des Talmud, und 
Babbin. Gott. 1770, 8. M. J. Landau Geist und Sprache 
der Hebräer nach dem Tempelbaue. Prag 1822. 8. 

Ueber die zur Zeit Jesu in Palästina gangbare jüdische Volks- 
sprache s.vorz. Pfannkuche in Eichhorn's Biblioth. der 
bibl. Literatur VIII, 365 ff. vgl. mein bibl. Rw. II, 587 ff. Man 
nannte sie gew. syrochaldäischen Dialekt*) und es ist dieselbe Spra- 



*) Die Benennung ist wohl zunächst aus Hieron. contra Pelag. 3, 1. 
genommen, wo es heisst, das Original des Matthäusevangeliums sei 



lieber die chaldäische Sprache und Literatur. 3 

che, welche die Juden damals auch in Schriften anwendeteten, wie 
denn (von den palästinischen Apokryphen abgesehen)*) Josephui 
sein Werk über den jüdischen Krieg in dieser Sprache (de 
hello Jud. praef. § 1) geschrieben hatte. Sie heisst im N. T. 
hebräisch, im Talmud aber syrisch oder aramäisch, vgl. mein 
Rw. II, 587. Anm. Aus den wenigen Ueberresten lässt sich 
nicht mit Sicherheit auf eine Verschiedenheit dieses Idioms von 
der Sprache der Paraphrasen schliessen (Fürst a. a. 0. S. 5.), 
Mr. 15, 34. ist Jesu eine bekannte Psalmenstelle geradezu in 
der Sprache der Paraphrasen in den Mund gelegt. 

Der ägyptisch - aramäische Dialekt findet sich auf einigen 
Aegypten angehörigen Monumenten, die grösstentheils von 
in Aegypten wohnenden Juden herrühren , nämlich auf der In- 
schrift von Carpentras und einigen Papyrusrollen, welche im 
Besitze des Turiner Museums und des Grafen de Blacas sind, 
vgl. Beer inscriptiones ex papyri vett. semit. quotquot in Ae- 
gypto reperti sunt, etc. Lips. 1833. 4. P. I. Gesen. monumenta 
phoenic. I. 226 sqq. Die Sprache ist aramäisch, doch mehr 
der chaldäischen als syrischen verwandt, ja auf den Blacas'- 
schen Inschriften selbst hebraisirend , wie in den bibl. Ab- 
schnitten. Als eigenthümlich tritt ^T für "«T auf. 
2. So wie der chaldäische Dialekt jetzt vorliegt, charak- 
terisirt er sich auf den ersten Blick theils lexikalisch, theils 
grammatisch als eine dem Syrischen sehr nahe stehende Mund- 
art, welche mit demselben alle wesentlichen Eigenthümlich- 
keiten theilt, von ihm aber doch wieder in Einzelheiten ab- 
weicht und eine gewisse Selbständigkeit behauptet. Diese 
Abweichungen sind indess mehr grammatischer als lexikali- 
scher Art, und betreffen hauptsächlich die Vocalisation, in 



chaldaico eyroque sermone geschrieben gewesen. Eine auf den Cha- 
rakter des Idioms bezogene Deutung giebt Gesen. in der Encyclop. 
von Ersch und Gruber I. XVI. 110. 

*) Die Sprache seiner Originaltexte der Apokryphen nennt Hie- 
ronymus bald hebräisch bald chaldäisch ; man hat dies vielleicht darauf 
zu beziehen, dass einige sich entschiedener an das Althebräische 
anschlössen, andere geradezu in der gangbaren Volkssprache ge- 
schrieben waren. Doch könnten auch beides synonyme Ausdrücke 
sein, wie die Vergleichung der Stellen commentar. in Matth. lib. 2. 
(zu 12, 13.) u. contra Pelag. 3, 1. wahrscheinlich macht. 

r 



4 Einleitung. 

welcher das Chaldäische dem Phönizischen und Hebräischen 
sich nähert. 

Ueber das Verhaltniss des Chald. zum Syr. s. A u r i v i 1 1 i u s 
de lingua aramaea in s. dissertatt. ed. Michaelis p. 104 sqq. 

Die umfassende lexikalische Würdigung des Chald. gehört 
nicht hierher. Nur die Uebereinstimmung mit dem Syrischen 
hinsichtlich der Consonantenlaute in solchen Wörtern, die das 
Chald. mit dem Hebr. gemein hat, muss hier, sofern ste durch- 
greifend ist, bemerkt werden. Wie nämlich in dieser Beziehung 
das Syrische den Charakter einer platten Sprache (im Ganzen) 
an sich trägt, so erscheint auch im Chald. statt I und ^ oft 
1 und n, z. B. n?1 opfern, DHl Gold, yin Same, HIN Ohr statt 
l'N, T oder "'"l als relat. aus ni, "l2n zerbrechen, I-ID Stier, 
r\^b Löwe, (hebr. W^}f), rnn neu f. B^"in, und Ü statt \J, z. B. n^iü 
Fels, NDj; Rath. Seltener ist B^ in 13 und U in y verwandelt, 
z. B. niDjP binden statt ItS^'j?, yiN Erde f. pN. Dass die literae 
unius organi vertauscht sind, bedarf kaum der Bemerkung, z. B. 
n^ini) Schwefel, y^lp Helm, DJD sammeln, l^J/T jfQiul klein. 

Grammatisch theilt das Chald. mit dem Syrischen 1) die Ei- 
genthümlichkeit, dass die Wortformen im Ganzen mit weniger 
Vokalen ausgesprochen werden, als im Hebr., die Consonanten 
also in dem grammatischen Baue vorherrschend sind z. B. l'^Up, 
lÜp, 7j7p — 2) den stat. emphat. statt des im Hebr. und Arab, 
vorhandenen Artikels — 3) das "1 als nota genit. u. das 7 als 
nota accus., so wie "1 als Zeichen der Kelation — 4) die Endung 
"ll-;- für den Plural der Masc. — 5) die Unterscheidung der 
3. Plur. Praei. im Masc. und Fem. — 6) die Bildung der Ee- 
flexiva und Passiva durch die Vorsilbe HN — 7) die Bildung 
der 3. Conj. in der Form ^tp.jPN — 8) die Imperativi der Pas- 
siva — 9) die Doppelheit der Particc. in den Activis der 2. und 3. 
Conjug. — 10) die Bildung des Partie, durch die Pronom. zu 
einem besonderen tempus — 11) die Vorliebe für N statt n am 
Ende der Wörter, z. B. KD7D Königin, und die daraus entspringende 
Vermischung der Verba nb und rh — 12) den pleonast. Ge- 
brauch der Sufßxa vor dem Genitiv — 13) den Gebrauch der 
3. Plur. der Activa geradehin in passiver Bedeutung — 14) die 
Bildung eines adjectiv. Personalpron. durch ^n mit Suffix, pers. 
z. B. ''7"'T meus, ^^n tuus. 

Ueber die Besonderheiten des Chald., wodurch es vom Sy- 



üeher die clialdäische Sprache und Literatur. 5 

ri sehen sich unterscheidet (u. bisw. mehr zu dem Hebr. hin- 
überneigt) , s. Fr. Dietrich de sermonis chald. proprietate. 
Lips. 1839. 8. Es sind, die Sache im Grossen und Ganzen 
erwogen, vorzüglich folgende: 1) die Vorliebe für hellere Vo- 
kale, indem statt des Syr. und Hebr. o oft a gesprochen wird, z. B. 
2nD Syr. \^^, NH^N syr. f oi]i^ Hebr. H'^n, d^j;, Hebr. C^iy tr'jN, 
Hebr. tS^iJN , b'g Hebr. ^ip , Nlp. ] j^j ausserdem ist im Chald. 
a für Syr. u in der Endung der Infin. ausser Peal, auch oft \ wo 
im Syr. i, z. B. ^D \Jil>, und -;- wo im Syr. (- ) z. B. ^üpn 
^Q.^£)i!, die Pluralendung der Fem. yv statt "^ u. Dst. 2 ; das 
Schwa comp, unter den Gutturalen kann man nicht sicher hier- 
her rechnen, da die Syrier, obschon ohne Schriftzeichen, in 
ähnlicher Weise einen kurzen Halbvokal unter den vokal- 
losen Gutturalen geschrieben haben mögen — 2) die Vermei- 
dung der Diphthonge vgl. NDV statt V^Dd* , ^D^D st. constr. statt 
^lil:^^, T^iN statt jliko);!^: statt cil^i^v , so wie der literae 

otianies^ vgl. ^D^D mein König ^^a ! ^^, "»^Dp ^1^q2\.d, N^Dp 
^jfc-^£) — 3) die regelmässige Betonung der letzten Silbe, 
z. B. nd'?D Jü-^iiiO — 4) die herrschende Bildung der Infin. 
ausser Peal ohne das vorgesetzte D — 5) statt J der im Syr. 
herrschenden Praeform. 3. Fut. ist im Chald. ^ beibehalten, 
nur das Targ. Prov. (u. das Talm.) haben sich J angeeignet 
(gegen Fürst, der diese Eigenheit wegerklärt S. 9 f. , s. 
Dietrich a. a. 0. p. 42 sqq.). Ausserdem kommen die For- 
men der Suffixa mit epenth. : im Chald. sehr häufig, im Sjrr. 
sehr selten vor. — Orthographisch kommt noch hinzu ein 
stärkeres Vorherrschen der scriptio plena im Chaldäischen und 
das Vorhandensein eines schriftlichen Zeichens (Dag. forte] für 
die Verdoppelung der nichtgutturalen Consonanten vgl. Hoff- 
mann Grammat. Syr. p. 105 sq. 

3. Hiernach wird das Chaldäische mit vollem Rechte eine 
aramäische Mundart genannt werden müssen, wie es denn 
so auch in der Bibel selbst (Dan. 2, 4. Esr. 4, 7.) genannt 
wird. Sein eigentliches Vaterland ist wohl Babylonien, denn 
theils wird in der jüd. Ueberlieferung Dan. 2, 4. diese Sprache 
dorthin als einheimisch verlegt, theils lässt sich so auch erklären, 
wie die Juden, welche als Exulanten lange Zeit in den baby- 



6 Einleitung. 

Ionischen Ländern lebten, sich dieses Idiom als Volks- und 
Schriftsprache angeeignet haben. Ist jene Ansicht richtig, 
dann würde man nicht unpassend einen tvest- und ostara- 
mäischen Dialekt unterscheiden, und das bisher sogenannte 
Chaldäische babylonisch nennen dürfen. 

Aramäisch, n^D'IN, ist überhaupt die Sprache, welche in dem 
Ländercomplex , der im A. T. DIN heisst, gesprochen wurde 
(s. Gesen. Thesaur. I. p. 151. mein Rw. 1, 92 ff.) Im A. T. 
kommt jene Benennung viermal vor, 2 Kön. 18, 26. Jes. 36, 11. 
Esra 4, 7. Dan. 2, 4. In den beiden ersten Stellen werden 
die assyrischen Beamten (Sannherib's) von den hebr. Hofleuten 
ersucht, aramäisch zu reden, als in einer Mundart, die dem 
gemeinen Israeliten nicht verständlich sei. Das Assyrische 
selbst, ein medischer Dialekt, ist sicher nicht gemeint (weder 
konnte dieser aramäisch genannt werden, noch war er damals 
den hebräischen Staatsmännern geläufig), sondern die Sprache, 
welche in dem assyrischer Oberherrschaft unterworfenen Aram 
üblich war und die auch den assyrischen Hofbeamten nicht 
fremd sein konnte s. Gesen. Commeutar zu Jesaias I, 946 f. 
— Esra 4, 7 heisst aramäisch der Dialekt eines Schreibens, 
das die persische Begierungsbehörde in den ciseuphratischen 
Ländern an den König sendet und das sogleich eben in chal- 
däischer Sprache eingeschaltet wird. Endlich Dan. a, a. 0. 
reden die chaldäischen Traumdeuter mit Nebucadnezar ara- 
mäisch, d. h. wie das Folgende lehrt, eben in der Sprache, 
von der wir handeln. Die Sprachforscher haben sich nun ge- 
wöhnt, aramäisch überhaupt die Sprache der in Syrien, Meso- 
potamien und Babylonien wohnenden Semiten zu nennen; dem 
gemäss ist das Syrische ein aramäischer Dialekt und unser 
sogenanntes Chaldäisch nimmt auch darum schon diese Benen- 
nung in Anspruch, weil es im Wesentlichen an das Syrische 
sich anschliesst. Die bestimmte Heimath dieser aram. Mund- 
art aber suchte man aus den oben berührten Gründen bis auf 
neueste Zeit in Babylonien, also in Ostaram und konnte demnach 
das Chaldäische als ostaramäisch von dem Syrischen als westara- 
mäisch unterschieden, obschon ostaramäisch eine weitere Benen- 
nung ist und wohl auch das Mesopotamische umschliesst (vgl. 
auch Gesenius Geschichte der hebr. Spr. 6 u. in der Ency- 
«lopädie von Ersch u. Gruber 1. Sect. XVL 109 f. Hoff- 



Ueher die chaldäische Sprache und Literatur. 7 

mann Grammat. Syr. p. 3.) S. überh. I. A. M. Nagel de 
lingua aramaea. Altorf. 1 739. 4. Adelung Mithridates I, 327 f.) 

Dieses Ostaramäische hätte nun babylonisch genannt werden 
können (wie denn die Bewohner Babyloniens Esra 4, 9 Nv33 
heissen). Da aber im A. T. das Volk Babyloniens vorherr- 
schend DntSfD heisst, auch Dan. 1, 4. einer ü^liJ(D "jlti^'^ (am 
Hofe Nebucadnezar's) erwähnt ist, so hat man die Benennung 
Chaldäisch vorgezogen. Freilich ist aber sehr zweifelhaft, ob 
die ü"'~^D die ursprünglichen Bewohner Babyloniens und ob 
sie überhaupt Semiten gewesen seien, ersteres, weil die Grie- 
chen \oikhaxQi noch zur Zeit des persischen Eeichs als ein 
armenisches Bergvolk kennen (mein Ew. 1, 254), letzteres, weil 
die chaldäischen Personen- und Amtsnamen (aus der Periode 
Nebucadnezar's und seiner Nachfolger) grossentheils nicht im 
Semitischen, sondern in der medisch - persischen Sprache ihre 
Erklärung finden (Nagel de lingua aramaea p. 5 sqq. Gese- 
nius Gesch. der hebr. Sprache 62 ff.)*). Man hat darum 
die Chaldäer als eingewanderten zur Herrschaft gelangten 
Volksstamm von den eigentlichen, semitischen Babyloniern un- 
terscheiden wollen (Gesenius Commentar über Jesaias I, 744 ff. 
Heerens Ideen I, IL 165 ff. Hitzig Prophet Jes. 287 
u. A. m.) und dann wären in Babylonien zwei dem Ursprünge 
nach verschiedene Sprachen, das Chaldäische (namentl. auch als 
Hofsprache in Babylon selbst vgl. Dan. 1, 4.) und das (semi- 
tisch) Babylonische gesprochen worden. Was bisher gegen 
diese ethnographische Darstellung eingewendet wurde (vgl. P. 
Schleyer, Würdigung der Einwürfe gegen die Weissag, an 
dem Orakel des Jesaia über den Untergang Babels C. 13—14 
23 ff. Eottenburg 1835, dann Freiburg 1839, 8.), ist von ge- 
ringer Erheblichkeit, wird aber hier darum keiner Beurtheilung 
unterworfen werden können, da die Sache für die Grammatik 
des Chaldäischen gleichgültig ist. 

Wie die Juden im babylonischen Exil sich das Chaldäische 



*) Freilich sind die bisher gegebenen Erklärungen (von Lors- 
bach Archiv f. bibl und morgenl. Literat. II, 246 ff. u. v. Bohlen 
symbolae ad interpret, sacri cod. e lingua pers. Lips. 1823, 4) nicht 
über allen Zweifel erhaben, ja zum Theil gänzlich mislungen, vgl. 
Kleiner t in den Dörpt. Beitrag, zu den theol. Wissensch. I, 213 ff. 
Hävernick Einl. I, I, 101 i. 



8 Einleitung. 

angeeignet und nach Palästina verpflanzt haben, darüber s. 
Gesenius Gesch. der hebr. Sprache 8." 25. Selbst auf das 
Hebräische als Schriftsprache hat es einen merklichen Einfluss 
geäussert vgl. Hirzel de Chaldaismi bibl. origine et auctori- 
tate critica. Lips. 1830, 8. Uebrigens nannten die Juden die- 
sen adoptirten Dialekt im Gegensatze gegen das Althebräische 
in:n -iDyi ]r2^b s. Ligthfoot hör. ad Jo. 5, 1. 
4. Da jedoch dieser Dialekt nur in von Juden abgefassten 
Schriften (§ 1) uns erhalten worden ist, so wird man kaum 
annehmen dürfen, dass wir ihn in der vollen Reinheit vor 
uns haben, mit welcher er von den semitischen Babyloniern 
gesprochen wurde. Genauer und ohne vorgefasste Meinung 
betrachtet scheint er indess nur in Einzelheiten von dem He- 
bräischen influirt worden zu sein, in allem Wesentlichen aber, 
sowohl was den grammatischen Bau als den Wörterschatz 
betrifft, seinen aramäischen Charakter festgehalten zu haben. 
Die Behauptung , dass das chaldäische Idiom nur in von 
Juden abgefassten Schriften erhalten sei, wird dadurch nicht 
entkräftet, dass nach Gesenius (monum. phoenic. I, 232.) 
die Steinschrift von Carpentras einen heidnischen Aramäer 
zum Verfasser haben soll. Denn theils ist diese Vermuthung 
nur Vermuthung , theils konnte sich , wie Gesenius meint, 
in Syrien selbst durch Einfluss des benachbarten Phönizischen 
ein hebraisirendes Aramäisch bilden. 

Dass das Babylonische unter den Händen der Juden, na- 
mentlich der palästinischen, hebiaisirte, war an sich natürlich 
und wurde schon oben No. 1. angedeutet. Mit Unrecht ist 
aber behauptet worden, unser jetziges Chaldäisch, das uns blos 
durch Vermittelung der Juden zugekommen ist, sei eine durch 
dieselben ausserordentlich corrumpirte, oder gar aus Vermisch- 
ung des Hebräischen und Aramäischen (Syrischen) erst ge- 
bildete Mundart (s. Michaelis Abh. v. d. syr. Spr. 36 ff., 
Wahl Gesch. der morgenl. Sprachen S. 578 ff., Hupfeld in 
den Studien und Kritiken 1830, S. 291 ff., (dem de Wette, Einl. 
ins A. T. § 22 gefolgt ist) und früher Löscher de causis ling. hebr. 
p. 46. Denn aus Vergleichung des Chaldäischen (wie es nament- 
lich in den altern Targumim sich findet) mit dem Syrischen, das 
wir aus Nationalschriftstellern kennen, geht hervor, dass das 
Chald. alle (charakteristische) Haupteigenthümlichkeiteu des gram- 



Ueher die Chaldäische Sprache und Literatur. 9 

matischen Baues und der syntaktischen Fügung, wie den gröss- 
ten Theil des Wörterschatzes, mit dem Syrischen gemein hat, 
also den Charakter eines aramäischen Dialekts offenbar an sich 
trägt; dagegen ist, was im Chald. übereinstimmend mit dem 
Hebräischen und dabei zugleich abweichend vom Syrischen 
gefunden wird, wenig, und es beschränkt sich dies Wenige 
fast nur auf die Orthographie und Vokalisation. Allein warum 
könnnte dieses, so wie was im Chaldäischen vom Syrischen 
abweicht ohne mit dem Hebräischen übereinzustimmen, nicht 
dialektische Verschiedenheit sein, da es doch wahrscheinlich 
ist. dass das Aramäische, welches ein so grosses Terrain ein- 
nahm, so wie andere weitherrschende Dialekte, sich wieder, 
zumal wenn die Stämme lange verschiedene Staaten bildeten 
und einen verschiedenen Grad der Cultur erreichten, in Mund- 
arten gespalten haben werde (ist ja selbst das Phöniz. und Hebr. 
der ursprüngl. Verwandschaft und der geographischen Nähe 
dieser Stämme und der natürlichen Gleichheit der von ihnen 
besessenen Länder ungeachtet durch Differenzen geschieden s. 
Gesenius monum. phoenic. II, 335 sq. 439.)*), und da es 
im Gegentheil gar nicht abzusehen wäre, warum die Juden 
dem Chald. nur in einigen wenigen Punkten seinen aramäischen 
Charakter abgestreift haben sollten, und zwar gerade in sol- 
chen, die eben nicht weiter vom Hebr. abweichen als andere, 
welche sie unberührt liessen (warum sie z. B. ^pp^ statt i'tOpJ, 
N7l3p statt N7t5j?p gesagt hätten, welche letzteren Formen doch 
nicht fremdartiger waren als pDi?D statt Ü^D^p, NDl"* statt D1^'^, 
oder ^ppp statt ^'Dp). Ausserdem könnte noch ein Theil der 
Abweichungen des Chald. vom Syr. auf Rechnung der spätem 
Juden gesetzt werden, welche die Vokalzeichen auf das Chald. 
übertrugen, wenn nicht schon im N. T. dieselbe Pronunciation 
chald. Wörter (selbst bis auf das Schwa compos.) ausgedrückt 
wäre, vgl. Joh. 19, 13. 7aßßa^a Nn::^., Act. 1, 19. 'AxeXSapia 
NDl ijpn, Act. 9, 36. Taßt^ot NH^nw' 1. Cor. 16, 22. Mapav 
aia NPN TJD, Mr. 5, 41. xaXt^a xoufxi ^p=ip Nn^i?.!: (ebenso 
bei Joseph) 'A8(0[Jia NDi"lN, 'Aßßa NZN u. s. w. 

Endlich ist auch nicht zu übersehen, dass, während das Sy- 
rische, ganz dem Charakter einer Gebirgs spräche gemäss, rauh 

*) So lauten z. B. die Nomina Fem. im Phöniz. nicht auf n son- 
dern auf n , selten auf N. 



10 Einleitung. 

und schwer tönte, das Chaldäische hellere und flüssigere Laute 
hat, wie wir eben von einer Mundart erwarten dürfen, die in 
einem offenen, flachen und ebenen Lande gesprochen wurde. 
Wenn bei alten Schriftstellern, namentl. den Griechen, eine 
syrische und babyl. Sprache nicht geschieden wird (Hupfeld 
a. a. O. 292), so kann doch das bei der oberflächlichen Be- 
kanntschaft Jener mit oriental. Sprachstatistik nicht als Ge- 
genargument benutzt werden; zumal syrisch bei den Alten 
ganz so weitschichtig ist, wie aramäisch. Darum aber, weil wir 
nur in von Juden abgefassten Schriften den fragliclien Dialekt 
finden, muss derselbe doch nicht von den Juden erst gemacht 
worden sein ; wir haben überhaupt keine schriftlichen Denk- 
mäler aus babylon. Händen. Der Untergang der babylonischen 
Literatur, wenn es überhaupt eine solche gab, ist aber nicht 
schwerer zu erklären als jener der phönizischen oder punischen 
Schriftwerke. Die Erscheinung endlich, dass in der Gemara 
die jüd.-paläst. Landessprache Syrisch heisst, wird reichlich 
dadurch aufgewogen, dass dieselbe in der Mischna (Schekal. 
5, 3) aramäisch genannt ist, was ja nach Hupfeld (S. 291) 
eben die talmud. Bezeichnung der babyl, -aram. Sprache sein 
soll (also kennt der Talmud doch eine solche? denn, was 
Hupfeld S. 293 bemerkt, dürfte nur postulirl sein). S. 
überhaupt Gesenius in Ersch und Gruber Encyclop. a. 
a. 0., Hävernick, Einl. ins A. T. I, 1, 103 ff. 

Auch für ein von den Juden adoptirtes Syrisch wird man 
nicht mit Fürst (Lehrgebäude der aram. Idiome S. 5) das in 
Frage stehende Idiom halten und eine dialektische Verschie- 
denheit des Syrischen und Babylonischen überhaupt ableugnen 
dürfen. Was von diesem Gelehrten S. 7 ff. bemerkt wird, 
um jede Abweichung des sogenannten Chaldäischen vom Syri- 
schen aufzuheben, ist theils unvollständig, tlieils auf Nivelli- 
rungsversuche basirt, die bei näherer Betrachtung nicht Stich 
halten vgl. Dietrich de sermonis chald. proprietate , Lips. 
1839. 8. p. 10. 43. Schwach aber wird man das Argu- 
ment nennen müssen, dass ja im A. T. nur vom Aramäischen 
im Allgemeinen, nie von einem doppelten Dialekte desselben 
die Rede sei und dass die Talmudisten eben unser Idiom "»DliD 
nennen ! Uebrigens erkennt F. in der Sprache der Paraphrasen 
ein reines Aramäisch an (S. 13), und will nur einen durch 



TJeber die chaldäische Sprache und Literatur. 11 

den rel. Glauben herbeigeführten Unterschied zwischen dieser 
Sprache und dem (nur in christlichen Schriften auf uns ge- 
kommenen) Syrischen gelten lassen, so dass man das Aramäische 
nicht in west- und ostaramäisch, sondern in jüdisch- und 
christlich- aramäisch theüen müsste. Aber der Beweis für jene 
Behauptung dürfte sehr schwer fallen, vorzüglich wenn darge- 
than werden sollte, wie Judaismus und Christenthum auf den 
grammatischen Bau des Aramäischen eingewirkt haben. Der 
dialektischen Abweichungen des Chaldäischen vom Syrischen 
sind jedenfalls mehr als jene Differenzen , die zwischen dem 
Phönizischen und Karthagischen stattfinden, obschon man ge- 
rade hier ein anderes Verhältniss erwarten sollte (Gesenius 
monum. phoeuic. II, 337). Was endlich die Sprache auf der 
Steinschrift von Carpentras betrift't, die nach Gesenius einem 
heidnischen aus der Nachbarschaft Phöniziens gebürtigen Ara- 
mäer angehören soll, so ist sie, selbst die Wahrheit dieser Ver- 
muthung vorausgesetzt, von zu geringem Umfange, als dass 
sie mit dem chaldäischen Idiom in seiner uns vorliegenden 
Extension verglichen werden könnte, um dann zu beweisen, 
dass sich das Aramäische bei den Juden ebensowohl ins so- 
genannte Chaldäische umgebildet haben könne, wie jene Mund- 
art aus einem Zusammenfliessen des Aramäischen mit phöni- 
zischen Elementen entstand. 

Die persische und griechisch-macedonische Periode brachten 
persische und griechische Wörter in das Babylonische (doch 
weniger als in das Syrische, auf welches die christlich-griechische 
Kirchensprache einwirkte), daher selbst das Targum des Onke- 
los und der bibl. Chaldaismus (vgl. z. B. Dan. 4, 5. 7) nicht 
von griechischen Wörtern frei ist (vgl. D. Cohen de Lara 
de convenieutia vocabul. rabbin, [et chald.] c. graecis cet. Amst. 
1648. 4.); die Saracenenherrschaft aber, die mit dem Heere 
der Khalifen 640 nach Chr. über Babylonien einbrach, führte 
den aramäischen Dialekt in allen Zweigen der gänzlichen Ver- 
nichtung entgegen, so dass jetzt keine Spur desselben im Oriente 
mehr übrig ist ; denn die Nachricht, dass das Chald. noch in einigen 
Dörfern um Mosul und Mardin geredet werde (N i e b u h r Heise 
II, 363), ermangelt der Wahrscheinlichkeit und ist von neuern 
Keisenden nicht bestätigt worden. Eine andre Notiz, die noch 
unverbürgter ist, s. Eichhorn' s Biblioth. VIII. S. 435. 



Einleitung* des Herausg^ebers. 



A. Die Geschichte des Aramäismus. 

Oh wir die Völker Vorderasiens als Urhewohner dieses 
Himmelsstriches, oder aber als Eimvanderer aus dem östli- 
chen Asien anzusehen haben, lässt, hei aller Wahrscheinlich- 
keit des Letzteren, mit Bestimmtheit sich nicht ermitteln ; dass 
aber zwischen Beiden, den vorderasiatischen und mittelasia- 
tischen Völkern, schon in frühester Zeit und vor Anbeginn 
unserer Geschichte ein lebhafter Verkehr bestanden, ist ausser 
Zweifel. Sitten und Gebräuche, religiöser Cultus und Gottesan- 
schauung lassen, so verschieden auch das von der Zeit und 
dem Klima ihnen aufgedrückte äussere Gepräge sein mag, 
hei ihrer letzten Analyse einen gemeinsamen TJrstoff zu Tage 
treten, der nicht nur derselben nothwendigen menschlichen 
Natur, sondern auch demselben freien Willen der Menschen ent- 
springt. In der That sehen wir stets die Geistesströmung 
in den vorderasiatischen Ländern der Völkerbewegung fol- 
gen, die wiederum nie ohne Anstoss aus dem Osten bleibt. 

Insbesondere gilt dies von den Sprachen, die trotz ihrer Son- 
derung als indogermanische und semitische noch stets die 
Spuren einer früheren Einheit verrathen, wie auch wirklich 
die Bibel, da, wo sie über die erste Theilung der Sprache 
handelt (Gen. 11, 2) es nicht unterlässt, zu bemerken, es 
habe der Völker zug, bei welchem diese Theilung vor sich gegangen, 
von Osten her sich in Bewegung gesetzt. Ebenso lässt sie 
Jepheth, hei dessen Nachkommen die indogermanische Sprache 
sich forterhalten, als Erstgeborenen Noah's erscheinen, dem 
Cham, der Repräsentant der afrikanischen Stämme, und 



Ä. Geschichte des Aramäismus. 13 

dann erst Sem, hei dessen Nachkommen die semitischen Spra- 
chen ihren Ursprung nehmen, folgen. 

Auf welchem Wege, ob zu Lande oder zur See dieser 
Verkehr vermittelt wurde, lässt sich ebenfalls mit Bestimmt- 
heit nicht feststellen ; der Wahrscheinlichkeit nach zu schlies- 
sen geschah er auf beide Arten. Wenn die Babylonier und 
Assyrier den Oannes feiern, welcher in Fischgestalt ihnen 
Gesetze und bürgerliche Ordnung gebracht, so will dies nichts 
Anderes sagen, als dass diese Völker ihre Cultur einem schiff- 
fahrenden Volke verdanken. Ausdrücklich bezeichnen die alten 
Schriftsteller (Herod. I, 1., VII, 69., Strabo I, 2. 35, XVI, 
3. 9., Justin. XVIII, 3., Plinius hist. nat. IV, 36.) die 
Nordküste des persischen Golfes als ersten Wohnsitz der Phö- 
nizier, was so ziemlich mit der Bibel übereinstimmt, welche 
das geographisch dem Norden angehörende Kanaan doch 
immer ethnographisch zu dem südlichen Cham zählt, so- 
me sie überhaupt die frühesten geschichtlichen Ereignisse von 
Süd- Ost hereinbrechen und durch die älteste Staatengründ- 
ung in den unteren Euphrathländern zum ersten Abschlüsse 
kommen lässt. 

Erst später, nachdem die südlichen Euphratländer durch 
häufige Ueberschwemmungen für längere Zeit unsicher gemacht 
wurden, beginnt zuerst der Norden, aber auch stets in seiner 
Verbindung mit der alten Welt Mittelasiens, in die Action des 
vorderasiatischen Völkerlebens einzugreifen durch Aram. 

Dieses an den Ausläufern des mittelasiatischen Gebirges 
gelegene Hochland (din) ivar berufen, durch eine beinahe 
tausendjährige Aera Träger der vorderasiatischen Geschichte 
zu sein, tvie in der That die Bibel das Ararat-Gebirge, an 
welches Aram im Süd-West streifte, als Wiege der von Norden 
aus neu erblühenden Welt bezeichnet. So dürftig auch die 
Geschichte des eigenen Landes ist und so tvenig sie atich 
Denkmäler aufzuweisen hat, welche von einer ehemaligen 
Grösse Arams zeugen, so lesen ivir doch in der Geschichte frem- 
der Völker von .seinen Kriegsthaten und zeugt sein Name, 
den ferne Länder zu fuhren gezwungen waren, von einer 
grossen und weitreichenden Macht Arams. Finden wir doch 
fünf verschiedene Ländereien in der ganzen Ausdehnung vom 
Taurus bis Damascus und Babylon und vom Mittelländi- 



14 Einleitung des Herausgebers. 

sehen Meere his nach Assyrien hin, die den Namen des herr- 
schenden Arams zu fuhren genöthigt waren. 

So nennt nämlich die Schrift nsi« d~iN, die Gegend der 
alten Stadt Nisihis (hdiu) imd einen Theil des spätem 
Armeniens, welches din wir uns als das Stammland 
zu denken haben, von wo aus auch die ersten und zahlreich- 
sten Kriege gegen die Israeliten wahrend der Richterperiode 
geführt wurden. Etwas später und zwar zur Zeit des Hohen- 
priesters Eli sehen wir Damascus als Hauptstadt Arams, das 
vom Antilibanon bis zur Wüste Syriens unter dem Namen 
pB^D"! DIN in der Schrift vorkommt und zu Zeiten der seleu- 
cidischen Könige sich zum ersten Reiche des Orientes: erhebt. 

An dieses Aram schliesst südwestlich sich ein drittes 
Aram an, nämlich hdnd din. Endlich müssen die alten 
stolzen Städte Nineveh und Babel sich es ebenfalls gefallen 
lassen, ihren Länderbesitz am Tigris und Euphrath mit dem 
Namen din belegt zu wissen; mrn n^z d~in nämlich das 
eigentlich kleine Assyrien jenseits des Tigris, und Dnnj d^n 
mit DIN mtJ^ oder din pD Mesopotamien, zutschen dem 
Euphrath und dem Tigris incl. der Stadt Babel. 

Auch ein anderer den Aramäern benachbarter Stamm 
des Nordens, die Kurden^), spielt eine weit bedeutendere Rolle 
in dem Völkerdrama jener Periode, als dies in der Geschichte 
ausdrücklich erzählt wird. JDie ältesten Targumisten (Onkelos 
Genes. V. 4, Jonathan, Jerem. LI. 33) weisen denselben das 
Gebirge ü~nN als TJrsitz an, und in dem A. T. werden sie 
(IL Reg. II. 16, 9, Jes. 22, 6) als „Bewohner Kirs'H'^'P ^^i^'v) 
bezeichnet^). Bildlich nennt sie der Letztere (7 , 20.) das 



') Das XaXSafoi, wie die LXX das hehr. D''"lti^D wieder gieht, lässt 
sich etymologisch gut aus dem 11"" p herleiten, indem p und 1 in D und 
^ übergegangen, und würde das eingeschobene ''^ nur noch einiges Be- 
denken gegen diese Etymologie erregen. Jedoch dürfen wir durch dasselbe 
uns nicht zu der Annahme verleiten lassen, es sei der Volksname Ü'^'W'^_ 
auf das nomen propr. "W^ (Gen. 22, 22) zurückzuführen, da dieser "I^D 
Sohn des *',ln^, also Aramäer ist, während die Sprache der ClIi^D eine 
den Aramäern und Hebräern ganz unbekannte war. 

V Tig lath- Piles er bringt die gefangenen Damasker (p^*ü1 D"lN> nach 
1\'^, was auf die Beziehungen, in welchen Assyrien zu dem Lande der 
Kurden stand, schliessen lässt. 



A. Geschichte des Aaramäismus 15 

gemiethete Scherermesser OT^DB'n lyn), weil sie als Söldlinge im 
Heere der Assyrier fochten, his sie dann seihst die Herr- 
schaft an sich zogen. Dies geschah zu den Zeiten des jüd. 
Königs HisJcia, tvo der Name ü^iK'D zum ersten Male in 
der Geschichte vorkommt, weshalh sie 'Jesaja (23 , 13) als 
ein irn Hb uv ein Volk, das früher nicht hestand, bezeichnet V- 
Bei der engen Beziehung, in welcher um jene Zeit Assyrien 
und Babel zu einander standen, und bei dem schnellen Wech- 
sei, welchem sie beide unterworfen waren, darf es uns 
nicht befremdend erscheinen, wenn wir den Einfluss der 
Kurden auch bald über das letztere Reich ausgedehnt sehen 
und beide Reiche als D'^i^d pN in der Geschichte finden. -) 

So klar dieser weltgeschichtliche ümriss in den Büchern 
des A. T. auch gegeben ist ^), wagen unr dennoch den Ausbau 
nicht weiter zu führen als die Sprachgeschichte ihn vorzeich- 
net, nur scheint es uns geboten, der Phönizier noch zu ge- 
denken, welche innerhalb des geschichtlichen Umrisses liegen 
und geographisch une auch sprachlich den Aramäern am 
nächsten sind. 

Das von diesen in frühester biblischer Zeit bewohnte, 
späterhin durch die Israeliten ihnen entrissene Land hiess 
Kanaan, ivas Tiefland bedeutet, im Gegensatze zu dem 
nordöstlich gelegenen Hochlande D"n. Doch waren sie 
nicht Autochthonen dieses Landes, das früher von den Ana- 
kim, von den Zamzumim und Emim bewohnt war (Deutr. 2, 11), 



9 Im Buche Job. (1, 17) werden sie noch als nomadisirende Horden 
dargestellt, die nach den südlichen Ländern ihre Streifzüge unternehmen. 

^> Von den Mördern Sanherih's (IL Reg. 19,36) heisst es ll^/DJ nom 
tD^l'lX ^""H, was das Targum durch nip Hy^N^ 13i Tlt^'kX pJKT iviedergieht, 
woraus zu ersehen ist, es sei der Sitz der Verschwörung bei den Kur- 
den gewesen, welche den Unfall Assyriens sich zu Nutze gemacht haben, 
um daselbst die eigene Herrschaft zu gründen. Ja es scheint über die 
Herkunft des Sanherib selbst schon einige Ungewissheit bei den jüd. 
Geschichtsschreibern geherrscht zu haben, ob er nämlich der heimisch 
assyrischen, oder der ausländisch kurdischen Dynastie angehörte, woher 
wahrscheinlich die Variante rührt, indem das Ch'tib ihn als Assyrier 
nimmt, mithin seine Mörder, die Kurden waren, nicht seine Söhne sein 
konnten, während das K'ri V22 liest, weil es ihn, den Sanherib selbst ^ 
ebenfalls als Kurden erkennt. 

V Vergl. Blücher ^DHK IW'"? NDID. Einleitung pag. 21, 22. 



16 Einleitung des Herausgehers. 

wie die Bibel das vorsintfluthliche GescJdecht als ein gigan- 
tische s (D'Dnoi), furchtbares (d''Dn) und Riesen geschlecht 
iO^p)])) darzustellen gewohnt ist. Wie dies einem Handelsvolke 
eigen ist, überall und nirgends heimisch zu sein, hatten die 
Phönizier frühzeitig ihr südliches Stammland verlassen, um 
im Norden nicht nur ein fremdes Land einzunehmen, sondern 
auch die Sprache des Nordens als die heimische sich anzueig- 
nen. Denn dass die Phönizier in der ersten Zeit ihres Wohnens 
in Kanaan aramäisch gesprochen haben, sehen wir aus den 
Resten der punischen Sprache, die mehr an das Aramäische 
als an das Hebräische anklingen \), weil jene Reste von der 
aus Kanaan durch die Phönizier nach den afrikanischen 
Colonien verpflanzten Sprache aus der Zeit Josua's stammen 
(1300 V. Chr.), wo kanaanitische Völkerschaften gleichsam 
in einem Schutz- und Trutzbündniss mit den nördlichen 
Aram standen, wie dies aus zahlreichen Stellen des A. T.^s zu 
ersehen ist. Dennoch lässt es sich nicht in Abrede stellen, dass 
zur Zeit der Besitznahme Kanaans durch die Israeliten die 
hehr. Sprache daselbst schon die erbliche war und dass in 
zahlreichen phönizischen Inschriften, die freilich nicht über 
die Zeit Alexanders d. Gr. hinausreichen , die hebräische 
Sprache die vorherrschende gewesen ist. 

Nach alledem hätten wir uns das kanaanitische oder phö- 
nizische Volk als dasjenige zu denken, bei welchem jener 
Uebergang des Aramäischen ins Hebräische sich vollzogen, 
welche Annahme durch die folgenden Umstände unterstützt 
wird : 

A) ist, wie bekannt, das Sprachorgan des Südländers mehr für 
gutturale und sibilirte Laute angelegt, als dass es bei den stumpfen 
T-Lauten zu bleiben genöthig wäre, welche Färbung des Südens 



V n^J< cils nota accus., K"in}< locus für D1pf2, ni3 filia für T\1 
NplX terra für VHN (vgl. Levi, phön. Studien II, 54); tp\^ taurus, 
DS vola manus, ~'f2?< agnus, n'?^'^ altare, locus, in quo sacri- 
ficatur (Movers, Opferwesen der Carthager) für hehr. "ip2, ^, ti'DD 
und n2TD; ferner die beim Plautus gehrauchten häufigen Aramaismen: 
[P*1S, oder nijpnE) (Vers 3), yin für '^])W porta (Fers 10, vgl. Wex). 
Ja auch die Sfädtenamen (7 tic a und Carthago, das heisst die alte 
seil. Stadt und Neustadt haben nicht vom Hebräischen JU^'* und IL'in 
seil, ""i'^y ihren Namen, sondern sind acht aramäisch Xp''ny (seil. J^HIp^ 

und Nmn ^n^^p. 



A. Geschichte des Aramäismus. 47 

dem sprachlichen Stoffe, den Consonanten des aramäischen 
Nordens, von den aus dem Süden kommenden Fhöniziern aufge- 
drückt wurde '). B) erhlühete mit dem phönizischen Handel die 
Kunst und mit dieser der Sinn für Bequemlichkeit. Nun ist es 
unstreitig für das Sprachorgan bequemer, auf einen Vokal einen 
oder höchstens zwei Consonanten zu häufen, wie das in der 
hehr. Sprache geschieht, als etwa drei Consonanten, me es die 
aram. Sprache thut, mit nur einem Vokale auszusprechen. 
Endlich C) ist die Neugestaltung eines Dialektes oder das Her- 
aushilden eines Idioms aus einer älteren Sprache nicht leicht 
denkhar, wo die Sprache im lehendigen Worte lebt, da Klang, 
Accent und Färbung das eigentliche Lehen des Lautes aus- 
machen, in welchem dieser Laut oder die einzelnen Sprachele- 
mente vorgetragen werden. Desto mehr sollte es jedoch uns wun- 
dern, wenn im todten Buchstaben, wie ihn die Schriftsprache 
bietet, sich alle diese Lebenskeime des Lautes ausprägen Hessen. 
— Jede dialektische Neugeburt hat daher mehr Wahrschein- 
lichkeit für sich aus der frühern Sprache auf dem Wege 
der schriftlichen Kundgebung, als auf der unmittelbaren 
mündlichen Mittheilung entstanden zu sein; und da die 
Phönizier, wenn nicht gar Erfinder, doch wenigstens dieje- 
nigen sind, hei welchen die Schrift in frühester Zeit die 
meiste Anwendung gefunden, so ist es als die natürliche Conse- 
quenz anzunehmen, es habe die erste dialektische Abweichung, 
wie es in der semitischen Sprachfamüie die Herausbildung des 
Hebräischen aus dem Aramäischen ist, bei den Fhöniziern 
stattgefunden. 

Schwieriger dürfte es sein, aus der phönizischen Geschichte 
seihst den Zeitpunkt herauszufinden, wann sich dieser ka- 
naanitisch-aramäische Dialekt, die späterhin nach den Ebräern 
genannte Sprache, aus dem alten Aramäismus herausgebil- 
det, da über die Zeit der Einwanderung der Phönizier in 
Kanaan keine bestimmten Daten vorliegen, und die schwa- 
chen Haltepunkte, Reste vom Phönizischen in der punischen 



') Die Beispiele, wo Mutae des Aramäischen in sihilirende hei den 
Hebräern (wie lin und l")^, 2^^\ und 2W, vhn undwbw, "lÜp und -i^p) 
übergegangen, sind zur Genüge gekannt, und glauben wir nur die Bemer- 
kung aussprechen zu dürfen, dass unter den dialektischen Abweichungen 
diese die häufigste und am meisten zu Tage tretende ist. 

Winer, chald. Gramm. 2 



18 Einleitung des Herausgehers. 

Sprache und einige Denkmäler, zu weit auseinander liegen, 
und auch nicht über 1300 v. Chr. (zu Zeiten Josua^s) hinausrei- 
ehen. Hier aber sind es die Hebräer, vermittelst deren Ge- 
.schichte wir annäherungsweise die Periode ermitteln können, 
wo das Hebräische aus der aramäischen zur selbständigen 
Sprache sich herausgebildet hat. 

Der Träger dieser Geschichte, Abraham, ist Aramäer 
und Bruder des im aram. Stammlande verbliebenen Nahor. 
Laban, der Sohn Nahors, und ein Enkel Abrahams, Jacob, 
errichteten als Grenze einen Steinhaufen, den jeder nach 
seiner Sprache, der eine Nnnntt' "i:"», der Andere i)h:^ nannte. 
Die Divergenz zwischen diesen beiden Bezeichnungen ist 
schon mehr als eine auf phonetischen Umlaut beruhende 
blosse dialektische; vielmehr ist sie eine wesentlich sprach- 
liche, für deren Herausbildung {da die Etyma ihre Ver- 
wandtschaft doch nicht verleugnen können) der Zeitraum von 
der Einwanderung Abrahams bis auf Jacob ein zu kurzer 
ist. Es folgt daraus, dass Abraham, der sein Fürstenhaus zu- 
nächst in den von den Phöniziern bewohnten k'naanitischen 
Ländern aufgeschlagen, hierselbst schon eine gut cultivirte 
hebr. Sprache vorgefunden. Andererseits möchten wir einen 
Fehlgriff thun, wenn wir annähmen, es habe um jene Zeit 
der neue Hebraismus vom alten Aramäismus sich schon völlig 
emancipirt gehabt, weil uns hierdurch jene Periode aus der Cul- 
turgeschichte des Morgenlandes verloren ginge, welcher allein 
die biblische Schöpfungsgeschichte ihre Ausbildung verdanken 
kann. Dieselbe steht nämlich auf dem Boden mittelasiatischer 
Weltanschauung, deren pantheistische Elemente hier eine 
monotheistische Umgestaltung erfahren, und vollzieht sich der 
ganze Gedankengang vermittelst der Bedeutung einzelner Worte 
in der aram. Sprache. *) Eine solche Periode aber, in welcher 



') In unserem Buche „Bibel und Talmud in ihrer Bedeutung für 
Cultur und Philosophie" dürfte es uns gelungen sein, die Schlange der 
biblischen Schöpfungsgeschichte ganz richtig als indischen Ursprungs 
nachgewiesen zu haben, wo sie, als Sinnbild des Naturlebens und der atis 
der realen Welt der menschlichen Wahrnehmung zugeführten Eindrücke, 
Accidenz der von Ewigkeit her bestehenden Materie ist, an welcher wie- 
derum Birmah (Brahma) als blinder Schöpfungstrieb, seiner selbst unbe- 
wusst, wirkt. Die'Reform, welche die Bibel, oder richtiger die Abraham- 



A. Geschichte des Aramäismus. 19 

nämlich die verschiedenen Sprach- und Gedankenelemente 
so gemeinsam wirken, Hesse sich in der Culturgeschichte 



sehe Theorie an der hergebrachten Brahmanischen Weltanschauung vor- 
genommen, erstreckt sich, pie nnr daselbst sehen (Seite 26 — 38; 150 — 156) 
nach zwei Richtungen hin: nach einer theosophischen und nach einer ethi- 
schen. Die theosophische Reform macht aus dem pantheistischen Gotte, 
wie er nach jener Weltanschauung bewusstlos in der Scholle schlum- 
mert und mit ihr erst zum Leben erwacht, einen freien ausser- 
halb der Substanz schaffenden monotheistischen Gott; und während nach 
der indisch-brahmanischen Weltanschauung der Mensch innerhalb des 
Naturlebens und der physischen Erscheinung steht, (denn wo sollte er hin- 
ragen, da Alles nur die Substanz mit ihrer realen Erscheinujig ist, in 
welchen selbst der Gottheit Grenzen gesetzt sind) steht er nach biblischem 
Begriffe nur mit dem Körper auf der Erde, mit seinem Geiste und sei- 
nen ethischen Anlagen sie überragend , hin bis in den die reale Erschei- 
nungswelt umfassenden Gott. 

Wir können den Leser, falls es Ihm um das klare Verständniss dieser 
hier kurz skizzirten Idee zu thun ist, nur auf die bereits angeführten aus- 
führlichen Abhandlungen verweisen , welche wir als linguistischen Beleg 
und zur Begründung der von uns hier ausgesprochenen Meinung noch 
dahin ergänzen möchten: 

Bas philosophische Problem zur Ermittelung der Correspondenz, wel- 
che zwischen der stofflichen Aussenwelt und der inneren Seelenwelt be- 
steht, auf welchem Wege nämlich der Effekt hervorgerufen wird, welchen 
die durch die Materie bedingte und das in der physischen Erscheinung 
sich bekundende Naturleben auf die Vorstellung und Wahrnehmung des 
Seelenlebens ausüben, dieses Problem hatte in der Brahmanischen Kos- 
mogonie und der aus derselben sich ergebenden indischen Weltanschauung 
die einfachste Lösung gefunden : es ist das Naturleben , dessen Kund- 
gebung die reale Welt ist, Accidenz der ewigen Substanz; so fallen sie 
Beide, das Wahrnehmungs- und Vor Stellungsvermögen, wie auch das in 
dem Naturleben Wahrgenommene, in eine Einheit zusammen. 

Anders die biblische Kosmogonie. In ihr ist die Materie eine todte, 
der menschliche Geist, wie die Gottheit, freies Leben, und es bedarf eines 
Mediums, durch welches das an der Realität des Naturlebens Wahrge- 
nommene zur Empfindung und Wahrnehmung im Seelenleben wird: und 
dieses Medium, das wir etwa Reflex nennen, ist das Weib, Chawwa (Eva) 
in der bibl. Kosmogonie. Sie ist weder dem Benkve?'mögen entsprun- 
gen, wie etwa die Pallas Athenae dem Haupte des Zeus, noch entstammt sie 
den sinnlichen Reizen, noch ist sie aus der Hand oder dem Fusse des Man- 
nes, durch dessen Hinzuthun nämlich geformt, sondern ist, wie der Reflex 
stets von aller Subjektivität und allem Hinzuthun des Empfängers frei 
sein muss, der Rippe entnommen zur Vermittlung des Wahrgenommenen 
und des Wahrnehmers, des Naturlebens und des Seelenlebens. 

Erträgen wir weiter, dass die mythischen Benennungen für personi- 



20 Einleitung des Herausgebers. 

des Morgenlandes kaum mehr nachweisen, wenn anders es 
nicht jene sein sollte, wo Abraham, der Lehrer des Monotheis- 
mus, auf dem den bei den Sprachen angehörenden palästini- 
schen Boden lebte. 

n^D"iN, als Sondernamen für das Aramäische vor dem 
Hebräischen, kommt [erst spät, in den Tagen des Königs 
Hiskia vor, was uns jedoch nicht zu der Annahme verleiten 
darf, es datire die Selbständigkeit der aram. Sprache 
erst aus so später Zeit. Biese Selbständigkeit ist in frühester 
Zeit gewahrt durch Laban, welcher das gleichsam staatliche 
Uebereinkommen in ihr abgefasst wissen will, und lässt sich 
auf die Culturhöhe derselben schon zu den Tagen Mosis 
schliessen, wenn wir erwägen, dass ein poetischer Geist, wie 
er die Rede des Aramäers Bileam {Num. XXIII) durch- 
weht, nur aus einem Lande kommen kann, in welchem die 
Sprache auf einer hohen Culturstufe steht. Vielmehr lassen 
aus jener Stelle (IL Reg. 18, 36) die Ausdehnung und die 
Macht sich erkennen, welche zu den Zeiten des Königs His- 



ficirte Seelen- und Naturkräfte stets dem bekannten Sprachgebrauche 
entnommen sind, derart, dass im Namen der personificirten Kraft schon 
die Bezeichnung für deren Thätigkeit gegeben ist, und dass weiter in dem 
bibl. Bilde das Naturleben oder die Schlange als Subjekt des Wahrneh- 
mens oder als Wahrgenommenes, Adam, der Mensch, das Objekt, an 
welchem sich diese Wahrnehmung vollzieht, und endlich das Weib Chawwa, 
das die Vollziehung vermittelnde Medium, in ein einziges Moment zusam- 
menfliessen müssen; so ergiebt sich daraus, dass beim ersten Entwürfe 
dieser bildlichen Darstellung auch die Namen für die personificirten Hand- 
lungen in ein einziges Etymon zusammenkommen mussten. Welche an- 
dere Sprache aber als die aramäische bietet uns dieses Etymon und mit 
ihm zugleich die ihm verwandten Begriffsnamen? 

Das '^ Tijin ''D, wie es unsere hebr. Fersion hat (Gen. 3, 11), lau- 
tet im Urtexte "^7 ''•in |D, wer hat dir gezeigt (dass du nackt bist) 
d. h. wie bist du dir des Gegensatzes bewusst worden zwischen deinem 
ethischen Seelenleben und dem sinnlichen (nDN Dliy ^D), woher dieses 
Wahrnehmen des Physischen in der Seele? Entsprechend diesem Ver- 
bum des Wahmehmens ''•in ist daher der Name jener Seelenfähigkeit, durch 
welche der Act vermittelt wird, Hin. Aber auch das Objekt der Wahr- 
nehmung, das Naturleben, in unserem Bilde die Schlange , geht in sei- 
ner Benennung J<''1n auf dasselbe Etymon zurück; und der biblische 
Bericht gewinnt an einheitlichem Zusammenhang, wenn wir ihn im Ara- 
mäischen abgefasst uns denken, wo diese drei Begriffe im einheitlichen 
Etymon zusammenkommen. 



A. Geschichte des Aramäismus. 21 

hia die aram. Sprache sich bereits errungen hatte. Denn es 
erbitten die judäischen Hofbeamten sich von dem assyrischen 
Herolde, sie nicht in der Sprache Judäas, welche das ganze 
judäische Volle versteht, sondern d^din anzureden, welches 
sie allein verständen. Hieraus geht hervor, dass die aram. 
Sprache um jene Zeit nicht nur eine vollkommen für sich 
bestehende, sondern dass sie sogar die an beiden Höfen, zu 
Nineve und zu Jerusalem, gesprochene und diplomatische 
Verkehrssprache war. Auch die Wahrsager und Zauberer 
am assyrischen Hofe, die Kasdim, welche ihre hergebrachte 
Sprache, das Chaldäische, in der Metropole einzubürgern 
suchten, ivaren genöthigt, den König in der am Hofe übli- 
chen aram. Sprache anzureden, und die neuesten Forsch- 
ungen haben nachgewiesen, dass die Staatsurkunden der ara- 
bischen Nabataer aus der frühesten Zeit bis auf die Periode 
der arab. Machtstellung in aram. Sprache abgefasst waren. 
Diese Zeit, wo die Herrscher Nineve' s und Babels in ihrer 
Sprache den Völkern Vorderasiens den Frieden diktirten, ist 
auch als Culminationspunkt der aram. Sprache anzusehen, 
von wo aus das Sinken ihrer Selbständigkeit beginnt, soime 
es auch die venvorrenen Zustände jener Weltmonarchie sind, 
mit welchen die Verwirrung zusammenhängt, die in der Be- 
nennung dieser Sprache bei den späteren Sprach- und Ge- 
schichtsforschern zu Tage tritt. Es nennen nämlich die Ei- 
nen sie „assyrisch" , die Anderen „babylonisch" und noch 
Andere i^ieder „chaldäisch" , je nachdem diese oder jene sie 
mit der assyrischen, mit der babylonischen oder mit der as- 
syrisch-babylonisch vereinigten chaldäischen Herrschaft in 
Verbindung sehen. Auch „syrisch" wird sie genannt, welche 
irrige Bezeichnung nicht nur von der äusseren Lautähnlich- 
keit zwischen Assyrien und Syrien, sondern aus einer al- 
ten Quelle herrührt, aus einer Talmudstelle nämlich, die, tvie 
wir weiter zu zeigen Gelegenheit haben werden, von den Com- 
mentatoren und Allen, die für die aram. Sprachforschung 
sie benutzt, irrig aufgefasst worden ist. Ebenso irrig aber 
wäre es, wenn wir annehmen wollten, die aram. Sprache 
habe unter allen Wirren und allem Wechsel des assyrisch- 
babylonischen Reiches ihre ursprüngliche Form gewahrt, oder 
sei die einzige Sprache in der ganzen Monarchie gewesen. 



22 Einleitung des Herausgebers. 

Während der Handel mit dem Westen den beiden Me- 
tropolen des assyrisch - babylonischen Weltreiches fremde 
Sprachelemente zuführte in coptischen Etymis und in For- 
men der westlichen Sprachen, waren es Jcurdische Söldlinge 
und Magier aus dem Norden, welche, wohl ahnend und vor- 
bereitend , was einst kommen sollte, die turanische und me- 
dopersische Sprache hier einzubürgern suchten, und waren 
es endlich Exulanten aus dem classischen Boden Falästina's, 
welche die aram. Sprache als die ihrige umarmend sie mit 
den poetischen Blüthen des heimathlichen Parnassus zu 
schmücken suchten. Nur das Flachland der vereinigten Mo- 
narchie war von allen diesen Segnungen, vom Schmuggel des 
Handels, vom Schaffen der Priesterkaste wie auch von den 
Umarmungen des besiegten Feindes, sprachlich verschont 
geblieben und hatte daher Müsse, die keimenden Sprach- 
triebe in herkömmlicher Weise zu cultiviren. 

Nach diesen drei Momenten ist die Sprache des assy- 
risch-babylonischen Reiches eine dreifache: das Sprachcon- 
glomerat turanischer, coptischer und medo -persischer Vo- 
cabeln, wie es im Gewühle der beiden Metropolen den fernen 
Handel vermittelt. Es ist dies die eigentlich chaldäische Sprache 
(Dntt'D V^^), so genannt, theils weil sie die Sprache der Magier 
(DntJ^D) war, die sie hier einzubürgern suchten, theils weil 
das vereinigte Assyrien und Babylon unter dem Namen 
Chaldäa (ona^D ^in) bekannt ist. 

Am Hofe selbst sehen wir Gefangene aus Jerusalem, wel- 
che für die Sprache und den Geist derselben hier das waren, 
was späterhin Atheniensische Sclaven zu Rom der lateini- 
schen Sprache : es entstand ein hebraisirtes Aramäisch, des- 
sen sprachliche Reste in dem biblischen Kanon uns aufbe- 
wahrt sind. Auf dem Flachlande lebten zwar auch Juden, 
die aber selbst aus den palästinischen Provinzialstädten, 
wo die hebr. Sprache nicht so sehr im Schwünge war, stamm- 
ten und auch zwischen den Landbewohnern für die Cultivi- 
rung der aram. Sprache keinen empfänglichen Boden fan- 
den. Erwägen wir weiter, mit welcher Aengstlichkeit die 
Juden ihr heiligstes Schriftstück, den Pentateuch, übersetzt 
hohen und wie sehr sie darauf bedacht waren, diese üeber- 
setzung Allen verständlich zu machen, und wir werden die 



B. Die Priorität der aram. Sprache. 23 

Zuversicht gewinnen, dass diese unter dem Namen Targum 
des Onkelos uns überlieferte Uebersetzung , eine von allem 
sprachlichen Schmuck und jeder auffallenden Formhildung 
freie ist. 

Frei, ja willkürlich wird die Sprache hei den spätem 
Targumisten und im Talmud, über welche zu sprechen wir 
weiter Gelegenheit haben werden. Jedoch sind sie seit dem 
Sturze des assyrisch-babylonischen Reiches die einzigen Ver- 
treter des Aramäismus im Osten, während im Westen für 
denselben eine neue Aera beginnt, durch das Aufblühen der 
Kirche. 

B. Die Priorität der aramäischen Sprache. 

Wir haben bei der geschichtlichen Skizzirung der aram. 
Sprache etwas länger verweilt, weil wir hoffen durften, an 
der Hand der Geschichte hier manche Wirrnisse zu lösen und 
zugleich das Recht geltend zu machen, nach welchem jener 
die Priorität zukommt vor den übrigen aramäischen, ja, vor 
allen semitischen Sprachen. Dieses historische Recht wird 

II. auch auf dem Wege der physiologischen Unter- 
suchung ihr zugesichert : Sie ist rauh und platt im vor- 
herrschenden Gebrauche der Stummlaute, wo ihre jüngere 
S chw ester spr ache , die hebräische, die gefügigeren Sibilanten 
gebraucht, der arab. Sprache gar nicht zu gedenken, die im 
Gebrauche der Consonanten eine Abgeschliffenheit bis zur 
feinsten Nüancirung der Laute bewahrt. Dieser schwerfällige 
und daher auch urwüchsige Sprachbau äussert sich zugleich 
in dem sparsamen Gebrauche der Vokale, namentlich beim 
Verb, wo der eine Vokal Träger der ganzen Consonanten- 
gruppe ist und für welche der Hebräer zwei, der Araber gar 
drei Vokale hat. Zu dieser Schlichtheit und Urwüchsigkeit 
des organischen Baues gesellt sich die ganz natürliche und 
wenig verarbeitete Reflexiv- und Passivbildung des Verb durch 
nx (nx und n.\ vgl. weiter das Pronom.) i'J/D'HN, Hi^'On 
und ^3/.P^^ ^= ^V.^N"nN. Weiter spricht 

III. die Psychologie für die Priorität der aram. Sprache. 
Nach dem bekannten Spruche des Statius (Ep. Theb. III 665) 
„Primus in orbe Deos fecit timer" treten in dem aram. Got- 



24 Einleitung des Herausgehers. 

tesnamen N^nn timor, metus, die Spuren frühesten menschli- 
chen Empfindens zu Tage, sowie überhaupt im aram. Gebrauche 
stets die primitive Bedeutung aufbewahrt ist für alle der gan- 
zen semitischen Sprachfamilie gemeinsamen Etyma. Schliess- 
lich möchten wir noch auf eine eigenthümliche Spracherschein- 
ung im Semitismus aufmerksam machen: auf den Charakter 
des bestimmenden Artikels und sein Verhältniss im Gebrauche 
der drei Schwestersprachen. Im Hebräischen und Arabischen 
(n und i\ , die übrigens auch nur aus dem aram. bn ge- 
bildet sind) ist der Charakter ein praegnanter und der Ge- 
brauch ein beschränkter; der aram. status emphaticus, der 
dasselbe besagen will, unterscheidet sich vom status absolutus 
nur wenig, ist aber desto häufiger im Gebrauche. Denn die 
schaffende Sprache sucht den Namen für das bekannte 
Object, die geschaffene findet einen unbestimmten Gegen- 
stand in dem ihr bereits bekannten Namen; deswegen er- 
wacht hier mit dem Sprachleben zugleich der Begriff der De- 
termination, dort hat die Sprache sich bereits eingelebt , be- 
vor die Vorstellung des Undeterminirten in ihr erwacht ist. 



C. Die aramäischen Dialekte. 

(I.D er syro-aramäische Dialekt. ') Längst hatten 
Handelsbeziehungen nach Aussen, innere politische Motive 

^) Ich halte mich berechtigt für die syr. (namentlich die vorkirchliche) 
Sprache diese Bezeichnung zu gehrauchen, nach Analogie des „syro-chal- 
däisch'\ wie Hieron. (adv. Pelag. III. c. I.) die palästinische Sprache 
nennt, da sie beide, die syr. wie die palästinische Sprache, wie wir wei- 
ter unten sehen werden, nichts anderes sind als ein mit griech. Vocabeln 
untermischtes Aramäisch. Wenn übrigens die Benennung syro-chaldäisch 
von den meisten Gelehrten als sonderbar^ ja, als „ Unding" (Fürst. Lehrg. 
p, 13) bezeichnet wird, so reducirt sich das Sonderbare dabei ganz und gar 
auf den gewöhnlich fälschlichen Gebrauch von „chaldäisch'"' statt ara- 
mäisch. Auch unter der „palästinischen Sprache" haben wir nicht den ge- 
wöhnlichen „hi erosolymitischen Dialekt'', sondern die Sprache uns zu denken^ 
wie sie auf dem palästinischen Flachlande gesprochen wurde. Hier bestand 
man weniger hartnäckig darauf, die heimische Sprache, die daselbst stark 
aramäisirt war, als die allein herrschende zu erhalten, hat auch weniger 
Sorgfalt darauf verwendet, die in verhältnissmässig grosser Anzahl einge- 
wanderten grifchischen Wörter zu aramäisiren, so dass in der Periode 
von der seleucidischen Herrschaft bis auf die christliche Zeit die palä- 
stinische Sprache von der syrischen sich sehr wenig unterschied. 



C. Die aram. Dialekte. 918 

und Sprachluxus am Hofe den alten Aramäismus im hahyl.f 
assyr. Reiche, wie im ganzen Osten Vorderasiens, theils ver- 
drängt, theils umgewandelt, als das westlich gelegene pB^Di din 
ihn noch im ganzen Umfange seiner Herkömmlichkeit aufrecht 
erhielt; weshalb dieser frühere Bestandtheü des ausgedehnten 
aram. Ländercomplexes von nun an als das allein noch be- 
stehende GIN xar e^ox'Tjv in den Urkunden des A. T^s. anzu- 
treffen ist. Denn die Herrscher zu Busa und Ekbatana 
scheinen sich wenig um die Einführung des Parsismus in 
den von ihnen eroberten Provinzen gekümmert zu haben, und 
um uns einen Beweis zu geben von der am persischen Hofe 
herrschenden Toleranz, betont es der Verfasser des Buches 
Esra (cap. IV sqq., VII sqq.), das dem Könige daselbst un- 
terbreitete Document sei auch ohne jede weitere Version, son- 
dern im Dupplicate ebenfalls aramäisch gewesen (DJi"nnDi dhd 
n^DiN). 

Nicht so schonend gegen Sprache und Sitte des Landes 
verfuhren die Seleucidischen Könige, die wir hundert Jahre 
später als die Beherrscher dieses Landes erblicken; und die 
Geschichte des jüdischen Volkes giebt uns hinlängliche Beweise 
davon, mit welcher Energie, ja, mit welcher brutalen Gewalt 
man die Hellenisirung des neuen Reiches in Bezug auf reli- 
giösen Cxdt, hellenischen Geist und griechische Sprache 
durchzuführen suchte. Das in seinem Glauben tief verletzte 
Judenthum setzte diesem Zwange den hartnäckigsten Wider- 
stand entgegen; das heidnische Aram erlag ihm. Und doch 
war die Zeit eine zu kurze und der Uebergang ein zu ge- 
waltsamer, als dass eine phonetische Inclination der einen 
zu der anderen und eine naturgemässe Verschmelzung beider 
Sprachen hätte erzielt werden können. Vielmehr blieb es 
nur ein äusserer Sprachanwuchs ohne jede innere Verkettung 
und jede organische Verschmelzung, weshalb die Talmudisten, 
anspielend auf ihr Heimathsland Nmo und auf den ihr zu- 
kommenden Namen 0~i1D y^^b), sie die zeugungsun fäh i g e, 
die beschnittene Sprache, ^diid, nennen, als einen Misch- 
dialekt, in welchem beide Sprachtheile für sich bestehen, ohne 
dass sie zur natürlichen Einheit sich verbänden. Dennoch fügen 
sie hinzu : yi'^V^ ^bp ^d^id ])^b \"in hs „mag dieserwegen die syr. 
Sprache nicht geringfügig (werthlos) in deinen Augen ersehet- 



86 Einleitung des Herausgehers. 

nen'', ^diid iiK'i'3 minn niDi moipD r]^b\i/2\i/, was durchaus 
nicht besagen will, jene Unverschmolzenheit höre auf in der 
syr. Sprache ein Mangel zu sein, weil die H. S. an drei 
Stellen syrisch spricht, sondern: das Syrische habe seinen 
historischen Werth und seine sprachliche Berechtigung, „weil 
es den aram. Sprachtheil in seiner urwüchsi- 
gen und alten Form uns ganz so erhalten, wie 
er in der vorexilischen Hehraisirung der Spra- 
che in den Büchern des alten Bundes anzutref- 
fen ist, d. h. die syr. Sprache lässt uns in ihren aram. 
Elementen den aram. Sprachbau ganz in seiner ersten Form 
erkennen, was bei dem spätem Aramäismus nicht der Fall 
ist, der schon eine hebräische Färbung hat. *) 

Und in der That hat die syr. Sprache oder der westliche 
Aramäismus, wie man sie nennt, trotz des feineren Schliffes, 
welchen mit der neuen Weltanschauung die Kirche in sie 
gebracht, Charakter und Urtypus der alten aram. Sprache 
treuer bewahrt, als dies in dem hebräischen östlichen Ara- 
mäismus geschehen ist. 

(II. Der babylonisch-talmudische Aramäis- 
mus.) Wenn aus keiner Sprache sich die Spuren weg- 
wischen lassen, welche das rollende Rad der Geschichte in 
sie eingedrückt, so ist die Sprache des babylonischen Talmuds 
ein Stück dieser Geschichte selbst, in welcher wir die Spuren 
der babylonischen, persischen, macedonischen und römischen 
Weltherrschaft erblicken. Denn in jeder dieser Epochen wur- 
den die Juden mit dem Geiste und der Sprache der herrschen- 
den Nation bekannt, welch erstere sie in ihrem encyclopädi- 
schen Werke, im Talmud, zu verarbeiten wussten. Trotz die- 
ser Fülle von Fremdwörtern aber verstanden es die Talmu- 



') Us gehört eine starke Dosis philologischer Geduld dazu ""D^ID mit 
N^'i'ID, ^lID Wb gleich oder aus auptatt entstanden zu halten. Aber der 
Talmud dar/ Alles, auch hie und da kleine Ungereimtheit sprechen, die unsere 
Theologen und Philologen höchstens mit einem mitleidigen Lächeln ent- 
schuldigen. Denn sonst hätten diese sich doch fragen müssen: Wie kom- 
men die Talmudisten dazu, sie, die Vocaheln aus aller Herren Länder 
zusammengerafft, gerade von der syr. Sprache zu sagen, sie sei nicht so 
geringfügig zu betrachten? und falls sie eine schlechte Sprache ist, sollte 
sie darum gut werden, weil die H. S. an drei Stellen sich veranlasst 
sieht, den syr. Wortlaut anzuführen? 



C. Die aram. Dialekte. 87 

disten denselben ein acht aram. Gepräge zu gehen ; und man 
m^rkt es, dass sie ebenso frei und mit Müsse an die Umar- 
beitung derselben gegangen, als man es dem westlichen Ara- 
mäismus ansieht, dass die griech. Vocabeln mit grösster Hast 
ihm aufgedrungen worden sind. 

Der arab. Sprache nicht zu gedenken, welche sie, als Schwe- 
stersprache der aram. und hebr., ganz wie die ihrige behan- 
delten, zeugt auch die Bildung der Verben aus persischen 
oder griechischen Substantiven und umgekehrt die Bildung 
von Substantiven aus Verben von der Freiheit und Gewand- 
heit, mit welcher die Talmudisten fremde Etyma zu ara- 
mäisiren verstanden. So bilden sie aus dem persischen No- 
men OcJ" kid, unser deutsches Kitt, nach Analogie des Ver- 
hum 1)0 verkalken, mit Kalk überziehen, vom Nomen 
TD, das Pael TB, verkitten; ähnlich lautet das Verbum 
D\»: exercitum colligere, vom arab. Nomen ^^a^^exer- 
citus, Tto augurare, vom arab. Nomen ''T ^ avis. Bei 
griech. Wörtern nehmen sie in diesem Falle den unver- 
stärkten Nominalstamm oder lösen den Consonanten des No- 
men auf, um ihn gefügiger für das aram. Verbum zu machen : 
so wird aus xXetc, xXslS-o^ Schlüssel, Stamm yCKih, das 
Hitpael t^jpn (= T^pnN) sich verschliessen, aus yuvpoc 
Gyps wird, nach Auflösung des ^ in tu und a und mit 
Weglassung des letzteren, db} mit Gyx^s überziehen. Tar- 
ticipialformen , die selbst auf dem aram. Boden fremd sind, 
wie das Partie. Fiel, werden fremden Verben angefügt, ganz 
als wären sie ebenfalls heimisch: und man sagt von cris- 
pare, kräuseln, das Haar kämmen, cardare, mit 
Disteln strigeln, ^DUn jpp, VI"] jpp, ebenso von dem arab. J^ 
der geraden Linie nach durchschneiden, nach 
Auflösung des Teschdid rlljpp {für welches wir in unseren Tal- 
muden fehlerhaft lesen DnnD impo). Namentlich iverden arab. 
und persische Nominal- und Verbalstämme als heimische be- 
trachtet und mit Vernachlässigung oder Umwandlung der in 
der Sprache selbst ursprünglichen Vokale verarbeitet : aus pers. 
A^ color, modus, qualitas, wobei das Vav quiescierend 
ist, wird ^l\^, mit consonantem Vav, ^'^yi propter, mit prae- 
fixen 3 und "^ statt \ aus pers. j^ vectigal, und ^li dominus 



28 Einleitung des Herausgebers. 

wird mit Vernachlässigung des ersten und Umwandlung des 
zweiten Vav W3D telonarius, exactor vectigalium. 

Dass man bei dieser Aramäisirung der Fremdwörter mit 
einem geunssen Sprachverständnisse und richtigem Sprach- 
gefühle zu Werke gegangen, ersehen wir aus der öfteren An- 
wendung der seltensten Sprachgesetze. So die Weglassung des 
K-Lautes bei Uebertragung in eine andere Sprache im Beginn 
desWortes, auf welches Gesetz Salamasius(Salam. I,p. 155) auf- 
merksam macht : es wird H J Infus ionsthi er chen, aus gr. 
xva5aXov, nj;^ s cut eil a, aus ar. -^J^^- ^^^ Sprachgesetz, nach 
welchem bei gewissen Formen das pers. n in "] übergeht, findet 
sich in der Sprache des Talmud bei, p^^h^^ plur. rpiD^tJ^* 
hervorbrechende Blasen, (hebr. rA]!2]}2^)vom arab. iSSJ^ 
semper vi eripiens; nj^dü das Warmhalten der Speise 
in Kalk, vom pers. bJiJü fervens, calx viva (das n ist 
in p übergegangen, um es nicht mit undageschirtem d zu 
verwechseln), und als gäbe es eine solche Form mit n am Ende, 
findet sich im Talmudischen das Wort 'p.'npz aus dem 
pers. juu tectum, stratum. 

Da der Talmud, im engeren Sinne des Wortes die Ge- 
mara, an die Mischna anknüpft, deren Grundsprache das 
Hebräische ist mit schwach aramäischer Färbung, so kann es 
uns nicht wundern, wenn der im biblischen Kanon hebräisirte 
östliche Aramäismus hier ein noch schärferes hebr. Gepräge 
annimmt, zu welchem vorzüglich die Participialbildung mit 
praeformativem D gehört. Dabei aber fehlt es auch nicht an 
uraramäischen Forrnen, wie sie im Syrischen erhalten sind, zu 
welchen wiederum die Futurbildung der 3. Pers. mit J gehört. 
D^naj^ p"'DDi ynv. (Horioth 12 b) statt yn.";, x^ntc^ (p'^H'') ^i^n^J statt 
■•^n^, und die Weglassung des prosthetischen n von gewissen 
Stämmen (K^J statt b^Jn, nn statt ihn). Weiter ist durch Um- 
wandlung des } in das mehr flüssige b die Futurbtldung mit 
h statt mit "^ entstanden, und sie sagten •i'^.p^, iVP^'^j ''1^^ 
statt np.";, lyptJj^ ^li% eine Futurbildung, die im bibt. Ara- 
mäismus (]in^, \\r}b statt Nin;., ]in.v sich ebenfalls findet. 

Mit geringer Ausnahme, nicht wie etwa die Hierosolymiten, 
vermeiden die babyl. Talmudisten möglichst die Elisionen und die 
apocopirten Formen und suchen in der Aussprache der harten 



C. Die aram. Dialekt. 29 

und weichen Laute vorzüglich in der phonetischen Distinction 
der Hochlaute praegnant zu sein, um nicht die Klarheit des 
Gedankens und Deutlichkeit des Wortes zu beeinträchtigen, 
denn sie gehen von dem Grundsatze aus, es hänge mit der 
Vernachlässigung der Sprache auch die Störung im Ge- 
dankengange zusammen. Bei den Galiläern, sagen sie, habe 
sich die Wissenschaft nicht fortgepflanzt, weil diese nicht genau 
in ihrer Aussprache waren ; und die Syrier dürfen sich nicht 
beleidigt fühlen, wenn, wie wir oben gezeigt, die babylonischen 
Talmudisten sie in ihrer Sprache etwas tadeln, da sie einen 
solchen Tadel sogar gegen die Sprache Jerusalems nicht 
scheueten. (Vgl. Talmud. Nadarim 66 b, wo sie einige LäcJier- 
lichkeiten des hierosolym. Dialektes zum Besten geben.) 

(III. Der hierosolymitische Dialekt.) Der hieros. 
Dialekt steht aufhebr. Boden und ist daselbst durch Einfluss des 
Hellenismus das geworden, was durch denselben Einfluss die 
syrische Sprache auf aramäischem Sprachboden geworden ist; 
weshalb sich dieser Dialekt mehr zu der syr. als zur babyl.- 
talm. Sprache hinneigt. ') Der Aramäismus in demselben ist, 
tüie im Syrischen, der ältere, sowie auch die Graecismen bei 
ihm nur eine geringe phonetische Aenderung erfahren, wäh- 
rend die persischen Vokabeln in Beiden sehr selten sind. 
Er liebt es sogar ganz griechisch zu sprechen, wie in jener 
Stelle (Bosch hasch, cap. I) didi:n didu DN^ij^D:! nid d. i. 
Tcpb ßaöiXsMC (= ßaciXel) v6(jlo^ a'ypa90C, und der zumeist 
in diesem Dial, in Baiästina abgefasste Midrasch ist gar 
nicht darum verlegen, aus dem hebr. iiKj, was Lamm bedeutet, 
dojS Bron. du oder den accus, dich herauszubringen, weil es 
an das griech. as anklingt. '^) 



') Des Targum's auf die Bücher der Chronik gar nicht zu gedenken, 
welches ursprünglich nur in syr. Spr. ahgefasst war, aus der es später erst 
ins Chaldäische übertragen wurde. Ausser diesem neigen sämmtliche in Pa- 
lästina abgefassten Targumim sich mehr zum syr. oder westaramäischen als 
zumbabyl. östlichen Dialekte hin. Auch der älteste Midrasch, diePesikta des 
Rab. Cahana und alle sich ihm anschliessenden Midraschim sind Sprach- 
produkte des westlichen Aramäismus^ mit dem Unterschiede nur, dass er 
mehr mit Hebraismen versetzt ist. In diesem palästinischen Dialekte wa- 
ren auch die Apocryphen und die Bücher des Josephus de bello abgefasst. 

*) Pesikta de Rab. Cahana ÄL. Ebenso bedeutet das hebr. jn , siehe, 
wenn es erforderlich ist, eins, weil es an das griech. ^v anklingt. Die 



30 Einleitung des Herausgebers. 

Erwägen wir weiter, dass, trotz der politischen Spaltung, 
Jerusalem doch immer die Metropole des Beiches war, wo die 
entarteten Jargons Samaria's und Galiläd's einen Ablagerungs- 
ort fanden, und wir werden die Schwierigheit erkennen, mit 
welcher die Grammatik hier zu kämpfen hat, wenn sie es ver- 
suchen wollte, den hieros. Dialekt unter feststehende Para- 
graphen zu bringen. 

Namentlich vorherrschend finden wir in demselben die Eli- 
sion und die Apocope: ~iO, "jJ, Nn, ^"i'in statt ~iDN er sagte, 
IJN wir, NriN komme und I^^hn der Andere, sind da die 
Üblichen Formen. Ebenso sagt man nj^^ apocopirt st. njn n^^ 
soll ich nicht? ni plur. im] und ich, und ihr, statt 
nNi, i=inNi ; nj^n Ohr st. njh^n {hebr. i:n) n^n st. ninn {hebr. nnn 
unten); ir\:b Tvh piDJ .T'npj er nahm ihn und brachte 
ihn heraus (Baba mezia) st. n''r)2D: von Verb 3DJ (eine 
im Samaritanischen heimische Apocope). Auch in der Aus- 
sprache der Vokale nahmen die Hierosolymitaner es nicht 
ganz genau und sprachen ?]=!N fyir hebr. ^i< auch, i^:!i Sohn 
für 12. Weiter zählt der babyl. Talmud (Nedasim 66) 
mehrere Worte auf, welche ganz und gar verschieden vom Aram, 
und vom Hebr. lauten: z. B. iW^ für N23 Thür , "iDiD für 

TT' T ■' T ' 

-!:iN Lohn, vritjr Licht für w^ui3. 

— : ' • T : ' 

{IV. Der Samaritanische Dialekt.) Wie die Be- 
völkerung aus zurückgebliebenen Ephraimiten und dahin ver- 
pflanzten Aramäern bestand, so ist auch die Sprache dieses 
Distrikts ein Gemisch von Hebräisch und Aramäisch , mit 
dem Unterschiede nur, dass in Babylon das Hebräische ara- 
mäisirt und in Baiästina das Aramäische hebräisirt, d. h. 
beide Sprachen ihrer Aussprache und ihrer Form nach assi- 
rdüirt wurden, während in Samaria das Hebräische oft ara- 
mäisch ausgesprochen und das Aramäische der hebr. Gram- 
matik ganz unterworfen wurde. So lautet daselbst das hebr. 
ann^ ^^l'!^^ ^^^ ^ ^^^^^ ^ ^a*^^ aramäisch. Ebenso ist es ihnen 
gleichviel, den Accusativ durch das hebr, HN oder durch das 
aram. n^ zu bezeichnen. 






Prohibitivpartikel jat] findet sich hehr, in der Praep. JO des Wortes T|\"1ND 
(Tanchuma Exod. 22, 24). mD2 p^N Weide des Weinens, Trauer- 
weide, wird im Beresch. rabba (LXXXl) als anderes Weinen gedeutet 
mit Bezugnahme auf das gr. aXXo. 



C. Die aram. Dialekte. 31 

Dieser Nichtachtung des phonetischen Charakters der 
Buchstaben ist die Willkürlichkeit zuzuschreiben, mit welcher die 
Samaritaner in dem Gebrauche des v verfahren, das sie bald 
für n (^oy^, )ib^, r\)i\st.bün, v ollführen, n^p coluit, nnj 
descendit) bald für p gebrauchen, im Verb pDlfif st. hebr. V'QP- 

(F. Der Galiläische Dialekt.) Wie wir im An- 
fange unserer „Einleitung" nachgewiesen, ist als Stammsitz 
der aram. Sprache der Nordosten Falästina's zu betrachten, von 
wo aus sie sich über ganz Palästina und ganz Vorderasien 
verbreitete. Als sie späterhin in Palästina der hebr. Spr. weichen 
musste und ihre eigentliche Pflegestätte nach den Euphrath- 
ländern verlegte, blieb das im äusserten Norden Palästina' s 
gelegene Galiläa als sprachlicher Trümmerhaufen zurück, an 
welchem der innere Ausbau fehlte und der von Aussen schwer 
zugänglich ist. Auch der Lebensunterhalt des Volkes, der Fisch- 
fang und die Anfertigung von Netzen, wie auch der Ver- 
kehr desselben mit den angrenzenden heidnischen Völkern 
(ToCkCkOLioL TMV s'Svov, Matth. 4, 15) waren wenig dazu an- 
gethan, eine Veredlung des Dialektes zu bewerkstelligen, wel- 
cher im Laufe der Zeit zum Jargon herabsank, von dem 
die Talmudisten viel Spasshaftes zum Besten zu geben 
wissen. 

Ein galüäischer Trödler geht herum ausrufend: "|nd^ "idn 
"jND^ idn! hat jemand *mar zum Verkaufe? „Einfäl- 
tiger Galiläer"! sagen die Leute zu ihm, „suchst du zum Kaufe 
*mar zum Reiten, 'mar zum Trinken, 'mar zum Bekleiden 
oder 'mar zum Zudecken?" Denn er hat den Hochlaut vor 
dem ID derart undeutlich ausgesprochen, dass man nicht er- 
kennen konnte, ob er "ibn Esel (zum Reiten), ~iDn Wein 
(zum Trinken), nöj; Wolle (zum Bekleiden), oder "idn 
Schaf Schossfell (zum Zudecken) sucht. Eine galil. Frau 
ladet ihre Freundin zu einem Mahle von Milch ein, mit der 
Höflichkeitsformel: „Mag ein Löwe dich fressen". Sie wollte 
nämlich sagen Nni^n T^'d^h ^nh; (Imper. v. npn) „komm ich 
will mit Milch dich speisen", verschluckt aber die 
Laute und spricht so in einander, dass es lautet H'^ib i^i'Din. ') 

') Weiter zeichnen die Talmudisten an der galiläischen Sprach-Car- 
ricatur: N^£)n ^lO '^12 H^^ n^DK N:^n"l H^Dp^ N^HNl NriHN «MH 



32 Einleitung des Herausgebers. 

So viel nun in dieser und anderen Schilderungen des gali- 
latschen Dialektes auf Kosten des Wittes und des Spottes von 



^^y1D •'DQ N^ n'ih'v i? )^'i^ IDT min i-iDi p -jia::n "b mn 

nynNN, Hier wäre es ihnen bald gelungen, die Züge des Witzes an jener 
Sprach-Carricaiur so fein aufzutragen, dass sie dem Auge kaum mehr 
sichtbar geblieben wären. Denn sie haben den Fall, auf welchen die An- 
zeige der Galiläerin Bezug hat, verschwiegen, die Construirung desselben 
dem Scharfsinne des Lesers überlassend, ohne dass jedoch, meines Wis- 
sens, die Commentatoren bis allher ihn herausgefunden hätten. Der Fall 
fvar, nach dem Inhalte der Anzeige zu schliessen, etwa folgender: 

Ein Galiläer sucht es sich bequem zu machen, indem er einen Tisch, 
den er nach einem anderen Locale zu befördern hat, statt ihn über die 
Treppen aus den oberen Stockwerken herunterzutragen, an einem Seile 
durch das Fenster herunterlässt, derart jedoch , dass die Füsse des Ti- 
sches nicht ganz an den Boden kommen, damit sie nicht etwa durch Än- 
stossen oder Schmutz leiden sollen. Während er aber den Tisch her- 
unterlässt und bevor er noch über die Treppe heruntergelangt , um ihn 
weiter zu befördern, geht ein Unbekannter hier vorüber, sieht den Tisch 
hängen, bindet ihn vom Seile los und trägt ihn fort. Da die Galiläer 
als einfältige Menschen verlacht wurden, sucht der Mann selbst dem 
Spotte zu entgehen und beauftragt seine nicht viel klügere Gattin mit der 
Diebstahlsanzeige. Diese ist nun ihrem Wortlaute nach im Talmud hier 
gegeben und heisst: 

„Herr! Ein gefügiges Spiel des Leichtsinns warst du mir und es 
„stahl dich weg ein Haeretiker , und es war so, dass, als man dich 
y,auf ihm wegbeförderte, deine Füsse kaum bis an die Erde reichten." 

Das folgsame Weib hatte aber den Auftrag pünktlich ausgeführt, 
hat kein Wort zu viel und kein Wort weniger gesagt, als es vom klugen 
Gatten ihr in den Mund gelegt worden war; nur sprach sie im galiläi- 
schen Dialekte und ist in der Satz- und Wortfolge etwas aus dem Con- 
cepte gerat hen. 

Der Gatte hatte ihr natürlich gesagt: „du musst den Richter als "^yp 
ansprechen". Was soll ein galiläisches Weib aber vom Griechischen wissen, 
dass Kupio? daselbst If err bedeutet? Sie hält es daher vom Anstände gebo- 
ten, den Richter überdies noch mit '^'^^ mein Herr, anzusprechen. Aber 
auch das 'lip spricht sie nicht mit p sondern mit D aus, ftlpioz (o, ov> 
tractabilis, mansuetus, cicur. Kurz und wahrheitsgetreu beginnt 
nun die Diebstahlsanzeige : nj;"]J<J< H^yiD ^^12 N'? "IDI 'b.J) ''in ^<^3J^ 
•^•U'y "^^ nn:!^' nin mi ^N;|P HUJ:;'! der Tisch war hängend der- 
art, dass seine Füsse noch nicht den Boden berührten, und man stahl 
ihnuns weg, (nun die Schlussformel) : und bei diesem Sachverhalte 
schickt man an dich dieserwegen (geschieht die Diebstahlsanzeige bei 
dir). Aus K73LD macht sie aber durch Verwechslung 15 und 2 in H und 
S, K/Sn (Scherz, leichtsinniges Spiel), und da sie die Worte 



C. Die aram. Dialekte. 33 

den Taldmiidisten gesagt sein mag (vgl. auch 3Iafth. 26, 73, 
Marcus 14, 10.), so ist doch daraus zu ersehen, dass er mehr 
ein Zurückhleihen in der Ausbildung als ein Ausarten der 
Sprache ist. Denn wir finden in ihm nur altar am. Wörter, 
frei von Fremdivörtern und frei von dem ihm so nahe ste- 
henden hehr. Dialekte. Auch der Mangel an einer phoneti- 
schen Distinktion der verwandten Laute, sowie die Unsicher- 
heit in dem Gehrauche der Vokale und das Verschlucken 
der HoMchlaute zeugen von einem sehr p>ri'n^itiven Zustande 
der Sprache, die in ihren ersten Stadien nur auf voUklin- 
gende Consonanten berechnet ist. 

^^n ^n nicht genau trennt, lauten sie 7vie 'h H^ln. l>as mappikirtr 
n von nl^j.n n>ie auch da.s- von rT'yiD spricht .fie wie "^ aus; also "j-U^^I, 
während sie das unconsonantische ^X von ^NJD iveglässt und das Chirek 
dehnt: pD "^^^jJl- Schon ist sie aber dabei, die Schlussformel 1"iD1 
1D1 r\)^^ vorzutragen, als sie sich auf den Erklärungssatz ^\^t2 IDl 
nyiN?< rr^yO besinnt, den sie, um von den Horten des Mandates 
kern einziges fehlen zu lassen, in die Schlussfoi^mel einschiebt, die nun, 
(nach Verwechslung des n mit "j; lautet: "»t^O N^ '•1^''^ Tf^ m^ 121 

(Die Erklärung Raschids, dem alle Commentatoren und Sprachfor- 
scher folgen, ist schon aus dem Grunde unhaltbar, weil X^DH in der 
Bedeutung IDp Balken, 11p für Jemanden aufhängen , in der 
ganzen talm. Literatur nicht weiter vorkommen; weil das H bei n"*)!! 
übrig ist und weil endlich kein grosser Witz dazu gehört, einem Weibe 
eine uncorrecte Sprache und den Gebrauch eines weniger pussenden Bei- 
spieles in den Mund zu legen, ivenn nicht andere Umstände mit im 
Spiele sind. Was iibrigens das "> im Worte ]^ID betrifft, das nach der 
Erklärung Baschi's ganz übrig erscheint, möchte auch ich zur Weg- 
lassung desselben mich gerne verstehen, jedoch nicht mit diesem |D lesen, 
als Praep. von, .sondern als Pronomen impers. Vd jemand: und je- 
mand hat dich gestohlen |Q I^JJll. da sie doch nicht weiss,, 
wer der Dieb war. 



Wiaer, chald. Oramm. 



Erster Haupttheil. 

Elementarlehre 

oder 
Von den Lesezeichen und ihrem Gebrauche. 

§ 1. 

Von den Consonanten. 

Das Chaldäische wird mit denselben Consonanten ge- 
schrieben, welche im Hebräischen üblich sind, und soweit wir 
die Geschichte des ersteren verfolgen können, ist es auch 
niemals durch eine wesentlich andere Schriftart ausgedrückt 
worden, vielmehr haben die Paläographen lange die Ansicht 
festgehalten, dass die Qtiadrafsehnft , welche wir jetzt vor- 
zugsweise Iwhräiscli nennen, ursprüngHch Eigen thum der Chal- 
däer (Babylonier) gewesen und erst nach dem babylonischen 
Exil statt der althebräischen Schrift von den Juden aufge- 
nommen worden sei. Lässt sich dies nun auch nicht genug 
erweisen, so kann doch an dem aramäischen Ursprünge des 
hebräisch- chaldäischen Schriftcharakters im Gegensatz gegen 
das althebräische (sogen, samaritanische) Alphabet nicht ge- 
zweifelt werden. 

Ausführlich ist die ältere Ansieht vertheidigt worden in 
G e s e n i u s Geschichte der hebr. Sprache und Schrift (Leipzig, 
1815, 8.) S, 140 ff. Wankend gemacht wurde sie schon durch 
Kopp, vollständiger bestritten von Hupfeld in den Stu- 
dien und Kritiken 1830, 2. Heft und im WesentHchen stimmt 
mit diesem Hävernik Einleit. S. 288 ff. iiberein. Es soll 



35 

nämlich die jetzige hebr. Schrift von den benachbarten Syrertt 
zu den Juden gelangt und durch diese kalligraphisch gestaltet 
worden sein. Ihr nächstes Vorbild wäre in der palm yreni sehen 
Schrift zu suchen. Indess sind freilich nicht alle Argumente 
die H. aufstellte, von gleicher oder überh. von wahrer Beweis- 
kraft, s. m. bibl. Rw., II, 497 f. Und wenn auch die Quadrat- 
schrift, wie sie in den Codd. vorliegt, nicht über das 3. Jahr- 
hundert nach Chr. hinaufreicht, so kann doch der aramäische 
Schriftcharakter, den sie darstellt, bereits im babylonischen 
Exil den Juden bekannt geworden und dann von ihnen ge- 
braucht worden sein, wie denn ein früheres Vorhandensein 
aramäischer Schriftzüge die Charaktere auf den aramäisch- 
ägyptischen Monumenten beweisen (s. sogleich, vgl. Gesenius 
monum. phoenic. I, 78), s. auch Ewald krit. Grammat. der 
hebr. Spr. 11 f. 

Dass die Quadratschrift, wie sie jetzt in den hebräischen 
und chaldäischen Handschriften und Drucken erscheint, erst 
im Laufe der Zeit und allmählig diese bestimmte Gestalt ge- 
wonnen habe, lässt sich theils schon vermuthen , theils lehrt 
es auch ein Blick in die älteren Handschriften und vorzüglich 
auf die Palmy renisclien Tind noch älteren ägj^tisch-aramäischen 
Denkmäler. Unter den Ruinen der syrischen Stadt Palmyra 
oder Thadmor hat man nämlich mehrere Inschriften entdeckt, 
von denen die älteste aus dem J. 49 n. Chr. herrührt (s. d. 
Abbildung in Wood Ruins of Palmyra. Lond. 1753 und den 
Nachstich bei Tychscn Element, syr. vgl. Kopp Bilder und 
Schriften II, 245 ff.). Die darauf befindlichen Charaktere 
stimmen in den Grundzügen ofTenbar mit den Quadratfiguren 
überein. unterscheiden sich aber von den jetzigen hebräischen 
Buchstaben durch die rohere und weniger gut in die Augen 
fallende Form, und führen so den Beweis, dass unser gegen- 
wärtiges Quadratalphabet hauptsächlijh durch kalligraphische 
Bestrebungen diesen feststehenden Charakter erhalten hat. Theil- 
weise noch näher dem Quadratalphabet stehen die Schriftcha- 
raktere, welche man, weil sie sich auf aus Aegj'pten stammen- 
den Denkmälern vorfinden, ägyptisch- aramäische Schrift ge- 
nannt hat, vgl. Gesenius monumenta phoenic. I, Ö9 sqq., 
namentlich schliessen sich die Schriftzeichen tab. 4, col. 3 bei Ge- 
senius in einzelnen Buchstaben, wie 2 *; D "i , an den Quadrat- 

;r 



36 



Charakter an. (In wiefern die aramäische Schrift in ihrer 
ältesten Gestalt auf das AltphÖnizische zurückgeht und somit 
zuletzt demselben Stamme entsprossen ist, wie die althebräi- 
sche, darüber s. Gesen. Monum. phoenic. I, 64.) 



Die auf uns gekommene aramäische Literatur, die nicht 
über die Tage Nehucadnesar'' s surüchreicht , kennt nur die 
Quadratschrift {D^Mü 2ro), welche nach dem Zeugnisse des 
Talmud Eigenthum der Assyrier ist, von welchen sie erst die 
Israeliten, die früher die samaritanische Schrift hatten, entlehnt 
haben..'^) Dagegen weisen neuere Forschungen auf den akka- 
discli' und hahylonisch-assyrischen Denkmälern, ja auch auf 
den sogenannten Syllabaren, welche noch kurz vor Nebucad- 
nezar vom assyrischen Könige Assurbarnibal zur Anlegung 
eines Archives gesammelt sein sollen, eine andere Schrift und 
zwar die Keilschrift auf. Da aber die Syllahare und Denk- 
mäler in einem andern , dem turanischen Sprachstamme an- 
gehörigen Dialekte ahgefasst waren, so ist einer zweifachen 
Annahme Raum gegeben, der nämlich, es seien beide Schrift- 
zeichen gleichzeitig im Gebrauche gestanden, die Keilschrift 

') „Warum heissi die Schrift assyriseh (n''''1WN)?" fragen die Tal- 
mudisten (Sanhedr. 21b) ^Iti^XC DnCy "l^yC^, weil sie (die Buch- 
staben) mit ihnen {den Israeliten) aus Assyrien heraufgekom- 
men sind. Des Origenes und Hieron. nicht zu gedenken, welche ihren ganz 
gleichlaiä enden Bericht dem Talmud efitnommen haben , findet sich auch 
bei einigen von der rabbinischen Traditio?i ganz unabhängigen Schriftstel- 
lern der Name daa^pia und )(^aX8aixa YpafXfjiaTa (Athen. ÄH.,4ö9, 529). Das 
bedenkliche Fragezeichen , welches Gesen. (Gesch. d. h. Spr. S. 43) hier 
macht, ob darunter unsere Quadratschrift zu verstehen sei, kann in dieser 
unserer Annahme uns nicht einschüchtern, nachdem wir dargethan, es sei die 
von den Jüdischen Exulanten cultivirte aram. Sprache, die an dem assyr-. 
babyl. Hofe herrschende gewesen , da mit eben derselben VerlässUchkeit 
angenommen werden kann, es haben die aaaupta und xaXSaixa ypafJ^M-«^« 
nur der aram. Sprache gedient, als es gegen alle Wahrscheinlichkeit 
wäre, anzunehmen, man habe sich zur Inschrift am Grabe des Königs 
(wo diese ypafxfxaxa sich vorfanden) einer anderen Sprache bedient, als 
d£i' am Hofe üblichen. 



37 

für den turamschen Volksdialekt und die Quadratschrift für 
das am Hofe herrschende Aramäische, oder aber, es hohe die 
geläufigere Quadratschrift die schiverfällige rohe Keilschrift 
verdrängt, ja sie sei nur eine kalligraphische Ausbildung der- 
selben. 

Minder mveifelhaft kann es erscheinen, welches die Schrift 
des ersten, vormosaischen Aramäismus tvar , wenn wir die 
engen staatlichen und cidtuellen Beziehungen in Betracht 
bringen , in ivelchen die k^naanitischen Phon 'zier mit den 
ersten Aramäern standen, und -wenn wir uns einmal fü/r 
eine Meinung entscheiden, die, so viel auch dafür und da- 
gegen geschrieben wurde, dock immer zu Gunsten der Phöni- 
zier spricht, diese als Erfinder der Schrift anzuerkennen. Auf 
die Gefahr hin, bereits Gesagtes zu wiederholen — denn wer 
könnte heute, bei dem Uebermasse des bereits Geschriebenen, 
noch mit Vertrauen sich sagen, seine Meinung sei eine neue ?) 
— wage ich nachstehendes Argument: 

Bei allen grösseren oder kleineren Abweichungen, welche 
zwischen dem hehr, und den ihm ähnlichen, nach demselben 
Systeme erbauten Alphabeten bestehen, haben die einzelnen 
Elemente desselben im Zahlensystem stets ein und denselben 
Werth behalten. Die Griechen beispielsweise haben na^h 
Hinzukommen der Buchstaben Y, i>, tvohl das Bau (Bigamma, 
tat F) , 2avTt und Ko:r7ca, ivelche den Buchstaben \ a utui 
p gleichkamen, aus dem neueren und junger ev, Alpha- 
bete gestrichen, sie aber nichtsdestoweniger als Zahlzeichen 
(irJ^Gr^iioL, daher sziar^jj-cv Bau, £Tctaif][j.ov 2avTt und sTttaTjpiov 
RoTCTca. Vgl. Berod 1, 1S9) in demselben Werthe beibehalten, wel- 
chen die frühere Ordnung ihnen gab. Eine noch wesentlich er ^ 
Umgestaltunq durch Umsetzung der einzelnen Elemente und 
jjhonetische Ei Weiterung einiger derselben giebt sich bei dtfu 
Alphabete dtr Araber kund, ohne däss jedoch der Buch- 
stabe den Zahlenwerth seiner früheren Stellung verlöre und 
der mit phoneiischen Zeichen hinzugefügte Buchstabe im Zah- 
lensysteme einen anderen Werth in den Hunderten hätte, als 
jenen, welchen derselbe ohne phonetische Zeichen im ursprüng- 
lichen Alphabete neben den Grundzahlen einnimmt. Es ha- 
ben die Buchstaben », ^, yj**, J:>, trotz ihrtr Stdlung. 
die sie im arab. Alphabete als 3., 10., 1^. ufid lö. BucH- 



38 

Stabe einnehmen , den Zahlenwerth nieht geändert, den sie 
ihrer Ordnimg gemäss im hehr. Alplmbetc einnahmen, wäh- 
rend die 7mt diacritisehem Funkte versehenen Buehstdben, 
wie etwa die später hinzugekommenen Finalhiichstahen im 
Hehräischen, nur die Hunderte beseiehnen. 

Nebst dem Beweise, der wie bekannt, in diesem Umstände 
für die Friorität des hebräischen resp. alten phUnisischen 
Alphabetes spricht, lässt sich darin das Argument finden, dass 
jene Völker, bei welchen diese Umstellung des Alphabetes 
vorgegangen, dasselbe Alphabet iir sprünglich nur als 
Zahl ens eichen übernommen haben, und z%var von ein- 
und demselben Volke, mit dem sie alle durch Zahlen auf 
mercantilischem Boden in Verbindung standen. Da aber die 
Fhönisier die einzigen sind, welche in solch einem ausgedehn- 
ten Handelsverkehre mit sämmtlichen Völkern des Alterthums 
standen , müssen wir füglich auch sie als die Erfinder un- 
seres Zahlen- und Alphabeten-Systemes anerkennen, 'j 

Eine andere Frage aber ist es, die uns hier beschäftigt, 
die nämlieh, tme es wohl kommen mag, dass die Hebräer, 
die ihre Sprache im neu-aramäischen Dialekte von den Fhö- 
niziern angenommen, nicht zugleich die alphabetischen Zei- 
chen von ihnen mit übernommen haben (da tvir doch wissen, 
dass sie vor der exilischen Zeit das samarit. Alphabet, nachher 
cd)er erst die assyrische Quadratschrift cds Schriftzeichen ge- 
bratichten),"^) und warum tvir in dem jüd. Schriftthume gar 
keine Andeutung von jenen phönizischen Schriftzeichen finden ? 



') Schon zur Zeit der Richter hat das von den Phöniziern be7vohnte 
Canaan eine Stadt "^SD H'^'^p, was etwa Bibliopolis bedeutet, und zur 
Genüge von dein Aufschwünge zeugt, den damals schon der Gebrauch 
der Schrift bei jenem Volke erreicht hatte. 

■-') Cappellus hat fCrit. sacra T. I [,) die Parallels teilen gesammelt, 
wo im bibl. Kanon Varianten in der Leseart bestehen, die in Folge einer 
Aehnlichkeit der Buchstaben entstanden sind, und Gesen. (Gesch d. h. Spr. 
S 15Sj hat darauf bereits aufmerksam gemacht, dass die U eberzahl 
dieser Varianten aus der Aehnlichkeit der Buchstaben im Alphabete der 
Quadratschrift herrühre. Dieses nur möchten wir zu dieser Bemerkmig 
hinzufügen, dass jene Ueberzahl sich in den nachexilischen Schriften, na- 
mentlich in den Büchern der Chronik nachweisen lässt, wo hingegen in 
dem vorexilischen Schriftthume die Aehnlichkeit aus dem phönizischevt 
Alphabete imd im Pentateuch selbst durchgängig nur aus der samaritani- 



39 

Bei der Allgemeinheit, mit tvelcher der h^naanitisch-xyhöni zi- 
sche heidnische Oulkis alle Beziehungen des Lehens umspannte, 
und hei dem eifrigen, unahlüssigen Strehen der mosaischen 
Gesetzgehung andererseits, das israelii. Volk von diesem heid- 
nischen Culttis und Allem, ivas daran streift, fern zu lialten, ist 
es ynehr als tvahrscheinlich , dass man auch an den Schrift- 
zeichen Anstoss nahm, die sich in grösserer oder geringerer An- 
zahl in den Götzennamen auf Bälden, namentlich auf Stand- 
säiden (mziiD) fanden. Bekennen tvir uns zu dieser Annahme, so 
hohen wir auch die zweite Frage gelöst, die nämlich, warum 
tvir im jüd. Schriftthume gar keine Andeutung üher jene 
phönizischc Schrift finden. Wir finden sie nämlich im Tal- 
mud (Sanhedr. f. 21 1)) angedeutet unter dem Namen hnjd"'^ 2nD 
eingehrannte Schrift,^) weil in der frühesten Periode, 



sehen Schrift sich erklären lüsst. Mit dem Ergebnisse dieser Bemerkung 
stimmt auch die talmudische Tradition überein, welche lautet (Sanhedr. 21b) 
,, Vo7i Anbeginn war den Israeliten das Gesetz gegeben in hebräischer 
„fsamar.J Schiift und in der heiligen (hebr.) Sprache, sjjüterhin wurde 
„es zu den Tagen Esra's ihnen abermals gegeben in assyrischer Schrift 
„und in aramäischer Sprache. Sie aber wählten für sich die assyrische 
,.Schrift und die heilige Spj'ache, überlassend den Idioten (Samarilanern) 
„die hebr. Schrift und die ara?n. Sprache." 

Diese Quelle ist es also, nach welcher Hicronymus (Prolog galuet. 
ad üb Rcgum Opp. T. IV., p. 7) schreibt: „Ccrtum est, Esram Scribam 
„Icgisque doctorem post captam Hicrosolymam et reslavrationem templi 
,,sub Zorobobcl alias literas reperisse, quibus nunc utimur, cum ad illud 
usque tempus iidem Samaritanorum et Hebraeorum fuerunt charactei'es'- . 

*) Landau und nach ihm die meisten Erklärer suchen das Wort vom 
hebr. TllZJ Ziegel, herzuleiten, um darin eine Schrift zu erkennen' 
welche etwa wie die Ziegelsteine im Baue geradlinig fortlaufen, wie es bei der 
Quadralschrift zumeist der Fall ist, Haben aber jene Gelehrte übersehen 
oder 7v oll ten sie es übersehen, dass n]3^ ohne \ das nM^12^^ aber 
mit quiescirenden "^ geschrieben i.<>t? Fürst sucht (Zehrg, S. 24) sich zu 
helfen und schreibt es ohne ■• , nicht auf Hj^/. sondern auf r\j27,, was 
Puppet bedeutet, es zurückführend: „scriplura poputea, als pappelartige, 
hervorstarrende , zackig zulaufende Schrift."- (^'lücklicherfveise aber hat 
die Schreibari mit "^ in allen Talmud- Ausgaben sich erhalten, und dies 
mit vollem Rechte. Denn es soll die Piel-Form darin festgehalten sein, um 
dasselbe auf das talm udische [2.^ albare, deal bare, canden s ignitu m 
rcddere, zurückzuführen, wie dieser hohe Wärmegrad erforderlich ist 
beim Ziegelbrenncn oder beim Einbrennen gewisser Schriftzüge in Lehm. 
(Bessere Talmud- Ausgaben haben sogar mNJ12v, mit ' und 1, was inso- 



40 

wie dies hei den Egyptern und noch kurz vor der Zeit Ne- 
blicadnezars in Assi/ritm (fcschah, neben anderen Materialien 
ijorziußiich Thon (/ebraueht ivurde, in welchen man die Hchrift- 
zeieheu eingrub und dann durch Brennen im Feuer /itr 
die Dauer erhärten Hess. IJieserwegen wird daselbst 
auch die nN:i2^^ 2nD als identisch erklärt mit der ^"3y dhd, 
mit der Schrift aus der ersten vormosaischen Periode 
des Judenthums , ivo dem K'naaniterthume noch nicht mit 
solcher Entschiedenheit entgegengearbeitet wurde. 

Als Sehriftzeiclien , welche den typischen Charakter des 
phönisischen Alphabetes noch am treuesten beibehalten , sind 
die samaritanischen allein zu nennen, so wie es auch die samu- 
ritanische Sprache ist, tvelche die von ihr beibehaltinen Sprach- 
demente in ihrer urwüchsigen Derbheit und Ungesehliffen- 
heit aufbetvahrt hat. Abgesehen nun davon, dass für die 
älteste Zeit des nördlichen Aramäismus keine anderen Schrift- 
zeichen nachgewiesen tverden können, als jene der Phönizier, 
spricht auch dieses Beibehalten der alten Sprach- und Schrift- 
typen bei den Samaritanern dafür, dass das erste Aramäisch 
in phönizischer Schrift verzeichnet wurde. 

Mit Ausnahme der Schrift, die es selbst viele Male ge- 
wechselt, hat, ivie das Samaritanische, auch das Syrische den 
aramäischen Sprachtypus in seiner Urwüchsigkeit beibehalten. 
Denn zur Zeit, als die syrische Sprache sich zu einem eige- 
nen DialeMe zu constitmren begann^ hatte sie es schon mit 
einem neuen Geiste zu thun, mit dem des seleucidischen Hel- 
lenismus, und als sie schon ihre Selbstständigkeit feierte in 
einem der christlichen Kirche geweiheten Schriftthume, musste 
sie bereits auf alle phonetischen und alle linguistischen Grübe- 
leien verzichten, um sich völlig und ungestört nur dem Ge- 
danken hinzugeben , den ihr bald in griechischen, bald in 
talmudischen Sprachconglommeraten die Evangelisten zuführ- 
ten. Die hebr. Sprache allein ivar es, die innerhalb ihres Geistes 
sich fortbildete bis zur masoretischen Zeit, wo sie ztim phoneti- 
schen Abschlüsse kommt durch eine Distinction der Buchstetben 



fem richtiger ist, ah hierdurch zugleich die Participial- Form y\li7, fcft- 
gestellt ist, jveshalh ?vir tveder HNJb^ noch riNjil^^., sondern nNM37, 
das 2 mit Schurek und Dagesch-chazak, auszusprechen haben.) 



41 

n, D, D, 1, :t, :r. ') Der Zeit seiner Entstehung und dem Boden 
nach, auf welchem er entstanden, mässte dieser neue Lauten- 
amvuchs hei einer Untersuchung der Lautgesetze des alten 
Aramäismus gar nicht hcr'ücl'sichtigt tverden. Allein, soweit 
wir eine aramäische Literatur hesitzen, war sie der Censur 
der Masoreten untenvorfen , die iviederum nicht Gesetzgeber 
der Sprache, sondern Lehrer der bestehenden Sprachge- 
setze waren, und es muss Sache der Sprachforschung sein, 
namentlich ivenn sie sich einmal für die Priorität der aram. 
Sprache entschieden, diese Gesetze ihrer Entstehung naeh 
auf heimischem Boden zu untersuchen. 

Denn edlem Anscheine nach galt beispielsweise das n in sei- 
ner ursprünglichen Tonhedeutung, tvie imr uns diese bei den al- 
ten Aramäern zu denken haben, durchaus nicht als Dental, wie 
wir ihn in unserer Leseart zu nehmen gewohnt sind, son- 
dern vielmehr als Sibilant, oder richtiger als Mischlaut von 
Dental und Sibilant zugleich. Wie konnte es denn sonst 
kommen, class in dem jüngeren hebr. Dialekte das aram. n stets 
in ein ^ oder einen anderen sibilirenden Laut überging und 
dass ivir (mit Ausnahfne des einzigen Verbs nyn, nyw^ kei- 
nen ziveitcn Stamm finden, in welchem das n mit einem ü 
'Wechselt ? Das Dagesch lene macht ihn erst zum ent- 
schiedenen Dentallaut; und dass die Masm'cten diese 
phonetische Distinction zwischen dem dageschirten und nicht- 

V Neben dem Kuschoi, einem Punkte über den Buchstabeu ^''^^♦>^P> 
das dem Dagesch lene der Hebräer gleichkommt , gebrauchen die Üyner 
zur Bezeichnung, dass der Buchstabe undageschirl ist, das Ruchoch, einen 
Punkt unter dem Buchstaben; ein Beweis, dass die phonetische Distinc- 
tion ans später Zeit herrührt, da man in früherer Zeit nicht so ver- 
schwenderisch mit diesen diacritischen Zeichen war und daher bei Weg- 
/assung des Kuschoi das Ruchoch, als etwas Selbstverstätidüfhes ohne 
Jedes Zeichen hätte lassen können. Denn so wie das Mehagjono und 
Marhetonc, welche, wie Amira bemerkt, dergnerh. Diaeresis und Synaeresis 
nachgeahmt sind, und die Fokalzeichen die gricch. Formen nicht verleug- 
nen können, .scheint eine phonetische Klärung des westaramäi.<ichen Dia- 
lektes erst mit der Glanzperiode der syr. Sprache eingetreten zu sein 
f wahrscheinlich durch Jakob von Edessa f OUSj, wo man die Aristoteli- 
schen Schriften und andere griech. Werke ins Syrische zu übersetzen 
begann. Aus dieser Sucht nach Graccisirung erklärt sich auch der Weg- 
fall des dem aram, Sprachcharakter eignen Dugesch forte. 



42 

dageschirten n genau gewahrt wissen wollten, ersehen wir 
aus der Vokalisirnng des niD und r)]b. 

Beide Worte sind, wie ivir weiter naehzuweisen Gelegen- 
heit haben werden, aus xr entstanden, sollte daher mit den 
Personal'Suffixen ^n]D, "jHiD, ^r]]b,, ']n^b ete. heissen, was aber 
nicht der Fall ist, und wir finden sie nicht anders als "jniD, 
\ni3, "T))!'., ini^ etc.; weil hei der Vocalisirung mit Patach 
das n ein Dagesch erhalten und als T-Laut gelesen werden 
müsste. Hierbei ginge aber der sigmatische Stammlaut von n* 
ganz und gar verloren ; weshalb man das Kames als Vokal ge- 
brauchte , nach welchem das Dagesch ausbleiben und der 
^-Laut des Stammes beibehalten tverden konnte. 

Wie im Gebrauche des n, erivdst die von unseren deutschen 
GelehHen bevorzugte portugiesische Aussprache sich auch als 
unrichtig im Gebrauche des 2, D und D, welche jene Aus- 
sprache ohne Unterschied, mögen man mit oder ohne Dagesch 
sein, für B, K und TL nimmt. Dass die Talmudisten, die 
den Masoreten und auch dem Leben der Sprache doch weit 
näher standen als wir und die von der arabischen Ausspra- 
che allzusehr beeinflussten Portugiesen, nicht so lasen, möge 
aus folgenden Beispielen erleuchten: 

Das griech. u im Diphthonge su geben die Talmudisten 
bei der üebertragung griech. Wörter in's Babbinische durch 
2 wieder; es wird aus s\)tqxqc,, sup-ouaot; oipHDN, didid^n, 
bene educatu s , bene eruditus. Wie kommt aber - 
zu M ? Sie hatten die Beuchlinische Leseart das u im Diph- 
thonge als Digamma (F-Latit) auszusprechen, also etiva ev- 
dokus, evmosus, welchem F-, V-, oder aspirirten B-Laute 
das nichtdageschirte 2 oder das absolute 2 gleichkommt. 
{Vgl. auch talmudisch n'üij vauTiqc, wobei das <x durch den 
Vokal Patach und das y durch \ substituirt wird.) In der 
ihnen eigenen Auslegungsmethode, hebr. Wörtern bei laut- 
licher Aehnliclikeit noch eine griech. Bedeutung beizulegen, 
geben sie (Pesikta ^wbit^n fiyinz) das biUiselie f ^nh b -h "»D 
(Deutr. 4, 4) durch pN^^^D ''b^n )iH^b^2 'h'^2 d. i. xikioLQ yCkioih^c 
mille, 7n ill aria (seil, terrarum) wieder, haben also x^'^'^ 
das 2 aspirirt als i gelesen. Ueberhaupt gebraucht die Sprache 
des Talmud das hehr. 2 soivohl für x als auch für x {vgl. 
pTi^D, X^rihoQ s or des, p^^D brachialia, gr. xXtSuvsc; did^id 



43 

leb es, ND^'DN granaritcm, ivelche dem gr. xs/sß-yj und 
xaXußv] entsjyrechen) je nachdem sie es mit oder ohne Dagesch 
nimmt. Ebenso hat sie das D bald mit Dagesch gelesen ^ 
um es für k, bald ohne Dagesch, um es für 9 zu gebrauchen. 

Auf ähnliche Weise Hessen sich historische Beweise an- 
führen für die Doj^pellmitigJceit der weiteren swei Buchstaben 
: und 1, doch ziehen wir hier die physiologische Untersuchung 
vor, weil sie geeignet ist, uns nicht nur über diese und die 
noch übrigen doppellautige^i vier Buchstaben, sondern auch 
über den Bau unseres ganzen Alphabetes einigen Auf- 
schluss zu geben. 

Wie bei Allem, was aus der Aussenwelt durch die Sin- 
neswahrnehmung unserer inneren BescJmidichkeit zugeführt 
wird, haben wir auch bei der lautlichen Mittheilung uns die 
einzelnen Tontheile als das Product von Materie und 
Form zu denheu. Die Materie, den stofflichen Theil des Lau- 
tes, liefert die Kehle in der Luftivelle, die in Folge eines 
Stosses sich ihr entwindet und je nachdem sie an dem Gau- 
msn sogleich sich bricht, von der Zunge aufgefangen und 
gedämpft wird oder gar bis zum Ende des geschlossenen 
Raumes, bis zu den Lippen, fortvibrirt, die Form annimmt 
als Gaumen-, Zungen- oder Lippenlaut. Jeder dieser bei- 
den Bestandtheile ist ivieder doppelter Art : die Materie näm- 
lich kann eine iveiche aber auch eine harte sein; ist A- oder 
H-Laut, während die Form eine von Innen gebotene, nothwen- 
dige, aber auch freie, der Aussenwelt nachgeahmte ist. Zu den 
nothivendigen inneren gehören die Kehl-, Zungen- und Lip- 
penfiguren , die , je nachdem die Luftivelle einmal zu vibri- 
ren aufhören muss, ohne jeden Vorsatz sich bilden, tvohin- 
gegen zu den freien, der Aussentveit entnommenen Ton- 
figuren, die sibilirenden Töne, die Gurgel* und Zisch- 
laute, zu zählen sind; tveshalb diese Tonformen auch gross- 
tentheils in den Wort- und Redefiguren zur Anwendung 
kommen, ivie es das Onomatopoetikon ist und die Allite- 
ration, in welchen es sich vorzüglich um die Nachahmung 
der Natur handelt. 

Nach dieser Eintheilung der einzelnen Laute ist auch 
unsere Lauttabelle, das Alphabet, in eine Stufenreihe ge- 
bracht, die ganz natürlich von den einfaclisten und nothurn- 



44 

digsten zu den schtvereren freieren Lauten sieh erhebt Die 
einfachsten, nothiv endigsten Laute sind das h, 2, y und l, und 
ztvar N als leisester Kehllaut (sehtväehster Materie), der in 
den folgenden Buchstaben noch fortvibrirt, so sie mitten im 
Worte oder nach einem gedehnten Vokale stehen. Hier haben 
sie also die Bedeutung von bh = v, gh=j, und dh (als gehauch- 
ter Bental.) Mit n beginnt die zweite Ordnung, in welcher die 
Materie, der Kehllaut, eine härtere ist, der sich nun die folgen- 
den Laute in ihrer mehr praegnanten Tonform anschliessen. 

Bie in der ersten Tonart enthaltenen Laute kommen hier 
ivieder zum Vorschein in einer mehr praegnanten Tonscala ; 
2 in % J in D und 1 in t3. Zu diesen Lauten zweiter Ord- 
nimg treten schon andere ihnen homogene Latite hinzu, bei 
ivelchen noch andere Organe mitthätig sind {ivie die Nase in 
den Nasalen D und :) soivie mit o, dem sechzehnten Laut- 
zeiehen dieser Ordnung, hinübergeleitet ist in die höchste 
Lautstufe der onomatopoetischen Lautordnung. 

Wenn nach dem Berichte des Herodot die Zahl der Buch- 
staben ^) bei ihrer Ankunft aus Phönizien nach Griechenland 
auf 16 beschränkt war, so sind darunter die von uns ajs 
innere und nothwendige Lautformen bezeichneten gemeint, 
wie sie erforderlich sind, genügen müssen, und noch 
heute den rohen Naturvölkern genügen zur Kundgebung des 
Empfindens. Bie höhere zweite Ordnung der freien, der 
Äussemvelt nachgeahmten onomatopoetischen Jjaute zeugt 
schon von einem Reflexe, welchen die äussere SinnenweU 
auf die innere Welt der Empfindungen ausübt, und von dem 
geistigen Streben in nachgeahmten Lauten die Natur durch 
das Sprechen zum Ausdrucke gelangen zu lassen: gehört 
also dem höher e7i Culturlehen an. 

Biese beginnt, ivie die zwei ersten, niedrigeren Ordnur'- 
gen, ebenfalls mit einem Hauchlaute, der aber kein natür- 
licher, sondern ein nachgeahmter ist, tveshalb auch das ihn 
vertretende V in den abgeleiteten Alphabeten die verschieden- 
artigste Tonbedeutung gefunden hat. ^) Bie in der ersten 

') Die YpajjLfxaxa KaSfxeta. 

' Die Griechen transcribircn es durch Spiritus asper und lenis zu- 
gleich; ^^_y, HXi, pt?Dy 'AfxaX^x; aber auch durch y: "jy Fa^a, HiL^i 



45 

Ordnung als an den leisesten Hauch (l, :, 2 ) und an den JiäHe- 
ren H- Rauch gereihten Laute (ü^ D, i) sind in dieser höheren 
Ordnung als onomatopoetische Laute der Reihe nach in dem ge- 
lispelten D, 9 dem quakenden p und deni gemischten n wie- 
dergegeben, wahrend der Sibilant d in deni ebenfalls gezisch- 
ten oder geschärften '^ seinen onomatopoetischen Ausdruck 
findet. 

Aber wie die Kernst in dem Grade ihrer Vollendung 
sich nähert, jemehr sie die Form in den Vordergrund vor 
die Materie treten lässt, ebenso ist es ein Aufschwung der 
Sprache zu nennen, jemehr es ihr gelingt, die Laute vmi ihrem 
stofflichen Theile zu befreien. Wenn daher die Buchst-ahen 
1, : und n ursprmiglich und ohne Dagesch, wie wir ge- 
zeigt haben, gleich waren Bh, Gh und Dh, so sind sie mit 
Dagesch, tvas schon von einer höheren Entwickelwigsstufe 
zeugt, gleich B, G und D. Ebenso verhält es sich mit den 
drei übrigen Buchstaben n, D, D, die ursprünglich Ch,^) Ph, 
und Th la^iteten, (das Ph nämlich als griechisches 9, das Th 
hinwiederum als Sibilant zvie das neugriechische ^ und das 
englische Th) nach Erlangung des Dagesch aber den Hauche 
laut abwerfen und reines C, P und T werden. -) 

Das Ergebniss dieser unserer Untersuchung neigt sich da- 
her entschieden zu Gtmsten der polnisch-deutschen Aussprache, 
nach welcher die undageschirten 2, D, D und n zu den da- 
geschirten sich verhalten, wie V, Oh, Ph, und englisches Th zu 
C, P und T (nicht wie die von unseren deutschen Ge- 
lehrten bevorzugte portugiesische Aussprache, die hier keinen 

rofjLO(5pa. Die Samaritaner machen daraus alles Mögliche: ein K, ein n. 
zugleich aber anch ein p. (Siehe oben S. 31.) 

') Da das r\ kein entschiedener Ch-Laut ist, ginge dieser Laut für das 
Hebr. ganz verloren, wenn wir ihn nicht in dem undageschirten 3 h/iften. 

2) Auch das ü* gehört zu dieser Buchstaben- Gruppe. Dass dieses ur- 
sprünglich wie unser deutsches Seh, oder, um es richtiger zit vergleichen, 
wie das englische Sh lautete, sehen wir aus dem samarit^nischev und 
st/rischen Alphabete, wo es heute noch diese Bedeutung hat Mit dem 
Punkte {gleichsam Dagesch) auf der linken Seite hat es, wie die übrigen 
sechs Buchstaben, er.'^t das H als einfachen Sibilanten verloren. Um es 
aber seiner schärferen Aussprache nach von dem zu unterscheiden, 
setzte man in diesem Falle den Punkt auf die rechte Seite. 



4B 

Unterschied kennt), obsehon in Bezug des : und l auch diese 
Aussprache des Unterschiedes sich nicht Jdar ist.^) 

§ 2. 
Von den Vocaheichen. 

1. Auch die Vokale und sämmtliche diakritische Zeichen 
(zum Theil selbst die Accente), welche für das Hebräische 
üblich sind, haben sich dem Chaldäischen mitgetheilt, und er- 
scheinen in vielen Handschriften und den meisten Ausgaben 
der chaldäischen Texte. Da es jedoch entschieden ist, dass 
diese Zeichen sämmtlich von den Juden, und zwar mehrere 
Jahrhunderte nach Christus erfunden worden, so ergiebt sich 
schon hieraus, dass die chaldäische Schrift ursprünglich ohne 
Vokalbezeichnung u. s. w. war, wie denn auch auf den ägyj)- 
tisch-aramäischen und den palmyrenischen Inschriften keine 
Vokalzeichen bemerklich sind, aus der Beschaifenheit der chal- 
däischen Punktation selbst aber der Beweis geführt werden 
kann, dass man früher, zur Unterstützung des Lesens, der 
Buchstaben n i ^ in zweifelhaften Fällen sich bedient habe. 
Das Jietztere erhellt nämlich aus orthographischen Erschei- 
nungen wie NDDin, "'.^NKl^Z, HN^p Dan. 2 , 35 u. s. w. und 
aus dem häufigen Gebrauch der scriptio plena überh. s. § 4. 
2) Da jedoch die Uebertragung der jüdischen Vokalzei- 
chen auf das Chaldäische zuerst in einem Zeitalter geschah, 
wo das jüdische Vokalsystem noch nicht seine vollkommene 
Ausbildung und Festigung erlangt hatte, später aber der Vo- 
kahsation chaldäischer (besonders targumischer) Texte nicht 
die Aufmerksamkeit gewidmet wurde, wie den hebräisch bibli- 
schen; so ist es leicht erklärbar, warum die Punktation der 
cihaldäischen Schriften jetzt bei weitem nicht so regelmässig 
erscheint, wie die der hebräischen.^) Es weichen nämlich nicht 

') Ich liehe den gelehrten Nimbus der ühcrmässigen Citate nicht, die 
nur geeignet sind, den Leser zu stören und oft auch zu enttäuschen. 
Umhin jedoch können wir es nicht zu unterlassen , auf die Abhandlung 
Ph. Ehr enh erg's (neue Jahrbücher für Philologie und Paedagogik 
VllL Supplementband, I. Heft) aufmerksam zu machen. 

y Andererseits haben wieder unpunktirte hebr. Texte den Targv- 
mi.sten Spielraum gegeben, einen ganz anderen Sinn herauszubringen. So 



47 

nur die chald. Codd. uud Drucke (besonders Yen. und Lond.) 
selbst vielfach von einander ab, sondern durchaus herrscht 
im Gebrauche der langen und kurzen Vokale ein grosses 
Schwanken. 

üeber diese schwankende Punktation der Targumim s. Eich- 
horn Einl. ins A. T. , 2. Thl,, S. 24 ff. Die Drucke der 
Targumim ordnen sich, was die Puuktation anbetrifft, haupt- 
sächlich in 3 Klassen: 1) den in der complutens. Bibel (1517) 
enthaltenen vokalisirten Text des Onkelos, von dem es unge- 
wiss, ob er ganz so aus Handschriften geflossen, nahm mit eini- 
gen Veränderungen Rapheleng's die Antwei'pfter Polyglotte 
» auf (1569) und fügte die chald. Paraphrasen der meisten an- 
dern alttest Bücher bei; 2) die drei Bambergschen rabbin. 
Bibeln (Venedig 1518, 1526, 1547 — 49. s. Ros enmüll er's 
Handb. f. die bibl. Literatur I, 249 ff.) lieferten die chald. 
Texte, wie es scheint, genau nach Codd., dagegen 3) Buxtorf 
in s. rabbin. Bibel (1618) die aus Ven. entlehnten Paraphrasen 
nicht nur vielfach nach dem Hebräischen änderte, sondern 
auch die Punktation regelrechter ') machte. Diesen, wie man 

Ist das r^n^ N^ 7i'y fj^iHD. (Prov. 20, 4) im Targ. durch N^iqy "l3.nnq 
p'Htt' N*!^ wiedergehen; der Targumist hat also ^"liip gelesen. Statt des 
Infinit, l'^ti^yn'? in unserem masoretischen Texte (Prov. 23,4, yjl^H 7N 
~^t^*yn'7> niuss er ein Nomen gelesen haben, "i^lifyn'? , denn er giebt es 
durch l^^ny.^^ ^-pn N^^ wieder. W^:2 *yti{' VÜ b (ibid. V. 7) für 
das Ermessen in der Seele, als Verbum, hat das Targ. Y^"'. /•"tOO 
Xyin, also das Nomen "'^U'*. Aehnliche Verschiedenheit in der vom Autor ge- 
meinten und von dem Uehersetzcr irrig vermutheten Punktatio7i hat oft einen 
anderen Sinn hervorgebracht und daher den Erklärern häufig die grössten 
Schwierigkeiten bereitet. Es sei beispielsweise hier nur des h ral? i^fx^pai? 
TT? aapaxo? auroO (Hehräerhr. V. 7) Erwähnung gethan, welche den Er- 
kläre?'» so viele Schtvierigkciten geboten, während das Ganze sich nur 
auf eine Variante der Punktation reducirt. Paulus, der .<:eine Briefe 
in hehr. Sprache ahgefasst hat, schrieb hier yW2 WVZ am Tage, wo 
Er (Gott) Ihn (Christus) zum Heil igv erkündiger {yV2ü) für die 
yienschhcit erkoren hat, war also zu punktiren 1*1^2 ÖVS. Der 
uehersetzcr aber las '\'^^2 UY2 von "it^^ aapag, aus welchem dann ein 
ganz anderer Sinn entstanden ist. 

V liegelrechter wohL in.mfcrn sie ein einheitliches Gesetz befolgt, 
wie es in der Punktation des Hebräischen besteht. Ob sie deshalb auch 
die richtigere ist, das hcisst der Aussprache des alten Aramäischen 
mehr entsprechende, möchten wir noch immer bezweifeln. Wie Luzzato 
in .meinem Philo.venus (p. 05) aus zahlreichen Beispielen nachweist, sind 



•48 



glaubUi, verbesserten Text wiederholte die Londoner Polj^glotte 
(1657). Endlich in der Pariser Polyglotte (1629 ff.) liegt ein 
Mischtext vor. Eine genaue Vergleichung aller dieser Drucke 
unter sich wäre nun sehr zu wünschen, sowie auch die Punkta- 
tion in den Handschriften einmal vollständiger untersucht werden 
sollte. Verdienstlich ist in dieser Hinsicht Jahn's chaldäische 
Chrestomathie, da er nach seiner Versicherung die Abschnitte 
des Onkelos genau dem Codd. entsprechend abdrucken Hess. 
Die Vokalisation stimmt aber hier im Ganzen mehr mit der 
Buxtorf sehen als der Venediger überein. 

In den chaldäischen Texten, selbst der bibl. Abschnitte, 
stehen nicht selten gegen die Regeln der masoret. Punktatipn 
lange Vokale in der zusammengesetzten tonlosen, und umge- 
kehrt kurze in der einfachen Sylbe (insbesondere werden -"i und 
~ ganz promisciw gebraucht, wozu im Hebr. bloss ein An- 
satz bemerklich ist, s. Gesenius Lehrgebäude S. 60). Für 
ersteres vgL Formen wie H^^jin Deut. 23, 16., V"'i'n:N Jer. 49, 19., 
p^i; (allin) Dan. 4, 4.; für letzeres -i^Dp., -ipD (§ 18]. Dagegen 
möchte ich Beispiele, wie NP^NCif Dan. 4, 14., NH^^j^n Dan. 5, 27., 
"j-in^i^p etc. nicht unter No. J ziehen; denn diese sind ganz 



diese späteren Ausgaben in der Punktation sehr hehraisirt , wogegen die 
alten Ausgaben und Mamiscripte sich hierin mehr dem Syrischen nähern. 
Da aber, wie wir oben gesagt haben^die spische Sprache die erhaltenen aram . 
Elemente in ihrer ganzen Urwüchsig keit uns aufbewahrt hat, empfiehlt 
sich doch iynmer die alte Punktation als die treuere; zumal wir anneh- 
men dürfen, dass^ mit Ausnahme des Onkelos auf den Pentateuch, die 
Targumim auf die übrigen 21 Bücher (auf ^N'j"!, XIT^ wwrf n^CHj gab es 
nie ein Targum) in dem an das Syrische sich mehr a7ischliess enden hiero- 
solym. Dialekte und ein grosser Theil dei^selben sogar in der syr. Sprache 
selbst abgefasst waren Wir erinnern nur an das n*£)7i, welches in 
ganz unbegreiflicher IFeise im Targ. (Prov. 31, 14) dem hebräischen m'^JN 
entsprechen soll. Wenn wir aber ein dem hebräischen Texte entspre- 
chendes Wort und einen gesunden Sinn herausfinden wollen, müssen wir 
statt rT'S^t lesen H^D^N', nrit Verwechslung des * in H , nnd kann der 
Irrthum nur dadurch entstanden sein, dass der Abschreiber d/is H 
des sy7'ischen Textes für ein nur durch die Grösse von ihm verschiede- 
nes 1 genom?nen hat. Auch die Adverbialform auf H^N ,n*'l<21^ n''ND3n 
von 2t2, 0^3 n, wie sie in diesen Targumim häufig vertreten ist, spricht 
für deren syrischen Ursprung Auch die Talmudisten haben, wie wir 
weiter aus zahlreichen Beispielen nachzuweisen Gelegenheit haben werden, 
im Gebrauche echt aramäischer IVörter die syrische Aussprache beibe- 
halten. 



49 

analog den hebräischen Dp"llD3 , '^12'! ; der Conson. , der un- 
mittelbar auf den langen Vokal folgt, muss zur letzten Silbe 
gezogen werden, und die Anomalie der Orthographie besteht 
blos in der Auslassung des Metheg, welches in chaldäischen 
Texten noch weit nachlässiger gesetzt ist, als in hebräischen 
Handschriften (s. Gesenius Lehrgebäude S. 118), am regel- 
mässigsten noch erscheint es in der Bibel vgl. z. B. Dan. 6, 4. 
^N*JT, NO-iD 6, 6. V"10^» 6> l'^- -h'r\h^, Dan. 2, 8. ^JZi, 

•• • IT ' T - : IT ' ' • : IT ' ' •• - IT ' ' • • :it' 

Dan. 4, 31. -jlDObl^, 7, 12. lin}tD^SJ'\ 

' : IT : ' ' ' : IT : IT 

Die Regel vom Kamezchatuph , das im Chaldäischen über- 
haupt viel seltener als im Hebräischen vorkommt, wird nach 
Obigem freilich nicht so empirisch sicher lauten, wie dort; 
man muss auf den Ursprung der Wortformen achten, um nicht 
z. B. IvüjP, \hy kotlin, ollin zu lesen. Dagegen können 
Beispiele, wie NDDin, keinen Anstoss erregen. Hier ist eine 
überflüssige Mater lectionis stehen geblieben (§ 4), und an 
ein quiescirendes l in Kamezchatupli , oder gar die Aussprache 
Chavchma nicht entfernt zu denken, letzteres schon um des- 
willen nicht, weil 1 ohne Schrva erscheint. Ueberhaupt kommt 
aber Kamezchatuph in chaldäischen Wörtern nur selten vor. 



moipDD Dmp unJN "ict'NiD b'r\^ nnDD mriD u^ni inN-'-pz yü^:^,, 
".yüpr^ nnpi? xv^^^ np^-dni d^-i«d "»ddh d: nn^ü '•tJ'JN pi rhn 
Dieses Urthcil aus der Feder eines Ihen Esiri (liher. mnj; 
cap. IL), der seihst S'phardi {spanisch -portugiesiscli) war. 
sollte doch Einiges dazu beitragen, um die Vorliebe, tvelche un- 
sere Gelehrten für die portugiesische, wie auch die Abneigung, 
welche sie gegen die deutsche oder polnische Aussprache der 
Volxale hahen, etwas zu mildern ; zumal da noch ein anderer 
Grammatiker dieser sjianisch -portugiesischen Schule , Iben 
Jarchi, sich ebenfalls mehr zu Gunsten der letzteren als de7' 
erstcren ausspricht. Mag es aber sein, dass auf ihrem Ent- 
wichclungsgange neben ihrer jüngeren Hcliw ester spr ache , der 
arabischen, die hebräische etwas assimilirt wurde und deri hel- 
len A-Laut als den vorherrschenden angenommen h<xt, so ist 
doch im Aramäischen, tvo es sich um die ursprüngliche Au.s- 
sjyi'ache handelt, dem A- und U-Laut, wie er nach der deutsch- 

Win»'r, chald. Gramm. 4 



ßO 

polnischen Aii^ssprache ebenso häufig durch das Kamez ver- 
treten ist, ein gleiches Hecht im Gebrauche einzuräumen. 

Schon die Talmudisten scheinen dieses Vorherrschen des 
A'Lautes in der hebr., und des U- und 0-Lautes in der 
alten aram. Sprache beachtet zu haben. Denn sie sagen 
{Talm. hieros. Tract. Megilla cap. I., ebenso Midrasch Ester 
sect III) 2'^'ph ^ür\ "^tyh ly^ y^2 v;ür\w^'^ D^iy^ «inj r\^T\\ih J;-1^< 
im^ n^y N^''i'N^ ^DiiD. Vier Sprachen giebt es, die je 
eine für einen bestimmten Zweck im Laufe der 
Ereignisse sich eignet: die gr iechische für das 
Lied, die lateinische für den Angriff im Tref- 
fen, die Syrische für die Elegie und die hebräi- 
sche für den V er hehr im Leben.^' Denn wie -für den 
gewöhnlichen Verkehr (~un^) der hellere Ä-Laut für den 
Sprechenden leichter hervorzubringen und für den Hörer ein 
deutlicher vernehmbarer ist, so eignen sich für die Elegie 
(i<^"bt<b) der U- undO-Laut, indem sie tiefer aus dem Innern 
des Trauernden kommen und dumpfer das Ohr des Hörers 
berühren. Ha aber der griech. Sprache (}]}b) bereits die gute 
Verwendung im fröhlichen Gesänge (~iDi^) zuerkannt ist, kön- 
nen in dem „Syrischen" nur die aramäischen Sprach- 
elemente gemeint sein, in welchen dieser A- und 0-Laut ver- 
hältnissmässig zahlreicher vertreten ist, als der A-Laut, der 
wieder in dem zum Arabischen sich hinneigenden Hebräisch 
häufiger vorkommt. 

Endlich verweisen wir auf den um die aram. Sprach- 
forschung so sehr verdienten Luzzato, der in seinem höchst 
schätzbaren Philoxenus (pag. 94 ff.) den Beweis führt, dass 
die deutsch-polnische Aussprache der Vokale sich weit mehr 
als die portugiesische der Aussprache des Syro - aramäischen 
nähert, und da wir einmal von dem Grundsatze ausgegangen 
sind, es habest die aram. Sprachelemente im syrischen oder 
ivestaram. Dialekte sich urwüchsiger und mehr in ihrer alter- 
thümlicher Form erhalten, als in dem ostaram. mit Hebraismen 
und Arabismen untermischten Dialekte, so werden wir auch 
stets besser verfahren, wenn wir bei der Funetation der Tar- 
gumim uns mehr an die syr. als an die echthebräischen 
Punctationsgesetze und beim Lesen derselben an die deutsch- 
polnische Aussprache der Vokale halten; zumcd da es sehr 



51 

wenige portugiesische, sondern vorherrschend meist polnisch- 
deutsche Juden waren, welche um die Herstellung der tar- 
Ifumistischen Texte sich gemüht hüben. *) 



§3. 
Vom Tone. 
Der Ton ruht in den chaldäischen Wörtern nach Mass- 
gabe der masorethischen vom Hebräischen auch auf das Chal- 
däische des Dan., Esra u. Onkelos übergetragenen Accentua- 
tion gewöhnlich auf der letzten, nur ausnahmsweise in ge- 
wissen Wortformen auf der vorletzten Silbe. Dieses nämhch 
1) in den dem Hebräischen nachgebildeten Sägolatformen der 
Nomina, wie '^i^'D, dj;d, )]V_, niiN, und diesen analog gebilde- 
ten Verbalformen, wie ni.DN, nn^Kf, so wie in der Plural- 
(und Dual-) Endung ]y-~ — 2) in den Verbalformen auf n 
und NJ, z. B. Nn^^&p, Nw!?bjp, in der 3. plur. praeter., wie 
•i^^p, N^üp, N^lp, in den Personen der Imperativi auf •> " 
und 1 , wie ""i^pp , -i^pp -- 3) in den Verbal- und Nominal- 
formen mit den Suffixzs ^:i~, nH"^, nj-t, ^*l"^, ^l^ , ^IDp, ^1i3^p, 
NHDi^p, Nj^:o, ■'Jn^Jlin u. s. w.; auch die Suffixa ^J, '•D, ^-, 
lassen der vorhergehenden Silbe den Ton, z. B. ""JDID. 

Zu 2) bemerken wir noch: im bibl. Chaldäismus sind die 
Formen '\bi:^_p , N^Üp etc. regelmässig mit dem Ton auf penul- 
tima bezeichnet, vgl. Dan. 6, 7. 25. 7, 4. Esra 4, 11. 18, 23. 

5, 5. 6, 1. 13, 16 f., eben so die Imperativi Dan. 7, 5. Esra 

6, 7. Aus Onkel, vgl. Gen. 29, 5 f. 7, 21. Exod. 2, 19., 
indess sind hier diese Formen zuweilen, auch wo kein acceii- 

\) Sogar die deutsch- polnische Aussprache des Schurck, als grie- 
chisches Y, etwa wie unser deutsches Ue, ist nicht so ganz zu verwerfen^ 
wie es gewöhnlich geschieht. Wenigstens glaube ich in meiner Buxtor/- Aus- 
gabe (p. 1128, nota öl) richtig nachgewiesen zu haben, dass hebr. Originalhi- 
storiker, jene nämlich, welche aus phöni zischen Urkunden geschöpft haben, 
bemüht waren, diesen Umlaut hebräisch treu wiederzugeben. Auch das 
Panische bei Plautus wimmelt mir zu sehr von den ganz unlateinischcn 
Y's und ich glaube annehmen zu dürfen, dass es hier nicht allein das 
reine I als Chirek {denfi wo haben wir in der ganzen aramäischen 
Sprachfamilie so viele //'), sondern auch als Umlaut Ue dcv Vokal 
Schur ek ersetzt. 

4' 



62 

tu8 postpositivus concurrirt, auf ultima betont 'nON, Uybn Gen. 
3, 7. 26, 28. Exod. 2, 16. 18. Die Infinitivi auf NT haben 
die Tonstelle mit alleiniger Ausnahme des sogleich zu bemer- 
kenden Falles auf ultima. Eine Zurückziehung des Tons von 
der letzten auf die vorletzte Silbe findet statt theils (im bibl. 
Chaldaismus, jedoch ohne Constanz) da, wo zwei Tonsilben 
unmittelbar neben einander treten würden, vgl. Esra 6, 12. 
DV.P not!/, Dan. 7, 12. ^inb DTH^ Exod. 2, 2., theils in der 
Pausa, z. B. Exod. 8, 2. NnW'i'. Ausserdem ist in Pausa 

' ' TT-'. 

ZUW. aus einem einsilbigen ein zweisilbiges Wort mit dem Ton 
auf penultima geworden, wie Gen. 4, 9. Jon. NJN, selten der 
Accent auf die letzte offne Silbe vorgeschoben Gen. 37, 10. 
Nnp^n, 49, 9. NnR^D, 16, 4. HN^^^ (Gesen. Lehrgeb. S. 178). 
lieber die "Wirkung der Pausa auf Verlängerung des Silben- 
vokales s. § 7, a. 

Die deutschen und polnischen Juden legen, wie im Hebräi- 
schen, so im Chaldäischen , den Ton regelmässig auf die Pen- 
ultima. Dass diese Betonung die altbabylonische gewesen sei, 
darf man indess nicht aus der im Syrischen herrschenden iBe- 
tonung schliessen; denn zwei sonst sehr verwandte Mund- 
arten können doch in der Accentuation von einander abwei- 
chen. Wäre die Vokalisation des Chald., wie sie jetzt vorliegt, 
der altbabylonischen Aussprache vollkommen angemessen, so 
würde in ihr auch eine Gewähr für die hergebrachte Betonung 
des Chaldäischen liegen. 

§ 4. 
' Vom Lesen unpimMirter Texte. 

Da nicht alle chaldäischen Texte punktirt sind, die un- 
punktirten aber ausser dem gewöhnlichen Gebrauch der Lese- 
mütter N 1 ^ ("i für e u. ^, i für o u. u, n für «, auch Scliwa 
mob. ist nicht selten durch ^ bezeichnet, z. B. nk^j^n für ni^jN 
Gen. 2, 5., NnT^-iy für Nnnn^, xn^N statt nhn Genes. 4, 8. 
Jon. iD^N für -|DN Exod. 6, 6.) noch manche Besonderheit 
haben, so möge hier zum Behuf des Lesens ohne Vokalzei- 
chen wenigstens das auch für die Targumim Geltende bemerkt 
werden, dass ein doppeltes i oder "i unmittelbar neben einan- 
der gebraucht ist a) in der Mitte, wo entweder die Mobilität 
(der Consonantenwerth) dieser Buchstaben bezeichnet werden 



53 

sollte, z. B. tiDmo d. i. ndvud, H2^^:n d. i. nj^jh, oder dieselben 

' TT : •' tt: '-^ 

doppelt auszusprechen sind, z. B. nmnnN d. i. nnnnN, p2^^n d. i. 
X'ZVri ; b) am Ende, vorzüglich wo die Pronomina ^~ und ^~^ zu 
unterscheiden sind, z. B. ^''byi d. h. ''^:"]. Diese Hilfskonso- 
nanten sind in einzelnen Wörtern selbst in den gedruckten 
Texten beibehalten worden, z. B. Targ. Jon. Gen. 2,1. n^iin 
für NijiN, 3, 15. Nnii^D, 24, 46. it'^jpkJn, 25, 21. mnnN, Exod. 
10, 257p)^j;, Num.' 34, 6. .Tni;:, Lev. 13, 38. ri^n. 

Von den Abbreviaturen, die bei den Eabbinen so mannig- 
faltig (J. Buxtorf de abbreviat. hebr. Edit 2. Basil. 1640. 8.), *) 
kommt in den Targ. constant blos "i"* ( -) *) d.h. mn"' vor; da- 
gegen vereinzelt in dem spätem Targum. auch manches andere 
wie Gen. 15, 14. Deut. 32, 31. Jon. N^y d. i. C"»^^i^N 'll^l 



•) In meiner Ausgabe des Buxtorf sehen Lexikons am Ende des be- 
treffenden Buchstaben beigegeben und bedeutend vermehrt. 

^) In meinem Buche „Bibel und Talmud'' (Seite 100 — 115j glaube 
ich zur Genüge das Tetragrammaton nln^ als Compositum nachgewiesen 
zu haben von H'' undr\)P\, dem ältesten Gottesnamen, der gleichsam 
als nom. propr. galt, und dem Begriffe des absoluten Seins. Bass 
Gott, wo er sich dem Moses als dieses absolute Sein offenbart (Exod III. 14) 
im Futurum, n^HK, spricht, hat, wie wir daselbst gezeigt haben, seinen 
Grund darin, damit dieses Sein nicht als etwas Starres und Lebloses, son- 
dern als das sich stets Erneuende, immer aus sich Hervortre- 
tende, als fortwährende Evolution erscheine. Wo Gott selbst 
nicht spricht, wie es in jener Stelle ist, tritt an Stelle des N der ersten 
das ^ der dritten Person und es wird anstatt n'HN das Futur iTTl^, oder, 
wie es chald. apocopirt lautet \T\ Bie zwei ^ als Abbreviatur für das 
Tetragramm, bezeichnen daher ganz richtig die Anfangsbuchstaben der bei- 
den Worte, aus welchen dasselbe zusammengesetzt ist, nämlich n^ und r\\T\\ 

Bass man jedoch nicht die Abbr. aus n"" und aus dem Particip HIm 
gewonnen hat, wie das HlH^ selbst zusammengesetzt ist, hat seinen guten 
Grund : denn a) war man darauf bedacht die Futur-Form beizubehalten, 
weil in ders. jener Begriff des sich stets Erneuenden, des Lebendigen 
ausgedrückt ist, b) würde in diesem Falle in der Abbreviatur wieder tiur der 
erste Name, n\ zum Vorscheine gekommen sein, endlich c) sollte der 
Möglichkeit vorgebeugt sein, dass bei Auflösung der Abbreviatur nicht der 
Name getrennt t!^";i2C!, als ti'llDCn ü^ ausgesprochen werde, was 
streng verboten war. 

Um aber dieser letzteren Besorgniss desto strenger vorzubeugen, hat 
man selbst bei der Abbrev. aus n^ und \"1^ die Vokale gewechselt und 
das Qamcz von n\ welches unter das erste ^ hätte kommen sollen, unter 
das zweite gesetzt und das Schwa von \"1^ unter das erste " : und so 
entstand das ^\ 



54 



(Buxtorf p. 150) u. Gen. 25, 21. Jon. n"2p d.i. T^^il NK'lip N^n 
der Heilige ge^n-iesen sei er (Buxtorf p. 168).') Schon auf den 
jüd. Münzen, wie auf den phön. Inschriften (Gescnius monum. 
phoenic. I, 53 sq.), erscheinen gewisse stehende Abkürzungen. 



Bei dem Fremdartigen, welches die orientalischen Spra- 
chen- überhaupt ihrer häufigen Hauchlaute wegen im occi- 
dcntalen Ohre haben, musste besonders die aram. Mundart, 
die man bei ihren dumpfen Consonanten noch so über- 
mässig und so tüillkürlich mit dem A-Vohale überlud, 
etwas Geisterhaftes im Gemüthe des Hörers hervor- 
bringen; und da man überdies (namentlich in der Periode 
der Scholastik) sich mit der Idee trug, eine Sprache, wel- 
che Christus gesprochen und in welcher der liebe Herrgott der 
unendlichen Leere das grosse „Es werde'' zurief, müsse wohl 
geeignet sein, in ihr den Geistern zu gebieten, ivurde im 
Mittelalter die aram. Mundart mir Zauber spräche. 

Fro corollario, um zu zeigen, ivie oft die blosse Ent- 
stellung eines Wortes vielen Staub in der gelehrten Welt 
aufgewirbelt hat, möge es gestattet sein, zum Schlüsse unserer 
einleitenden Abhandlung einige dieser aram. Sprachgespenster 
ihres zauberischen NebelJcreises zu enthüllest. 

Wir tvollen zuerst das ABRACADABRA des Q. S. 
Sammonicus ^) nennen, das, bei Abnehmen der einzelnen Bucli- 



') Unser Autor ist ein wahr haß glücklicher Gelehrter, dem selbst 
die Vergessenheit zu Nutzen kommt. Denn sonst würde er es gewiss nicht 
unterlassen haben, das ''TW \1£) hierher zu zählen, das schon im Tar- 
gum, {Esther III, 8.) vorkommt und von allen Erklärern und Lexico- 
graphen für eine Abbreviatur gehalten wird. In meiner Buxtorf-Ausg. 
{pag. 1160) ist es mir gelungen, den fast lächerlichen Jrrthum zu be- 
richtigen. Dagegen habe ich daselbst das alt- aramäische H^yD, HyD» 
durch welches sich sämmtliche Lexicographen zu einer verzweifelten 
und bei alledem ungenügenden Erklärung gezwungen sahen, als eine ganz 
gate und gewöhnliche Abbreviatur nachgewiesen: D''Dn Dv^J. pj^ HDJD 
in hunc modum sensus perfectus est, oder D'^ÖH pip* HÖJD. 

^) In dem ihm zugeschriebenen Gedichte „De medicina parvo pretio 
parabili"'. Denn verlässigen Untersuchungen gemäss rührt diese Dich- 
tung nicht von ihm, sondern von Marcellus empiricus her, der ^ wie er 
selbst berichtet, während seines Aufenthaltes am Hofe des Thodosius d. Gr. 
auf dem Gebiete der Medicin Vieles von dem Talmudlchrer Gamaliel er- 
lernt hat. 



stahen in einer spitzstdaufenden Form geschrieben , ein be- 
währtes Amtdet gegen Fieberhranhheiten sein soll. Fast 
müsste mmi es unter der Würde der Wissenschaft erachten, 
über solchen Volksaberglaid)en zu sprechen, tve^m ein ge^ 
ringer er Name als der Eines Seiden sieh um, den Uf- 
sprung und die Enträthselung desselben genmht hätte. Er 
(Sijntag. I, p. 118) versucht es, dasselbe auf die ABRAXAS 
zurücl: zuführen, die nacli dem Zeugnisse des Basilides Ale- 
xandrinus, bei ihrem Zahlentverth von 365 als Solarjahr, in 
der aegyptischen Mystik eine Bolle spielen. Derselben Mei- 
7iung ist auch Voss (Lit. L, Idolol. cap. VIII). Eine an- 
dere Meinung von „ Geier " bringt Banhaureus Christei'dl 
(p. 506), nach ivelclicr im hebr.-aram. Dialehte hier die Tri- 
nität angerufen sei: nämlich 3N Pater, nn Spiritus und 
")2n Verb um (der Logos). (Vgl. auch Er seh und Gruber s. v.) 
Schliesslich aber löst sich diese ganze Mystik in eine arabisirte 
tolmiidische Bcceptformel auf imd hat, tvie so\Vieles der me- 
dicinischen Magie des Marcellus Empiricus, ') in der mysti- 
sclien Medicin des Talmud seinen Ursprung. (Siehe nota 
18, pag. 1152 meiner Buxtorf - Ausgabe , wo ich mehrere 
3Tedicinalia aufzähle, die in ihrem magischen Charakter im 
Talmud und bei Marcellus ganz gleich sind.) 

Hier, im Tahnud nämlich, wird der ärztliche Bath gewöhn- 
lich mit den Worten eingeleitet on ^zV'h {gegen diese oder je^e 
Kranlcheit) lasset uns solches thun. Wo aber nicht der 
Kranke selbst den anwesenden Arzt consultirte, sondern dieser 
das Recept ihm aus der Ferne zuschickte und ihn da nicht selbst 
anredete, musste er spraclirichtig statt der allgemeinen For- 
mel im Futur On n^y^^ den Imperativ vom Verbum iDj; ge- 
brauchen , und da er ihm auch das Verfahren nicht selbst 
zeigen konnte (""Dn) , war er genöthigt, das Wort umschreibend 
iDTt) zu gehrauchen. So entstand, wie etwa das Bp., abgek. für 
recipe, auf unseren heutigen Recepten, die Formel nmo 12V 
auf dem talmudischen Beeepte. Richtig gelegen lautet diese 
Formel Ebed-cadabar , nni? l^Dj;, nach der Getvohnheit je- 
doch, das Hebräische möglichst zu arabisiren, las man abda- 
cadabra. Sei es nun, dass wegen der typischen Aehnlichkett 



■) De medicamcnlis empiricis physicis ac rationalibus. 



Ö6 

des hebr. n ((/) mit "i (r) irrigerweise a b r a yclcsen wurde, oder 
aber, dass man vorsätdich so las, um das Wort durch häufige 
Wiederholimg des R desto mysteriöser zu machen : gleichviel, man 
sprach die Formel ab r a cadabra aus und glaubte in dieser 
Formel seh on das Heilmittel su haben im Gebrauche als Amulett 
Was hinwiederum die Schreibweise in abnehmender und 
spitzauslaufender Form belangt, hat es dasselbe Bewandniss, 

me das talmud. "»nn , welches {Fesach 112 f^ , Äboda sara 

n 
12 ^) gegen Augenentzmdimg zu gebrauchen ist, und tvie vieles 
Aehnliche bei Marcellus Empiricus {cap. VIII), wo in der 
Abnahme des Wortes an Buchstaben auch der Krankheit 
ein Abnehmen geboten sein soll. 

Als einen anderen arahisirten Hebraisfnus haben wir 
das „Bafel mai amec zabi almi" {Hölle Ges. XXXI,. 
V. 67) zu verzeichnen, welches den Dante- Erklär ern viele,, 
aber, tvie ich annehmen zu dürfen glaube, vergebliche Mühe 
gekostet hat. Philalethes lässt von Flügel sich schreiben, es 
sei arabisch; zu neuarabisch gar macht es bei Ihm v. Am- 
nion {vgl. die Stelle daselbst). Doch lässt sich sehr daran 
zweifeln, ob Dante wirklich den an Unkenntniss der Geo- 
graphie und der Geschichte streifenden Anachronismus sollte^ 
begangen haben, dem zur Zeit der Sintfluth und der Sprach- 
verwirrung {siehe bei Philal. nota 10 u. 11 ) in Babylon herr- 
schenden Nimrod Arabisch oder gar Neuarabisch in den Mund 
zu legen. Brunetto Latini {von demselben königlichen Ge- 
lehrten citirt) hält es daher schon viel richtiger fur hebräisch, 
giebt jedoch nicht an, wie in dieser Sprache der Vers etwa 
lauten müsste. Dies zum Theil herauszufinden bietet aber 
keine so grosse Schivierigkeiten ; denn es heissen die Worte 
„mai amec zabi almi" in etwas aramäisirtem Hebräisch 
^D^y ^2ü poy ""D d.i. tiefe Fluthen sind {machen aus) 
die He rrlichkeit meiner Welt {meines Reiches), welche 
Worte ganz gut in den Mund Nimrod' s passen, wie ihn der Dich- 
ter daselbst erscheinen lässt. Die eigentliche Schwierigkeit tritt 
uns nur noch in dem Worte „BafeV^ entgegen, die zu besei- 
tigen wir auf folgende zwei Umstände aufmerksam machen. 



57 

a) Wissen wir, class die spanischen und italienischen 
Juden auch das Arabische in hebräischer Quadratschrift schrie- 
ben und den phonetischen Zuwachs des arabischen Al- 
phabetes durch einen Punkt über dem hebräischen Prini- 
buchstaben ersetzt haben ; b) schrieben sie das Hebräische ohne 
Funhtation, ivie noch heute, wenn es nicht etwa einem 
modernen deutschen, Rabbiner oder sonst einem schwachen 
Anfänger gegenüber geschieht, es als Beleidigung angesehen 
würde, falls wir uns an einen der Sprache Kundigen mit 
einem punJctirten hebräischen Schreiben ivenden wollten. Nur 
hie und da, bei einem, seltenen Wort, oder ivo bei Aehnlich- 
Jceit des Verbs und des Nomens der Gedanke an Klarheit 
leiden könnte, ivird ein Vokalreichen, aber auch nur bei dem 
einen Worte, gebraucht. 

Dante, der, tvie das ganze scholastische Zeitalter, viel in 
das Hebräische und Arabische hineinblickte, ohne Viel davon 
zu verstehen, lässt nun von einem Juden im hebräisch-aramäi- 
schen Dialekte sich den Vers aufsetzen, wie er ihn zu seiner 
Dichtung braucht. Der Auftrag wird auch gut ausgeführt, 
und zwar in dem hebräischen Satze, wie wir ihn oben ange- 
führt haben, doch setzt der Verfasser, um diese grundlosen 
Wässer, theils tvegen ihren chaotischen wilden Regellosigkeit, 
theils wegen ihrer ünbedeutendheit gegen den hochtrabenden 
Sinn des „Giganten^' Nimrod, als einen zerfallenen 
Trümmerhaufen erscheinen zu lassen, vor den Worten 
pü]) ^Q, nach Jesaja 32, 14., Micha 4, 8. noch das Nomen ^Dy 
oliv US, tumulus (wahrscheinlich schwebte dem Verfasser hier 
auch das biblische Bild D'»D iD^yj, Exod. 15, 8. von den 
„ gcthürmten Wässern '^ vor ). Da es aber ein seltenes Wort 
ist und es auch ein Verbum desselben Stammes giebt, das 
Verb b^y_^ tumuit, s up erbe egit, sieht sich der Verfasser 
resp. Abschreiber veranlasst, das von ihm gebrauchte Nmnen 
mit charakteristischem Vokale, mit Cholem, zu versehen und 
^DV zu punktiren. Der ganze aufgesetzte Vers hatte sonach 
die Form: ^D^y "»au pr:>v ^d ^s>y tumulus aquarum profun- 
darum {abissi) summa gloria met mundi (regni) 
est, zu deutsch etwa: ein zerfallener Hügel grund- 
loser Wässer macht die Herrlichkeit meines 
Reiches aus.'^ 



58 

Dieser alleinstehende Punli üher dem ]) tvar dem Dante 
unverständlich; er hielt ihn für gleichbedeutend mit dem 
diakritischen Ptmkte des arabischen ^ Gäin und transscri- 
hide das Wort „Bafel". 

Aber nicht nur die Gesetze ihrer Schiv ester spräche , des 
Arabischen, sondern auch diejenigen ganz fremder Sprachen 
wurden ihnen, der aram.. und hebr. Sprache, auf gelastet, ganz so 
wie dem Volke das sie hegte und das sie sprach. 

Ein Beispiel von dieser Charakterentartung unter frem- 
der Sprachdespotie liefert uns derselbe Dichter {Hölle Ges. 
VII, Vers I ) in dem ebenfalls viel besprochenen aber we- 
nig verstandenen 

„Pape Satan, Pape Satan, alepe!"*) 

Von richtigem Sprachgefühle geleitet und wahrscheinlich 
auch von der Tradition unterstützt, giebt der Abb ate Land 
mit aller Entschiedenheit an, Dante habe hier einen hebräi- 
schen Vers im Sinne gehabt. Zii dieser Ansicht muss sich 
auch jeder Kenner der hebräischen Sprache bekennen beim 
Anblicke der äusseren Form dieses Verses, die in der Wie- 
derholung desselben Wortes (pe) am Ende ganz den „Pai- 
tanim" (Poeten der liturgischen Gesänge) nachgebildet 
ist, und ist es C. H. Schier {mit ziemlicher Befriedigung 
hei Philaletes im Anhange citirt) auch wirklich gelungen, das 
erste Wort dem Laute und das zweite dem Sinne nach heraus- 
zufinden. Aber, tvie gesagt, ist im ersten Worte nur dem 
Laute, im ziveiten nur dem Sinne nach entsprochen, ohne 
dass das Ganze dem Gedanken und dem Ausdrucke völlig 
gleichkäme. Schier hat nämlich dafür n^nbr^ ]\2i^ ^b HB itoty '•p np ^) 
„Spei' aus Satans Mund, spei' aus Satans 

'J Witte, den bei einer Dante -Forschung unbeachtet zu lassen als 
Oberflächlichkeit und Unkenntniss der Literatur bezeichnet werden müsste, 
giebt nach Abbate dclla Piazza den Vers durch „Hau Satan, hau 
Satan, umbrarum suprema polestas'' wieder, was freilich nur 
ein misslungenes Errathen ist. Noch auffälliger ist er in dem ersten 
Vers „Rafel, mai, amech! coepit clamare ferinum os'% wo er die ersten 
drei dunklen Horte unübersetzt lässt und die letzteren zwei IVorte gar 
nicht beachtet. 

2) Das n bei nS macht hier keine Schwierigkeit , das auch bei der 
Graecisirung hebräischer Wörter entweder nur durch den .fpiritus asper 
wiedergegeben wird oder ganz wegzufallen pflegt. 



59 

nd, Feuer''. Nim ist der Imperat. HD vom Verhum 
hdj nach dem Muster 65^: von L5^:o — das Patacli tvegen des 
nachfolgenden Gutturals — tvolil nclitig; doch finden tvir 
ihn nirgends im sx^achlichen Gehrauche. In dieser Fonn 
finden wir dasWort n u r als Nomen: l a qu e u s, p e di c a, d e c i- 
pula, welche Bedmtung es auch wirklich in dem Dante- 
schen Verse hat. Hinwiederum ist in HD os, oris, die Be- 
deutung richtig ; unser Gelehrter aber ist geriöthigt, es im 
status constr. ]t3K^ "»D pi zu lesen, wo es wieder das Bante- 
sche pe nicht deckt. Noch weniger aber decken sich ^2n^n, 
hale h a v a mit alepe. Benn sei es, dass Bante wegen Ver- 
sündigung gegen die heilige Sprache in der Holle mr Ent- 
schuldigung vorgeben könnte, er habe sein Hebräisch bei einem 
NichtJuden, vielleicht auf einer deutschen Universität erlernt, 
musste ihm doch zugleich gesagt worden sein, dass man ,das 
n i cht dageschirte 2 {in TiZ'rb) nur ztim „weichen", nicht aber 
gar bis mim „harten'' P verstümmle. 

Bennoch muss ich gestehen, dass, falls ich der Wissen- 
schaft mit meiner Erklärung einen Bienst leiste, der Bank 
dafür Herrn Schier gebührt, durch dessen Erklärung ich 
auf die Idee geleitet worden bin. Bevor tvir jedoch an die 
Wiedergabe des Wortlautes gehen, erachten tvir es als ge- 
boten, den vermuthlichen Sinn zu ermitteln. 

Bern Inhalte des Abschnittes und dem Sinne nach müsste 
dieser Vers die Beprecatio enthalten, wie diese von den meisten 
Bichtern, und sonst audi von unserem Bichter, bei Beginn eines 
grösseren Abschnittes und besonderen Gesanges an die Musen 
um Begeisterung und Verleihung des nichtigen Ausdruckes 
zu geschehen pflegt. Was sollten aber die sentimentalen Töch- 
ter Apollo's, die himmlischen Musen, von der pech- und schwe- 
felberussten Teufels-Wirthschaft in der Unterwelt verstehen? 
Hier kann nur der Herr des Hauses, Satan selbst, die Stelle 
der Musen vertreten ; und an ihn richtet Pluto, der hier den 
Führer abzugehen und die Sehenswürdigkeiten der Hölle zu 
explidren hat, die Bitte in den hebr. Worten r\B'^bs ( alepli-pe, 
alepe)*) lehre den Mund! Aber abgesehen davon, dass 



') Freilich sähe fch Heber das alcppn mit doppeltem P geschrieben: 
ob vielleicht sich noch eine solche Handschrift rvo findet? 



60 

Satan her über jeden noch so geheimen Winliel heJiufs der 
Explication aufs Genaueste Bescheid zu gehen weiss, ist er 
auch die Persönlichkeit, um jedem einzelnen Worte den nöthigen 
Gehalt und die erforderliche Salbung zu geben. Denn, um 
die Höllenqual zu schildern, muss jeder Gedanke in Schwe- 
fel, Pech und Fluch getaucht, muss jedes Wort ein Teufel 
sein : und solche Gedanken einzuflössen, solche Worte zu leihen, 
vermag nur Satan. Sehen wir ja heute noch den frommen 
Christen sich bekreuzen, sobald er nur den Namen Satan 
ausspricht. Denn schon die Benennung dieses Höllenfürsten 
ist Schrecken, könnte als eine Heraufbeschwörung für ihn 
lind als Hingabe an seine Herrschaft gelten, ist Unheil im 
Gedanken und könnte Verderben bringen im Worte : ist hb'HB 
(Pape) ein Fallstrick, eine Schlinge des Mun- 
des. 

Der Sinn dieser Anrufung ist also etwa der: du Satan, 
Unheil im Worte, leihe das Wort! oder wörtlich nach dem 
hebr. Ausdrucke: „Satan, Fallstrick des Mundes, 
Satan, Fallstrick des Mundes, lehre den Mund!" 



Zweiter Haupttheil. 
Formenlehre. 

Erstes Kapitel. 

Grundsätze der allgemeinen Formenlehre. 

§5. 
Uch e\haup t. 

1 . Bevor gezeigt werden kann, wie sich die feststehenden 
einzelnen Redetheile sowohl aus einander selbst erzeugen (der?' 
van), als für die verschiedenen Zwecke des Sprechens abwan- 
deln (decJman) , müssen die allgemeinen Grundregeln, nach 
denen dieses geschieht, entwickelt werden, und diess giebt den 
Stoff zur generellen Formenlehre , die wir zunächst abzuhan- 
deln haben. Da aber im Chald., wie in jeder andern Sprache, 
Formation und Flexion der Wörter theils an und durch die 
Consonanten, theils an und durch die Vokale bewirkt wird, 
so zerfällt die generelle Formenlehre in zwei Theile. 

2. Bei den Modificationen der Consonanten und Vokale, 
wodurch die Formation und Flexion der Wörter bewirkt ist, 
muss man aber das Begriffsmässige von dem Physischen un- 
terscheiden. Begriff smässig nennen wir alle solche Buch- 
stabenmodificationen , in denen sich ein feststehender, durch- 
greifender Formations- und Flexionstypus, der von Ueherlegung 
des sprachbildenden Volkes ausging, zu erkennen giebt, wie 
z. B. in den charakteristischen Unterschieden der Tempora und 
Conjugationen und in den Endungen der Numeri des Nomens; 



62 

für physisch und materiell gelten uns dagegen die Buch- 
stabenmodificationen, welche in einzelnen Formen oder Form- 
arten bei der Pronunciation durch das Organ der Spre- 
chenden bewusstlos oder bewusst erzeugt wurden, z. B. ^hp'p^ 
st, r^to.i^, I^IND st. inN3, innoN st. inpriN (ähnlich im Lat. 
Imminutus st. inminiUus, mi st. mihi, hodie st. hoc die u. a.). 
Dass die allgemeine Formenlehre hauptsächlich die Modifica- 
tionen der letztern Art ins Auge fassen müsse, ist an sich klar. 

§6. 
Veränderungen, welche die Consonanten treffen. 

Die Bildung und Abwandlung der Wörter ist also zuerst 
an und durch Consonanten bewirkt worden, indem Buchsta- 
ben vokallos oder vokalisirt (Silben) den die Grundform ausma- 
chenden Radikalen vorgesetzt, eingeschoben, angehängt, oder 
Radikale ausgeworfen, verdoppelt oder mit anderen Buch- 
staben vertauscht wurden; z. B. ^topp, ^-"11:^, Nji^pp, i'Dp 
von b\Dp', ^h von N^,l, inuj von n^J. Für jenen Zweck hat 
man im Chald. die Buchstaben t "^ n .^ D n n verwendet, und 
es liegt der speciellen Formenlehre ob, zu zeigen, welcher 
Gebrauch in jedem einzelnen Falle von diesen Bildungsbuch- 
staben gemacht worden ist. Dagegen muss die generelle For- 
menlehre einige nur phonetische d. h. solche Buchstabenmodi- 
ficationen bemerken, welche theils ganz absichtslos durch das 
Organ herbeigeführt wurden, theils in dem allgemeinen Stre- 
ben nach Erweichung und Wohlklang ihren Grund haben. 
Es ist nun auf diesem Wege und für diesen Zweck in den 
Wortformen bald eine Assimilation, bald eine Umstellung, 
bald eine Weglassung, bald eine Vertauschung, bald eine An- 
setzung von Consonanten erfolgt. 

a) Assimilirt wird regelmässig 1) das 3, wenn es als vo- 
kalloser Schlussconsonant einer zusammengesetzten Silbe vor 
einem andern Consonant unmittelbar vorausgeht. Man spricht 
statt pD^: gewöhnlich pB% statt nnDjp, ^nD.p, am für NnJK/ 
Gen. 7, 11. Jon. Vergleiche § 18 von den Verhis ID und 
§ 38. — 2) das n der passivischen Vorsilbe hn vor D und % 
seltener vor andern Buchstaben s. § 10, 5. — 3) in nur 
einzelnen Beispielen D und n, wie •i^'n st. ^h DN, Nnn, ''NTn 
für /Nnnn, ^Nnnn (Gen. 1, 6. 6, 16. Jon.), dagegen muss es 4) 



63 

als eine durchgreifende Assimilation betrachtet werden, wenn 
in manchen Verbis ^D z. B. ]}^) statt VT), nj.:N, ijsp von nj^ und 
b3^ gesprochen wird (§ 20, 4). Statt des den Vokal dehnenden -i 
ist hier eine Verdoppelung des folg. Consonants mit geschärf- 
tem Vokal gewählt worden, vgl. Gesen. Lehrgeb. S. 390 f. 

h) Umgestellt wird regelmässig das n der passivischen 
Vorsilbe hn , wenn der erste Radikal des Verbi ein Zischlaut 
(ti^UDi), ist z.B. nDnKfN, nnnoN, yitoäN. Die bequemere Pro- 
nunciation ist hier die unverkennbare Ursache. Lexicalisch 
kommt die Transposition noch in andern vereinzelteji Bei- 
spielen vor, wie y"jn statt ij/n (Hebr. iv.^l.\ '"^ neben "i].% 

c) Weggeivot-fen werden \) am Anfange der Ww. die vo- 
kallosen flüchtigen Laute n, -• u. J (Aphaeresis), z. B. nn st. ihn, 
^: st. tJ^JN ^), pD, pD, yi Imper. st. ppj, pD3, yi% in späteren 



') Unser Autor geht von der gewöhnlichen Ansicht aus, es habe das 
Aramäische aus dem Hebräischen sich herausgebildet. Wir jedoch haben 
unsere Meinung für die ,^ Priorität des Aramäismus" geltend gemacht; 
nehmen daher das I^J (voct-o;, voa-^w, um die menschliche Hinfälligkeit 
zu bezeichnen) und "in {verwandt mit "I-lfl , das Zugespitzte, in eine 
Einheit Auslaufende) als Stamm an, mithin N bei ihnen nicht per aphae- 
risin abgeworfen, sondern prosthetisch hinzugefügt ist. Ueberhaupt können 
wir uns nur schwer mit dem Gedanken befreunden, es habe eine uralte 
Sprache bei Bezeichnung der naheliegenden Gegenstände und der nothwendig- 
sten Begriffe noch so sehr die Euphonie walten lassen, sei, mit arideren 
Worten zu sagen, in der grössten Armuth luxuriös und bei Heisshunger 
leckerhaft gewesen. Nehmen wir ferner die zahlreichen hebräischen Tri- 
litera, beispielsweise NDD, W^, ll^., lOIlti^, IDi, das Verbum DD3 
u. V. A., welche nach dem Euphoniegesetz der Epenthesis aramäisch 
li:^, üU."]ti^, IV:";.;, XDn3, Üohll, und DOnS lauten sollten, und wir 
gerathen auf zwei höchst sonderbare Schlüsse : a) würde die aramäische 
Sprache noch wählerischer in der sprachlichen Aesthetik, wie wir die 
Euphonie doch nennen müsscti, sein, als die hebräische selbst, die unstreitig 
die reine classische Sprache des ganzen Aramäismus ist? b) geschähe dieser 
ganze Sprachluxus auf Ko.sten der ganzen aram. Sprachfamilie , wel- 
cher das Trilitera- System zur Natur geworden, und sind wir genöthigt, auch 
eine unnatürliche Euphonie anzuerkennen, was doch ein Widerspruch 
in sich selbst wäre. — Dieser Umstand, vereint mit der auffälligen Er- 
scheinung, dass die Anzahl der Quadrilitera im Aramäischen eine ver- 
hältnissmässig zu grosse i.it, ermuthigt mich zur Aufstellung einer Theorie, 
welche, ?rcnH sie richtig ist, die widersprechenden Indicien versöhnt, wenn 
sie in dem hebr. Wurzclstjsteme bald zu Gunsten der Bi-, bald zu Gun- 
steil d/.'r Trilitera sich hinneigen: 



64 

Targum. auch andere Conson., z.B. 02 st. -i^d"] Gen. 37, 4. Num. 
30, 21. Jon. 2) in der Mitte dieselben und ähnliche vokallose 



De?' ältesfc Armnüismiis kennt bei?n Nomen nur zwei Wurzellantc, 
Consonanten nämlich, die mit einefn traditionellen Vokal gesprochen 
wurden (daher das Schwa7ike7i der Vokale). Bei dem in der Sprache 
etwas jüngeren Verhum tritt noch ein drittes Element hinzu; ein Vokal 
nämlich, als Index lectionis, oder ein Co?isona7it, der aber, als blosse 
Vorschlagsilbe, vokallos bleibt. Bei diesc?n Charukteristicum, in welchem 
sie sich der einen Sprache des Ostens^ dein Sanscrit, nähert, hat die aram. 
mit den übrigen alten Sprachen des tieferen Ostens die häufigen Com- 
posita gemein, welche die Gruppe der Quadrilitera in ihr ausmachen. 
So, beispielsweise, könnte ich das aram. "ll-J^ ^^* Bezeichnung für 
Garten (p_) und Begriff des Wohnen s {*'^)r\) gleichsam als wohnbar ge- 
machte, geschützte Gartenanlage, Zaun, etymologisch fasslicher erklären 
als das daraus entstandene hebr. 1*1,1; und die bekannte Etymologie 
von Uü-72 als Compositum von |P^ 7^2, gleichsam princeps odo- 
ris, scheint gar nicht so spasshaft, wie man ,ne zu nehjncn p/legt, und 
ist geeignet, uns in seiner Benennung sowohl den hohen Werth merken 
zu lassen, in welchem die Balsamstaude vor der übrigen duftenden Flora im 
Oriente stand, als auch eine Andeutung zu geben, warum der Wohlduft 
xar ^^o^inv iin Hebräischen UV/,'^heis.ft. (Aehnliche viele Etymologien, z. B. 
Dy^3. Gy y'7i, Din''3 Dirin-'S etc. finden sich im Talmud, die, mögen 
sie richtig oder unrichtig sein, doch immer uns auf die Spur führen, es 
seien die Quadrilitera ursprünglich nomina composita gewesen.) 

Wenn daher in den anfangs angeführten Wörtern das nasale } oder eine 
der Liquidae'^und^\ im Aramäischen vorhanden ist, während sie i7n Hebräi- 
schen fehlen, so ist durchaus nicht anzunehmen, die Einschaltung sei nach 
dem Euphoniegesetze der Epenthesis geschehen, {denn wie wir bereits gesagt, 
dürften die alten Aramäer keine Feinschmecker gewesen sein, und liegt in 
der Häufung der Consonanten kein so feiner Geschmack), als vielmehr, 
der jüngere hebr. Dialekt, der seiner späteren Geburt und seinem Bil- 
dungsgrade nach schon mehr Hecht hatte an das Wohllautsgesetz zu 
appelUrcn, habe auf dem Wege der Elision jenen Consonaiiten aus dem 
alten Nomen compositum QuadriUterum hcrausgestossen, um es als Trili- 
terum für denselben oder einen ihm äh?ilichen Begriff zu gebrauchen; es 
seien sonach aus dem aram. tD'^Zl-lti^, CD- ^3, II-jJ, T'D-IJl etc. die 
hebr. nomina \^yV,, Ü^i, ll,}. und "iD.i entstanden. 

Wenn wir weiter in der hebräischen Sprache hie und da auf ein 
QuadriUterum stossen, andererseits wieder Indicien vorhanden sind, wel- 
che für ein ursprüngliches Zw ei- Cons on an ten- Syst cm sprechen, so liegtin dem 
Einen, wie bei dem Anderen gar keine Anomalie . weil die hebr. Sprache 
ihr System der Trilitera da oder dort nicht durchgeführt hat, je nachdem 
es ihr sachlich oder phonetisch richtig erschien, daher die alten Bilitera 
oder Quadrilitera beibehielt. 

Schliesslich inuss- ich jedoch bemerken, dass ich in dieser meiner 



65 

Consonanten vorzüglich bei Zusammenziehung mehi'erer Wör- 
ter in eins oder beim Anstossen von Bildungssilben (Elisio) 
z. B. NJ^p.j^ st. NjN i^Dj^, i-'i^'^'^F: st V^n:;^>tD,-? (§ 13, 1), lonn 
stiDj;^ ^:^in, Nnsrfn') st t<nv„}^^ n-, njnh st' n^nnh (§ 39,3. Anm.) 
ifi^'nhf st ^iTNnN, seltener ausserdem, wie n;; Gen. 29, 17 T. H. 
st n;n: , n:1ü st. Nj2;1ü. Mit n und n geschieht dies auch 
zuweilen, wo es einen Vokal hat, z. B. ^^riN st i;NnN, (§21), 
^3D st =inJO. 3) am Ende ist regelmässig das weiche n in 
den Femininalformen der Nomina wie no^D weggeworfen 
worden (Apocope), in spätem Targumim (und dem Talmudi- 
schen) auch in andern Fällen, z. B. "^2 st. n^2 Gen. 22, 19. 
40. 3. Jon. Num. 16, 16. Jon., m st 2=in Gen. 26, 21. Jon. 
Nur einzeln erscheint besonders in den spätem Targum. die Apo- 
cope des ] z. B. iwp ■ st iltop: Dan. 5, 10., des * in dem Fut 
NONn statt -iDNn Gen. 33, 10., Jon., des D in ^njp Chfjp) st dnjp 
Gen. 18, 10. 24, 13. Jon. Sonst vgl. § 23, Anin. l.'^) 



Hypothese dvrchaus nicht die Behauptung will ausgesprochen haben, die 
Epenthese und die weitere Sprachtechnih., wie ich statt Euphonie sie lieber 
nennen wollte, sei vom Ara7näismus ausgeschlossen {denn wie kommen 
wir mit der Aramäisirung so zahlreicher occidentalcr Wörter zurecht?) 
sondern wir haben, bevor wir ein Wort der einen oder der anderen Norm 
sufsummircn , genau zu untersuchen, welcher Sprach-Periodc es angehört, 
aus welchem Lande es stammt und wie es sich mit dem Begriffe verhält, 
welcher in demselben zum Ausdrucke gelangeii soll. 

') Ich halte mich hier und in allen ähnlichen Fällen nicht berech- 
tigt, eine Correktur vorzunehmen, weil die Schreihart mit Knmez unter dem 
n nicht Druckfehler , sondern vom Autor beabsichtigt scheint, der das 
Kamez von der contruhirten Silbe NH hier beibehalten wissen will. 
Sonst liest man es richtiger XHlt^H mit Patach des n und dageschirtem H- 

*) Hierher gehört auch das von Vielen besprochene , von Wenigen 
aber noch richtig erklärte talmudische )J)^ri für U^D^V^j es bleibt stehen, 
d. h. der Lehrsatz bleibt trotz des Eiiispruches in Kraft, entgegengesetzt 
dem }<ri2*'n, von Jlin revertere, d. h. die Behauptung ist in Folge 
der entgegenstehenden Frage rückgängig g''emncht, aufgehoben. Fer- 
ner sind t.heils zu dieser, fheils zu den anderen technischen Sprachfor- 
men zu zählen die schwierigen talmudischen Wörter : l/^SN selbst, ja 
■sogar, contrahirt aus l*? DJ<. ^N; N^Q^N wenn nicht, soviel wie l^N 
N^ DN; NQp der Erste, entstanden aus Sr^lp.; MD^M n:y.il^5<. {abbre- 
viatim }<"N) statt H^yS p»X 7venn du willst (will ich sagen, d. h. ich 
kann noch andere Gründe anführen). Etwas weiter von dieser gewöhn- 
Wiuer, chaW. Gninm. 5 



66 

Nur orthographisch ist die Auslassung quiescirender Buch- 
staben, wie \'i;n st. ^"l^<T^, i.^* st. i^;;., r]^o st. r]^'Np (^i^'Np) 

d) V(}rt(mscht werden die der Aussprache nach verwand- 
ten Consonanten, insbesondere die Quiescentes, z. B. iz^p st. I^no, 
?^: st. i6:^. 

Dagegen gehört es nicht hierher, wenn in den Verbis N"? statt 
des N in vielen Formen ein ^ mobile erscheint, oder wenn statt 
NriNDTj? gesprochen wird Nn^DTjP. Denn in diesen Fällen tritt 
nur der ursprüngliche Consonant, der verdrängt worden war, 
wieder ein. 

e) Angenommen wird 1) zuweilen ein n prostheticum in For- 
men, die mit zwei Consonanten anfangen würden, z. B. '•nti^'N, ^inN. 
§ 23, Anm. 1. Lexikalisch reicht dies jedoch weiter und die 
Nominalbildungssilbe n ist zuweilen nichts anders als ein pros- 
thetisches N, z. B. ?]';ün, DIN, selbst mit Verdoppelung des 
folg. Consonanten d^n, ]^t< neben "j;., ntn neben T 

Ausländischen, uam. griech. Wörtern, die mit 3 oder 2 Con- 
son. anfangen, ist gewöhnlich bei ihrer Aufnahme ins Chald. 
(Talmud) ein N vorgesetzt z. B. i'^DpN Cant. 4, 14. d. i. $u>.ov, 
i'DlN aikCkfi, N^LDDK ai:V))vY]. W^DDN straia. 

2) Durch Einschiebung (Epenthesis) tritt besonders das 
flüssige und somit weichere J bald zur Auflösung einer hart 



liehen Sprachtechnik liegt schon das talmudische IpHli^K aus NHI!^ 
Kn^Qlp <^«.f erste [Jüngst vergangene) J ahr. Auch das echt aramäische, 
etymologisch schmierige 'Y^'y^_y jetzt, scheint hierher zu gehören und aus 
nyii^D 1]l bis zur Stunde, entstanden zu sein. Weiter gingen schon 
die Talmudisten, um dem Worte durch das y am Anfange keine so fremd- 
artige Physiognomie zu geben, indem sie dieses y in ein N umwandelten. 
So schreiben sie 2JlN wegen, gelegentlich, für 2-1 /]l auf dem 
Bücken (eines Gespräches) getragen, bei Gelegenheit; ''^Jlb ""LOJ^N 
deswegen, aus ""IDn? ^\^t21 "1^ da es einmal dahin gekommen ist, 
oder mit Attraction des ersten Buchstaben vom folgenden Worte 71i5p wegen 
gleich ''Dn'7. II^Q. Mit praefixem 7 sagen sie iri'^N? sogleich, auf 
der Stelle, contrahirt aus "HN "^J/. Wo die möglichste Sprachtechnik 
in Anwendung gebracht ist, ist es das talmudische K''''? ''S'7D. „ Wie 
verkehrt ist das'* , so wurde es gewöhnlich in den alten Talmudschulen 
übersetzt: eigentlich aber ist der Wortlaut: dieses (diese Meinung) hat den 
Anschei?i, als wäre es gegen das Obige (früher Gesagte). Denn es 
ist M""^ per metathesin, dasselbe wie ^X^, und dieses apocopirt aus ^N^y 
das Obere, während bei ""S^D das N aus ''2N73, ('SN^ gegen, mit 
2 der Vermuthung) elidirt ist. 



67 

dünkenden Verdoppelung, wie ni:n st. N2n, m-'p st. rrric, )}r,:) 
st. VT (so besonders häufig im Zabischen), bald zur Verschmelzung 
des Affixi mit der Verbalform, wie "^^i^pp; st. "^bi^p] (§ 16, 
Anm. 1) auf. Für ersteren Zweck wird auch zuw. *i gebraucht 

vgl. pafD*^! st. piJfCl, ND^D (NDD). 

Ueber ein zur Bildung von Verbis quadrilitt. eingeschobenes 
1 u. ^ s. unten § 14, 2. 
3) Am Ende solcher Formen, die auf einen Vokal ausgehen, 
wird nicht selten zum bessern Abschluss ein J (Nun parago- 
gicum) angefügt, z. B. )^b\^p^, V'V^X* i^nitfij. 

§7. 
Veränderungen, welche die Vokale treffen. 

Die Bildung und Abwandlung der Wörter ist zweitens durch 
Vokale bewirkt worden, indem die aus einer Grundform abge- 
leiteten Wortformationen durch veränderte Selbstlauter cha- 
rakterisirt wurden, z. B. "^^D von r^jo, i?pjp von ^pp, bzp von ^zp. 
Zwar lässt sicli nicht in allen einzelnen Fällen nachweisen, , 
warum gerade diese und keine andern Charaktervokale ge- 
wählt worden sind, wohl aber kann man gewisse feststehende 
Formationstypen erkennen, und diese hat wieder die specielle 
Formenlehre nachzuweisen. Dagegen muss die generelle For- 
menlehre einige Abweichungen von diesem Typus und einige 
anderweite Modificationen der Vokale, die durch das Orgau 
herbeigeführt worden sind, zusammenstellen und kurz erläu- 
tern. Es werden nämlich Vokale im Laufe der Formation 
und Flexion bald vertauscht, bald versetzt, bald weggetoorfen, 
bald angenommen. 

a) Vertauscht werden 1) lange Vokale mit kurzen, wenn 
eine zusammengesetzte Silbe den Ton verliert, z. B. v"^? von 
b'2, 7]Hb: Esra 7, 20 f. ^d:, ^h"\v\:^^ Dan. 2, 16 f. inj^ ^^"M 
Gen. 30, 31. st. iriN, -jn von in, ijpj; 5^. constr. von n|ry 
purum geht dann meist in x, • in -^ über), a3/.p npäj 
st. np.Kj (Esra 6, 12.) vgl. oben § 3, weil hier der Ton auf 
die erste Silbe zurückgezogen ist, npp- Dan. 3, 14, N^n "»nriN 
Gen. 20, 5. Wo beim Anwachsen des Wortes der lange Vokal 
unverändert geblieben ist, war derselbe entweder eine vocalis 
impura (z. B. l'on^p), oder es hat sich der Endconsonunt des 
Wortes an die Anhängesilbe angeschlossen, z. B. V'op^i:^ Dan. 



68 

3, 31, wie im Hebr. beständig in Tjn^n. S. oben § 2, 2. Vor Mak- 
keph ist aber die Verkürzung selbst im bibl. Clialdäismus 
nicht regelmässig beobachtet, z.B. Dan. 6, 12. '"»"nn, Deut. 2,28. 
'•i^'inn, 7, 11. "^i^'ijpDp — 2) kurze Vokale mit langen, theils 
am Ende der Sätze, wo die Stimme sich senkt (in pausa), 
sehr oft, z. B. n^ Gen. 4, 11, r)DD Dan. 2, 32, idk Dan. 4, 6, 
lü^üb Gen. 34, 4., in Gen. 34, 22., 12 Exod. 2, 2., nnb'inN 
Gen. 20, 16., ijjjp Gen. 24, 19., nbti^D Exod. 4, 13., n^K^'n 
Gen. 38, 17., Dj;^p Gen. 30, 31. (doch ist dies nicht durch- 
greifend vgl. Dan. 2, 9. 17., Exod. 8, 16. vgl. m. v. 17)'), 
theils vor einem Guttural, der hätte verdoppelt werden sollen, 
z. B. r^iiü st. "ij^^p, Nj;nNp st. N^"].Np (doch auch dies ge- 
schieht nicht immer, besonders wenn der Guttural n oder n 
ist, Dan. 4, 16, 24), seltner vor andern Consonanten, z. B. 
V^:^^ st. ]v:n Gen. 6, 2. Jon., inp^N st. fnjPN Gen. 38, 9. Jon. 
(s. § 20, 4), auch wohl n^ra/ st. 2^:ir (§ 14, 1), theils wenn 
eine Quiescens, die Schwa comjyosünm haben sollte, mit dem 
vorhergehenden Vokal verfliesst, z. B. XTl^k. st. in^.^j '"^'"7.^^? 
st. i*^n^N2 Dan. 6, 24., l^i^n^N- st. l^-n^Ni Joel 1, 13. (n^x;. 
st. "i^N';), theils endlich wo durch Elision ein kurzer Vokal 
in der offenen Silbe stehen würde, wie n^^ statt n^^ n^n^ 
(§. 6. c). ~ 3) Von Bequemlichkeit der Aussprache geht es 
aus, wenn in Endsilben, die mit einem Guttural schliessen, 
gewöhnlich "-" statt des sonstigen Charaktervokals gesprochen 
wird, z. B. n^SJf'j st. ^^t^:^, nst^: st. nstt^", oder wenn in einer 
Silbe, die mit einer Quiesc. schliesst, der dieser heterogene 
Vokal in einen homogenen verwandelt wird, ^u\i< st. ^D\i<. 
Der Fall, dass in einer Silbe, welche einfach geworden ist, 
der kurze Vokal in den langen Übergänge, kann hier nicht 
aufgeführt werden, da in den meisten Beispielen der kurze 
Vokal von den Punktatoren beibehalten worden ist , und For- 
men, wie ^"^f^ , lyDtJf sich nur in einzelnen Drucken hier und 
da finden. 
h) Versetzt, werden Vokale, theils in einigen einsilbigen 
Verbalformen, welche den Vokal zwischen den beiden letzten 
Consonanten haben, nämhch wenn ein Fronom. antritt ,"^büj? 

') Umgekehrt geschieht es auch zuweilen bei einem accent, con- 
junct., z. B. Dan. 2, 10. 32. o, 14. Esra 4, 19. 



68 

von bi2p, theils in Fällen, wie *Bü st. "»dnd, wo der Vokal 
der quiescibilis vor dieselbe tritt, damit diese in jenem quies- 
ciren kann. 

c) Weggeworfm werden Vokale in den letzten Silben der 
Wörter, wenn Bildungsanhänge, die nicht eine Silbe für sich 
ausmachen, hinzutreten, jedoch weit seltener, als im Hebräi- 
schen, z. B. NO^j; V. D^^, vi?t3g V. i'p.j:, N^r.D v. ijns, |-.^pp: v. b\2p\ 
Es geschieht dies am häufigsten mit ~^ ~:r ^r ~. 

d) Angenommen werden endlich Vokale, 1) wenn im An- 
fange einer Silbe zwei vokallose Consonanten unmittelbar auf 
einander folgen sollten, z. B. i'Lpj?^ von ^pjp, '^^pb von Tj^p. 
Gewöhnlich ist hier "~ als Hülfsvokal eingeschoben (in wel- 
ches dann das vokallose "• quiesciii, z. B. 3r^"i aus 2n^"i, 1=1 znn aus 
lin.T"]), nur wenn der folgende Buchstabe als (Guttural ein 
Schiva compositum hat, erhält der zu vokalisirende Consonant 
den kurzen Vokal, mit dem dieses Schtva zusammengesetzt 
ist, z. B. "iDN^.; hierher gehören auch die Fälle, wie inzyn 
Esra 7, 18. statt in2};.|n (doch daneben in^ijn), i^in; statt 
1^1 n,, nD':>nnEsra4,15, statt n^nnlri 2) zuweilen in pausa Gen. 4, 9. 
Jon. NJN statt n:n Gen. 46, 30. Onk. 

TT T -: ' 

Anm. Eß sind in den beiden letzten §§ schon einzelne Fälle 
von Contraction, namentlich auch von Zusammenziehung zweier 
selbßtständiger Wörter in eins angeführt worden, wie VJD st. "in "jD, 
"iD^^iH statt 103;^ ""nn. Dieses Streben geht in dem Talmudischen 
viel weiter und auch die spätem Targum. bieten Beispiele sehr 
gewaltsamer Contraction en dar, d. h. solcher, wo es nicht bei je- 
ner einfachen Verschlingung einzelner Buchstaben oder Vokale 
geblieben ist, wie Lev. 16, 21. Jon. "lijnttfN st. Nn^p-jjP N^K/ 
(mit N proßthet.), Gen. 19, 34. N"inpi*p st. N-jnp Drp. Das 
n^^. st. n''N iS ißt allgemein geworden. 



Zweites Kapitel. 

Vom Pronomen. 

§8. 
Personal' und Possessivpronom. 
1. Die Personal-Pronomina zerfallen, wie die Hebräischen, 
in zwei Hauptklassen. Theils nämlich bilden sie abgesonderte, 



70 



ein- und zweisilbige Wörter (Pronomina separata), theils be- 
stehen sie in Silben, welche, aus jenen verkürzt, an die Verba 
oder Nomina, angehängt werden (Fron, siiffixa). Jene drücken 
(mit wenigen Ausnahmen) das Personalpronomen im Casus 
rectuSi diese in den casihus ohliquis aus. Die Pronom. sepa- 
rata sind der Reihe nach folgende: 
Sing. 



1 com. NJN (nJN) 

T -: ^ T -/ 



com. 



fm 
f- 



(Dan. 

On) 






ich. 
du. 

er. 

sie. 



com. 



{m. 



m. 



\f 



Plwr. 



wir. 



h 



ihr. 



sie. 



■jiGH und iön kommen nur im bibl. Chaldaismus vor, ersteres 
Dan. 2, 34 f. 3, 22., letzteres Esr. 4, 10. 5, 5. 7, 17 ff.; =11 
ist Prov. 25, 20. zu finden. 
2. Die Siiffixa (inseparabilia) werden theils an Verba, 
theils an die notas casimm (§ 56) und Praepp., theils an 
Nomina angehängt. Im letzten Falle übersetzt man sie im 
Deutschen und Lateinischen durch Possessivpronomina, sie 
drücken aber zunächst den Genitiv der Personalpronomina 
aus, gerade wie im Griechischen TrarVip [jlou, YJfjiov u. s. w. ge- 
sagt wird. 

Die Suffixa Verbi sind folgende: 



M 



mi. 


Sing. 


mich. 


m. 
f. 




i dich. 


m. 




ihn. 


f- 


(n) NH, n-r 


sie. 



(1~) Nrx 

15 



Flur. 

N:(N:^-^) 



uns. 



euch. 



sie. 



Welche von diesen Formen in jedem einzelnen Falle gebraucht 
werden, lehrt § 16, wo auch von dem sogenannten Nun epentlw- 
ticum, das nicht selten zwischen die Verbalform und das Suf- 
fixum eingeschoben ist und zum Theil die Formen der Siiffixa 
modificirt, gehandelt werden wird. Dieses ganz wegzuleugnen, 
ist vergeblich, wenn auch allerdings zuweilen ein 3 für epen- 



71 



thetisch gehalten worden ist, das zum Suffixum oder zur Ver- 
balform selbst gehört, wie in 'jiDJii'üjP oder gar mjinPDp.. 
3. Die Suffixa Nominum scheiden sich wieder in zwei Klas- 
sen, je nachdem sie an Nomina des Singular oder des Plural 
angehängt werden (mithin die Possessivpronomina im Sing, oder 
Plur. mens, mei, noster, nostri etc. ausdrücken). Die letztem 
zeichnen sich meist durch längere Formen, in denen das ^ der 
Pluralität erkennbar ist, aus. Es sind aber überhaupt folgende: 



^. Suffixa nominum singular. 



Sing. 



1 com. 

{m. 
f 

{m. 
f 



mem. 

dein. 

sein, 
ihr. 



cmi. Nj 



Plur. 



DiD 



r m. 

\ f- 



It. 

pn, Din 



unser. 



euer, 



ihr. 



Statt ~ •• findet sich zweimal Dan. 4, 15. 16. 5, 8. N"^» bei 
den Targumisten aber zuweilen \")i Gen. 1, 12. 21., sehr häufig 
pleyie H"» - Num. 24, 7. Für "jiD und *|in ist in Yen. sehr oft 
liD''- und |i. TT. geschrieben Ps. 149, 2. Joel 2, 23. üin {''k) 

kommt vor z. B. Gen. 9, 23. 10, 5. 22, 6. 40, 3. Jon., üiD Gen. 
17, 12. Jon., jenes war auch die phöniz. Pronunciation. — An 
den Wörtern DN, PIN und DH, welche vor Suffixis ^3N u. s. w. 
lauten, erscheinen die Suff, der 2. und 3. Pers. sing, in der 
Form : T], ">" ; NH (u), letzteres findet sich auch sonst als suffix, 
aom., z. B. üT^jI Gen. 3, 5., NHK^n und NHIDB^ Esth. 1, 12. 

' Tr: ''TT" tt:\ 

Diese Suffixformen werden auch an die Präpositionen 7,3, 
ni^., IP, Bo wie an die nota accus. n_^ angehängt, z. B. ""b, NJ^ 
n^ Gen. 3, 2. Jon.), pi?, Tili?, nmi?, I'lnn;. 



1 com 



I f- 

im 
f- 



2. Suffixa nominum plur. 
Sing. Plur. 



I-T" 



meme. 






deine. 



Mei 



seine. 
ihre. 



com. NJ*« T 

t 

t f- P.^-^ 
j m. l'iTT— 



unsere. 
} euere, 
l ihre. 



n 



Diese Suffixa pluralia werden regelmäsöig bios au die Mas- 
culinarnomina (von deren Pluralendung auch das * in der 2. Pers. 
Shuf. und im Plur. entlehnt ist) angehängt, dagegen erhalten die 
Nomina fem. eben so häufig die Suf/ixa sintjularia ^ • , H" 
u. s. w. (Gen. 20, 17. Dan. 5, 2. 2, 23. 32. Esra 4, 17. (5, 18. 
Jes. 1, 4. 64, 5. Jcb. 17,21. Prov. 1, 18. Gen. 47, 9.), da die 
Pluralitätsbezeichnung hier schon in der Endung n t hervor- 
tritt. Im Syrischen geschieht dieses immer, und das Chald. 
steht in dieser Beziehung genau in der Mitte zwischen dem 
Hebräischen und Syrischen. 

Das Suffix. Tj'>~7^ wird in einigen Ausgaben y\^^~T oder ?I"'^'7" 
geschrieben (§ 4), oft erscheint es auch in der abgekürzten Form 
Tfv Dan. 5, 10. 2 Sam. 11, 8. 24. Ps. 119, 4. — Eben so ist 
statt ^es Fem. 1]^"^ in manchen Editionen ^"T" gedruckt, so dass 
beide genera weiter nicht unterschieden sind Jes. 49, 18. 23. 
Venet. Die 3. p. sing. fem. lautet H^ t Dan. 7, 7. und H*»"^" 
Dan. 7, 19., dag. NiTt Deut. 21, 12. Jon., für hT^'V steht 
Deut 32, 27. Jon. IJ^". 

Anm. 1. Das Possessivpronomen kann im Chald. auch ge- 
trennt von seinem JSomen ausgedrückt werden , . nämlich so, 
dass man die Suffixa Verbi mit ^^1 (entstanden aus ^*] relat. 
und 7 dat.)^ oder (seltner) TT (entstanden aus ^"| und 1 genit) 
verbindet, z. B. 7]7">1 T]7p i^eXy qui tibi das heisst tuus^ l]?'''! 7^2 
Gen. 14, 23. Jon. omne tuum. So stehen diese Formen auch 
Substantiv, z. B. 2 Kön. 6, 11. iJ^n die Unseren, ja selbst 
als Prädikat des Satzes, Gen. 31, 43. N^n ^i^n \in DN*] 7b alles, 
was du siehst, das ist mein. 

Anm. 2. Die Suffixa nominum plurall. treten an solche 
Praepositionen an, welche ursprünglich nomina pluralia sind, 
z. B. ^irz, ^rrhv.., l^^V."*? s. § 38, 2. — Auf gleiche Weise 
erhalten n^N (Hebr. tJ^;), n"»^. und NDD wie die Suffixa nom. 
plur., z. B. ^n^N, ^"^1nN, fD^n^N, ^^^n''^, li.TDD und das Suffix 
ist hier durch den Nominativ zu übersetzen. 

§9. 
Uebrige Fronomina. 
1. Das Pronom. demonstrativ um lautet: 



73 

Singular, 
nt. 11 , n {T}J] Jer. 26, 9.) \ jener, 

^1 Cd^-i. Gen. 24, 65. 37, 19. ^3;t Hiob 9, 24.) j dieser. 
f. ""J, N"j diese, jene. 
c. Njl (nn), i:- (Ps. 24, 6. 32, 8.), 131. 

Plural. 
c- r^'N, n^N (Jer. 10, 1.), t;^.n (Dan. 3, 12.) diese, jene. 
Mit dem hebr. Artikel i<^r\r\, xk.^^. (Exod. 20, 1.) drücken 
die Pron. pers. der 3. Pere. und die demonstr. unser: eben dieser , 
gerade der, aus. Eben so sind die Formen N-in^N On*«), N\TN, 
HTVH (Ruth 1, 16., Klagl. 1, 4.) zu erklären. Dass übrigens 
die Demonstrativa durch die notae casuum declinirt werden 
können, versteht sich von selbst, z. B. 1 Sam. 25, 21. ']^'lb dieseniy 
Dan. 5, 6. NT? dieser. 

2. Das Pronom. relativum ist n (hebr. ht) *) oder als 
Praefix. "] (welches nie im bibl. Chaldaismus vorkommt), für 
beide genera und numeri. In der Regel bezeichnet es den 
Nominativ (seltner den Accusativ); wie die (übrigen) casus 
ohliqui ausgedrückt werden, lehrt die Syntax § 41, 1. 

3. Das Pronom. interogativum lautet theils analog dem 
Hebräischen "|D tver? von Personen, und nd, HD (np 1. Sam. 
14, 43.) ivas? von Sachen, theils (adjectivisch) zusammenge- 
setzt aus der Fragpai-tikel "»n und dem Pron. demonstrat. pTN 
m. NTN f. (n^'lj ^T'"')- ^0^^ ist letzteres mehr das verstär- 
kende: welcher denn, welche denn? Die Casus werden in 
beiden Interrog. auf gewöhnhche Weise gebildet z. B. it^t^ wem, 
ND^ wozu, VT^?^ -^^^ welchem denn? 1 Sam. 6, 20. 

Mit vorgesetztem ip findet sich für das 2. Interrog. eben 
sowohl ""TrnP Esth. 7, 6., als (nDJ;) V^p ^N Jon. 1, 8., mit D 
aber VIP. ^^.• 

Das 1. Interrog. ist zuweilen (wie im Hebr.) mit dem Fron, 
pers. oder demonstrativ, verbunden (quis hie, quid hoc) und 
wird dann mit diesem in ein Wort zusammengezogen, z. B. 
=):p st. ^n ip Prov. 20„6. 27, 4., p-np Jer. 26, 9. (dageg. Gen. 
26, 27. Jon. pT np). 

Ueber die Bezeichnung der Pronomtn. refleaiva und reciproca 
(selbst) vgl. die Syntax § 43, 1.. 

') Auf den ägyptisch-aramäischen Inschriften lautet es: ^T und NT. 



.74 

Nota a. Zur Ergänzung der noch fehlenden und Erklä- 
rung der thcüweise hehundeltcn Pronomina sehen wir uns 
zur etymologischen Beleuchtung des Wortes vr veranlasst, das 
in dem chaldäischen, ja im ganzen aramäischen Sprachhaue 
eine weit grössere Rolle spielt, als jene von den Gramima- 
tilcern ihm angetmesene, als blosse „nota accusativi". 

Dasselbe hängt mit dem hebr. \z;^_, targumistischen und 
talmudischen, wie auch syrischen n^N, ^*-| zusammen, de- 
ren Identität so ziemlich durch den Pentateuch -Vers (Gen. 
24, 23) gesichert ist, tvo das hebr. t>^;.n {^-hh DipD ^^dn n^2 ts'^n) 
im Targ. durch n\x~^ ebenso in der Peschito J^f ^, und in 
der samaritanischen Version durch AHT^ gegeben ist. 

Verfolgen ivir das Wort in seiner ersten Bedeutung, 
wie dieselbe sich noch im hebr. K^*; oyioLoL, soli dum. et reale 
quid, res consistens et subsistens findet, so ge- 
langen wir in die früheste Sprachperiode, wo die semitischen 
mit den indogermanischen Etymis sich noch berühren. Es 
ist nämlich das semitische, im engeren Sinne aramäische P' 
lautlich und sachlich verwandt dem indogermanischen Stamme 
E2, wie er in seiner Contraction mit dem Personalsuffix MI 
sich erhalten hat in der jungem Form des griech. sifxt (fut. 
io-Q-^OLi) = ia-[ki sum, inpr. in vivis sum, vivo, wo 
der Ichheit {\lC) die Existenz (scj) zugeschrieben wird. 

Den häufigsten Gebrauch macht von dem Worte n^_, be- 
ziehungsweise n^N, die Sprache des Talmud. Die demonstr. 
pron. ^NH, NH^N, fem. \"i^n. das interrog. pron. ^nd und die 
Nominalsätze n3\n, i<yh, sind alles Composita von n^N. Es 
ist nämlich "n~ nichts Anderes als nh ecce und n"'N est, 

T • ' 

sunt, gleichsam das Seiende, auf das ich mit ^sn ecce 
zeigen Jcann: ille, illa, illud; n.tn oder ^tv^h, aus n"»« 
N"!ii und N^rrn^N entstanden, gleichsam eine Reduplication des 
Pronomens, zvetche, wie allgemein im Aramaismus die Re- 
duplication des Verbum, eine intensive Handlung, die des Nomen, 
das Genus oder das Bestimmte ausdrückt, eine Verstärkung 
bezeichnet, also: ipse, ipsa, ipsud; ^XD oder ^no zusam- 
mengesetzt aus rT'N mit der Interrogativpartikel HD quis, 
quid; N3\x und n3^^ entstanden aus ns^n^N sie, ita, est, 
und verneinend ns-v». gleich N3"n*> non est, da ivb eben- 
falls nichts Anderes ist als n^N mit der Negation sb. 



75 

In diesem, seinem Cliarahter als Nmnen nimmt das n^ 
mwh das D comparationis und das b dativi an, tvohei das • 
gan^ regelmässig sich in ein i verwandelt hat: niD, r\]h*). 

Aus dieser Annahme erJdärt sich, tvarum sie beide das 
1 genetivi nach sich haben. Man sagt nämlich • :^^ri')b 
1 ^^^^'^. (-1T n^miD ^<'Jn), und ivie sonst Hesse sich dieser Genetiv 
rechtfertigen, wenn in dem vorangehenden nis und r^h nicht 
ein Nomen oder tvenüßstens ein Pro7iomen läge? 

Es ist ein eigenthümlicher Zug des Orientalismus, ivie 
er im Buddhismus am schärfsten zu Tage tritt (Vgl. HegeVs 
Logik, § 86, 103), sich das unhestim m t e allgemeine Sein 
als identisch mit dem Nichtsein , mithin als etwas Posi- 
tives und Negatives, als thätiges und leidendes Pnnisip zu- 
gleich zu denlicn; und da das n* so ein unbestimmtes con- 
cretes Sein bezeichnet, darf es uns gar nicht tvundern, wenn 
wir dasselbe im passiven Satze ebensogid als Subject, wie 
wir es im activen Satze als Object finden. Da es aber in 
der Natur der Sprache liegt, das Subject, tvenigstens vor- 
herrschend, nicht als etwas Unbestimmtes hinzustellen, 
so erübngte ftir das n^ der eine häufigere Gebrauch als Object, 
denn als Subject, weil jeder Satz ein Subject, nicht aber 
ein Object haben miiss. So tvurde das Dj, ivelches im He- 
bräischen ganz wie sein indogermanischer Ursprung dn lau- 
tet. Object, und wo das Object namhaft gemacht wird, Zeichen 
desselben, nota accusativi, als ivelches es den Grammatihern 
allgemein bekannt ist.-) 



V Um mich gegen die Anschuldigung zu verwahren, als hätte ich diese 
Meinung von Levy gestohlen, der in seinem Lexicon der Targumim sie als 
nagelneu aufstellt und gegen die alle Annahme, namentlich gegen Bernstein 
mit ihr sehr gelehrt thut, sehe ich mich zu dem Hinweis auf meine Bxixtoi'f- 
Avsgabe, pag. 44. 523 und 575 veranlasst, wo ich diese Meinung, wenn auch 
mit einigen Modificationen und nicht so ausführlich wie hier, zuerst 
lehre. Was jedoch den Herrn Dr. Levy belangt, so wird jeder, der sein 
derzeit erscheinendes „Lexicon der neuhebräischen Sprache'* mit jener 
meiner ßuxtorf- Ausgabe vergleicht, ihm das Zeugniss geben, dass er sich 
keine besondere Gewissensbisse daraus macht, fremde, namentlich meine 
Meinungen für die seinigen auszugeben. Mas Herr Levy hinwiederum 
Neues lehrt bezüglich der Leseart des Vav mit Pathach statt der übli- 
chen mit Kamez, ist unrichtig, wie ich dies in meiner „Kinlcitung"" (S. 42) 
zu diesem Buche gezeigt habe. 

'^) Auch die Phönizier brauchten ah Praeposition zur Bezeichnung 



76 

So lesen uir: (Gen. TO. 17, 5.) C'In 'ü\^ n: "-y ^-pn^ nb; 
{Ibid. 10, 8) z^ü n: Dn'-nNi; {Exod. 10, 2. TO.) t.: ^oWp *b 
li2V^K^; (/6/(?. .5i, 42. TJ.) pnii* n: .t^ t^W^h-, (Ihid. 12, 16.) 
nnps n^ ^Nn^ t<b] ; und im TIehräischen, wenn auch nicht so 
häufig, ist es doch auch nicht ganz gegen den Sprachgehrauch zu 
sagen : nfiS'D hn ztt;?] (Exod. 10, 8), rtt'n nx ^dn: n^; üherallalso 
ein passives Verh mit dem Accusativ des Nomens ver- 
bunden, ivelches letztere man vielmehr ^'als Subject im No- 
minativ crtvarten möchte? — JDie Grammatiker (Vgl. Ewald 
596 f., Simonis Lexic. ed. Wiener p. 103, unseren Autor , § 49) 
machen hier kurzen Process und sagen, die nota accus, n;; 
sei in allen diesen Fällen nota „nominativi." — Weleh^ 
eine plötzliche Umivandlung ! auf welches sprachliche und 
logische Gesetz gestützt soll auf einmal, was allgemein nota 
accusativi ist, hier zum völligen Gegensatze, zum nota nomi- 
natici werden, und ivozu braucht überhaupt ein casus rectus, 
wie es der Nominativ der Hebräer ist, noch eine besondere 
nota ? Nach der von uns gegebenen Erklärung aber ist dies 
ganz richtig, weil das n^ in seiner ursprünglichen Be- 
deutung als Nomen zu fassen ist und zwar als Bezeichnung 
irgend eines unbestimmt seienden Gegenstandes. 
Es ist selbstverständlich , class hiernach das mit dem r\^_ ver- 
bundene Nomen als Apposition zu fassen iväre ; und so ist es 
auch in der That, tvenigstens nach zivei Gesetzen der hehr. 
Grammatik zu schliessen.^) 



des Ohjectes das Wort Ts'^'i^, welches jedoch, bei dem Mangeides Jod als ma- 
ter lectionis in der allphönizischen Sprache, wie Schröder (Gram. d. phön. 
Sprache, § 123) ganz richtig bemerkt, tnit lautbarem Jod, r\'*_H gespro- 
chen wurde. Im Laufe der Zeit erst wurde aus ijjath durch Eli- 
dirung des Jod, wie das hehr. HX , das neupunischc TX *^^ ((^ft''> ^h als 
Sibilans, etwa wie das englische th gesprochen) oder durch Conlrahir ang 
der Vokale - •• in langes J, wie ein lalm. H'^N zu dem im Panischen des 
Pönulus lautenden yth. 

^) Wenn der Syrer Ephräm (zu Genesis I, 1) behauptet, die Aramäer 
hätten die Partikel r^^ von den Hebräernenllehnt, so beruhet seine Meinung, da 
im Hebräischen nicht r? sondern flN nota accusativi ist , auf dieser un- 
serer Annahme der Identität des riK mit ri> Pie gewöhnliche Annahme, der 
ich anfangs auch in meiner Buxtorf- Ausgabe pag. 44 folgte, es stehe die 
nota accus. HN; mit dem hebr. JVotnen TilN Signum, indicium, in Ver- 
bindung, stützt sich auf das quiescirende Vav in den Su/J\ ■'D'iN "^H'^^ 



77 

So ist es nämlich S]yrachgesctz, das denionstrative n, wie 
es seine Natur und sein Namen schon hehunden, mir vor 
einem he Je a n nten Nomen zu gehrauchen, sei es, dass dasselbe 
allgeiuein bekannt ist, weil es das ganze Genus bezeichnet, 
wie mNH d. h. das ganze Menschengeschlecht (Gen. I. 12), 
sei es iveil es Bezeichnung eines uns stets vor Äugen stehen- 
den und daher bekannten Gegenstandes ist, sei es aber auch 
dass es ein in Bede smtcndes und uns schon bekanntes Nomen 
ist. Andererseits lautet das Gesetz, das mit dem aocus. ver- 
sehene Object müsse stets das n demonstrativum vor sich 
haben. Wo ist aber in dem letzteren Falle Einer der For- 
derungen des ersten Paragraphen Genüge gethan ? Es ist 
aber das vorangeheyid vermisstc Nomen in der nota accus, 
selbst zu suchen, derart, dass eben nN irgend ein unbe- 
sti m mt Seiendes bezeichnet, welchem sich das darauf fol- 
gende Nomen ajfjpositionell anschlicsst Wemi daher der 
Hebräer sagt n:iM nx n: rb\t;^^ oder urhr\ hn ^n pwi, haben 
wir das PN als eigentliches Object zu fassen : Noah schickte 
weg irgend ein Seiendes, nämlich die Taube; Ruben ass 
Etwas, nämlich das Brod. 

Von seiner ursprünglichen Bedeutung als Nomen ist das 
T)] durcli die nota accus, in der altchaldäischen und talmu- 
dischen Form n^>f zur blossen VorschlagsiJbe herabgesunken, 



etr.^ wekher Beiveis aber nichts besagt, da das Vav aus dem .Jod von 
n^ entstanden ist. 

Eigenthumlich und höchst beachtensiverth ist de?' abwechselnde Ge- 
brauch von dein Tif^. der Hebräer und PI der Aramäer als nota accus, 
im Samaritanischen. Sorveit es an einigen Stellen (alle zu vergleichen 
gebrach es mir noch an Zeit und mag darum meine Meinung nur als 
muthmasslichc dahingeslellt bleiben) wir gelungen, fand ich. dass die Sa- 
maritaner vorherrschend, wie es im Bibcltcxte ist, das flX gebrauchen, 
und es nur da in das aram. fi"' umsetzen, no der talmudischen Erkläi'ungs- 
weise Raum gegeben ist, kraft des fiN aus dem mosaischen Gesetze noch 
ein anderes tabnud. Gesetz zu deducircn. I)cnn diese, die Tabnudlehrer^ 
nahmen das ni< in seinem Gleichlaute mit der Praeposiiion fiN von riHH 
cum, simulac. um nebst und mit dem Einen, novon im Texte die 
Rede üst, noch das Andere, was sie lehren, involvirf zu ni.\'sen (r\)2'^*7 HN). 

Diese Erklärungsmethode also unmöglich zu machen, haben die Sa- 
maritaner in ihrer dem Rubbinismus enlyegengeslelUcu Opposition das 
biblisch - hebr. flN «« den betreffenden Stellen in das aram. T' umge- 
wandelt. 



78 

hei den reciproken und passiven Vocalformen ; weil bei den 
Verben, die einer solchen Form fähig sind, neben dem Sub- 
jecte stillschiveigend ein Object, also ein Äccusativ hinzuge- 
dacht werden muss. So sind sämmtliche Passiva: Ithpedl, 
Ithpael und Ittaphal oder richtiger Isp'al, Ispael und Isa- 
phal i'J^B'nN, ^j;D"nN und b])ßT^i< (= ^3;pN'nN), nicMs Ande- 
res, als die mit n^N versehenen activen Formen bv,B ,i?V.? wwc? 

b. Em zweites Etymon, dass ebenfalls weit mehr dem Ära- 
maismus, ja im weiteren Sinne dem Orientalismus geleistet, als 
es in seiner ursprünglichen Form auf heimischem Boden An- 
wendung gefunden, ist das Wort br]. Wie das n*' oder n^N 
hat dasselbe sich am treuesten im talm. Aramaismus erhalten 
als das Fron, demonstr. n^n hie, ille, rkr\] pn2 "iDiy n^n 
i^DB^'D sb N^ulD {Bm. 113^) und in dem mit reduplicirter Plu- 
ralform ^bbn hi, Uli. Neben dem talm. vulgären Chaldäis- 
mus hat sich dieses Fron, noch am treuesten erhalten ein 
einziges Mal im bibl. Chaldäismus in Daniel (Cap. 4, 19.) 
Nn);Lr/"n3 = ^^Vy.'bryi in dieser, in derselben Zeit. 
Diese im hebräisirenden Chaldäismus uns erhaltene Stelle 
kann füglich als UebergangspunM angesehen werden, wo das 
chald. Fron, demonstr. tri zum n demonstr. der Hebräer wird, 
welches das b im Dagesch forte ersetzt. Denn es ist ll?,n, D^Dt^n 
nichts Anderes als D^Dt^'^n, T);i'br\, und das hebr. ^n'ij, das 
aufgelöst "Ji^.n? lautet, so ziemlich an jenes Nnj;t2;"M3 erinnert. 
Auch der arab. Art. Jl dankt, nach Abtverfung des Spi- 
ritus asper, dem chald. bn seinen Ursprung, und finden wir 
beide, den aspirirten wie auch den nichtaspirirten Laut zu- 
gleich im Gebrauche in dem syr. JSwO) und y\jf , dem Flur. 

von bn, welche beide wieder in die Talmudsprache über- 
gegangen sind in ^'hn und l''^>1. 

Fiir die Sprache des Talmud haben ivir besonders zu 
bemerken : c. Wie das demonstr. "»Nn und interr. ^nd als Com- 
posita aus n"»« für Dinge, hat die Talmudsprache die Com- 
posita für Personen Ninn und iriD aus dem n demonst. und 
dem XD interr. mit f<in. Das Ninn wird, wie das lateinische 

T ' 

aliquis, quidam, auch ohne Namen gebraucht : rvfn ^^^^i 

b"'iNi ~iDNp d. h. N~i2: N'nr, ein Mann, der zu sagen 

•• - : - tIt t :- - ' ^ 



79 

pflegte (Sanhedr. 7^) NDNn N\-;ri d. h. Nnnhf N\nn eine Frau, 
die gekommen war (Ned. 50 ^). Ja sogar tvird das ausdrück- 
liche Ni2:i nach K\nn nur als Ironie im mninösen Sinne genom- 
men: ""NDZ hiIj tonni Njn wonn besteht die Strafe jenes 
Menschen? (des Hadrianus, toie man es gewöhnlich erklärt; 
Gitt Fol 67a.) 

Bei dem Plural von Ninn tritt die Metathesis ein und 
man sagt =injn statt ]'\nn : ""3)^2 in^n jene Graecler (im omi- 
nösen Sinne für die Hellenisten im jüd. Volke). Ebenso sagt 
man =in:N, als Plural von =i.tn statt i^n^N. 

Dieses ) ist als Zeichen des Plurals wohl zu unterschei- 
den von einem ähnlich eingeschalteten "j, das aber nur zur 
Vermeidung des Hiatus dient. Man sagt nämlich in^: ^hü, 
^n^j ^NH statt in^N -»nd und in^N ^nh. Wo daher das in^N im 
Plural gebraucht ist und iny't< heissen müsste, wird daraus 
inJ^J, und wird dies ursprünglich der Euphonie wegen bei- 
behaltene 1 auch da beibehalten, wo kein Hiatus droht, z. B, 
"|J2"i =!n:''J "jNO welches sind die Lehren. 

Weiter ist aus dem in"»: ^Nn das talmudische o^;n entstan- 
den: '•B^JN nONi ^J''^'^ „das ist es, was die Menschen zu 
sagen pflegen." Bas Interr. ^r\ verbindet sich mit dem 
Pronom. NM mit Elidirung des zweiten n zu H^^n, daher das 
im Talmud häufig vorkommende N"'^■■lN auf was bezieht 
sich das, dasjenige (nm), was hier behauptet oder ausge- 
sagt ist, auf was (\~in) bezieht es sich ? 



Drittes Kapitel. 
Vom Verbo. 

§ 10. 

Ableitung und Flexion des Verbi überhaupt. 

1. Die Verba sind ihrem Ursprünge nach theils primitive, 
theils abgeleitete. Jene bilden die grosse Mehrzahl, diese, welche 
von andern Verbis (verbalia) oder von Nominibus {Verba de- 
nominativa) herkommen, besonders diese letztern, sind selten, 
es ist aber begreiflich, dass sie gewöhnlich in den abgeleiteten 
Conjiigationen auftreten, z. B. tJ^'jr entwurzeln, t5'':.nB(N wur- 



80 

^(7w, von fi^TiiJ^, 5»^"^^tn zelten, von n^hn Z^7^, i?: (iniN) w^Y 
lieisekost versorgen, von Nli' viaticum, yn'iDns^'N von j;"iiD 

r^r^^/ aus abendländischen Sprachen, namentlich griechische, 
sind nur wenige, und namentlich solche, welche technische 
Manipulationen bezeichnen, ins Chaldäische aufgenommen wor- 
den, z. B. ^}_ yXucpsiv ; von Ta^it; wurde Dj?D gebildet. 

2. Die Stamraform des Verhi besteht in der Regel aus 3 
Consonanten, welche einsilbig mit dem Vokal o, oder e (selt- 
ner o) unter dem 2. Radikal ausgesprochen werden; doch 
giebt es auch einige vierhuchstabiye Verba (quadrilittera), 
welche die Vokale • - zu haben pflegen; z. B. ^^no bedecken, 
und zwei ganze Klassen von Zeitwörtern sind in der Stamm- 
form zweibuchstabig DJ^, pn. Die Stammform des Verhi ist 
zugleich das fempus praetcritum , und aus ihr zunächst wer- 
den nicht blos die übrigen Tempora und Modi, sondern auch 
ein Passiv mit denselben Temporr. und Modis abgeleitet. 

3. Aus und neben der Grundform des Verbi bilden sich 
aber auch, ^vie im Hebräischen, gewisse andere Formen, wel- 
che den Begriff ihres Stammverbum in einer bestimmten Mo- 
dification bezeichnen und gleich jener Grundform nicht nur 
durch alle übliche Tempora und Modi hindurchflectirt wer- 
den können , sondern auch Passiva erzeugen , denen dieselbe 
Flexion zukommt. Es sind zwei: b\2;p_ und i'ppN. Man nennt 
sie (so -vNie die Grundform selbst) Conjtigafionen. Es giebt 
also drei (gewöhnliche) Conjugationen. (Ueber einige seltnere 
Schaphel, Poel, Filel, s. unten § 14). 

4. Charakter und Bedeutung der abgeleiteten Conjuga- 
tionen sind: 1) II. Conj. oder Fael. CkaraMer: Verdoppel- 
ung des 2. Stammbuchstaben (entsprechend dem hebr. Fiel). 
Bedeutung : überhaupt Intension des Verbalbegriffs , den die 
Grundform bezeichnet, z. B. inn f r anger e, iin conf ringer e, 
r\bx schicken, nW* entlassen , besonders caussativ, wenn das 
FeaJ intransitiv war, z. B. DDH weise sein, Pael DZ)n weise 
mciehen ; ^^n iveiss sein, "jin iveiss machen, waschen; pop 
roth sein, pöD röthen , roth färben; pbo hinaufsteigen, p^'D 
hinaufsteigen machen , (auch wegnehmen , wegschaffen) , zu- 
weilen bloss mit der Wendung: für das halten, erklären, gel- 
ten lassen, was das Peal ausdrückt, z. B. did lügen, 3'^D für 



I 



81 

einen Lügner erklären, der Lüge überführen. So drückt ein 
Verbum denoininativ. im Pael das Bewirken dessen aus, was 
das Nomen bezeichnet, z. B. ü'^ü von ü^p Flecke machen, 
beflecken, auch privativ, z. B. "jfiJ^i (vgl. aschen, äschern, wie 
man sagt : köpfen d. i. ) , Äsche wegräumen, i?j?D Steine weg- 
räumen. — 2) III. Con jug. oder Aphel. CJmrakter : das vor 
die Stammform gesetzte n n) und der Vokal e oder ^ in der 
letzten Silbe. Bedeutung: a) gewöhnlich caussativ von Peal 
(meist in Verbis, wo Pael nicht gewöhnhch ist, selten neben 
PaMl, z. B. pDD, p~y), z. B. D"ip nahe sein, D'^jpN nahe brin- 
gen (darbringen), \i;'ib anziehen, ^^^h anziehen machen, an- 
kleiden, /3p dunkel sein, '^zpi< verdunkeln, ndh sündigen, '•priN 
zur Sünde verleiten ; oder mit der Wendung ; erklären u. s. w. 
z. B. p"nUN für gerecht erklären, (richterlich) lossprechen. Das 
Caussative ist auch da zu erkennen, wo im Deutschen eine 
intransit. Wendung stattfindet, z. B. "tppN regnen (vgl. o Zeü^ 
uei), TjliirN, npUN etc. 

Nicht von «//^w. Verbis sind sämmtliche Conjugationen im 
Gebrauch; eine grosse Anzahl Verba kommen blos im Peal, 
andere blos im Pael vor. In letzterer Hinsicht vgl. z. B. IDT, 
"IDH, 33*, F]:iD, n^D, Ipl, doch ist auch dann die Intensivbed. 
im Pael ohne Schwierigkeit wahrzunehmen. Wo Pael und Aphel 
zugleich existiren, sind sie meist durch die Bedeutung geschie- 
den z. B. TiVü rathen, "^^pN zum König machen, 72p accepit 
(obedivit), 73pN obscuravit. Zuw. fallen aber beiden Conjug. in 
der Bed. zusammen, vgl. pöD uud PPQN. 
5. Die Passiva sämmthcher Conjugationen cJmrakterisiren 
sich durch die Vorsilbe hn (bibl. nn), von welcher Folgendes 
zu bemerken ist: a) wenn die Verbalform mit n n u anfängt, 
assimihrt sich das n dem folgenden Buchstaben und wird durch 
Dag. forte bezeichnet, z. B. ^3"nN, nopN, i3nN von 131, nsp 
und "i3n (seltner und nur in spätem Targumim geschieht das 
nämliche vor andern Consonanten, z. B. 3"nDN Coh. 12, 10., i'Tipj* 
(st. ^"»nonN) Ps. 49, 18., i-do Ezech. 23, 48., Gen. 13, 7. 38, 9., 
Exod. 13, 10., 29, 43. Jon.); — h) wenn die Verbalform mit 
einem Zischlaut B' a d i anfängt, wird n hinter diesem einge- 
schoben, z. B. p3nKfN. Dann geht zugleich n nach ü in ü, nach 
t in n über, z. B. yapuN (f ysunN), izniN (f isinx). Von beiden 
Bestimmungen machen die Verba ly grösstentheils eine Aus- 

Winer, chald. Gramm. 6 



82 

nähme, sofern bei diesen das n der Vorsilbe in Ithpeal u. Ittaphal 
verdoppelt wird 1^1^% V*»t?i=]: Klagl. 1,1. Dan. 2, 5. Jes. 1, 12.*) 
— Die Bedeutung ist nicht blos die passive, sondern häufig 
auch eine reflexive oder reciproke (z, B. .vriB^N sich waschen, 
2"ij:5nN sich nähern, ^^pnN Bath pflegen 1. Kön. 12, 6.) Die 
Reflexivität ist aber hier in dem weiteren Umfange zu nehmen, 
wie sie das griech. Medium ausdrückt, z. B. pripN sich nütz- 
lich sein, Vortheil ziehen. Auch wo tvir activisch reden, ist 
die ursprüngliche, reflexive Wirkung nicht zu verkennen, z. B. 
in^HN oder in^HN Jude werden (sich zum Juden machen oder 
machen lassen), p'iynN fliehen (sich in die Flucht schlagen 
lassen). Dem gemäss könnte man diese Formen mit PN viel- 
leicht besser Beflexiva nennen (wie denn das hehr. Hithpael 
ursprünghch neben Niphal in der That nur Beflexivum war), 
allein im Aramäischen, wo es sonst keine eigentlichen Passiva 
giebt, hat die passive Bedeutung in dieser Conjugation die 
Oberhand gewonnen und sie mögen daher a potiori auch ferner 
Passiva genannt werden. 

Neben diesen aram. Passiven treten zuweilen (nicht blos im 

bibl, Chaldaismus) hebräisch geformte Passiva (Pyal u. Hophal) 

auf vgl. 12, 2. 4 5. 9. 

6. An Temporihus und Modis hat das Chaldäische für alle 
genannten Conjugationen a) ein Praeteritum und Futurum; 
h) einen Infinitiv, Imperativ (diesen auch für die Passiva) 
und (in allen Activis doppeltes) Participium. Diese sämmt- 
lichen Formen entstehen aus der Grundform, unmittelbar oder 
mittelbar (wie das Fut. zunächst aus dem Imp), theils durch 
Hinzufügung von Bildungsbuchstaben {''D), theils blos durch 
veränderte Aussprache der Stammconsonanten , theils durch 
Beides zugleich. Die Personalflexion aber im Praeter, und 
Imperativ wird, wie im Hebräischen, durch Nachsilben, im 
Fut. durch Vor- und Nachsilben, welche aus den Perso- 
nalpronominibus entstanden sind, bewirkt. 

7. Je nachdem bei der Formation der Verba alle Stamm- 
buchstaben unverändert bleiben, oder einer oder zwei derselben 
eine Lautveränderung leiden, ordnen sich die sämmtlichen 

') Dies gilt jedoch nur, solange das Verhum zweisilbig bleibt, tritt 
hingegen die Reduplication ein, so bleibt das Gesetz in Kraft, und wir sa- 
gen von ylT, yTyiTN. 



83 



chald. Verba unter zwei Hauptklassen, welche gleich hier ge- 
schieden werden müssen. Die Einen nennt man Verba regu- 
laria, die Ändern Verba irregularia. 



Bei den Völkern des Ostens stand bekanntlich der Pan- 
theismus an der Spitze, die Vergötterung der Gesamvnterschei- 
nungen, ivie sie im gleichen und ewigen Flusse der Zeit ihren 
einheitlichen und lebendigen Ausdruck finden; der Polytheis- 
mus des Westens personifi,cirte dagegen die einzelne Kraft, an 
welcher die Zeit nur blosses Gepräge ist. Während daher die 
Zeit jenen als etwas Belebtes galt , das sich selbst trägt und 
bewegt, war sie diesen nur etwas Zufälliges, höchstens die 
Marke an der Scala der Lebens äuss er un g , wie es die 
einzelne Naturkraft ist : Es ist daher nicht Zufall noch blossem 
Sprachgefühl, sondern vielmehr nothwendige Consequent der 
verschiedenen Weltanschauungen, wenn wir in den Sprachen des 
Westens für die Bestimmung der Zeit und fur die Nuancirungen 
ihrer Relation mehr abgegrenzte und sicherere Merkmale fin- 
den, als sie in den Sprachen des Ostens anzutreffen sind. Denn 
diesen, den östlichen Völkern, ist die Zeit das im eivigen Flusse 
befindliche Leben, das, katim noch zur Gegenwart getcorden, schmi 
in die Vergangenheit verschwimmt, bei dem daher ein feststehen- 
des Merkmal unmöglich ist; wo hingegen nach der Weltan- 
schauung des Westens die Zeit etwas Starres ist, das ebensogut 
als Merkmal an der Erscheinung dienen kann, als es selbst 
der Gliederung durch die Merkmale bedarf, um in gelenkiger 
Gefügigkeit zu verharren. — So haben unr in den orientali- 
schen Sprachen für den Scheidepunkt von Zukunft und Ver- 
gangenheit, für die Gegenwart, kaum ein besonderes Zeichen, 
während die westlichen Sprachen jeden dieser beiden Haupt- 
abschnitte, die Vergangenheit und die Zukunft, ivieder in klei- 
nere Zeitabschnitte zerlegt, für deren Relation sie besondere 
Zeichen hat. 

Der sprachliche Verkehr mit den westlichen Völkern, mit 
den Griechen und Römern, weckte erst in den palästinischen 
Hebräern das Bedürfniss nach praecisen Merkmalen der Zeit 
in der Fle<ci(m des Verbs, und haben sie nach Muster der 
Römer und Griechen, die ihrer Sprache ganz und gar ab- 



84 

gehenden relativen Zeücny das Futurum exactum, und Plus- 
quamperfedum , periphrastisch thoils mit dem Participium, 
theils mit dem Infinitiv gebildet. 

l) Die Mischna-Sprache '), in welcher nach einigen Schwank- 
ungen im Spätbiblischen dieses Gesetz zur Durchfahrung kommt, 
gebraucht nämlich zur Bezeichnung des Flusquamperf. das Far- 
ticip. praes. mit dem Verbum n^n, während sie für das Futur, 
exact, den Infin. mit dem zum Hilfsworte gemachten Verb iny 
gebraucht: yoti^i (Dn"2 ^^^ni<) "i3iy n%T „er war ein Vorüber- 
ythender und hörte" er war bereits im Gehen als er hörte; 
"piN .TH Nin „er pflegte zu sagen'', nicht jetzt, als er eben 
gesprochen, hater diese Maxime geäussert, sondern bevor er noch 
gesprochen, hatte er sie schon früher gesagt: nmn^ Nilp n\"j 
^"^ "|Di Vy-Pi^. , da es nicht erlaubt ist, an das Studium der h. S. 
zu treten, sobald die Zeit des Schema-Lesens herangerückt ist, so 
kann das Tempus beider Verba hier kein gleiches sein, vielmehr 
muss er bereits im Lesen gewesen sein, als die Zeit des 
Sch'ma- Lesens heranrückte, ^^lürh Tny ^jnä^ nna^yo 
V^^inD i''n*; da er doch die Zehnt nicht auslösen kann, inso- 
lange sie nicht abgesondert sind und er sie gegenwärtig noch 
nicht abgesondert hat, so ist nothwendigerweise der Act des 
Absonderns nur im Futuro exact, zu denken ; die Zehnt, die 
ich werde abgesondert haben". (Baba Koma 79) 
""i"*^^ TTij; ^:n (Mischna D'mai cap. VIII.) heisst nicht „ich 
werde übrig lassen", weil er bei den Ecken (hnd) des Feldes 
gar nicht anfangen darf zu mähen, vielmehr müssen diese 
Ecken bereits übrig gelassen sein, sobald er mit dem Mähen 
beginnt: daher jene im Futuro stehende Handlung als eine 
zugleich vergangene zu betrachten ist : „ich werde übrig gelassen 
haben", njjpp^ ^ Jn Tn^n „was ich erkauft haben werd e", 
da er doch eine Sache, die, bevor er sie noch käuflich er- 
worben, nicht als Hypothek bieten kann. 

i) Da unsere Ausgabe „für das Lesen der beiden Talmude'' berech- 
net ist, welche die Mischna mitumf'assen, ja in^ ihrem halachischen Theile 
an sie anknüpfen, erachten wir es als geboten, die Sprachgesetze der- 
selben in unserem Werke einer Beachtung zu unterziehen. Die Sprache 
der Mischna, die auch die in der Beräita und dem Sifri übliche ist, ist 
ihren Grundzügen nach die rein Hebräische, die hier ihre Fortbildung 
durch neue Modi und Tempusformen erlangt. 



86 

II) Auch den griech. Aorist zur Bezeichnung einer anhal- 
tenden und länger andauerndev T/uitiglceit wussten die Misch- 
nalehrer, die Tiegrmider des neuen Hehraismus, aus dem alten 
hehr. Sprachgesetze gut und logisch herauszubilden, indetn 
sie dieses Beharren in der Thätigkeit als einen Zustand an- 
nahmen, in welchem das Subject sieh befindet und von welchem 
es erfasst ist, dem gegenüber aber es als etwas Passives, als 
Object erscheint. So sagen sie beispielsweise \ynK^', n'^n tid 
■)'^\ WTr.! \^nD. In allen diesen Fällen möchten wir do'i 
Fart. act. erwarten, da derjenige, der leichtsinnig an- 
gelobt, etwas meint oder Wein trinkt, doch thätig ist. 
Hierin aber, in C''""!:^ Y';*D, i" nnir. ^z/c wäre nur die ein- 
malige Handlung oder höchstens ein Adjectiv , das zeit- 
weilig dem Subjecte anhaftet, gemeint; in dem Fart. pass, 
soll aber das Andauern der Handlung, das Verharren in dieseni 
Zustande, von dem das Subject gleichsam leidenschaftlich ofas.st 
ist, ausgedrückt sein. Wenn Rabb. J[osua in der Mischna sagt, 
•:n ^^-pp, (Jebamoth cap. XVI. Mischn. 7) oder wie es sonst 
hcisst ^-^bipü, soll da und dort weniger gesagt sein, dass sie 
die Lehre so oder so empfangen haben, als vielmehr, dass sie 
dieselbe als die eigene angenommen haben: dass sie ihr 
verfallen, ton ihr gleichsam erfasst sind. 

III) Zur Herstellung einer Form, welche, ähnlich dem griech. 
Medium, iveder ein völliges Leiden (Niphal), noch ein freies 
Wirken an sich selbst (Hithpael), sondern beides zugleich aus- 
drücken soll, lag für die Mischnalehrer ein um so grösseres 
Bedürfniss für die richtige Darlegung eines krankhaften Zu- 
standes. Seiner Natur gemäss müsste der Zustand des Er- 
krankens als ein Leiden, als Fassives , also im Niphal 
bezeichnet werden; und doch geschähe mit dieser Bezeich- 
nung dem Gesetze der Mischna Abbruch, das einen Unter- 
schied macht, ob die Krankheit vom inneren Organismus 
ausgeht (D^D5f ^~^2) oder ob sie sonst in Folge eines äu^^iseren 
Druckes (D";n ^tz] entstanden ist. So z. B. ist das Zerinnen der 
Lungenmasse (bei unverletzter Lungenhaut), das Schwinden 
der Leber, der Milz, wenn sie in Folge mechanischen Druckes 
und äusserer Schädigung herbeigeführt sind, unter allen Um- 
ständen als incurahel bezeichnet und das von krankhaftem 
Zustand befallene Thier nngeni essbar ; ist aber der krank- 



hafte Znstand von selbst entstanden, so lässt er, insolange nicht 
die Fäidniss bis zu einem gewissen Grade um sich gegriffen, 
no^'h Besserung erwarten, und ist daher das Thier noch geniess- 
bar. Würden sie daher von ddd , Tiö in welchen Verben der 
Begriff des Zerr inn ens, des Z er flies sens liegt, "|"]pj 
oder von ddd in der üblichen reduplicirten Form opppj ge^ 
geben haben, könnte man leicht denken, es sei dieses Zerfliessen 
infolge äusserer Einwirkung geschehen. Aber auch die re- 
gelmässige Hithpeal ' Form , die wohl die von Innen aus 
sich bildende Krankheit bezeichnet, genügte nicht, weil in der- 
selben der leidende Zustand nicht gegeben ist. Deswegen 
haben sie beide Formen zu einer neuen Form, zu einem 
Nithphael vereinigt und sagten (rv^^'^r) nopppr:, "^ipni Ebenso 
n^T3 13DD ^^riB^'J i6\ IDDH rhu'}. Würden sie das blosse Niphal, 
^Nüj;j, gebraucht haben, so könnte leicht der Annahme Raum 
gegeben sein, es sei die Abnahme in Folge äusseren Ein- 
mrkens erfolgt, ivas nicht gesagt werden soll, vielmehr sei die- 
seihe ein inneres Schtvinden; daher die Nithpael-Form^^j\m. 
Vergleiche die dieser Mischform angehörigen IPDNHJ, 13npj, 
rinnK^'j, {statt f\:^m:, IP.pnJ) T.^nj, nsin:, inyi nvipni In 
allen diesen Fällen ist das Subject passiv bei der eigenen 
reflexiven Tliätigkeit: Er wird als ^svo^ eingeladen 
und entschliesst sich die Einladung als $ev6(; beim Andern 
anzunehmen; er erkennt sich als Geschäftstheilnehmer (F^-insr) 
und wird als solcher angenommen; er wird von der 
Gefahr (hjdd) bedroht und setzt sich ihr selbst aus; 
er ivird als Fremdling, als i:, aufgenommen und fühlt sich für 
diese Aufnahme berufen; er wird mit Worten bestritten und lässt 
sich in den Wortstreit ein ; er wird in seiner Auftvallung von 
einem Andern beruhigt und er gieht dieser Beruhigung nach, 
weil mittlertveile sich sein Sinn Onyi) abgekühlt ("Tip) hatte. 
Es ist daher durchaus nicht dasselbe, oh ich sage -p^pin 
)n^^V oder ob es heisst ^P^J^^ (dd-"^ wohl richtiger ^pin: gelesen 
würde) ]rihv; "lytt'n -n^pin doer ij/B^n ij?.:ri Denn in -iD^oin 
■ji^^y ist nur gesagt, man habe zu dem bereits Bestehenden 
ein Neues hinzugefügt, ohne dass zwischen Beiden , dem be- 
reits Bestehenden und dem neu Hinzugefügten ein innerer 
Connex bestände; F^oim hingegen besagt Beides : sowohl dass 
es in die Kategorie aufgenommen wurde, wie auch, dass 



an 

es seiner Natur nach sich dieser Kategorie anschliesst; 
lytt'n r^y^iTi würde nur heissen , der am Stadtthor festgestellte 
Preis sei ein höJierer geworden, ohne dass noch gesagt tväre, 
dass es mehr als ein willkürliches Erhöhen des Preises ist; 
ip^n: sagt aber, dass die Waare (das Getreide) selbst infolge 
eingetretenen Mangels im Werth sich gehoben und dass die- 
sem gemäss auch der Preis erhöht worden sei. 

IV. Der im Hebräischen nur seltene Infin. des Niplml, 
wo das n ausfällt, indem der Vokal desselben den vorher- 
gehenden Buchstaben D, b, D, 3 beigegeben wird {vgl. nljy^ 
Eomd. 10, 3. statt nUjjn^, 'ii'K;32 Prov. M, 17. statt "hn^^nz), ist 
in der Mischnasprache der vorherrschende: bi:)ih st. ^ü3nb 
j, nutdos zu werden'^ ; Dj3^ „aufgenommen zu werden" st. 
Dj'3r]b;]Ub nuim oder yynb „der hingeht, um gerichtet, um 
umgebracht zu werden'^ der zum Tode Verurtheilte. 

V. Wie wir oben (Seite 78) gezeigt haben, ist das forma- 
tive PN des Hithpael aus n\s entstanden mit Wegfall des \ 
Dieses ■> bleibt jedoch da, wo das n ausfällt, was vorherrschend 
der Fall ist, wenn das Verbum einen der Buchstaben n, l, 
:, 3, "p , D und n zum ersten Radikal hat: z. B. njPHTNT 
(Targ. Num. 22, 24.) st. nj^niHNT; nidn^' y^p^N statt V^Jphn 
„ist verschleudert geworden, kam zufällig nach einem 
Orte'' ; yiDD^ Nni'D ^nhy^H „die Sache enthüllt sich als von 
früher her'' d. h. der Sachverhalt war in Wirklichkeit schon 
früher derjenige, als der er erst gegenwärtig sich uns ent- 
deckt 0N^:3nN). Ebenso sagt man ns^x (Berach 54 a) ^3''^n'«D 
{Horioth 8^) y3L3"'N statt niHN, ''3;^nnp und ysunN. 

(Schlussbemerkung.) a) Die Grammatiker u. Lexicographen 
verstehen sich nur schwer zur Anerkeniiung dies. Niihpael-Form 
und ziehen es vor, in den einzelnen Fällen eine Anomalie des 
Hithpael zu erblicken. Der Grund dieser Weigerung ist wohl 
in dem Umstände zu suchen, weil wir von der angeblich be- 
stehenden Form mit Ausnahme des Praeteriti keinen weiteren 
Modus und Tempus finden , welches Bedenken jedoch bei der 
folgenden Betrachtung völlig schwindet: 

Der Charakter dieser Form liegt in der Zufälligkeit 
des Zusammentreffens zweier Momente, die zu ihren Trägern 
verschiedene Personen haben: der reflexiven Thätigkeit des 
Subjectes nämlich und der Thätigkeit eines ausser ihm stehen- 



u 



den Subjectes, dem gegenüber jenes Subject als Object erscheint. 
Abgesehen nun davon, dass der Zufall sich weder für die 
Zukunft bestimmen y noch viel weniger als Imperativ 
gebieten lässt , widerspricht es auch, als die Geburt des Au- 
genblickeSf der Natur des Participiums, das ein Zustand des 
B e harr ens ist, kann aber auch nicht im Infinitiv gebraucht 
werden, welcher, als Nomen des Verbs, doch eine Selbst- 
ständigkeit fordert , die ihm in jenem zufälligen Zusammen- 
treffen des Augenblicks nicht geboten ist. 

b) Zur Aramäisirung spielt die Mischna- Sprache hinüber 
in der Verbindung des Personalpronomens mit dem Partici- 
pium: l'bv '^t'P^^ ^^^2jpp statt "»JN 1«l:i und ^2i< ^3pp. Ebenso 
gebraucht sie V^D^N, VPI^^) TPI^n und (mit EUdiruug des n) 
^nlp statt der hebr. Pluralsu/f. mit D"»-" ü^(>DlN, D^D^jlB', Ü^Nl'ip 
und, wenn das D~in ein hebr. Verb wäre, D''p""iin. In dem 
letzteren Falle, wo die dritte Pers. plur. masc. mit dem Partie, 
sich verbindet, hat es, wie das Lateinische dicunt, tradunt, 
die impersonate Bedeutung man. 



§ 11. 

Fleodon des regulären Verhi. 

1. An das Praeter, schliessen sich zunächst die Imperative, 
aus denen die Futura hervorgehen. Der Imperativ des Peal 
charakterisirt sich durch den dumpfen Silbenvokal ( ), die des 
Pael und Aphel, so wie alle Imperative der Passiva, sind 
gleichlautend mit dem Praeterito. 

2. Die Futura entstehen aus den Imperativen durch den 
Bildungsbuchstaben % welcher im Peal mit t , im Pael mit 
~~ , im Äphel (wo das n elidirt wird) mit ~ , in allen Passi- 
ven aber mit • (n^) gesprochen wird. 

3. Die Infinitivi bilden sich aus den Praeteritis, und zwar 
auf doppelte Weise, a) im Peal durch die [Vorsilbe p; h) m 
den übrigen Conjugationen und allen Passivis durch die 
Schlusssilbe nt^t. 

4. Auch die Participia gehen zunächst von der Form der 
Praett. aus, und werden a) im Peal blos durch veränderte 
Pronunciation der Stammconsorianten (^tojp, ^^pp) — h) in 
allen übrigen Conjugationen und den Passivis durch das vor- 
gesetzte D gebildet, das im Pael vokallos, im Aphel mit t , 



to 

in den Passivis mit ~r- (np) gesprochen wird. Von den beiden 
Participiis der Activa ist immer das erste, mit ~ in der letzten 
Silbe, adiver, das zweite, mit - in der letzten Silbe , passi- 
ver Bedeutung. 

5. Die Personalflexion ist am einfachsten in den Praeteritis 
und Imperativis, am zusammengesetztesten in den Futuris. 
Die Bildungs-Buchstaben und Silben zeigt folgende Tabelle: 

Praeterü. Imper. Futur. , 



3. Sing. m. 

f. n-- 






2. Sing. m. n — od. 


T 


1 


~n 
r • n 


1. Sing. com. n .. 






N 


3. Plur. m. -i 

f. «, 






1^ • ^ 


3. Plur. m. iw 


T 




1. Plur. com. NJ~ 


! 

i 




- - : 



6. Durch Hinzufügung der Afformativa , welche den Ton 
erhält, gehen a) in den letzten Silben die Vokale ~-~ , ~ und 
V (letzterer nur im Fut. Peal) verloren, wenn die Affor- 
mativen mit einem Vokal anfangen; dagegen vor den Bildungs- 
silben der 3. Pers. praet. ^ und n , und der 2. Pers. des Imp.^ 
auf welche der Ton nicht fortrückt, werden sie beibehalten; 
— b) in der S. fem. und 1. com. der praet. sing, im Peal u. 
Ithpeal, wo auf diese Weise zwei vokallose Consonanten zusam- 
mentreffen würden, ist der Hülfsvokal ~ angenommen worden. 
Der hauptsächlichste Unterschied der chald. Personalflexion 
von der hebräischen besteht darin, dass die 2. Pers. sing. Praet. 
dem genus Dach nicht durchweg geschieden ist, dagegen die 3. 
Pers. plur. Praet. neben dem Masc. auch ein Fem. hat, und 
dass die 3. plur. Fut. fem. ebenfalls durch die Praeform. "• 
(nicht n) gebildet wird, üebrigens sind die Aflformatt des Fut. 
(z. B. V^) hier viel leichter erklärbar, als im Hebräischen. 
Das Paradigma sämmtlicher Conjugationen des regulären 
Verbi ist nun folgendes: 



90 



Teal 



Ithpeai 



Pael 



Fraet. 3. m 


^t3j? 


^i?F?n^ 


^W 


3. /• 


n^öj? 


n^i^pns 


n^tsp 


2. m 


f]^t3,^ 


nf^DpHN 


ir\hqp_, NH^bj? 


2. f. 


n^ö}P 


n^^RHN 


J^.^öj? 


1. c 


nbpp^ 


rri^üpHN 


n^.Pi? 


Flur. 3. m 


•ii?Dp 


li^bpnN 


^^b|? 


3. f 


^^^R 


N^bpnN 


N^bj? 


2. m 


lir)i>tDjP 


]^ni?t3jpnN 


I'l^^^R 


2. ^ 


If^i.^^p. 


in^DpnN 


i^:^.^^!^ 


1. c 


NJ^bp 


Nji>bpnN 


Nj5?bj? 



Infin. 



^^PP. 



Ni'DpDN 

T tI: : • 



N^bp 



Jwp. 2. 


m. 


hup 


^topnN 


b\2_p 


2. 


f. 


-^bhp 


''!^bpn^c 


'^kp 


P?wr. 2. 


m. 


6\p^ 


=!^bpnN 


^bhp 


2, 


/■■ 


^i^J^,?. 


Nj!?bpnN 


^i^hp 


Fut 3. 


m. 


^^.p:. 


^^RH' 


b^.p/: 


3. 


f- 


^Ppn 


i?üpnn 


b^.p^ 


2. 


m. 


bt^pn 


^Dpnn 


^t3pn 


2. 


f- 


r^^pn 


]^f?ppnn 


P^'^RH 


1. 


c. 


^topN 


^^pn^j 


b^.p.^.. 


Plur. 3. 


m. 


I^^PR' 


Vi^tppn: 


Vb^p] 


3. 


f 


^"^M- 


i^t?i?n: 


)kW) 


2. 


m. 


I^^Dpn 


"i^i^üpnn 


]6i2pn 


2. 


r 


l^'^RH 


l^qpnn 


I^RO 


1. 


c. 


^R^ 


b^p.^i 


b^.pJ: 


1. Par^. 1 


m. 


^P.R 


ijDpnp 


b^.P^. 


f- 


^^PR 


N^ppnp 


t<bl2pQ 


2. Par^. 1 


m. 

r 


N^>Dp 




b\2pD 
Hb\2p^ 



n 



Ithpaal. 



Aphel. 



IttapJml. 



^^i?r^ 


^ÜRN 


^P.RJ^J< 


n^ispnx 


n^üp« 


n>DRnN 


ni^tsjpnhf 


nijppN, Nni^bpN 


P^PRP!« 


^!^^Rn^ 


^^t?.Ri< 


^^PRHN 


n^Djpnx 


n^üRN 


"^.PRHN 


^^Dj?nN 


•'^^pJ< 


^5»pj?nN 


N^t3jPnN 


^^P.R^ 


N^üpHN . 


l^ni'tsjpnN 


l^ni^DRN 


l^n^jpRHN • 


in^tsprix 


)^k^.pM 


^^.^PRIi}^< 


NjijbjPnN 


^J^P.R^>* 


NJ^üjPnN 


N^tlpriN 


N^DRN 


N^DpnN 


^tspnx 


^P.RJ< 


^PRPK 


'^'^RP^ 


;^PRN 


'^PRr!^< 


^^DjpnN 


•it^ppN 


•ipbpnN 


Nji>b|PnN 


>^i^P.R>? 


NjijDpriN 


^t3j?n: 


^p.r: 


^PRp)' 


Nuprin 


^P.Rn 


^PRnn... . 


^tsjpnn 


^P.Rn 


^DRnn ' '■ 


l^^tspnn 


r^RRn 


r^^R^in 


^tSRHN 


^ppN 


^PRPf< 


l^^tsRH- 


v^i'tDj?: 


i^^prp: 


)\^?-^'. 


i^rr: 


i^^rp: • 


V"ii?t3j?nn 


^^^üjpn 


ViijüRnn 


l^t^Rnn 


t^FP- 


I^^RPn 


^\2p_n: 


!'P.R^ 


■ " '-■---*■ 


^ispnp 


^P.RP 


^ppnp 


N^^upn» 


N^ÖRP 


N^üpnp 




^tDRP 





sbü 



Pü 



§ 12. 
Anmerlcungcn zum Paradigma des regulären Verhi. 

1. Ueberhaupt. 

1. Die Verbalformen mit . sind oft plene^ ■■ oder auch 
mit VT geschrieben, nämlich: aj die Endung der ersten Pers. 
sing, sowie der zweiten Plur. fem. der Praet, z. B. n^^lpp. 
Gen. 3, 10., nnüJ I. Sam. 25, 20., nnsj;^ 1. Kön. 18, 13. 18., n^D^n 
Deut. 29, 5., vril^j; Exod. 1, 18. — h) das Pael und Aphel, 
z. B. rpnN 2. KöD. 6, 23., nWö Ps. 16, 2., id-»-?,"] Jos. 18, 8., 
iTD''i^n Deut. 29, 5. Jon., rh^i'p^ Gen. -J, 11., tD^tsfjZD Hos. 6, :5. 
— c) das Partie, act. im PeaZ, z. B. nnj Dan. 4. 20., n'<D: Gen. 
3, 15., pnD Cant. 5. 8, Umgekehrt lautet das Part. Peil (sel- 
ten) wie h'pj) Dan. 5, 27. u. in Pael u. Aphel etc. wird zuw. 
"^ in ^r verkürzt vor den mit Conson. anfangenden Afforma- 
tiven (l^nij.jjN Joel 3, 5., Nnnrir 2, 32. 3, 3.), s. unten 2, 1. 

2. Praeteritum. Die 2. Pers. .sm^. lautet fürs Masc. nicht 
selten Nni^Dp, n^t^p, Prov. 23, 8., 2. Sam. 14, 13., n^t^pnK etc. 
Dan. 5,2V, 6, 13^, Gen. 4, 10., 20,9., 22,16., 31, 26., Rieht. 5, IL, 
in den Praeter, des Pael und Apiiel aber, sowie im Praet. Peal 
solcher Verha, die als Silbenvokal e oder haben, ist diese 
Form selbst überwiegend, vgl. Dan. 2, 47. n^D^ , 5, 27. Nnijpn 
Gen. 3,17. ni^sp, 18,5. Nni^^'D, 24, 14. NnJöi,'32, 28. np^^ddn 
etc. An die 3. Pers. Plur. Masc. wird in den spätem Targumim 
zuweilen das paragogische ] angehängt, z. B. "j-ni^' Gen. 3, 7., 
l^natt: Ps. 148, 7. Aehnlich lautet 3. plur. fem. ihdn (iNnDN) 

Exod, 4. 19. (T. H.), TironN Gen. 3, 7. Jon., statt "- haben 
beide unter dem 2. Radikal zuweilen (vorz. in Yen.) ^, z. B. 
Vtyti^. Gen. 8, 3., Jos. 9, 1., Ni;^2 Gen. 41, 7. 

3. Futurum. Statt des Bildungsbuchstaben "' findet sich 
in dem Targum der Proverb nach syrischer Weise auch :, 
z.B. b^.n: Prov. 16, 10., rjirp: 10,3., -\\d:: 2,9., pDBD2 10,31., 
-)^:n: 27, 18., i'^pnp: 12, 27., m^n^ 29,2. vgl. Dathe de ra- 
tione consensus vers, chald. et Syr. Prov. p. 16. — Statt )^ 
endigt die 3. Pers. Plur. auf •« Esra 4, 12. ^ü^n\ 

4. Infinitiv. Die Endung des Infinitivs im Ithpeal und den 
folgenden Conjugationen lautet im bibl. Chaldaismus statt n t "t 
zuweilen Htt z. B. Dan. 2, 12. 14., Esra 7, 14., Dan. 6, 4.; 
in den Targumim aber • (ni), z. B. nsi Exod. 13, 21.. Ezech. 



93 

13, 20., ^i'BnpN Ps. 102, 23. 118., 6. Num. 9, 17., 11, 17., Jes. 
8, 1 2., Esth. 1, 5., 2, 8. — Anderwärts fehlt die charakterist. 
Endung Nx r z. B. 1 Sam. 29, 25., 30, 8. ~ Im Pael und ^jpW 
haben die Infin. zuweilen, wie in den Passivis, ein vorgesetztes 
D, z. B. ND^np Cant. 1, 7., nöjn3D Deut. 32, 23. (T. H.), Kaninp 
Ps. 118, 9,\-DgJnp Exod. 21,Vo., Lev. 5. 21. (T. H.) Lev. 26. 15. 
Jon. Exod. 7, 3. Jon. Selten sind Infinitivbildungen, wie "'i'.lDj? 
Lev. 13. 7. Jon., ^mi Gren. 22, 5. Jon. Cpn^p Gen. 2, 9. Jon.) 
\^ih Esth. 2, 3., ^^y^n Ps. 92. 3., ""^.inn.N Hioi) 1 , 13., "»Diop« 
Deut. 18, 10. (T. H.) mit " r parag. 

5. Passiva. Die Vorsilbe hn , wofür im bibl. Chaldaismus. 
und sonst nicht selten nn (Esra 6, 2. 7, 15. Dan. 3, 27. 28., 
6, 22. 5, 27. etc.), nur einigemal pn vgl. §. 25, 2., lautet im 
Praet und Infin. bei den spätem Targumisten zuweilen nj, 
z. B. "iDpn: 1 Sam. 23, 7. (was sich an die rabb. Conjugation 
Nithpael anschliesst). In den Particip. ist nur selten das D 
weggelassen, z. B. NiDts'^N Hiob 28, 21 , iJ^ZBfnnx Gen. 31, 15. 
T. H., wogegen die Infinitive es zuweilen annehmen s. no. 4. 

2. Zu einzelnen Conjugationen. 
1. Peal. Der formelle Vokal der Grundform (Praet.) 
ist in einer nicht geringen Anzahl von Verbis, besonders 
solchen, welche intransitive Bedeutung haben , ~:r (t .. ) oder 

('•"), seltener '\ z. B. a) ^3N traurig sein , b^nd bös sein, 
3Np gut sein, 2r\i sitzen, 3DK^, 2''DB^' liegen, r|pn stark sein. — 
h) ^iDT schlafen Gen. 2, 21., 3lin trocken sein, ^l3n verwaist 
sein. In den meisten dieser Verba stimmt das Syr. und Arab, 
jener Punktion bei (vgl. nnq, t:i, pncjf, d^dk^) und der Unter- 
schied der Verba auf a n. e ist im Aram, überhaupt schärfer 
ausgeprägt als im Hebräischen. Zuweilen kommen beiderlei 
Formen nebeneinander vor , wie oni , Dn") ; pni , p^ni ; "pi 
und r^ü'i. 

Die Vokale e (i) o bleiben a) in der Flexion des Praet. 
für die übrigen Personen, wo sonst gesprochen wird, z. B. 
i<:bm Esr. 5, 9., iIFiduj, Jos. 24, 13., i<}p:ko Rieht. 15, 10., 
9i?p JEsr. 4, 12., uhh Jer. 49, 4.; auch die 3. fem. und 1. 
com. hält den Vokal unter dem 2. Radikal regelmässig fest, 
wie n^p2 Esr. 4, 24., n?hn Ezech. 2b, 2., n^NB; Prov. 10, 7., 
n^P3;p 1 Sam. 14, 43., rr'i^üf? 2 Chron. 26, 19., n''p''i>Q Gen. 



94 

37, 6, Veil. Zuweilen ist jedoch in geschlossenen Silben eine 
Verkürzung des in ;• eingetreten, z.B. t<lbm, l'iDbm 1 
Samuel 1, 21. 12, 13. Rieht. 13, 6. Esr. 5, 91. 2 Chron. 25, 16. 
— h) Im tmper. haben die Verba auf e gewöhnlich - oder 
. ( .-), z. B. tt^ni? 1 Kön. 22, 30., ly Hiob 2, 5. Ruth 2, 14. 
Jos. 24, 14., i'iN oder b-^m Gen. 22, 2. 1 Sam. 3, 9. Ps. 34, 12. 
Joel 1, 12. 13., im Ftit aber (_), z. B. it^^bn Dan. 5, 16., 
DDttj^ Dan. 4, 14., oder ( ) z. B. 3^nn Deut. 28, 30., oder \ 
z. B. rilpn^ Gen. 31, 35., ii:pn Exod. 20, 5. Wo in einem 
Verbo zwei Formen des Fut, auf -^ und t. oder auf - und 
i, neben einander existiren, hat in der Regel jede eine eigen- 
thümliche Bedeutung, z. B. nip^ Num. 1, 51 er wird sich 
nähern {Futurum), i'ip^^; Jes. 5, 19 er möge sich nähern 
(Optativ), Exod. 3, 5; ?)pn^ Gen. 25, 23 er wird überwältigen, 
^lipn;" Gen. 31, 35 er wird vermögend sein (valebit); t2^r^ 
Dan. 5, 7 er soll herschen, Di^K^"^ Coh. 8, 9 er pflegt zu herr- 
schen. Die Verba mit i dagegen bilden das Fut. auf "i, z. B. 
^^DT Ps. 121, 4. 

Im Praeterit. kommen in den Verbis auf a neben den 
Formen n^Dj? n^DjP auch n^Dp u. n^^üj? im Ven. Texte vor, 
der Londoner Druck hat jedoch dafür n^t^jp (§ 15. Anm. 3) 
und n^.tDjp (Gen. 30, 16. 1 Kön. 18, 13. Ruth 2, 14. Jos. 24, 11. 
Jer. 36, 31.). Auch 3. pl. wird im Ven. =1^15 j? geschrieben 
s. oben 1, 2. 

Der Infinitiv hat in den spätem Targumim zuweilen die 
Endung (des stat. emphat.) n^, z. B. Nl^fop Ps. 118, 7. Lev. 
27, 10. (T. H.), öfter lautet er ^t?pD, Hiob 29, 6. Ruth 4, 6. 
Gen. 16, 5. Jon. oder ^lüpp Esth. 9, 1. Gen. 15, 12. Jon. Ruth 
3, 4. Jes. 20, 6 (letzteres neben den Formen auf - ) — sel- 
ten sind die hebraisirenden Bildungen ijlDjP oder i'itojp, z. B. 
Gen. 49, 6. Ruth 21, 1. Rieht. 9, 54. Ps. 105, 14. (selbst mit 
Suffix.). 

Imperativ. Die scriptura plena desselben ^^üp kommt nur 
zuweilen vor, z. B. ^pini^; 2 Sam. 13, 20., iDmi Ps. 31, 24. 
Auch findet sich nach hebr. Analogie ilnn Ps. 26, 2., dIhd Jer. 
36, 28. llip Gen. 21, 10. Jon. Nur sehr selten steht in der 
2. fem. sing. plur. der Vokal unter dem 1. Radikal, wie in^B^* 
Jes. 32, 1. 

2. Ithpeal. Es erscheinen hier herrschend zwei Formen 



95 

^PjPHN (vorz. bei Vv. 3. u. 2. Gutt., aber auch sonst Hiob 30, 
18. Jer. 13, 11. Gen. 14,15. Rieht. 12, 1. Obad. 6.) und b\2pr{< 
oder (noch häufiger) ^tOjpnN, ^^i^j^nN, z. B. P]P.Rnf< Jer. 50, 23., 
tif'hr\nt<, Hiob 33, 25., ^^ppnN Arnos 9, 1., ^ppriN 1 Sam. 14, 30., 
=»Tn;nN Coh. 12, 11., =)^\-]rnN 45, 3., ^an-inn Dan. 3, 28., njp^prtJ^.Nf 
Jer. 49, 25., ni^>j";tnN Jes. 1, 2., Fut p^Bnn Arnos 7, 17., pDrefn 
Dan. 2, 24-, p2nt^> Gen. 4, 13. Lev. 4, 20., mn: Jes. 23, 18.^ 
p-iDn: Lev. 27, 20., ^Di:5nj 2 Kön. 7, 4. Gen. 24, 11., Particip. 
yninü Ps. 84, 13., Tn^np Esth. 8,8., ^^dnhd Exod. 3, 2. 
Von der Form auf a lautet 3. fem. sing. Praeter, auch ausser 
den Verb. Gutt. zuw. ni^tOjpnN (s. ob.), z. B. Jes. 50, 2. und 
von den Verb, auf e die 1. pers. sing, dreisilbig n^^-^iN Ps. 
119, 31. 

3. Pael Die 1. Pers. Fut hat zuw. "^ unter dem Prae- 
form., z. B. id^n Jes. 42, 9., ü^bos. Jes. 63, 3., auch wohl 
den vollen Vokal ^~^, z. B. "'^'p''N Deut 32, 1. Jon. 

4. Ithpaal. Der Vokal der letzten Silbe ist im Praeter, 
zuw. . od. — , z, B. Dt3DnN Hos. 4, 16., T^nnN Ps. 105, 25., 
B^'^tsinN Rieht. 15, 9. Die 3. fem. und 1. com. sing, lautet bes. 
im Vened. Texte oft viersilbig n^tsjpnN od. n^DpnN (Gen. 21, 2. 
Jon. Ruth 2, 19., Jes. 1, 7.), dag. die 3. Pers. pl. anf 3 Silben 
reducirt sind =i^t3pnN, N^tSjpriN Hos. 4, 7. 17., Jes. 60, 8. — 
Eine hehr. Pyalform ist iGiTp Jes. 53, 5., pop Gen. 28, 17. 
Jon., T!=!UD Gen. 37, 3. T. H. 

5. Äphel. Im bibl. Chaldaismus erscheint als Praeform. 
gewöhnlich n und dieses ist selbst im Fut. und Part, zwi- 
schen dem Praeform. und der Verbalform (nach der Form 
^pj?n) beibehalten worden, z. B. 'i^in Esra 5, 12., mjn Dan. 
5, 29., ^^:iihn ebend., inSB^n Esra 4, 19., K'Nzn Ruth 1, 21., 
^Bii(n^ Dan. 7, 24., p^nnn Esra 4, 13., T^np^np Esra 6, 10., 
heJKfn^ Esra 6, 11. [Dasselbe bei Verbis ^D und yo auch in 
den targum., z. B. njjnin Ps. 77, 15., n^y^ln Ezech. 20, 11., 
y-iMn Ps. 16, 11.', pnnn Hiob. 15, 13. vgl. noch Gen. 1, 24., 
38, 24. Exod. 26, 46., Deut. 7, 21. Jon.] Im Praeter, halten 
(bes. in Ven.) die Formen, welche nach dem Paradigma den 
Charaktervokal der Endsilben ausstossen, denselben fest, z. B. 
Num. 8, 17. n'^KfipN, Jer. 50, 13. nJ"':"iN. — Statt des Äphd 



96 

findet sich vorzüglich im bibl. Chald. einigemal ganz die Punk- 
tation des UiphiU z. B. i'^"^N^ Dan. 7, 22., 5, 20. 

6. Ittaphal. Statt dieser Conjugation, die überhaupt sel- 
ten ist, findet sich im bibl. Chald. immer Hophal, z. B. Esra 
4, 15. Dan. 4, 33. 7, 11. (mit T oder i), aus den Targum. 
vgl. Jonath lono Exod. 15, 17., i^opiD Num. 8, 24. 



/. In der Talmudsprache ist die scriptura plena im Fros- 
ter, die vorherrschende, wo dann das afformative n der er- 
sten und dritten Fem. apocopirt wird: n^j; njn (Sabb. 11<^) 

st. rr-iDy^; "'Rliü'N"! 'PQP (Brach. 15 b) st n^p.]n^Ni n^Dop; "pv.!? 
ich habe bewährt (lebam. 64^) st np^p; noN, •'^jPfiSf st. 
nnoN, n^^jpfij^. In diesem Falle behalten b ^n: stets ein n als 
dritten Radikal, nach welchem das ^ quiescirt, und aus nnN, 
mn, DJD, n^in von ndn, mn, mo und nth mrc? ^nhn (nmh 
^NiDtt'i n^üp? ^^fnN^ ndhn iWdJd 6*6*^, ^Njn (Chagiga 6 a), ^xjp 
(Baba bathra 79^) und wn. 

^M5 riew? letzteren Gesetze erklären sich die im Tal- 
mud häufig gebrauchten in^ n"'V3''n und snhü "»nStn. Beide 
gehören sie den 'b TIJ an (nvD, n^:i) und sind Hithpeal- 
formen mit Weglassung des n. ""N^rN «^^ also statt rrhjPi'i<, 
während bei N^i(5^N "i^och die Metathesis stattfand, st ^n];2^n 
aus n^i;3n^N. Gelegentlich sei auch hier über das ^rh bei 
N^y3*N gesprochen, das gewohnlich mit Schur ek, in^ — 
wi,e es zu meinem Befremden auch Luzzatto thut — ge- 
lesen wird. Dieses ^rh ist aber apocopirt statt Din^, au^ 
dem Fron, personale Din mit dem b dativi, und daher 
*ir\b mit Cholem zu lesen. Grammatikalisch kann es hier als 
wirklicher Dativ genommen^ werden „es hat sich ihnen 
die Frage aufgeworfen" oder au^h etwa als Dativus grae- 
cus statt Dln^p „es ist von ihnen verlangt worden {die 
Beantwortung der Frage). 
II. Das NJ der ersten Person plur. wird zuweilen ein- 
faches y. igDBfN, iipN statt NjnstsfN, njidn. 

///. Die dritte Fers. plur. schiebt das i zwischen den 
zweiten und drittem Badikalbuchstaben : "iinJ „sie sind her- 
abgefallen" (Berach 56^) für nnJ; luy „sie haben gethan" 
(Fesach 2^) für n^yj p^DJ ,.sie sind herausgegangen" (Ne- 



97 

dar. 59^) /i*r=ipp:; üiys^N „sie haben sich vermindert'^ (Cha- 
giga 13^) fifr iDj/.pnx; i=ipn „sie haben eingerichtet" (Pesach. 
30 f>) für iJ^pn (nach Luzmtto). 

IV. Der Infinitiv, als Nomen des Verbs, nimmt in der 
Talmudsprache oft die Nominalform nb^Vß. «w; ND''i?n, ^'^^^)l. 
von r^^n und 12]! _. Nebst der gewöhnlichen Form des Peal 
mit D (^nDD^, "iD^D^, ~!2j;p^ von znD, idn und i3j;. hat sie 
einen eigenen Infinitiv auf ^~r'i ; ^, B. 'V/op^N^ (Pesach. 4 *) 
,,sich surücli^uhalten" von y:p statt des sonst üblichen n)j':\'or\y<b ; 
"•piVP^ „um zu verringern" von iD];p ; ^p.'iBN^ von pDJ st. NpBN^ 
„\mi .m veranlassen , dass es herausgeht, d. h. um es von 
einer bestimmten Kategorie auszuschliessen" . -äD N^i *inD pN 
iT'ny"! 0>D^ „ TF^r ^mc/ Zeugen (wissen es aus eigener Er- 
fahrung) dass er unmöglich seine Aufmerksamkeit der 
Sache zutuenden ("jo) kann" (Berach. 17 b). Bei den 'h TIJ 
geht der quiescirende dritte Radikal hier in ^ über und es 
wird die Form \Vt • '?.'' ^P^?^-' ndb^jo ^2^» ^n^^}2 \inpN2 r^* ""ndd '•''55^: 
)ni ""D in^''i23 Worin besteht das sittliche Verdienst dei' Frauen ? 
In der Veranlassung, dass ihre Kinder in das Gebethaus ge- 
rufen iverden (N^p) und in der Ermöglichung, dass ihre 
Männer im^ Hause der Gelehrten der Wissenschaft ob- 
liegen (njn Berach. 17^). Dieser Infinitivform gehört auch 
das im Talmud häufig vorkommende ^linxi^ an, von ndn kom- 
men, d.h. „um zu einer Anzahl von Gegenständen oder Be- 
griffen zu kommen". {Mit Auslassung des "» Aphel st. \V«n''Ni'..) 
Die Stellung des i zwischen dem zweiten und dritten 
Radikal giebt dieser Form das Aussehen des hebr. Partie. 
Pyel, was zu der gewöhnlichen Aussprache mit Schurek 
(''•"•nN^, ""p^DNi^, ^p^vp^, ^y;i3p\x^, \V"i^rN^) Veranlassung gab. 
Doch finden wir diese Infinitivform, wenn auch selten, doch 
hie und da auch bei den Targ., wo das i stets Cholem hat : 
^^''PU Est. 2, 3., ^:;iin Ps. !)j2, 3., ^^innN Hiob 1, 13. Nur 
äusserst selten findet sich die Leseart mit Schurek: ^Jiro 
Gen. 22, 6., ^p^n^p Gen. 2, 9. Jon. Doch scheint die Lese- 
art mit Cholem mehr Berechtigung für sich zu Itahen, in- 
sofern sie sich auf den hebräischen Infinitiv mit para" 
gogi.sch hinzugefugtem •• .. redudren lässt. 
V. Wie in der Mischnasprache der I- Vokal des hebr. 
Niphal und Pyel meist plene geschrieben ist (n^ü^, ^P.''^ von' 

Winer, chald. (iramm. 7 



98 

b^:, hü2 , eine aus dem Zabischen in die Misehna gekommene 
Schreibweise) so lassen die Talmudisten nach dem kurzen 
I, als Hilfsvokal der Fraeformation , zumeist ein '' treten, 

{^T\'^ ^hr\^2 = "»iri^^ ^i?n^ Horioth 12 <^; ^"no-i?, "••dd^"' = ^^,^0*« 

V .... ........ 7 .. T : • ' .. T : • •• T : • 

Hithpeal von nio Baha kama 97) eine hei den Targumisten 
seltene Form (^'lüp^N 2 K'ön. (i, 21.) 

VI. Der von unserm Autor (suh 3) angeführte Syrias- 
Mus im Gehrauche des J statt des "' der dritten Person Sing. 
und Flur, des Futur i ist auch in der Talmudsprache heihe- 
halten, wo er jedoch stets sich mehr zum Optativ oder Con- 
junctiü hinneigt : N^p nd^J „ dann sollte es in der Schrift 
doch h eis sen (Berach. IIa); •inJ''2nDJi •"inj^2ii;''J „er sollte 
sie vermischen und heschreihen, d. h. heide Fälle in Einem 
heschreihen" {Fesach. 18). Statt des : wird in derselben 
Bedeutung auch das b gebraucht: nnny nr^p.] Nf'i damit 
der Sclave nicht träge werde {Ithpael vom Nnp stin- 
kend, faul sein) Baha Mezia 65, ivofür in demselben Sinne 
Baha Kama 97^ '"j^P'^ steht; -^b D^rni ind tJ'^i^n N^n riDN piD 
"^b "»nn^ ''b ^ioi ]ndi ^dhi ^^^y ^^z^ „gehe hinaus und rufe aus, 
Raba liegt krank darnieder, damit jener, der mir wohl- 
wollend, Wohlwollen für mich erflehe (nj;^), und tver mir 
gehässig ist, sich freue" (N"jn; Berach. 35^). 

Dieses Futurum findet sich auch schon im biblischen 

Aramäismus, jedoch nur bei dem Verbum Njn sein (f<)nb 

Dan. 2, 20.; Esra 4, 13.; ^^r\b Ban. 2, 13.; i;]."!^. Ibid. 

0, 17.) Auch hat es dort tveder optative noch conjunctive 

Bedeutung. 

§ 13. 
F er sonal flexion der Farticipia. 

1. Die Farticipia aller Conjugationen werden, um das 
Verbum finitum auszudrücken, wie im Hebräischen mit den 
Fronom. sep. (der 1. und 2. Pers.) verbunden, z. B. njn /t:p 
ich tödte, § 47, 1. Eigenthümlich dem Aramäischen aber ist 
es, dass sie (im Sing, wie Flur.) mit diesen Fronu. in ein 
Wort zusammenfliessen, wodurch eine Art von neuem Tempus 
entsteht, z. B. NJ^pp, Nj^t^pp (1 Kön. 18, 15.) Wir geben 
hier die Flexion der beiden Fart. Feal vollständig: 



99 



Activ. 



Passiv. 





Sing. 




Flur. 


1. m. 
f- 


n:n^dp^ 


1. m. 


irl'^5 
li<^i? 


2. m. 
f. 




2. m. 




1. m. 


NJ^-'LJp 


1. m. 


l^'^'PR 


f- 


N^N^Dp 


f. 


P.^^PR 


2. m. 
f- 


n^''Pp 


2. w. 


Vin^^pp 



2. Aber der Bildungstrieb der Sprache geht noch weiter. 
Im biblischen Chaldaismus nämlich ist durch Verschmelzung 
des Part. Peil mit den Afformativis des Praeter, ein passi- 
visches Praeteritum gebildet, welches die Stelle des Ithpedl 
vertritt. Es lautet so: 





Sing. 






Flur. 


, { »'• 


^'PR 




m. 


^i'^PR 


^ \ f- 


n^^Dp 




f- 


N^;PR 






{ 


m. 


Vin7"'iop 


2. c. 


ni?^pp 


f- 


ini^^pp 


1. c. 


n^"'t:p 




c. 


Nji?^Dp 



Vgl. Dan. 5, 27. 28. 30. 6, 4. 7, 4. 6. 11. Esra 5, 14. .Dass 
man diese Formen nicht etwa für Praet. Peal mit ~r halten 
dürfe, lehrt theils die passive Bedeutung, welche sie in diesen 
Stellen haben, theils der Umstand, dass von diesen Verbis im 
activen Sinne andere Formen des Praet. üblich sind. 

Ini Targum. nach Ed. Ven. erscheinen dergleichen Bildungen 
auch von den Particip. acliv. z. B. npN Cant. 1, 1., nnHD Gen. 
4, 11., und mit i in der 2. Silbe DTZk' Ruth 2, 17., aus lüH, 
nPD, TZU etc. 



Nach diesem Sprachgesetze erklären sich die im Talm. 
häufig gehrauchten Sentenzen: ND^t^'2 P'ipN ^N, ahbreviat. 2H"i<, 
„wenn du in Uehereinstimmung zu diesem (dem erdsprechend) 
sagst" HN IDN i^n; nd^n n'«i;2''N, abhreviatim n3"k „wenn du 
willst, kann ich sagen (dir entgegnend r]N^5;i"]\s; nJ-^dn n^n 
uhhrematim, N"n „ich Mite s-agen (annehmen, meinen) könmm", 

7' 



100 

NJN "iDN ; P'^ppy ^NDS nDm ahbr. ]!2"r\ ,,hi€r handelt es sich'' ei- 
gentlich „Womit wir hier beschäftigt sind" "{JN Tp^Q]!^ 'f<02; 
NJ''DNg, IJ^IPNj:^ „ich sage", mit Nachdruch „ich bestehe in der 
Meinung", njnion DNiP, "iJN V"!P^ ^^^ *^*^^ ajjocopirten) -innpNj^ 
s^a^f "jw^, ?"P^ ^p> crj" li*'^ odfer, w'/e 7nan es gewöhnlich 
liest Dnn -jjn ,,t^ör^ (m tier Mischna) haben wir gelehrt" für 
•jj^jn, i^N V-?^ Ebenso sagt man Nn^ti^n ,,Ä ftm verdächtig", 
NJ>^^pD „^c7/ />m ungeeignet" {B er ach. 6^ ; Kelub 105^) für 
NJN T'fiJ^n, NJN ^•'pp; i?rpi^ f<J''J!3 „ich will gehen" fur h'M^UZ ; 
rTjj?pp, nr";np ,,(ii* bist- gehalten, bist schuldig" (Berach.lO, 11.) 
statt nN ii?Dp, nN 3\'np. 

§ 14. 
Seltnere Conjugationen und Verba quadrilitera. 

Wie im Hebräischen, so kommen auch hier bald durch 
Einschaltung einer quiescens, bald durch Reduphcation eines 
Stammbuchstaben zu den gewöhnlichen Conjugationsformen 
einige seltnere hinzu, die zum Theil in gemssen Klassen des 
irregulären Vet'bi stehend sind, nämlich: 1) das Poel und Ith- 
poal mit demselben Charakter, den es im Hebräischen hat, 
z. B. ppiD Hos. 13, 5., p^piD Deut. 2, 7. Jon., n^io Num. 11, 12., 
NipiDD Gen. 45, 1., V^piop Esra 6, 3., von vy DpiiJ^, DDints^N; 

— 2) das Palel mit Ifkpalel Dpy.p, Dpynt^'N Ps. 143, 4. So 
wie Folel mit Ithpolal (in Verbis VV), z- B- DP*n Ps. 75, S., 
Dan. 4, 84., ^^tt^)l Jer. 12, 19., DD'nnN Dan. 5, 23. Ps. 107, 25. 

— 3) das Palpel (mit Verdoppelung des 1. u. 2. Stammbuch- 
staben) und Ithpalpal, z. B. ^2^2 Gen. 11, 9., D-'Dpo (von D-iü) 
Rieht. 3, 22., ^;^^:i (von 9?^) Klagi. 3, 3., ^-2- (von -(-n) Ps. 
143, 3. (s. die Ferfeer VV und ly). Selten ist 4) das Schaphel 
und Ischtaphal, z. B. i'^pfit: Esra 4, 12., Gen. 49, 10., "ip:;/^ntj;N 
Gen. 49, 10., ^^pnsJ'': Esra 4, 13. oder Taphel z. B. Drin Dol- 
metscher. 

Unter No. 1. können auch Formen wie 3^ri2/ (Nn3.r5i( Exod. 
5, 23.), NJDrti^ 1 Sam. 30, 22., l-mpiKf. Jos. 22, 31., Tr^.t^^'^^ 
1 Sara. 22, 1., Fut. 3*;!2/; Dan. 3, 17. etc. gerechnet werden. 
Sie treten aber dem Pael viel näher, insofern die Verdoppelung 
durch einen langen Vokal ersetzt ist vgl. § 7, a. (3'']^t^( st. 2''-;L!/), 
auch N^li"'!2/ Esra 6, 15. OV/t^:' Gen. 2, 2.), Pass. ^"^;nK:N Ps. 23, 



101 

26. vollenden, (was Andere für Schaphel von NU"* halten) scheint 
hierher zu gehören. 
2. Die Verla quadrüüera haben gewöhnlich die Form des 
Fael z. B. T\}yp_ syi-. s^^ (xanQ^opeiv) Hiob 37, 20., ^31D 

Hiob 20, 15., 2rr,D imd Dn^npN Ps. 106, 13., Prov. 12, 19., 
hzpü Prov. 12, 27., dd^d Gen.' 22, 10. T. H., iijp Num. 16, 
14. Jon., uvhü und aj;i'ripN, Dr.D und Dri^nN, Dn*;, und üin^nx 
Ps. 39, 11. Ihre Entstehung muss (in der Hauptsache) eben 
so wie im Hebräischen erklärt werden (s. Gesenius Lehi- 
gebäude S. 861 ff.) 

Die Formen 2»'j'}p, blyü und ~njp können auch als eine 
Conjug. Saphel (erweicht aus Schaphel) von 3*"!, bzip^ ~0 be- 
trachtet werden, wie überhaupt die Vv. quadrilit. und jene selt- 
neren Conjugationsformen an einander grenzen und in einander 
überfliessen. 

§ 15. 
Verba gutturalia. 

Da die Kehlbuchstahen (ynnN und zum Theil "i ) im Chald. 
dieselben Eigenschaften haben, wie im Hebräischen, so gelten 
flu* die Flexion der Verla gutturalia im Wesenthchen auch 
dieselben Regeln, und wir lassen daher, die Bekanntschaft 
mit diesen Regeln voraussetzend, sogleich ein Paradigma (mit 
den erforderlichen Belegen) folgen, dem sich einige nähere 
Erläutemngen anschliessen mögen. 

Verla 1. gutturalis. 
Peal Praet. 12];. 3. f. ni^x: 2. m. ni?iN 1. Sing, nnqj;, 
niDN, Imp. I2y^, lay.. ('^'zx Gen. 6, 14. Ps. 34, 5.), I'tn (i'''TN), 
^-.RN Exod. 3, 4., plur. n'2X Gen. 34, 10. Rieht. 9, 49., nON, 
(nQN Dan. 2, 9. Gen. 12, 13.), Zw/Im. iz^/D, iinD, Futur. Hin;, 
P^V^,9 "12^;, 12^1: (V'^^j?:, in2j,^n Esra 7, 18. s. § 7. d.), Fart. 

12)1, T2};^. Ithpeal. "2:;;nN, n2:i;nN. Pa'el. Praet. 

12i?, Fut.M)l\ Ithpaal. "i23;nN Äphel. Praet. 

12j;n, ipnN, 2''-]nN, Fut F]^f?n:, ddh:, Part, rj^.no. 

Verla 2. gutturalis. 
Peal. Praet. ^f\2 3. fem. 02-.: 1. sing. n''2n: /wi>. inq 
(lin2), -^^2 (Jos. 24, i4 f.), Z;?/?w. inqp (ünnp Ps. 19, 8.) Fui 



102 

in^:, Fart, inz, iTO. Ithpeal insnN, vnznN, DmnN. 

Pari Praet. ^in, ins, i]i2, Tjnn, Fut. 2:ig: (1^3"ip.n 

Gen. 3, 3.), Infrn. N^ng. Aphel. Prad. ^^zh u. s. w. 

Verha 3. gutturalis. 
Peal. Praet. riDK; 3 /*, nnDK^, /w?^). hdb;, "«nDK^', -n]: (Joel 
1, 14. Exod. 5, 18.), ^yny^, -i^/jpn Joel 2, 15., Fut. n3!;^:% ^^5^': 

(j;W:), Part, hdb;, ion, yöt:^, n^pt^. Ithpeal. ^5nI:^^^f 

3. /". nnDnttfN. Pa el. Praet. und Imp. nrstf, ">2n, -id2 

(Ps. 22, 25.), F?^^. nstJfs 121% Part. act. nsi^fO Dan. 4, 34. 
— — Ithpeal. nsna^N, n3r,nN. Aphel. Praet. nsK^v 

1. Das vokallose N der Verba prim. gutt. im Ithpeal fällt 
oft weg und dann erhält das D der Vorsilbe Bag. forte, z. B. 

innK statt inNpN, i.inN statt "i-inhn, loriN statt "lONns Hiob 
34, 31. Num. 15, 13. 35, 33. Hagg. 1, 6. Hiob 34, 31. 1 Sam. 
26, 20. üeber contrahirte Formen des Ithpeal, wie ~l-:nK, 
s. § 21. 

2. Einige Verba 2. N nehmen in der 2. Conjug. "i an, z. B. 
TI2/ Exod. 10, 12. Jon., von ^.m, bl^^ Ps. 106, 14. 137, 3. 

3. In den Verbis 3. gutt. endigt die 3. Pers. sing. fem. der 
Praet. zuweilen auf ^^~^ oder rr- (letzteres nam. bei der Coneur- 
renz eines l), z. B. r\V2^, Buth 2, 14., mbj2^_ 1 Kön. 21, 11., 
nnnp Deut. 11, 6., mzn Exod. 5, 6., nnri Esth. 1, 12., n^iDN 
Gen. 30, 16., n-QN Dan. 5, 10., n^Sl Gen. 16, 3., nn^jPHN 
Gen. 35, 19., nnn SHN Hiob 9, 13., n*!j:. nn Dan. 3, 34. Seltner 
kommt diese Formation in der 1. si?ig. vor, z. B. Dan. 2. 25, 
nn3Lt;n statt nnSir'N. [Auch in Vv. 2 guttur. ist zuw. die 3. 
sing, auf obige Art flectirt, z. B. HÜn"] Rieht. 13, 10.] 

4. Das Schwa comp., welches in diesen Verbis statt Schwa 
simpl. eintritt, ist herrschend '^, nur die Verba ND haben im /»ip^r. 
Peal, gew. TT, z. B. IDN Dan. 2, 4. 9., ^tn Gen. 22, 2., eben 
so die Verba HD im Inßti. Peal, z. B. "i^jno Cant. 5, 3. — Ueber 
Verba ND, die als Vv. quiesc. 1. rad. behandelt werden s. § 21. 

5. Formen, wie VQnn Dan. 7, 22., b^nXT}_ sind als Hiph., nicht 
als Aphel, zu betrachten. 



es 



Auch das im Palm, häufig gehrauchte ^nJ'^ö"]! oder, wie er 
liest, NlJ'ip"!-! , gehört nach der Meinung LussaUos zu die- 



103 

sem Sprachgesetse und soll soviel sein, wie \"i:^N •'p'^ d. h. 
„setze (eigentl. vm^, ohjice) sie gegen einander, stelle einan- 
der gegenüber die beiden Sätze''. '"iJ''^^ wäre sonach das sonst 
ganz ausser Gebrauch gekommene Suff, der 3. Person plur. 
fem., dessen masc. =inj^"^ entsprechend dem syr. 'jO\s im Talm. 
oft vorhom-mt (i~j'";i1~n Chagiga 5*; in3;p':D Berach 8*). 



§ 16. 
Beguläres Verbum mit Suffixis. 

1. Von den oben § 8, 2 aufgeführten Suffixis treten in der 
Regel die mit einem Vokal anfangenden natürlich immer an 
solche Verbalformen, welche mit einem Consonant schhessen, 
dagegen umgekehrt die mit einem Consonant anfangenden 
meistentheils an die auf einen Vokal ausgehenden Verbalformen. 
Nur die Imperative u. Participe machen hiervon eine fast 
stehende Ausnahme und erhalten die Suffixa (der 1. Pers. 
Sing, und Phir.) gew. ohne Bindevokal, z. B. ^^^pp. ('^V^R 
1 Sam. 20, 8.j, so^pjp, ^:^t3p, \n?n, vgl. Num. 11, 12. V5. Rieht 
9, 54. 1 Sam. 20, 8. Hos. 8, 2. Gen. 27, 34. 38. Ps. 25, 2. 
41, 11. Ausserdem ist auch an die 3. Fem. Sing, der Praet. 
das Suffix. 3. PI. gewöhnlich in der Form "jO und pj ange- 
hangen s. 2. a. [Im Ganzen ist das Antreten des Pronom. per- 
son, an die Verbalform selbst weit gewöhnlicher als die Ver- 
bindung derselben mit der nota accus. n\] 

2. Die Veränderungen, welchen die Verbalfonnen beim An- 
treten der Suffixa unterliegen, treffen fast ausschliesslich die 
Vokale, die bald weggeworfen, bald transponirt werden. Im 
Einzelnen kommen sie auf Folgendes hinaus: 

a) Im Praet. Pcal lautet die 3. Person Sing, vor Suffixis. 
die einen Bindevokal haben, i'Dp, und fem. n^üp (nijDp), z. B. 
Tj^pj? er hut dich getödtet, N^^pp er hat uns getödtet, l^^^üj? 
er hat sie (eos) getödtet, "«Jni^up sie hat mich getödtet, nn3D:i 
Exod. 2, 5., nni'up Rieht. 9, 54. 14, 17. (m. Guttur. nzn; Rieht 
15, 6., ]'>2r]yb2 Deut 11, 6. Exod. 15, 12.); vor Vo u.'p. bleibt 
in beiden die ursprünghche Form, dag. vor 1=!: u. VP. tritt in 3. 
fem. die Form n^üp (Gen. 31, 32. Jon., V^Jn2::j), bei Vv. gutt 
nn^:^: (Exod. 15, 2^. i'i^nybz, s. oben) ein. — Die 3. Plur. masc. 
wird ^i>t:p, vor p und ID aber yi^^p (vgl. § 12, 1. 2.) gespro- 



104 

chen, die 2. Plur. masc. bleibt vor mit einem Vokal anfangenden 
Suffix, unverändert (nj'ni^lDp, "j^iMn^topj; die mit Janfangenden 
treten an die Form wi^t:jp, z. B. ^>ini?üp, sj-m^üp. Die 3. FL f. 
lautet \üp_ (z. B. ^J^tOjP, 'H^toj^). Die 2. Siny. unterliegt keiner 
Veränderung, z. B. ^-?ni?t5p, "•n'in^Dj:?, l-i^ni^üj?, für das Fem. kommt 
aber zuweilen vor: ^r)bp_p_ Jer. 15, 10. Rieht. 11, 35. Die 1. 
Sing, lautet n^i3p, selten ^nbp_p Num. 23, 14. Jer. 30, 14., die 
1. Plur. ^büp z. B. ^\i^_p..^ *'1J^^P.5 l^^J^^Rj nui' <"las -Fem. ^ - 
tritt an jhüp. 

In Ed. Ven. hält die Grundform vor Suffix, den Vokal unter 
dem 2. Radikal fest, z. B. Tjn^fit;, mh^ Jer. 28, 15. Exod. 4, 28. 
Auch in andern Drucken kommt dies vor, z. B. Jos. 24, 17. 
Lond. NriLDl 

T T T : 

h) Die Personen des Imper. Feed erleiden um so vyreniger 
eine Veränderung, da regelmässig die tonlosen /Sw/jfi^ra (s. oben 1.) 
antreten, wie ^^^lDp^ {^^^!^^p Rieht. 9, 54.), ND^pp, nur die 2. 
Plur. fem. wird in ppp verkürzt. Im Fut. aber fällt, wenn 
die Veirbalform mit einem Stammconsonanten schliesst, vor 
Suffixis, die mit einem Vokal anfangen, das t der letzten 
Silbe weg, z. B. "^J^^top^, n^.ppj Gen. 4, 14. Esth. 5. 14. etc. 

c) Der Infin. und die Participia Peal werden ihrer No- 
minalform gemäss behandelt, können aber übrigens, je nachdem 
sie als Theile des Zeitworts oder als Nomina betrachtet wei- 
den, die Suffixa Verhi und Nominis annehmen, z. B. ^^ppp 
(Dan. 6, 21. Exod. 2, 14. 21, 34. Num. 18, 23. etc.) und ''J^.lopD. 

d) Im Pael und Aphel wird in allen Personen, die auf den 
3. Rad. ausgehen , der Silbenvokal .. beim Antreten eines 
Suffixum, das einen Bindevokal hat, ausgestossen, z. B. n^tsp, 
n^ppN, Tjji^t^pN. Eben dasselbe geschieht (wegen Fortrückung 
des Tons) in den Formen "i^Dp, ^i^tDpN. Ueberdies sind die En- 
dungen der 2. Person Sitig. fem., der 2. Person Plur. masc. 
und der 1. Person Plur. im Praet. die nämlichen, welche oben 
für das Peal bemerkt wurden, und die 1. Sing. Praet. lautet 
analog ni^tsp, z. B. Rieht 13, 14. ^nnpD ich habe sie beauftragt 

e) Die Infin. aller Conjugationen ausser Peal nehmen vor 
Suffixis gew. die Endung n-i an, z. B. ■T'n^i'tjp (Exod. 20, 8.), 
n^nii'DpN (Dan. 3, 16. Exod, 2, 3.), ■|1Jn=i5't2pnN Ezech. 6, 8. Num. 
J6, 9.^20, 12. § 12, 1. 4., zuw., besonders "vor dem Suffix. 3. PI, 



105 



erscheinen die Infin. jeder Flexionsendung entblösst, z. B. 
■jinnziN Deut. 7, 10., "j.TDSNnN Kicht 3, 26. 



Der dritte Radikal der 'b^n^ erhält vor dem Suff, einen 
Vokal oder fällt ganz und gar aus: n*i2, njd [von "»jp), 
nj;p {oder ^))p}, ?j;jp^ {Ihid. 98), '':ni2 (Prov. 8, 22.) '^\vp.^ 
(Ohadja 5); von nm, HDD Opp) heisst es \:in (Sam. II, 1, 7.), 

,"TJ^3d: {Job. 84, 29.) 

Paradigma 

des regulären Verbi mit Sufftxis im Peal. 



3. m. 



3. f 



2. m. 



2. /■. 



1. c. 



Fräteri 


tutn 


Futurum. 


Sing. 


Flur. 


Sing. Flur. 


■>:3^pp 


'■5^^Pp 


^J^^pp^ "J^^i'Bp. 


it^P. 


N?^Pp 


-ä!?i:p: ^j=»^t)p: 


llD^^PP 


^•i^pp 


iiD3^t:p: i^^^^^tsp^ 


n^.qp 


VüJ^i?pp 


"p.^^r: •'^ip.^i'PR: 


l^^^top 


\T'ii'i:p 


i=iii?pp: i^^^i'tJR: 


(l^-I^Dp) 


l^j^^p 


/w^era^^i'. 


'^rl^pp 


^^^RP 


m. "»J^üp ^P^DR 


^^^^P: 


^^^P 


ni^üR Tl^^DR 


pn^pp 


pW 


Nji^pp rJ^li^Dp 


•"^Pl^^R 


^l^i^P 


•^-^^R 


W^pp 


l^J^qp 


f. •'J"'i?t3R 


^^^k^-p. 


^j^n^pp 


^'T^R 


^^k^p. 


.-q^^ni^pp 


l^J'^^p 


yi-ini^pp 


l^jw^pp 




"•j^n^pp 




Infinitiv. 


\Tn>pp 




'^^RP 


Virni?pp 




"l^^RP 


^n^P.P: 


v}m. 


l'i^^i^RP 


|iDP]i;pp 


lo^^p:?.. 


•"^(I^RP 


'"^'rn.^öp 


••nji^pp 


^m^ppp 


ll^n^pp 


VJ^^PR 





106 

Anm. 1. Zwischen die Verbalform und das Suffixum ist oft 
ein J (Nun epentheticum ) eingeschoben worden, z. B. T|Jl7tOj:^^, 
niiijUj?^ Dan. 2, 5. 9., ja selbst eine ganze Sylbe J • , z. B. 
^J^^pp:, '^•ji:tOjP\ Nj^i?tD|?n (Num. 16, 34.) nnpON, !|J^q{PN Cant. 
8, 2.," Dan. 4, 1., 6, 16!, Jer. 22, 4., Gen. 37, 27., Exod. 5, 3. 
Deut 18, 18., Ps. 91, 16., 28, 3., Hiob 33, 33., Mich. 7, 9., 
Rieht. 14, 13. etc. (singular Esra 7, 21. fiDJ^Nt^::). Dieses findet 
sich herrschend im Fut. (näml. denjen. Personen des Fut., die 
auf den 3. Stammconsonanten ausgehen) , seltner im Imper. 
Prov. 4, 21. d^^-ltpiP) und Praet., z. B. Ps. 16, 7. Jes. 63, 9. 
Gen. 6, 2., Rieht.' 13, 1. 23., 2 Kön. 20, 13., Hiob 41, 2,, 
1 Kön. 18, 13., Jos. 24, 25., Num. 18, 11. und noch seltener 
im Inßi. Prov. 22, 21. Hohesl. 6, 11. 

Anm. 2. Im Targ. Prov. kommt auch ein "^ epentheticum vor, 
z. B. ^j:3."ltyn, rn^jPSn 4, 6. 8., 6. 24., wenn man nicht lieber 
mit Fürst (S. 195) dieses "" als Ueberrest von den Pronominal- 
formen NiT'N (!'^^~^) , ^''"^ ansehen will, was jedoch etwas fern 
liegt. 

§ 17. 
Irreguläres Verhum überhaupt. 

1. Die Verba irregularia bilden, wie im Hebräischen, zwei 
Hauptklassen, Verha defectiva {imperfecta) und qui esc en- 
tia. Meist trifft die Anomalie nur emen Stammconsonanten ; 
diejenigen, welche um zweier Stammbuchstaben willen anoma- 
lisch sind, heissen Verba dupliciter imperfecta. 

2. Die erste Hauptklasse, die Verba defectiva, begreift un- 
ter sich .zwei Arten, Verba ID, wie pDJ, und yj;, wie 23p ; die 
siweite Hauptklasse, die Verba quiesc, enthält 4 Arten, nämlich 
Verba ND, z. B. ^dn; ^d, wie yn*; ly, wie Dip und t6, wie N^p. 
Die letztern umfassen zugleich diejenigen Verba, welche im 
Hebräischen geschieden als rf? auftreten. 

§ 18. 

V e r b a ]D. 

Die Anomalie dieser Verba geht ganz von denselben Ur- 
sachen aus und ist fast durchaus die nämliche, wie im Hebräi- 
schen. Es wird nämlich 1) der Stammbuchstabe 2 in der 



107 

Mitte, wo er eine zusammengesetzte Sylbe schliessen sollte, 
dem folgenden Consonanten assimüirt , z. B pDO statt p>D^ö; 
— 2) derselbe fällt gänzlich weg im Impcr. Teal, wo er vokal- 
los im Anfange der Sylbe stehen sollte, pD st. pD: § 6, c. (doch 
s. i'DJ Jer. 25, 27.); — 3) ausserdem, was die Charaktervokale 
betrifft, herrscht im Inf. die Vokalisirung pep vor, und im 
Imper. findet sich pD neben piD oder pb auch in Verbis, wo 
kein Guttural concurrirt, gleich häufig, z. B. po (neben pp), 
3D; die Fortbildung dieser Formen lautet meist od, =!pD, nu 
Gen. 44, 17., Num. 16, 6., Jos. 9, 11., Jes. 56, 1., doch auch op 
Jer. 29, 6. Die Fnf. haben eben so häufig ~^~ wie * oder "r 0). 
Von No. 1. giebt es manche Ausnahmen nicht blos bei Verbis, 
deren zweiter Stammbuchstabe ein Guttural ist, z. B. D^HJ^ Jes. 
5, 9., TmJD ProT. 29, 13. (dagegen DHj immer nach obiger 
Regel flectirt wird, z. B. Fut. nin.'^ [st. n'in^], Aphel nTIX) , son- 
dern auch ausserdem, z. B. "iriJ^ in:n Dan. 2, 16., Esra 7, 20., 

]Vjny 4, 13., yiD:n ^djd Esth. 6, 13., pijp Ps. 91, 7., p"«!:«, 
pD:n Esra 5, 14. (selbst pD^nn Hiob 15, 13.), Hoph. nnjr; Dan. 
5, 20., was im Chald. um so erklärlicher ist, da hier die 
Auflösung der Verdoppelung durch 2 eine nicht ungewöhnliche 
Sprachform geworden war. In manchen Verbis bestehen die 
regelmässigen und die assimilirten Formen neben einander, z. B. 
'^r.j ^IT: Num. 6, 5 f. Bildungen wie pD^p statt pBD ausser 
Concurrenz eines Gutturals sind selten und finden sich nur in 
ed. Ven. z. B. 3p*p , pD^D. Wie hiermit die vv. "jD in die Flexion 
der vv. "»C übergreifen, so auch umgekehrt s. § 20, 4. 

Das Verb. ]r\2 hat im Fut. als Charaktervokal "", z, B. ]ri{<< 
Exod. 25, 16., inn Deut. 21, 8. Im bibl. Chaldäismus kommt 
dafür die volle Form : "jr^jn (s. vorher), einmal selbst "inr Dan. 
2; 16. vor. 

XJeher den Infinitiv mit b ist für die Sprache der Mischna 
besonders zu bemerken, dass sie ihn nach hehr. Form, aber 
mit Wegwerfung das n bildet und das b mit Chirek aus- 
spricht: )V}b>, n^by Ntr^, v^b für hebr. nn^, nnp^, hn»:^, DV.i^b. 
Zumeist wird dieser Infinit, aber plene geschrieben : "jn;!?, np""^, 
NSj'^ij, ]}\yh^, wobei der erste Madikal etwa wie bei den hebr. 
"•"D "»nj in der Aussprache ganz und gar verloren geJU und 
nur durch Dehnung des vorangehenden Vokales ersetzt wird. 



108 



Peal 



Jphel. 



Jttaphal. 



rraet 


'6. m. 


' p?J 


pBN 


RDPN 




3.f. 


np-R^ 


npDN 


DRDriN 




2. m. 


^R^^ 


^;RBN 


nRenN 




■i.f. 


npDJ 


I^RBN 


npsriN 




1. e. 


npDJ 


npDN 


PRDnN 


Flur. 


3. m. 


^PDJ 


•^p|n 


•^p|^l^{ 




■d.f. 


^k] 


NgBN 


Nj?|n^: 




2. m. 


IWpDJ 


l-inpDN 


l-inRDFlN 




2. /: 


•jnpD: 


l^.pBN 


(^.RBnN 




1. €. 


NJRDJ 


N3RBN 


NJRBriN 


Infin. 




p?P 


NjPDN 


NRBnN 


Imp. 


m. 


pB, pB 


P?N 


pDPlN 




f- 


'pi 


'pBN 


'RBRN 


Flur. 


m. 


•ipl, -ipb 


•ipDN 


■■pBnN 




f. 


^m ' 


i^^RB.^^ 


NJRenN 


Fut. 


3. m. 


pB:, pb: , 


pb: 


pBP}' 




3. f. 


psri, pDn 


pBJ!! 


psnn 




2. m. 


pen, pen 


pen 


pDnn 




2. f. 


rpBH 


TRBn 


TRBn^ 




1. c. 


pBN, pDN 


pBN . 


pBnN 


Flur. 


3. m. 


r?B: 


?pB: 


l^BFl^ 




3. f. 


ipB: 


IPx^-^ 


li?Br}: 




2. m. 


l^ppn 


i^pBn 


l^pBnr 




2. /: 


IRBn 


iRBn 


IRBnn 




1. c. 


PBJ, pBJ 


pBJ 


pDnj 


1. Fart. 


11 _ 


PBJ 


pBO 
NRBD 


pBr>p 
Ngsrip 


2. Fart 


f m. 


P'b: 
np;dj 


pDD 
NRBD 





r 



109 

§ 19. 
Verba VV oder geminantia )). 

1. Die Anomalien dieser Verba, welche mit denen im Hebräi- 
schen nur zum Theil parallel gehen, sind im Einzelnen fol- 
gende: 1) der Körper dieser Verba erscheint in der Grund- 
form zweibuchstäbig und hat also den charakterist. Vokal 
unter dem 1. Radikal: pl. Die Reduplication des 2. Radikals 
tritt im Feal nur in den beiden Particip. auf: ppT, p^pi (sehr 
selten in der Flexion des Praet, z. B. nhh] Gen. 16, 4. Jon. 
rvny Hiob 7, 4., in: Esth. 6, 1.) Dagegen wird a) der 2. 
Radikal durch Verdoppelung geschärft in den Formen des 
Peal, und Imper. PeaJ, deren Afformative mit einem Vokal 
anfängt, wie npn, ipn, ipn {"h^V Joel 1, 13.); nur selten ist 
statt dessen der Silbenvokal verlängert und die Formen stim- 
men mit ly überein, z. B. =!p"i statt ip-j Dan. 2, 35. und gar 
^^N^ statt ^S>V_ Gen. 7, 9. Jon., b) anderwärts ist die Verdop- 
pelung auf den ersten Stammbuchstaben zurückgeworfen, z. B. 
p"nN, pi*:;^, p":!P (im Fut. und Inf. Peal und im ganzen Äphel)y 
oder macht sich durch Verlängerung des Vokals unter den 
Praeformat. geltend ]*i2\, lir; Deut. 20, 14. 15, 19. Letzteres 
geschieht natürl. regelmässig, wo der 1. Radikal ein Guttural 
ist, z. B. -lin;: Ps. 2, 12., h^v: Jes. 26, 2. (bv.:., V^IT. Num. 5, 22. 
8, 15.), i^y.; Prov. 23, 12., t^^j;n Cant. 2, 5. [zuweilen ist das 
Dag. forte 'in : aufgelöst, z. B. ^'y:n Dan. 2, 2J., 4, 3. Gen. 19, 
10. Jonath.] 

Das Aphel v. TIDI lautet Deut. 1,15. Jon. ^JJIDl'iN (m. Suffix.), 
wie von einem Verb. ^D. 
Statt Pael und Ithpaal, welche sich regelmässig formiren 
(s. Dan. 4, 10. 7, 20. Ps. 35, 15. 42, 7.), ist meist Palpel und 
Ithpalpal (z. B. pip-, pnp^N Hiob 9, 17. 30, 14. Jes. 21, 9., 
!?P^P, h^bir\H Jes. 3, 12. Jer. 49, 7., TDipnN Gen. 33, 4. Jon.), 
oder Poal und m^oa? (z. B: bhSpnH Gen. 8, 8. Jon., Hiob 9, 6. 
nsrno) im Gebrauch. 

Die Parlicipia des Peal Bind, wie schon oben bemerkt wurde, 
gewöhnlich mit Reduplication des letzten Stammbuchstabens 
flectirt, vgl. Jes. 58, 4. Ps. 72, 6. 1 Sam. 25, 4. Jer. 22, 7. 
Doch kommt nicht selten das Particip. activ. in der von iy ent- 
lehnten Form pn oder pNl vor. Jer. 10, 3. Ps. 57, 7. 58, 9. 



110 



Das Peil erscheint einmal in der Form p^p"l (nach 1 b) Exod. 
32, 20. 

Das Ithpcal lautet ebenfalls reduplicirt •\"i.ü;nN, Hos. 8, 8. 
Jes. 24, 3., l^i:inN Arnos 7, 1, Jer. 50, 27. Jes. 24, 3., zuweilen 
aber (sich ij; nähernd) i^nriN Jes. 53, 5. Lev. 16, 27. 

Aus dem biblischen Chaldäismus sind noch als hebraisirend 
aufzuführen : Aph. -p^n Dan. 6, 25. (pi~p Dan. 2, 40.), ^:}?y,J} 
Dan. 2, 24., Hoph. bvn, i^j;.-! Dan. 5, 13. 17. 



1. Die alten Grammatiker haben für die V"V und V'y 
nur eine Bezeichnung ;"iin 'tJ^itt' d. h. gepaarte 8 täm m e, 
weil sie leide nur aus zwei Consonanten und einem Vokale 
bestehen, der bei den V'y ein langer mit quiescirendem' ^ oder 
1, bei dem y")} aber ein kurzer mit nachfolgendem DagescJi 
ist Bei dieser nahen Verivandtschaft kann, es uns gar nicht 
befremdend erscheinen, wenn wir hie und da das dem einen 
Stamme angehörige Verb nach der Form des anderen Stam- 
mes gebildet sehen, was namentlich in der Sprache des Tal- 
mud bei den beiden Participien zu geschehen pflegt. So lau- 
ten die Bart, von rjDD, toD^^ und bhx, H''? (Chag. 16 f>) tD^^b 
(Besach 2^) und ^''.*yp (Ibid 6^). Von dem letzteren Verbum 
findet sich auch das Bart, h'^y^ und Z'war contrahirt mit hn 
(Berach 9^) rh^W^ = nN h^y_^. 

2. Aehnliche Bart, ivie y'W^n, v^.^'D, in'nvi gehören der 
Mischnasprache an und sind, bis auf das Blur, x.y ^^^'^ 
hebräisch. 







Teal . 


Aphel. 


lUaphal 


Praet. 


3. m. 


n 


P'?.^? 


plFlN 




3. f. 


nn 


np"^ 


npinN 




2. m. 


HR'i!' ^^P*^ 


^p?.^ 


J^p?.P!*< 




2. f. 


^P^ 


I^R^N 


npinN 


Flur. 


1. c. 
3. m. 




•"'P^.i^ 






3. /•. 


^<l?1 


^<i;?N 


NjPlPN 




2. m. 


IWjPT 


l^np^N 


l^njp^F]^f 




2. /: 


1^.R1 


1P1.P?N 


V^.p'5JD^< 




1. c. 


^m 


NJjPlN 


NJjPinN 


Infin. 




P^IP 


«P>^ 


NginN 


Imp. 


2. m. 


p^ 


p"1N 


pinK 


Plur. 


2, /: 

2. m. 




•"ip*^N 






2. /•. 


NJj?^ 


^'py^.^ 


NJpin« 


Fid. 


3. m. 


p'^: 


?r. 


P*üID' 




3. f. 


p^n 


p?.^ 


pinn 




2. w. 


p'nn 


pin 


pinn 




2. /: 


Vp^n 


VPIf] 


•ppinn 




1. c. 


P'hn 


V^.^ 


pinN 


Flur. 


3. m. 


l^PT 


WX 


i^p-^n: 




3. f. 


IRT 


»Pxl: 


, 151^: 




2. w. 


l^P^n 


l^in 


'jjip'nnn 




2. f. 


IRin 


IPI^ 


^IDP) 




1. c. 


P^^ 


P*?.^ 


P^FiJ 


I. Fart 


J m. 

1 f- 


PP"? 

«i;p^. 




pinp 


2. Furl. 


\', 


PP1 
^<p;pl 


P'^.P 





112 

§ 20. 
Verba ^D (id). 

1 . Die Verba, welche (in der Grundform) zum ersten Ra- 
dikal "< haben (vi:, K^'T , T^-] § 12, 2. 1.), sind auch im Chal- 
däischen von dreierlei Art, eigentliche Verba ^D, ursprüngliche 
Verba 'D, und endlich solche, wo das "» nicht als Quieseenz 
behandelt, sondern nach der Art der Verba "jD assimilirt wird. 

2. Die Verba 1D , welche die grössere Anzahl bilden, wer- 
fen a) den ersten Stammbuchstaben weg im Imper. Peal (der 
gewöhnlich den Silben vokal - , seltner . erhält), z. B. yn 
von yi";, dh von 3n% rn vonn^n^; sie lassen b) im Fut Feal 
Jod in quiesciren, wobei die letzte Silbe den Charakter- 
vokal •* .. oder -^ . (bei Guttural ^) erhält, z. B. 1^;";, ^^h;:,, 
)jy^ (nach § 6 fällt das quiescirende "i hier nicht selten in 
der Schrift aus, z. B. Prov. 11, 25. Ps. 104, 4. Hiob 3, 4.); 
— sie nehmen c) ihr ursprüngliches i wieder an, in der gan- 
zen 3. Conj., und lassen es in Cholem quiesciren, z. B. ^^piN, 
FjDiN, Fut. ^ü)\ ?]^pi% Ittaph. 3niax, r^plriN. 

Das Ithpeal in^'T]^, sowie die ganze 2. Conjugation Dri", Sl^ljnx, 
lj?j , ist meist regelmässig, nur einige Verba erhalten auch in 
letzterer "l zum ersten Stammbuchstaben, z. B. IFlj Prov. 10, 2., 
•ly^in Ps. 88, 13., NHDinN Coh. 9, 3. — Im Aphel sind For- 
men mit n nach dem Praeform. Fut. und Part, nicht selten, 
bei VT selbst regelmässig y-iH Dan. 2, 15., Ps. 77, 15., ynlnn 
Ps. 16, 11., 1 Sam. 14, 12. etc. 

3. Die Verba ^D lassen den ersten Radikal d) im Fut. Feal 
gewöhnlich in : , z.B. -j^^:, ^z:\ 2 Kön. 1, 14., Ps. 102, 12. 
(dagegen n^tp;: Jes. 7, 18.) — b) im Aphel in - quiesciren, 
z. B. 3^p\% 3^ü;: Ps. 49, 19., Jer. 10, 5., Mich. 1, 8. Seltner 
ist '» mobile vgl. '!^''i^>'. Von jener Form des Aphel würde sich 
nun Ittaphal wie 2n;nN erzeugen, aber an allen von Fürst 
S. 177. angeführten Stellen (Jes. 50, 13. 62, 5., Jer. 49, 33.) 
ist die Punktation nicht sicher und der Polyglottentext hat Ith- 
peal oder Ithpaal. 

Der Unterschied dieser beiden Verbalklassen ist aber nicht 
so streng festgehalten, dass nicht oft die Formen (insbesondere 
des Aphel) unter sich vertauscht würden. So kommt neben 



113 

Z^L^^N auch DtOiN Gen. 17, 16., neben b^y\i< auch b'^zn Ps. 66, 
6., neben -fp*N auch IplN vor, und p:"", das im Hebr. ^D ist, 
lautet im Aph. p^jN, p^'lN. 

Hiernach ist das Paradigma der Verla 1D w/^r? ''D folgendes: 



Ve rh a id 


Fer6a "«d 


Pea?. 


Faeter 


3 


P- 


1^% n-i^^ 


^^^> 


m^i?^ 


2D^ 






1. 


P- 


m^^ etc. 


m^i? 


^ etc. 






Imper. 






DH 


DH 


{2^n) 






Inf. 






ni'^D 










Fut. 






1^- 






ZD^"^ 




Fart. 






T^% -i'« 








It lip eel. 


Fraet. 


^^.: 


HiS, 


(T^^HN), yi^DN 








Fa el 


Fraet. 
Fut. 






1^- 








Ithpaal 


. Fraet. 






n^^HN 








Aphel. 


Fraet. 
Fut. 












2^tO\X 



Eine Anzahl Verla dieser Klasse assimiliren im Inf. und 
jPw^. Feal , sowie im Aphel^ ihr "> dem folgenden Buchstaben, 
und sind in dieser Flexion von Verbis ]D nicht unterschieden. 
Es thun dies nicht nur nj"» Aphel mi< , yu"" Aphel 3;'»an Deut. 
34, 6. Jon., r]p' Aphel r|^(?N, sondern in einzelnen Formen auch 
VT Inf v^P Gen. 15, 13., Fut. vT. 1 Sam. 20, 30. (selbst yiJ: 
Jes. 4, 15., Dan 2, 9.) neben yT";, Dn^ 7l^^/'. znp Ps. 133, 1., 
Fut. 2n: Deut. 8, 12., 1 Sam. 22, 5., 2 Sam. 16, 18., b; Iwf. 
bsp Num. 13, 31., Fut. ^r Ezech. 7, 19., Dan. 3, 20. 



§ 21. 

Verla ND. 

Die Verla nd werden nicht nur als Verla gutturalia (§ 15), 
sondern zugleich als Verla quiescentia behandelt, nämlich: 
a) die meisten lassen das n im Fut. u. Inf Feal in " quies- 
ciren, z. B. ^jdn; Dan. 7, 23., l^N^. Jer. 10, 11., -idn;" Dan. 2, 7., 
npND Dan. 2, 9. und verwandeln es ausserdem gew. in % z. B. 
^p\: Gen. 2, 16. 24, 33., Exod. 2, 20., Lev. 19, 16., ^n Hieb 
16, 6., r^h^: Deut. 18, 9., i;\% -,p^p Gen. 30, 16. 21, 30., 1 Sam. 

Winer, chald. Gramm. 8 



114 

23, 26., Richter 15, 12., Jos. 7, 12., im ganzen Aphel aber 
verwandeln sie es in i, z. B. i>DlN, 12^ Fut. ^D'i% D"'J'i% in'n^ 
-)3ln: Dan. 2, 24., /w/'. ni^^n, Farticip. T2iD, ■;]^-;,*iD Deut. 8, 20. 
Mich. 5, 7. (singular ist ^D^N Deut. 32, 13. Jon. und T. H. 
so wie rin;.D (syr.) Prov. 23, 30.) Ein Hoph. ^2\n kommt 
vor Dan. 7, 11. — h) n2N, ni'N, ndn lieben im Fut und Part. 
Pael die contrahirte Form f^^^NN , ^|^'Np , wobei x gewöhnlich 
ausfällt vgl. «^^ks Deut. 5, 31., V'iD^'n Jes. 30, 10., rj^^'D Dan. 
4, 1., 'DD 2 Kön. 20, 5.; c) einige lassen das n auch im Ith- 
paal aus, so dass dessen Vokal unter die Praeformativa tritt 
und Dagesch forte empfängt, z. B. •^/.riN statt n£.NnN ("l^N^^c) 
1 Sam. 2, 5., Ezech. 47, 11. 

"|DN bildet sich in der 3. Conjug. nach hebr. Weise VP*"; 

(VONH), l^p^n;, pp\^. Gen. 15, 16., Hiob 4, 8., 15, 22. Eine 

Passivform "ijpnn^ kommt vor Gen. 42, 20. — Ueber NDN 

s. § 24, 2. 

Neben den oben erläuterten Formen finden sich auch zuw. 

solche, wo die Quiescenz nicht eingetreten ist; so kommt neben 

ijniD auch "ij^Np vor Coh. 7, 17. 



Beim Verhum ^px tritt in der TalmudspracJie gewöhn- 
lich die Apocope ein, im Fut. ndn"'., ND^n, nD"»: statt ~p;n, 
ip'-n, npv.. Ifiip. ND^N .sl np^N (n^^, ND^N ^\; ^e/?e, sage es 
ihm); N3^pN (xj^pNg N^) contrahirt ans njn idk. Der Ä^■ero- 
solymitiscJie Dialekt lässt oft den ersten Radikal völlig iveg 
und sagt ~p statt npx. Äehnlich elidirt auch der hahyL Dia- 
lekt das N in dem von den Talmudisten häufig gehrauchten 
-ipnN statt npNHN „es ist gesagt worden" d. h. „dort lautet 
die Lehre so und so". 

Die Schreibweise mit quiescir. Jod hei ScJi'wa compos. 
fi,ndet sich schon im Targ. Exod. 8, 1. 

Nur aus dem Contexte hei völlig gleicher Schreibtveise 
ist das ND^rT'N 0U erkennen, das bald die zweite Fers, ver- 
tritt mit Weglassimg des \ aus dem vorhergehenden "("»N (nd -n iw 
soviel wie nd'T] 'DI „und ivenn du sagen solltest"), hald die 
dritte, contrahirt aus •px n^N „es gieht, welcher sagt" d. h. 
eine andere Meinung lautet, wohei das n in "> übergegangen 
ist. Im ersten Falle hätten ivir das n mit Dagesch (sum 



115 

Ersatz des ";) ND^n^N su lesen, im zweiten hinwiederum ohne 
Dag. ND-^n^N. 

Als Mos sprachlicher Usus ohne jede Analogie und gene- 
tische Sprachenttvichlung sind die Worte "iDi^ und n^Dp zu 
betrachten, Ersteres, dessen Gehrauch schon in der Mischna 
ein häufiger ist, entspricht dem hehr. Inf. nbN^ {'f? idI^ „um 
dir zu sagen", um zu lehren; "ipi^ "i^oi'n „die Lehre (hesteht) 
um zu sagen'', und mit d comper. nOi^D, „als sollte gesagt 
sein''), ivogcgen das letztere ein entarteter Aramäismus ist 
und zwar II. Part, von no (mit Elidirung des n von idn, 
wie im hieros. Dialekte) yü. ^i^ü , oder wie es gewöhnlich 
mit dem jP von ünjp verbunden steht, wäre sonach apocopirt 
statt r*;i^Dg „sie sind sprechend" es wird darüber gesprochen, 
es handelt sich darum. 



§ 22. 
Verba iy Cv). 

Füi- die Verba quiescentis y ist im Chald. der Typus der 
Verba ly durch die ganze Flexion (bis auf wenige Ausnahmen) 
gewöhnlich geworden und es findet eine noch grössere Ver- 
mischung der Verba ly und "^y statt, als im Hebr. Im Ein- 
zelnen ist aber zu bemerken: 

1. In der 1. (mit Ausnahme des Part. Benoni) u. 3. Conj. 
erscheint der Stamm dieser Verba durchaus einsilbig: Dj^, 
Djpp, ü*pN, und man wird kaum zweifeln können, dass dies 
die ursprüngliche Form ist (Fürst S. 157 ff.) Die Prae- 
form, der Fut. und Inf. beider Conjug. erhalten ausserdem 
gewöhnlich ~r, doch haben sie (im Peal) bei den spätem 
Targumisten auch nicht selten t oder t.- (->— ) z. B. niDN Ruth 
1, 17., niD\N Gen. 27, 4„ Din^N Exod. 4, 18., no^D Gen. 2, 17., 
27, 5., "j-jD Joel 3, 12., üjPD Num. 16, 9., Dipv. Gen. 3, 18. Jon. 
(singular ist ".-^ Fut. Peal von "^n Esra 5, 5. 6, 5. vgl. Gen. 
20, 1 3. Jon.) Das Particip. activ. des Peal lautet stets zwei- 
silbig a^j^ oder DNp (wie ^^,0' 



Der Unterschied erstreckt sich hlos auf die Schreib', nicht 
aber auf die Leseart, die stets mit consonantem "^ als die 
riditige erscheint, wie diese syrische Aussprache schon im> 

8* 



116 

hibl. Chaldäismus empfohlen ist, wo (Dan. 15, 19., 6, 27.) 
das Ch'tib Vin: steht, nach dem Q'ri aber V!^; auszusprechen 
ist Um daher den consonantischen Werth des "^ zu sichern, 
schreiben es die Talmudisten in diesem Falle doppelt: n''^D, 
b^^Vi ü^'p (n^o, ^\'!JJ5 ü\ijP; doch gebrauchen sie auch ü"'Njp, 
das aber zumeist apocopirt erscheint : "iDNi ^NjP Mo'ed. hat. 25^). 
Weiter noch dehnen sie diesen Syriasmus auch über jene Verba 
aus, bei welchen das H als zweiter Radikal erscheint, indem 
sie von ht<\i/ das Part. i?\''t5j , das Nithpael und Ittaphal ^""K^n^: 
und ^''K^nN, gleichsam von bw oder b^\Lf bilden. Ebenso bil- 
den sie für das Nithpael von "ink^ ^"".Pl^A und, als gäbe es 
ein hebr. Verbum i^_^, bilden sie davon ein Part. Pyel "i.'.iJ^p. 
Diese Schreibweise mit doppeltem Jod. alterirte die Aus- 
sprache derart, dass man die eigentliche Form gar nicht 
leicht daraus erkennen kann. Vom Nonnen her nämlich hatte 
man sich gewöhnt, die Verdoppelung des Jod für den Diph- 
thong ai, mit vorangehendem Patach, anzusehen und las "\y2^ 
von "jiLJ' passend, geeignet sein zu einer Sache, 7''t^n 1>D 
r\6 „und Alles tvas dazu gehört" ; n^ö "»Dn y^v vh „gehört in 
keiner Beziehung hierher" n\"^^ von mu hören, gehor- 
chen, gehorsam sein (n^^ 'j^^'^npL^'p it;,^ n^ "»n"}) ■'l^PjP, in 
welchen Fällen, wie wir gezeigt haben, der erste Badikal 
mit Qamez zu lesen ist. 



Aphel hat in den spätem Targumira zuweilen die Form der 
•»D, z. B. D^piN, p-ilN Ps. 37, 21. 53, 3. 78, 13. Gen. 18, 16. 
19, 28. Jon. Prov. 22, 7. und in anderer Weise fl^N Lev. 1,1. 
Jon. Sonst schwankt hier und da die Pnnktation zwischen 
D^jPN und ü^pN Deut. 11, 4. Exod. 16, 18. Jon. Dan. 5, 19. 
Das Particip lautet singular n\lp Jud. 20, 33., 2^np Jer. 8, 6., 
im hibl. Caldäismus einmal D''pnp Dan. 2, 21. Der Inf. Peal 
hat zuweilen die Form Dipp od. Dipp Ps. 69, 3. Exod. 4, 21. Jon. 

2. Im Bhpeal wird der erste Radikal mit ~r oder ^r ge- 
sprochen und das n der Vorsilbe verdoppelt*), Dj^nN, Dprx. 
Zuweilen hat die Hauptsilbe ~r-, z. B. D^priN Jer. 33, 22., Gen. 
38, 26. (T. H.) Dan. 4, 9. 

3. Pael und Bhpaal lauten a^p, D^priN (D'pnN), und flec- 
tiren sich regelmässig (iD^pn^N, l^o^pn^ Num. 14. 38. Hab. 2, 4., 
dag. i-npjpPN. Imp. iD'!pnN Ezech. 20, 25. Jer. 27, 17. vgl. 



117 

auch np*jp Exod. 6, 8.), es ist aber dafür in vielen Verbis die 
reduplicirte Form des Poel oq'p oder Palpel üpüp_ mit ihren 
Passiv, im Gebrauch. Das Ittaplial kommt nur contrahirt in 
der Form ny7\i< (d. i. □"•^NinN) oder Gjrr^N vor, doch findet in 
den gedruckten Texten vielfache Verwechselung des Ithpeal 
und Ittaphal statt. 

4. Als Verla ^V sind flectirt: a) Dn, n^p, D^p, D^B{, t\^\ 

im Peal, wo das Praet lautet: 2''p, n^^p, n^^-'p, nn^p, n^n;p, 

•n^p u. s. w. Gen. 27, 1. 35, 10. Exod. 4, 19. Prov. 23, 22. 

1 Sam. 12, 2. Der Imp. D'K^, -p^B^ Esra 4, 21. Das Fut. r\>v 

Deut. 15, 6. — h) ^z im Ithpeal, wo es vollständig l^snN, 

contrahirt ^znN '^ -iirt wird Hiob 11, 12. 23,5. 37,14. Prov. 1,2. 

Anm. Die Verba, weiche zum mittelsten Radikal 1 mobile 

haben, gehören natürlich nicht hierher, sondern flectiren sich 

regelmässig, z. B. ^n, pit, niH, N^D, nn., mu u. s. w. Ihre 

Anzahl ist im Chald. grösser als im Hebräischen. Einige exi- 

stiren neben Verbis ly quiesc. und sind dann der Bedeutung 

nach von diesen verschieden, z. B. ~=!n ansehen, "lIQ weiss sein, 

n-'K^ 7iieder sinken, ni^' sprossefi. 



Der Aphel vom Verbum zip kommt häufig im Talm. vor 
in der Bedeutung, jemandeoi zum Widerrufe seiner 
Meinung (zur Bückkehr von der Meinung) veran- 
lassen: "i/^'^b st'n^ pp.'p ^2""i -^:]^n^N „Babi Jochanon opponirte 
dem Besch-Lakisch" , eigentl. suchte ihn zur Wiederkehr zu 
veranlassen; 2^nD ^üt zn B. Joseph sucht zu widerlegen, 
stellt die Frage auf: ^ztiD „ich entgegne'^. 

Apocopirt ist es vorherrschend advcrbialiter im Gehrauche, 
wiederum, ferner, weiter: ini, n*D n? im. Im hieros. 
Dialekte verbindet es sich in diesem Falle mit dem nächst- 
folgenden Worte: "jz-^n ■»3;^ "[ny pn n^^. ,,du musst dich nicht 
mehr (in) für uns {]z) bemühen" (Baba mez. c. II.) 



') Fürst S. 104 verwirft diese Verdoppelung, sie scheint aber 
dadurch bestätigt zu werden, dass das H der Vorsilbe im Ithpeal 
bei diesen Verbis niemals nach den Zischlauten eingeschoben wird 
8. § 10, 5. Auch hat Fürst selbst in der Concordanz diese Formen 
dagessirt vgl. prH^ p. 349. Die Verdoppelung dient hier eben so 
zur Festigung der Formen, wie in prj^ , pr^^ und ähnlichen. 



lis 



Feal. Ithpeal. Fael. lihpual. 



Trad. 


3. w. 




°p. 


Dj^riN 


ü».p 


°!pn>f 




3. f. 




noj^ 


npi^nx 


np*p 


np^pHN 




2. m. 


RPf 


^ ^x^^^ 


npj^ns 


WP- 


•^D!pnN 


' 


2. f. 




nop. 


npjpnN 


np.^.p 


^P!pr)^< 




1. c. 




np.5 


np.i^f?^ 


np;^P 


np^pHN 


Phir. 


3. m. 




•1D,t 


•iDgnN 


=!D»p 


^D.'pnN 




3. f. 




*^op; 


ND^riN 


^^ip 


NO^pnx 




2. m. 


l-inop, 


Vmoj^ 


Vinpj^r;,K 


vi^p.^P 


IwD^pnN 




2. /-. 


mp- 


, inqp. 


inpjpriN 


1^0! p 


lJ?0!pnN 




1. c. 


mi 


''m 


Njp^^HN 


^m 


Njpipnx 


Infin. 




(aipD 


) Opü 


tIt : • 


^9;p 


ND;pnN 


Imp. 


2.m. 




D-ip 


It : • 


°r.p 


D^pnN 




2. f. 




'P-^P 


^p'j^nN 


^pr.p 


'0!pnN 


Plur. 


2. m. 




^D=ip 


^D^riN 


•iD^p 


•iD^pnN 




2. f. 




NJD-ip 


NjpjpnN 


^jp?P 


J^jpipn^"^ 


Fut. 


3. m. 




D-ip; 


D^n^ 


D':P? 


ü!pn: 




3. f. 




D-"ipn 


Djpnn 


ür.pn 


a!pnr: 




2. m. 




D-ipn 


opm 


o.'pn 


D:pnn 




2. /•. 




VP^pn 


]VZ^r, 


rp'.pn 


rP^pH''^ 




1. c. 




D^pN 


np^m 


°!p^, 


Q!pn^ 


Plur. 


3. m. 




i^D^p: 


r^^m 


v^o!p: 


V^tpn^ 




3. /: 




lO-^P: 


PtPt^: 


i?!P; 


iö!Pn: 




2. m. 




l=iDipn 


"i^Dj^nn 


i^D!pn 


V^D^pnn 




2. /■. 




•jD^ipn 


i^pT^n 


iö;pn 


l?:pnp 




1. c. 




D-ip; 


aßi^.: 


2!pj 


°!pn^. 


1. Part 


1, /•• 


°:.K 


^^:p. 


Djpnp 

Nop^np 


°'.PP 

NO^PP 


°!pn^ 

ND^pnp 


2. Part. 


{7 








ü!pp 





Aphel 


Ittaphal 


Foel 


Ithpoal 


D^PN 


D^pnN 


DDip 


DD'ipnN 


na^P.N, np^jPN 


np^pnx 


rppip 


nppipHN 


.-^D^N, no^pN 


no^'pnN 


nopip 


nppipHN 


^P?.^: 


rip^priN 


nppip 


npp'ipnN 


np;pN, np;|7N 


np;priN 


nppip 


npDipriK 


^D'pJ<, 


^D^pnN 


•IDO'ip 


•iDpipnN 


NOT.N^ 


ND^pnN 


NDDip 


NDDlpnN 


I^^PR^^. 


V"inp^pnN 


i-inppip 


1=inDpipnN 


l^.op.^= 


inö;pnN 


l^i.PPV 


in.DpipnN 


NjppN 


NJD^pnx 


NJppip 


Njpp'ipnN 


NDgN 


NDjPnN 


^^^^R 


NDD'ipnN 


°'P^, 


D^pnN 


Dpip 


DDipriN 


'P'R'^, 


'P'pn^ 


»pp'lp 


^ppipHN 


ID^pX 


^D^pHN 


•iDpIp 


=!DpipnN 


^^PR^: 


Njp^pnN 


NJDpIp 


N^DDlpJ^N 


ü^R- 


D^pn;. 


°P.ip' 


QPV^' 


CRH 


D^pnn 


Dpipn 


Dp^pnn 


D^Rn 


D^pPin 


DDipn 


DD^pnn 


rPT.n 


pp^Rnn 


VPDipn 


VPDV^in 


°'R^. 


D^pnN 


CP.Vi< 


DpipnN 


v^d^r: 


|iD^pn^ 


I'lop^p: 


ViDpipri"; 


m.\ 


1??^: 


W(^\ 


lopipn^ 


l^iD'RH 


^=iD^pnn 


l^opipn 


l=iDD'ipnn 


lo^Rn 


ID^pnn 


IDDipn 


IDpipnn 


D'R^ 


Q^pnj 


np^J 


Dp*pn: 


°?o 


, o^pnp 


DpIpD 


□pipnp 


ND^PP 


ND^pnp 


Nopipp 


NDD^pnp 


°PrP 




DOipp 




NDj^P 




NDpIpp 





120 

§. 28. 
Verba Nb (»^). 
Sie umfassen die im Hebräischen noch getrennten zwei 
Verbalklassen rh und ^b, deren Verschiedenheit hier, wie im 
Syrischen, aufgehoben ist. Der Stamm lautet im bibl. Chal- 
daismus regelmässig auf Nt" , seltner auf n t^ (Dan. 2, 1 6. 4, 8. 
6, 3.), in den Targum. dagegen, bes. den spätem, vorherrschend 
auf *^r- oder "» — :, so dass, zumal unter Berücksichtigung der 
Flexionsweise, diese Verla in der chald. Grammatik vielleicht 
passender ^b bezeichnet werden könnten. 

Ein r, als 3. Stammbuchstabe in der Grundform dürfte in 
den Targum. sehr selten sein, vgl. indess n:ö Num. 5, *^.6. 

1. Wie nun schon in der Grundform ^ an die Stelle von 
N zu treten strebt, so erlangt in der Abwandelung dieser 
Verba ^ das unverkennbare Uebergewicht als 3. Stammbuch- 
stabe. Was zuvörderst diejenigen Formen betrifft, welche auf 
den 3. (quiescirenden) Stammbuchstaben ausgehen, so erschei- 
nen im Infin. und Particip. Peal N und ^ noch gleich häu- 
fig (NnpD neben npo, n~ijp neben ^njp), dagegen in allen übri- 
gen Bildungen "> vorherrschend wird, z. B. ^^.:;, *k], *^:in etc. Es 
quiescirt aber • im Fut., Imp., Infin. und Part. act. des Peal 
regelmässig in ~:r, in den übrigen Conjug. regelmässig in "T". 

Als minder gewöhnlich sind anzuführen a) N statt ^ im Ith- 
peal Jes. 53, 2. Prov. 6, 6., im Ithpaal Jer. 23, 25. Prov. 18, 9. 
— h) ">~:r in den Conjug. ausser Peal, z. B. Ps. 78, 11. 2 Keg. 
8, 8. (Aphel) — c) ^~^ im Imp. Peal steht fast der anderen 
Form in Gebrauch gleich Deut. 31, 14. Dan. 2, 4. Ps. 45, 1. 
1 Sam. 25, 25. 

2. In der Personalflexion mit Afformativis tritt nur selten eine 
Spur des n hervor; näml. die 3. sing. fem. Praet. Peal n^.i, die 3. 
pl. masc. Praet. u. 2. plur. masc. Imp. li?:, ik], die 2. fem. plur. 
Imp. NJ^:, NJ^:nN, l^!,), die Formen der Fut. auf v~^ und p, wie 
V^jp, pkin, lii?:% fi^'O, alle diese weisen auf ein verschlungenes n 
hin (nN/.i , "jN^.r , njx^^) , das in der gew. Form der Imper. Peal 
nJN^: noch ausgeschrieben wird, wogegen die 3. plur. Praet. 
Peal r\^by und im Infi.n. nNki, nN^:N etc. nach sonstiger Ana- 

T T : ' T T-^ TT:- '-' 

logie Od1(?, HNDnjp) wahrscheinlicher von 'b:^ ausgehen. 

3. Entschieden festgehalten ist '' als 3. Stammbuchstabe 
a) quiescirend vor den Afformativis der 1 . und 2. sing, und plur. 



121 

Praet, sowie in der 3. plur. masc. (vbj) ^^h, vb:\t<, n^^:, '0^:, 
l^rT'^^N, N^^^j, — h) als mobile vor den Afformat. aller Fut. 
YT wie 1;^?:!.% 1;^^:;, i;^::, in der 3. fem. s. Praet. n:';^;.nN, n:^^.N 
und hier selbst verdoppelt n^^:nN, nih, in den Infinitivfor- 
men N^J2D, n;:^JN, in der andern (häufigem) Flexion der 2. 
s. Praet. Peal ri''.^:', ri^^:, endlich in dem zweiten Particip 
von Peal und AjyJiel ^hü ^b:ü. 

4. unverkennbar erscheint in mehreren Formen eine dop- 
pelte Bildungsweise, nam. im Peal 3. pl. Praet. 1^: und v^.% 
HN^: und mN^^:, und 3. pl. masc. Praet. der übrigen Conjug. 
vh und =iN^^:, i^^JN und "in^^JN, welche lezteren Formen schon 
bei Otikel. häufig vorkommen; weniger bedeutet bei der ge- 
genwärtigen Beschaffenheit der Punktation der Wechsel zwi- 
schen '•"TT- und "»^^ (s. oben). Allerdings mag jene Differenz 
an die ursprüngliche Verschiedenheit der Verba n^ und 'h 
(wie von letzterer Art noch sehr viele im Arab, vorkommen) 
sich anknüpfen, aber fast in keinem einzelnen Verbum ist sie 
durchweg festgehalten und es muss sehr gewagt erscheinen, 
in dem uns überlieferten Chaldäischen noch die Verba i<h 
ihrer Flexion nach in Verba mit a — und i — Auslaute zu 
theilen, wie Fürst, allerdings nicht ohne Scharfsinn, ver- 
sucht hat (§ 164 ff). 

Was Einzelnes betrifft, so ist die Erklärung, welche Fürst 
von Tvb:, H^b:* giebt, um sie auf ä — Auslaut zurückzuführen, 
unwahrscheinlich. Warum soll die Afformat. 1. p. bei diesen 
Verbis n"*-^ gelautet habeu ? Ist sie doch schon im regelmäss. 
Verb, rn^, woraus HN?". , nyJ! sehr leicht entsteht. Und wa- 
rum sprach man in Verbis, deren Auslaut ä war, nicht (wie 
nahe lag und im Hebräischen stattfindet) "j^iriN^: 10.^''^^ Weit 
einfacher nimmt man doch "' in den Formen V^^ c.-l ir!"'c.^ ^.Is 
3. Stammhuchstaben. 

Die Verba mit n mobile als 3. Radikal, wie n2j, wn , non 
etc. flectiren sich natürlich ganz regelmässig, z. B. ^nin Jer. 36, 
16., Fut. r\]n] Hiob 36, 1., Mpeal :r\2_:.qn Coh. 1, 12. (Hiph. 
n-'Dnn im Talm.). 

Von einem Verb. H? mit H mob. als 2. Stammbuchstaben 
nnh lautet Jphel \n^N 2 Köu. 3, 34., Schaphel '^r\hp_ Biob 16, 7. 
Jes. 44, 12., Ischtaph. ^"^nKfN Ps. 102, 1., Hiob 4, 1. (n:n!?ntJ{N 
Ps. 68, 10.) 



\22 

Peal Ithpeal. 



Fraet 


3. 


w/. 


^ 


^;p (v.d) 


(v- ) ^^i^HN 




3. 


/■• 


T : 


n::D, nx^JD 


(hn"' .") n»^:nN 




2. 


Wl. 


^b ^^ 


H'-fp 


T ••: : • 




2. 


/■• 


^.)kh, n^c*.^' 


n^:p 


n^cli^HN 




1. 


6'. 


n^^;:, ^n^bi 


^n^5p 


^n^^pN 


Fhir. 


3. 


»^?. 


^ 


^■•JD , ^X^JD 


On^ .-) v^^nx 




3. 


f 


T t: 


T • : 


T • : : • 




2. 


ni. 


|in^^-: 


Vin\ip 


'j-in'^^.^nN 




2. 


f 


iO'^l 


in'-iR 


in;^.;^nN 




1. 


c. 


T •• : 


Nj\ip 


f<J'?^n^< 


Infin. 




(^ha. 


, n'^b^:^^) i<bp_ 




T T : : • 


Imp. 


2. 


m. 


^^:3, (n^:) ^^:i 




•• : : • 




2. 


f- 


^:, N^: 




T : : • 


Pirn-. 


2. 


m. 


*^ 




i^^nx 




2. 


f- 


1^:, n:N^; 




NJ?:;nx 

TT : : • 


Flit 


3. 


m. 


C~) N^.^: 




(x— ) ^^^n^ 




3. 


f- 


C ~) N^^J^ 




(n .. ) ^^.:inn 




2. 


m. 


0-~) tSyp^ 




(n— ) ^^.^nn 




2. 


f- 


vk]^. 




r^^n^ 




1. 


c. 


(; ~) N^.^N 




(n -) ^^^HN 


Flur. 


3. 


m. 


p^^: 




li^n: 




3. 


/■• 


^ 




^^^ 




2. 


m. 


li^n 




-(fp^nr] 




2. 


f- 


i;^^p 




)^:m 




1. 


c. 


C ^•-) N^.^J 




(N-vr) ^^^n^ 



1. Faii. f "^ "^ "' -■ 



Tf 



s^b^ H^h-, 



2. Parti'" ''^^'''r 



r. 



SPD 













123 


Pael 




Ithpaal. 


Aphel. 


Ittaphal. 


^^ 


(- 


'") '^.rHN 


(^-^■) ^b^ 




• : - • 


nN^>':, n4: 




J^:^inN 


n:b^? 


(nN""- 


r) n:b;I!l^f 


rr^^ 




n^^^n>f 


(n^~) rpbi< 




n''bi^^ 


n^-^: 




n^;^:nN 


(n^-.-) nbiN 




n^b^ü^* 


n^^j 'H'fe 




\"!^?;,nN 


'H'b^ 




'H^b^^ 


'.N^k*, rr»: 


(•1N^ *. 


) I'^i^n^? 


(•1N^^~) vb'N 




ri^^HN 


T •- 




T •- : • 


(HN^ -V) N;i^.}N 




T • : - ■ 


'j-=n*^'.:, 'j-in'';:: 




•j-in-'W.nN 


Vin^b^ 




im^b^^ 


VTc!^ , in;^: 




in;^^nN 


in;b^? 




in-'b^^ 


NJ^?:, W^h 




T •- : • 


T • : - 




T • : - • 


TT- 




TT- : • 


T T : -' T T : - 




HN^^nN ' 


'k, 'h 




"•bn^s 


('^) ^^..1N 




'b^^ 


N^J 




Nbn^< 


T : - 




T ; - • 


h 




i-J^HN 


'b^ 




: - • 


T T- 




T T- : • 


T •• : - 




T " : - • 


(k •• ) ^kT: 


(N- 


~) ^bn; 


(N-^1 ^b: 


c^- 


~) ><b^' 


(n--) ^^»311 


(n' 


•• ) ^bn:^ 


(N-.r-) ^^^P 


(-•- 


") f<biü^ 


(^--) Mr] 


(N-. 


^") ""brir] 


(n ;r-) -»^^n 


(-•■ 


") Nb}nn 


\^hn 




vbn^^ 


vb^ 




rb^p 


{h~'-) ^hi<_ 


(N' 


••^) 'bnN. 


(N~.7-) -«^.IN 


0-^ 


;-) Nb^N 


lib^ 




T"b'n: 


i^b- 




rb^i^ 


i;^^: 




i^bni 


T;b- 




nb^^ 


i^kin 




pbnn 


rbn 




I'ibnn 


i;^^fi 




i;bnn 


i;^-)n 




i;bnn 


(N-^) 'bJ 


(N- 


^-)'^bn^ 


(N") ^b 


(^--^ 


•") *<b^-- 


(N-.. } ^^.:,D 


(N-: 


~) 'bnp 


(N-.r) ^bo 




^^b^p 


«;^^o 




N^bnp 


T : : - 




N^b'i^p 


•»k^a 






'bp 






n''^:d 






f<Mü 







124 



ÄnmerJcungen. 

1. Praet. Die 3. pl. masc. im Praet. Peal geht zuw. he- 
bräißchartig auf i auß, z. B. njP Klagl. 2, 3., h:] Nura. 26, 64., 
=)D2 Gen. 33, 4. Jon. Im Ithpcal kommt dieee Form mit ver- 
doppeltem ^ vor, l^nZHN Gen. 2, 4., 3, 7. Jon. Die 3. fem. 
pl. Praet. lautet in spätem Targumim auf IN^t , wie "jNnp Ruth 
4, 17. oder contr. Ijn Gen. 4, 8. T. H., ]i<yk^_ Gen. 19,' 32. 35. 
Jon. Für 2. s. Praet. ist im Peal einmal r)''5~l geschrieben 
Dan. 4, 19. Von der 1. pl. NJ^^.'i muss man die Form NJ"!^: 
unterscheiden (z B. Jes. 65, 5.), welches Particip act. mit N^N 
zusammengeflossen (§ 13, 1.) ist. Selten sind Praett. Peal m\t 
N prosthct., z. B. ^-jIN Prov. 20, 12., TP.W Dan. 5, 4. (-^N^ntJ^N 
Joel 3, 3.) ' 

2. Futur. Statt "ji lautet die Endung der 3. P/?/r. zuweilen 
regelmässig yi , z. B. ]^n\ Dan. 5, 2., ]li^S!/^ Dan. 4, 13., *|iDn^ 
(r. ""pK) Ezech. 47, 11., oder das ] ist apocopirt wie iLDD* Jes. 
53, 8.; Dan. 5, 10. 

3. Imper. Die 2. fein. sing, im P^«/ endigt zuweilen auf ~ 
Jes. 47, 2., Gen. 4, 8. T. H., die des pl. lautet wie "jnjP Exod. 2, 20. 
Apocopirt und prosthetisch zugleich ist nti^'N Gen. 24, 14. siehe 
unten. 

4. Infin. Der Inßn. Peal hat die Form N;^7,ip fast nur, wo 
er mit Praepos. verbunden als Gerundium dient, Prov. 25, 27. 
Esth. 5, 14., Esra 5, 9. Dagegen ist als Infin. absol. die Form 
N^jD im Gebrauch Jes. 61, 10., Arnos 5, 5., Gen. 26, 28. — 
Die Infinn. der übrigen Conjj. endigen in den spätem Targumim 
zuw. (nach talm. Formation) auf '''l, z. B. '^iyntJjN Num. 12, 8. 
Jon., V.ly- Ps. 89, 16. Infin. absol. im Aphel lautet Gen. 3, 16. 
Jon. N^DN. 

5. [Particip. Peil hat in der Form 'h^ unter dem 1. Conson., 
auch wenn er kein Guttural ist, Schwa compos. Dan. 2, 19. 30. 
^<h "^O.} Esra 4, 18. ^"]jP.. Die passiv. Participp. in Peal und 
Aphel endigen zuw. auf N~t^, wie N3DD Gen. 43, 19. lieber 
die Declination der Participp. von Verbis N? s. § 34. zu Pa- 
radigma VII. 

Anm. 1. Äpocopirte Futur a und Impp. sind im Chald. selt- 
ner als im Hebr. und diese Bildungsweise ist hier bei weitem 
nicht so durchgreifend; vgl. z. B. Fut. apoc. FltJ^ri Hab. 2, 16., 
\^^ On^ Coh. 11, 3. wie im Hebr. mntJ^^), %"1 n , ^■^3, NHN, Gen. 



125 

41, 40. Jon., 1 Sam. 14, 40. Exod. 22, 31. von N)n (sonst 
^}^:.., \^)n^) Gen. 17, 4. 24, 14. 18. 1, 29. Jon.; "^ri;, ^nn, 
'HP.» V.^.j Vnn, VA oder T};] von ^TH Deut. 4, 1. Prov. 15, 27. 
Gen. 20. 7. 2 Kön. 1, 2. 8, 10. (die Bedeutung ist meist op- 
tativ) ; Imp. apoc. n*i5;N (mit N prosthet.) Gen. 24, 14., it!; T-PaeT) 
Gen. 44, 1., in Gen. 37, 16., TIN (Aphel). — Ein apocop. 
Particip. Aphel ist ^HD statt ^^JID beut. 32, 39. 

Anm. 2. Eigene Personalflexionen von Nlil nach Analogie 
des Fut. finden sich im bibl. Chaldaismus nämlich mit vorge- 
setztem b: t<)r\b (nin^) Dan. 2, 20. 28. 41. 3, 18. Esra 7, 23. 
u. ö., yjjib Dan. 2, 43. 6, 2 f. 27. Esra 6, 10. 7, 25. und 
y]nb Dan. 5, 17. Dass es Futura sein sollen, leidet keinen 
Zweifel, man mag auf ihre Form oder auf den Context sehen, 
in welchem sie vorkommen (denn überall ist nur ein reines 
Futur, oder ein Optativ, oder Imper. erforderlich) ; ihre gram- 
matische Erklärung ist schwierig. Früher nahm man ? für 
Conjunction (dass) und glaubte die Praeformat. des Fut. seien 
bei der Zusammensetzung verloren gegangen (Gesen. The- 
saur. I. p. 370.), aber theils kommt dieses 7 im Chald., sonst 
nicht vor, theils passt nicht überall der so resultirende Sinn. 
Daher wollte Beer (inscriptiones et papyri vett. semitici in 
Aegypto reperti P. I. p. 18 sqq.), der die Form ^in^ auch auf 
der Carpentr. Inschrift gefunden zu haben glaubte, das 7 für 
ein ungewöhnlicheres Praeform. Fut. nehmen (was es im Talm. 
häufig geworden ist) statt ^ , denn nur die 3. Pers. s. masc. 
oder pl. masc. u. fem. ist durch jene Formen bezeichnet, wäh- 
rend für die 3 sing. fem. das regelmässige Ninn unmittelbar 
daneben vorkommt. Diese Erklärung passt auch allenfalls 
Exod. 10, 28. T. H. r.^uh i!t2^ ^m^ t<b) d-idd^ n-ih ^nu, wo 
freilich der Infin. entsprechender wäre, und Exod. 22, 24. N7 
VIO.Q ^"^^V.. Mlc'."! ^'^y. l'-"!t^"ri Jon., wo man an dem Singular des 
Verbi nach § 49, 1. keinen Anstoss nehmen kann. Vgl. noch 
Dietrich de sermonis chald. propriet. p. 51 sq. 

Gleichsam als mater lectionis für das Qamez der I. Part 
schieben die Talmudisten ein n ein und sagen "»JNt^ (Dnn ^:iW 
dort ist es anders) von hw statt ^iw. Dahin scheint auch das 
schmerige r\'b ^Np ""nd rvb nNpi zu gehören, in der Bedeutung 
„was tvillst du damit gesagt haben F" wörtlich : Der Sagende, 
nj'p) tvas sagt er (njp ^nd). « 



126 

§ 24. 

Doppelt anomalische Verba. 

Darunter versteht man solche Verha^ in denen zwei von 
den Buchstaben, welche Anomalien zu verursachen pflegen, 
zugleich vorkommen. In der Flexion machen entweder beide 
oder nur einer dieser Buchstaben ihre Eigenthümlichkeit gel- 
tend. Es giebt nämlich: 

J. Verba "jD und ih (n^); z. B. n^j, nd:, nj;j, njpj, hk;:. 
Diese lassen den 1 . Radikal, wo er eine Silbe schliesst, unassi- 
milirt, z. B. Fut. Peal püj^ Exod. 21, 22., ^^2n Deut. 9, 7., 
^DJN O-TDJK Ps. 78, 56.), ^DJ-p Gen. 22, 1. T. H., ^t!/;.N Klagl. 
2,6. ' 

2. Verba nd und ^b: z. B. n2N, nin, ndn, ndn\ npn. 

■' T -: ' T -: ' T -: ' T -: ' t -: 

Pme^. 3. f. nnN, 2. m. Nn^riN, i^^tt^. ^z;-' Deut. 29, 20., Ti\'; 
Gen. 33, 14. 49, 10., Imp. nhn 2 Sam. 14, 32., idn Exod. 
16, 23., pl. Ihn Dan. 3, 26., per aphaeres. -iT) Prov. 9, 5. 
(Lond. -inN), Infm. NiD (n^d) Dan. 13, 19., ^no Dan. 3, 2., 
Particip. act. nriK, tin Dan. 7, 13., Gen. 33, 1., pass, ntn 
(ntn) Daö. 3, 22. — Pael ^dn, Part, ^dd 2 Kön. 20, 5. Deut. 
32, 39. Opnd Job. 13,4,) — Ithpeal ^pnN Lev. 13, 18., Part. 
^DNnö Lev. 2, 4., Ä^. ^n;n^ Lev. 13, 2. — Ithpaal ^Bß_t< 2 Kön. 

5, 13. Jes. 51, 8. — ÄpJiel ^n^N Gen. 4, 4. (rn^n Dan. 6, 17.), 
^n^n^>{ Jer. 6, 7., iN^n^K 1 Chron. 22, 4., F^t^. ^n^N, /mj). HNn^N 
Num. 23, 5. oder N;n\-i Dan. 5, 2., Jw/^m. v.in;N Ps. 105, 3i., 
Part. ^n;D Gen. 6, 17. [Passivform des ÄpJiel Dan. 3, 13. •^^n^•; 

6, 18. r\)m ganz singular]. — Ittaph. HN^niriN Gen. 33, 11., 
dag. i;n^n^. Ps. 45, 11. 

3. Verba ^D und N^?; z. B. NT (nT), ND*. Futur Peal 
■-p;. Ps. 50, 16., ApJiel Praet. n>' Ps.'Vö, 2^,' ^plN Exod. 13, 
19., ^nlN Gen. 19, 22., plur. nlN Ps. 30, 5., iN^llN Ps. 33, 2., 
1. pers. nj"}> Ps. 75, 2., Ä^. Tir Jes. -5, 19., Infin. HNniN 
Exod. 12,"33., Part. niD Prov. 28, 13., Imp. nlN Rieht. 5V2. 
[Pael von nT mit 1 als 1. Radikal ^"^r Lev. 16, 21., inj' 
26, 40.] 

Anm. Die Verba med. T , welche zum 3. Stammbuch staben 
N haben, gehören nicht hierher, da 1 als Consonant ausgespro- 
chen wird, z. B. N-n, Nin. 



127 

§ 25. 

Mangelhafte Verba und formae mixtae. 

1 . Nur von wenigen Verbis kommen alle oder die meisten 
Tempora und Modi wirklich vor. Sofern dieses in dem be- 
schränkten Umfange der uns übrigen schriftlichen Denkmäler 
in chaldäischer Sprache seinen Grund hat, ist es nicht be- 
fremdend und gehört nicht in den Bereich grammatischer Be- 
obachtung. Sofern aber bei manchen oft wiederkehrenden 
Verbis manche Formen constant vermieden sind, und dafür 
andre, von synonymen Verbis entlehnte, im Sprachgebrauch 
sich festgesetzt haben, muss dies in der Grammatik aller- 
dings bemerkt werden. Als Beispiele solcher Verba defectiva 
mögen nun folgende dienen: 1) 2n) und ^nJ geben. Ersteres 
wird im Praet und Imp. Peal sowie im Ithpeal gebraucht; 
von letzterem kommt hauptsächlich das Fut. und der Inf. 
Peal vor; — 2) pbo und pDJ aufsteigen. Letzeres wird im 
Infin. und Imp. Peal und im ÄpJiel gebraucht Deut. 9, 9. 
10, 1. 2 Kön. 17, 4. (auch im Ithpaal Lev. 6, 22. 65. 78, 21.), 
ersteres im Praet. Peal, im Pael und den Passivis der 1. 
und 2. Conj. ; — 3) NntJf und NgKf trinken. Jenes kommt im 
Peal, dieses im Aphel vor; 4) ^^n und Tjin gehen. Letzteres 
findet sich im Inf. und Fut. Peal\ ersteres besonders im 
Pael. 

Ein Beispiel von Vermischung einer doppelten Flexion des- 
selben Vcrbi ist y"I\ Das Fut. lautet gewöhnlich VT. § 20, 4., 
nur die 1. Person yiN (Ps. 39, 5. 101, 4.) — doch auch yi:N 
Dan. 2, 9. Sonst vgl. noch § 20. 3. Anm. und § 21. Anm. 

2) Was man als formae verborum mixtae angeführt hat,, 
verdient nicht diesen Namen; denn n^nsriN Dan. 7, 15. und 
DDinKfN Dan. 4, 16. ist syrischartige Punktation der Praet. 
Ithpeal und Ithpoal, und die 1. Person Fut. ynsriN Rieht. 
15, 7. (ed Ven.) statt VIDHN entbehrt nicht aller Analogie 
vgl. im Hebr. K^n^N Gasen. Lehrgeb. S. 312. — Das Hos. 2, 4. 
vorkommende "jD^"' ist schwerhch aus Part, und Fut. gemischt;' 
da das Fut. Peal dieses Verbi ^p;;. lautet, so könnte ID^*: die 
3. fem. plur. sein, nach der Analogie von 'j^'un Jer. 3, 19. 



128 

§ 26. 
Irregulärem Verbum mit Suffixum. 

1. Die Formen der meisten Verba irregularia vor Suffixis 
sind wesentlich nicht verschieden von denen des regulären 
Verbi und ergeben sich, was die Verba ]D, VV, ^V? ''D anlangt, 
aus § 16 von selbst. Folgende Beispiele mögen zur Erläu- 
terung hinreichen: a) ID; ]^-nl2 Rieht. 20, 32., T]>i^^ Ps. 91, 12., 
^;^.t?Jn Ps. 28, 3., \"12D 1 Sam. 20, 21. Jer. 36, \4., Aph. T:3ppN 
Exod. 32, 12., ^^npDN Hiob 10, 18., NJmjPDN Num. 20, 5., ^n=ipBN 
Exod. 16, 32., b) VV', l^>"'n^ Jer. 20, 5., Aph. ,"qjp^n Dan. 7, 23., 
njfid;^n Ps. 44, 20., ^J^yn Dan. 2, 24., r^rhyi^ Rieht. 19, 3., 
c) Ty; \-]-iDi^ Gen. 50, 26., hdk; Esra 5, 14., njB^nn Dan. 7, 23., 
Fa. n^p'^jp Ps. 105, 10., ^:?npr.|? Ps. 30, 4., V^-ip^pN Jer. 33, 7., 
Aph. .'np;pN Dan. 3, 2., NJ^p^p"; Hos. 6. 2., Imp. '^p^pN Ps. 41, 12., 
NJDn.N Jer. 31, 18., NJ^D'^nn Esra 5, 11., c^) ^d; ^^t Ezech. 28, 19., 
nnjjn^. Deut. 22, 2., Jl^i. np.^niHN Dan. 5, 7., ^Jn^/'i- Dan. 2, 23., 
"•Jn^-jin^ Dan. 2, 29. AehnHche Flexionen von nd: ^^n^DiN 
Ezech. 16, 19., NJa^p^ Num. 11, 4., vinn^n Prov. 1,32., n^.D^N 
Jm^. Prov. 25, 21. 

2. Abweichender vom regulären Typus sind die Formen 
der Verba ib vor Suffixis. Man merke Folgendes: 

a) quiescens am Ende im Fraet. Feal wird nur selten 
mit seinem Vokal beibehalten, z. B. ^jn"I2 Prov. 8, 22., nxin 

' • - T : ' ' TT -: 

Gen. 38, 15., gewöhnlich fliesst das Suffx. mit dieser Ver- 
balform so zusammmen, dass >< ausgestossen wird, ^'^|^ Rieht. . 
19, 3., ^nn Esra 5, 11., xnip Jer. 36, 21., ]^^bn Jes.42, 5. 

b) ^ quiescens am Ende in den Fraet. und Fut. wird gern 
mit seinem Vokal weggeworfen unJ es treten, besonders in 
dem Fut., Suffixa mit : epenthet. an, z. B. n^in;. Lev. 13, 21., 
-«J^in^ Exod. 33, 20., ]'iiim Ps. 139, 8., Fael ^i.Wn 1 Kön. 11, 
34., ^:3^in: Dan. 5, 7., v^^O Jos. 9, 27., Aphel ."^nt^N Gen. 2, 15., 
•j-i-in^N 2 Sam. 8, 7., tjh^n Rieht. 18, 4., rnln^N 1 Sam. 5, 1., 
VinaN 5, 6., NJ^iHN Rieht. 13, 23., selten erscheint ^ als mobile, 
z. B. .T3:i Esth. 10, 2., ';];ii;e Exod. 2, 14., -»^^ti^JN Gen. 41, 51., 
riiim Deut. 4, 36. Ezech." 11, 25. Gen. 34, 2. Obad. 7. 

c) "> quiescens in den Imperativen aller Conjj. wird beibe- 
halten, z. B. ^-)^p■;l Exod. 4, 3., N3\TrtK Rieht. 1, 24., \}\inN Exod. 
33, 18. (dagegen" NH-ip Jer.' 36, ^6.) 



129 

d) das 1 der 3. plur. Praet. Fcal und der Im2)p. wird in ^ 
die Endung -^^ • aber in t» verwandelt, z. B. \ViD";i Jon. 1, 12., 
Nnr Klagl. 1, 7., 7]i^y^pN Jes. H, 12., "»nT-ynN Jes. 1, 8. (da- 
gegen *r,iDi Jer. 38, 9., "]Oinc Jos. 9, 18., i^JiD"] Jos. 10, 27.) 

e) Die Personen der Praett. auf n^ •" u. n^"^ bleiben un- 
verändert, z. B. \:0'P1 Jon. 2, 4., iTn^n Gen. 44, 28., rirj^ii 
Jes. 42, 6., v^npriN Ps.' 71, 20. 

lieber den I?ißn. Peal und die Participia s. unten § 34. Die 
Infinitivi der Conjug. ausser Peal haben (vgl. § 16, 2 c.) die 
Form auf n-i, 'i^nn-r^'l^ Jer. 33, 5., ,"nn-i^K'p Gen. 35, 17. 



Viertes Kapitel. 

Vom Nomen. 

§ 27. 
Vow der ÄbleiUimi der Nomina. 
1. Die chaldäischen Nomina sind, wie die hebräischen, 
theils primitive, theils ahgelcitete. Unter die p)rimitiven hat 
mau jene ein- oder zweisilbigen Nomina zu rechnen, w^elche 
einfache, d. h. solche Nominalbegriffe ausdrücken, deren Be- 
zeichnung auf der ersten Stufe der Sprachentwicklung Be- 
dürfniss sein musste und die auch im Hebräischen nach neuern 
Grundsätzen für Nomina primitiva gelten (s. G esenius Lehr- 
geb. S. 478 ff.), z. B. 2N, iz, üN, hn, Di% T, >"in, y^N, d^d, 
nT% "iH) V^}y\ (überhaupt die einfachen Zahlwörter). Die ab- 
geleiteten, welche auch hier die grosse Melirzahl bilden, kom- 
men meist von Verbis, einige auch von andern Nominibus 
her, sind also theils verbalia, theils denominativa. 

Nomina primitiva in den semitischen Sprachen ganz abzu- 
leugnen, ist unpsychologisch und es wird stets Pedanterie bleiben, 
z. B. T von HT , p von nJ2 abzuleiten, oder für nn% yiN {yy<) 
verloren gegangene Stämme zu postuliren. Aber dass nach der 
dem Morgenländer eigenthümlichen,^lebendigen Anschauung der 
Natur in den orient. Sprachen viele Nomina von Verbal begriffen 
abgeleitet seien, die 7vir für primitiv halten könnten, und dass 
es überhaupt nur eine kleine Anzahl primitiver Nomina giebt, 

Winor, rhald. Gramm. 9 



ISO 

ißt zweifellos. Ucber das Mehr oder Minder wird daher im 
Einzelnen stets gestritten werden können. 

2. Die Ableitung der Nomina*) wird bewirkt, entweder 
a) wie in der Flexion der Verba blos durch modificirte Vo- 
kalisation des (zwei- od. dreibuchst.) Stammes, z. B. ■?]^p König 
von T|^p, "iDN Befehl von idn, "^.^j/.t Mein\ojii]i\, pbin Theil 
von p^n, in'iT Glan0 von nni (zuweilen fehlt selbst diese und 
das Nomen lautet ganz wie sein Stammwort, z. B. ~iDp von 
nop); — oder b) durch Verdoppelung eines (gewöhnlich des 
zweiten) oder zweier Stammbuchstaben (vorz. um Intension 
und Steigerung auszudrücken) , z. B. nz: von nz,! , 2-^^ Dieb 
von 2n, D^sn weise von DDR, i^-iu^.p v. i?-iD; — oder c) durch 
einen vorn oder (und) hinten antretenden, dem Stamme selbst 
fremden Buchstaben (Bildungsbuchstaben) z. B. ]'i2i< Unter- 
gang von n2N, -lionp Mangel von "ipn , ^212 Schlag von tJ'rip, 
nnp Osten von nn, Tp^n Schüler von np^., znin Imvohner 
von Dn^ , n-i2j;ti( Knechtschaft von nzy. Die vor^ antretenden 
Bildungsbuchstaben sind am häufigsten N, D, n, selten n, % 
K^; hinten werden angesetzt vorzüglich i und D, bei weiblichen 
Nominn. n und n, wie N^ni Furcht, nntJ^p Lager. 

3. Wie schon innerhalb der Conjugation sich aus dem 
Verbalstamme zwei Formen bilden, in welchen der Verbalbe- 
griff nominascirt, Inf. und Farticip., so schliessen sich auch 
die meisten Nom. verb, sichtbar einer von diesen Bildungen 
an und zwar so, dass die abstracten Nomina zunächst vom 
Infinitiv ausgehen und dessen Form, nur mannigfaltiger, dar- 
stellen, die Nomina concreta aber den Participtis entspre- 
chen und deren Form mehr oder minder variirt repräsentiren. 
Um diese Classificirung der Nomina unter Infin. und Farti- 
cip. zu bewirken, ist freilich Beachtung anderer semitischer 
Dialekte, namentlich des Arabischen, nothwendig, auch darf 
man nicht übersehen, dass manche Bildungen unter beiden 
Classen vorkommen können, z. B. b\2p_. Wir werden darum 
im Folgenden alle chald. Haupt-Nominalformen nach der oben 
unter 2 bemerkten dreifachen Verscbiedenheit anführen und 
so von den einfachen und frühesten Bildungen zu den künst- 
lichen späteren fortschreiten. 

*) Ein Verzeichniss der Nomina verbalia nach Classen geordnet 
giebt schon Opitz Chaldaism. p. 152 ff. 



131 

§ 28. 
Nomina derivata des regulären Verhi. 
a) Derivate mit den blossen Stammbuchstaben. 
1. ^tojp (^Dp), ^üjp, i^p.p, ^iDp (den hebr. Sägolatformen ent- 
sprechend) für sachliche Begriffe, z. B. iDD Buch, Dj/D Ge- 
schmack, 7;7ik Bedürfniss, Fjipn Stärke, seltner für Concreta, 
z. B. ^^D König, in: Mann. — 2. ^top (mit langem, unver- 
änderlichem a zwischen den beiden letzten Stammbuchstaben), 
z. B. DHD Schrift, 3"ip Krieg, übti/ Friede. — 3. i>tp.g (zwei- 
silbig) die Form des 1. Particip. Teal für Concreta vorz. 
zur Bezeichnung von Beschäftigungen, "jriD Priester, r|pp Win- 
zer, ni'D Ackersmann, dann für inhärirende Eigenschaften, 
i:^'2; trocken, ^3D thöricht. — 4. ^^top (2. Part. Peal), ^*üp, 
^•^LDp, b'iDp^ (mit langem «, o od. u zwischen den beiden letz- 
ten Radikalen) ebensowohl für Concreta (bes. Eigenschafts- 
wörter), z. B. h'm furchtbar, i^')D bitter, n^^ü Gesalbter, 
~^j;i klein, r|^pn stark, i'ON Thor, pir Säugling, als für sachl. 
Begriffe, z. B. b^nw Pflanzung, n^n"] Schrecken, pi^tjf Erlass, 
tj'-ui^ Kleid, niDN Band. Die zweisilbige Form ^^pg (hebr.) 
ist selten, z. B. nng wa/^e. — 5. ^D-ip, ^p-ip, ^iDlp (langer, un- 
veränderlicher Vokal nach dem 1. Stammbuchstaben), jene 
erste hauptsächlich Adjectiva zur Bezeichnung inhärirender 
Eigenschaften, nam. der Farben, z. B. dd-in schivarz, pDiD roth. 
Die zweite für Concreta wie D^^iy*) Jüngling. Die dritte (selten) 
für Abstracta, die aber eigene Concreta sind, z. B. Dnln Sie- 
gel (eig. der oder das Siegelnde), "i^In Untergang. 

b) Inlensivformen mit Verdoppelung eines oder mehrerer 
Slammbuchstaben. 

6. i?t3p theils Concreta, die eine stehende, gewohnte Ver- 
richtung ausdrücken, z. B. 3J^ Dieb, nsü Koch, tJ^'iD Reiter 
(von einem quadril. dJ"]B ffir<), theils, aber seltner Abstracta, 
wie ^zn Verderben, nds"" Geschrei. — 7. ^isp z. B. nz: 5^arZ;, 

T- 'tT- tI- T- ' 

X^b Zunge, inD Flachs. — 8. ^Dp meist für Adjectiva, die 
körperUche Eigenschaften, nam. Gebrechen bezeichnen, z. B. 
ü^^N stumm, it'in taub. — 9. i^iisp für Abstracta (ziemKch häu- 



*) Richtiger D^•^^{, pElD, G''^;iy, ^^e^J »«t^ Dag. forte, weil die ei- 
gentliche Form blfip» ^^.P w'*^ ^^^^ Vav nur index lectionis ist. 



132 

fij,'), "J-f P Vorschrift, f|-i:,D ßedrückumj, y\\2V. Stärke, i^Qn Hehi- 
sucht, i-iDH S2)ott, l^D« Norden. — 10. ^^üjp und ^t3ip haupts. 
Eif^onschaftswörter , z. B. fi^''^*p heih'g , "1^32 Erstling, ^'^fn 
mächtig. n^Dti: .sy'Aö?^ Beide Formen sind Verstärkungen aus 
^^pj? und ^Dip, wie sie denn auch in manchen Wörtern neben 
einander vorkommen, z. B. ?]*^p und ^*hü, pDiD und pQO. 

— 11. redupHcirte Formen wie ^:t'_p r«iW(^, "i?~!QiJ{ Morgen- 
roth, b^vhyi Sturmwind, niiTin Gedanke, in ziemlicher Man- 
nigfaltigkeit (doch reicher daran ist das Rabbinische). 

c) mit zwjesetzten Consonmiten. 
12. ^ppD, i'ppG (^tDpp), z. B. i?-:p Thwrm, i2^~nD ^^^^f7*- 
suchung, inyo Handlung, ^<^5^!^0 Gedanke, iBpp Trauer; 
insbesondere von dem Orte, wo die Handkmg, die das F^^-r- 
5ttw ausdrückt, vorgenommen wird, z. B. nz^lD Altar (von 
n5"i opfern), ''•2'it2 Trift (von ""üT treiben), nno 05^e>^ (von 
nn aufgehen), oder das Instrument, z. B. pnip Schale (von p~T 
sprengen), i'pnp Gewicht (von ^pn wägen). — 13. ^-iDpo z. B. 
^i-iyno Feuersbrunst. — 14. ^top=iD, z. B. iJ'ip^D Heiligthum^ 
alle drei Infinitivbildungen. — 15. ^tspp und tJ^ppD (Partie. 
Pael und Aphel) für Concreta, z. B. i^'aai/p Diener, mit der 
Adjectivendung : la^'pii^p, n''Ji;j/psi^D, vst;^p Angeber, — und i^tspp 
(Pyal), z. B. ißiTD Vorbereitung. — f6. mit vorgesetztem n (n) 
N^DpN, z. B. NJDHK Besitz, r^ycpri Verbergung (aus Aphel) 

— 17. ^it^pj, z. B. ^isj'n: Sturm. — 18. ^-iDpiJf u. ^itopa^' (Scha- 
phel), z. B. "luyjif Knechtschaft, 11-212/ Ruhm. — 19. i^^ppn 
z. B. ND^bcJ^'n Vergeltung, NTppn Verordnung, und t'pp-in z. B. 
ND^i:^-in Vergeltung, NDgp-in Veranlasssung , snzmn Lob. — 
20. die Formen auf |r , welche ohne Dazwischentreten eines 
andern Nomen (§ 30) vom Stamme gebildet werden, nam. 
I^pp und l^p-ip, z. B. ]n^2 Sieg, ]rf?^B Dienst, ^^^in Rech- 
nung. Sie ruhen allerdings auf der Form nH^: (nuj) und 
NH^iD {rhb) als ihren Vorbildern, sind aber in vielen Fällen 
geradezu vom Verbalstamme abgeleitet worden. — 21. Deri- 
vate der Passiva, wie N^n^nn Eile, N&S'unnN, niV-^SDN u. a. m. 

§ 29. 
Nomina derivata, des irregulären Verbi. 
1. Von Verbis "JD: 12. "iDD Säge, ^yp Pflanzung, :njp 
Gewohnheit, »sntsp Gefängniss , "iDp Bekannter, i^-iDp BiMe. 



133 

15. pvp Dämon (eigentlich der Schädliche). 16. Nnin:.N Kneg, 
nnnJN Beleuchtung. Mit der Anhängesilhe Vt~: ijpdd J.w5- 
ijang. ^ 

2. Von Verbis VV- ^) einsilbige Formen: pi dünn, "[n 
Gnade, Dh Hitze, fem. N^p Wort, h) mehrsilbige 4. 2^2n ^e- 
?/<?&^, 10. p^jPT dünn, 12. i^yD Eingang, und mit Reduplica- 
tion (no. 11) ^^i?: jRör?, ^ui^: Umwähung, n^'*5: Schädel. 

3. Von Verh's nd : i?rp. Speise, "p-^p TFbr#, welche Formen 
sich auf 12. reduciren und eig. Infinitive sind. 

4. Von Fer&2S "»D; nj;* >^^6^5"ef^ (Infin.). 4. s]ry: Kunde, 
""»p: JiOstbar, n''n^ vorzüglich; mit zugesetzten Bildungsbuch- 
staben: i^-'p Gehurt, ^li^'^p ^6e?ie (Infin. Pea^ nniD TFoÄ- 
^iww^, DH^D Geschenk, NHDin Züchtigung, Dnln Bewohnter, yiio 
Bekannter (aus Apliel), niDfPN Umgebung. 

5. Von Verbis ly f'^): a) einsilbige Formen für Concreta 
und Abstracta (aus Parf. u. Infin.), pj; c?^(/, NDjP Bildsäule, 
ND-iJ Schlaf, 3in od. NZ'n Schuld, pi Freude, dann rrn PM^- 
A'e/jT, r)^D -Ewde ; ?>) zweisilbige n^;;;" c?a.9 Zertreten ; mit Ver- 
doppelung des zweiten Stammbuchstaben: 6. "in Richter, in 
Bewohner, auch abstr. p*]; Drangsale, 9. p^'^^/ Bedrängniss, 
^•i*ii P^7c?, concr. n-!*: Fremder; c) mit zugesetzten Bildungs- 
buchstaben : 2. nop Todesstrafe , ügp >Sto/^f? (Infin. PeaO 4. 
ti'-.Dp Belastung, ns-up Deckel, iItd Speise, aus ^^9^e? ip^pp 
Spötter, ndJm Bewegung. 

6. Von Verbis ^b: a) nd"i, ^::i rm^, ^dn ^r^^. ^^n 5W5S 
(Participialformen des Pe^a? zur Bezeichnung von Concretis 
vgl. o. und 4.) noi Reinigkeit, ni^: Gefangenschaft, n=iN: 
Hoheit, lauter Abstracta; 6) Nnn Freude, N^5?in Süssigkeit, 
l^:p Za/^? (NJp), N):;p Götzenbild, mit Mobilität des 3. Stamm- 
buchstabens ; -^ 6') mit Verdoppelung : ^ri schuldlos, ^^^ (s. v. a. 
r^i')? ^'il Hur er vgl. no. 6.; — d) mit zugesetzten Buch- 
staben, z. B. "i^jp Z«/^^, ^7"1P Wurfschaufel, -nip Zurecht- 
Weisung. 

§ 30. 
Nomina denominativa . 

Hierher gehören a) einige wmc?«, bes. der Form b\2p_, z. B. 
IBD Schiffer (vgl. NJ^pp Schiff), n^^'p Bogenschütz von Nna^p 



184 

Bogen; h) die meisten auda auf "i - • ) fem. hn t (n"« • )^ 
und auf yr~, meist Ädjediva (und zwar erstere Ordinalzahl- 
wörter oder Patronymica und Crentilitia)^ z. B. ^jSiD Auf- 
ruhrer {yow DTD), in^N Verderben (von i2iN), Tipi^ verachtet und 
inonp Verächter von "iD3p, "|J3'i]p Verkäufer, ini?>"iD einsichts- 
voll, npJ Fremder, nup Aegyptier , nlu Tyrier , v^'ij'n J.w5- 
länder, ^nnp 3Iorgenländer ; c) viele Feminina auf ni und 
n"' — , z. B. noü (riife von 2ü, no^p Königthum von 7|^p, 
n-iD^j^N Tapferkeit von D^^^N, n-iD^N Stummheit von d^'n, pud^n 
Wittwenschaft von "jO^N K'^zY^«<;er, nn:3^j,> Jugend von D''^'=iy, 
n-iTD3 Erstgeburt von n^D2, n-un^^piD Einsicht von ini^DiD, 
rrifiJ^iiif Ausrottung von t^^ifij'. 

A um. Die griech. und lat. Nomina, welche zahlreich ins 
Chaldäische übergingen (s. S. 11), wurden entweder, wo es die 
Form zuliesß, mit ihren Endungen beibehalten und dieser Form 
gemäss nach chald. Analogie flectirt, z. B. NJiT ^wvyj, D*pi: 
ßaai?, D-U^''D TcsXayoc, l'ü^p xoltmv , "ilili 8«pov, "jip^N £lx«v, 
plur. l\^^p^N Gen. 4, 6. Jon., oder sie erhielten statt der aus- 
ländischen Endung eine chaldäische NOppi^,"! YXoaaöxojxov Gen. 
^>0, 26. Jon., N'lDp-iN octariones Exod. 14, 51., XITD su- 
darium Exod. 34, 33. Sonstige Veränderungen in der Aus- 
sprache wurden nur wenige und fast nur solche vorgenommen, 
welche das morgenländische Organ fordert, z. B. NDDp ^saxT)^, 
NT^^'DDN aTTYjAaScov, Tnp^riN "^saxpov (§ 6, e.), liD^piDD spe- 
culator, DiD1~1D;DN STüLTpOTCO«;. 

§ 31. 
Geschlecht und Numerus der Nomina. 

1 . Das Geschlecht der Nennwörter ist doppelt, Masc und 
Femimnum (das Fehlen des Neutrum haben alle semitischen 
Sprachen mit einander gemein), es wurden aber die Feminina 
in den Hauptwörtern weder ursprünglich noch constant durch 
die Form von den 3fasculims unterschieden. Als weiblich 
sind ausser den concreten (belebten) Dingen, welche schon 
physisch weiblich sind, in den Sprachen nach lebendiger orient. 
Anschauung solche (leblose) Gegenstände im Allgemeinen be- 
handelt, die als mild, zart, schwach, abhängig oder auch als 



' Ä^ 135 

pflegend und nährend sich darstellen, und das Chaldäische 
stimmt diesfalls ganz mit dem Hebräischen (Ewald, krit. 
Grammatik S. 299 K) überein. Das Bedürfniss, die Femin. 
auch durch die Form (Endungen) zu charakterisiren , wurde 
indess frühzeitig gefühlt und es sind dafür ausgeprägt wor- 
den die Schlusssilben NV (n-r), i, ^-^, ^ {n% n^^, ni). Hin- 
sichtlich der ersten aber ist grosse Vorsicht nöthig, weil auch 
die Masculina in einer gewissen Formation (dem Status empho- 
ticus s. § 32.) häufig auf nt" ausgehen. Für Feminina wird 
man daher nur die Nomina zu halten berechtigt sein, welche 
entweder in andern semitischen Dialekten ebenfalls weiblich 
sind, oder deren Geschlecht sich aus der grammatischen Ver- 
bindung als weiblich erkennen lässt. 

Die Enduug nT ist meist hebraisirend und kommt haupt- 
sächlich in Adjectiv. und Particip. vor (bei Dan. und Esra), im 
Chaldäischen selbst erscheint sie nach regelmässiger Analogie 
nur in Feminn. , die von Mascull. auf """^ herkommen , z. B. 
nND*lj2 von ""DliP. Sonst findet sich TW in den wenigen Sub- 
stantivis, deren 2. Radikal N ist, z. B. HND, HNO, HND, oder 
die an einen Infin. von H'b sich anschliessen , z. B. HNIlN, 
HNllN ; neben N t aber in n?D , n^TlD. ^ 

T T ' T • ' T • : 9 

Die volle Endung n''"r kommt im Stat. ab.«ol. nur bei Fem. 
der Adjectiva (nam. der Patronymica) , die von Masc. auf "»"T" 
abgeleitet sind, vor, z. B. n'^vhn, n^p^lN, n\x-;-in\ 

Der Wörter, welche ohne weibliche Endung Feminina sind, 
kommen nach Obigem im Chaldäischen nicht wenigere und 
regelmässig dieselben vor als im Hebräischen (und Syrischen), 
z. B. pN Stein, HIN Pfad, j;'1N Erde, "jl^iN Ohr, 3111 Schwerdt. 
Sie müssen einzeln aus dem Lexicon gelernt werden, es kann 
aber fast nie dem Aufmerksamen entgehen, warum d. h. nach 
welcher Anschauung dieselben als Femin. behandelt wurden. 
— Andere haben das doppelte Geschlecht (gen. commune), 
z. B. PN Zeichen, N'^'N Feuer, NJDU Weinstock (so die Zahl- 
wörter von 20 bis mit 100). 

2. Der Numerus ist ebenfalls doppelt , Singular u. Plural; 
denn die wenigen Dualformcn sind aus dem Hebräischen 
entlehnt und finden sich nur im bibl. Chaldäismus (Dan. 2, 34. 
7, 4. 7.}, dagegen in den Targumim das Gepaarte durch den 



136 

• 
Plural (§ 66, ö.)> das Zweifache durch das Zahlwort "[^"n aus- 
gedrückt wird. Der Plural ist erkenntlich bei Mascull. an 

der Endung v~- » bei Feminn. an der Endung "it , denn das 
dem hebr. n1 analoge n~T ist im Chaldäischen nur für den 
Stat. constr. üblich geblieben (§ 32, 2). 

; Bei den meisten Masculmis, welche mit einem Eadikal schliessen, 
tritt obige Endung geradezu an, z. B. "-"ID Fels, PL p'^D, 'ph 
y^wb/y nur die auf ^ - oder ^N haben V^"^>- iJi den (Derivatis 
der Verba N?) auf N :. oder "• r. aber lautet die Pluralend. "j* -". 
Die Femm. auf N"t verwandeln diese Endung in "j 7 , die auf 
•1, ""T" und 1 aber mobilisiren diese Buchstaben und formiren 
also ihren Plural auf '(l und V» z- ß. no^O PI. |1D^D, n^^W^ 
PL rriC^^D, nisn PL ri3-i; endlich die auf HN x (von Mascull. 

't : : - ' • 't : • ' t ^ 

auf •>--) erhalten die Endung l^v , z. B. nNDnj? PL I^D^jP [sin- 
gular ist im spätem Targumim zuw. die Endung \V , in den 
Femin. der ersten Art nicht unmittelbar an den Stamm ge- 
setzt, sondern an die Endung des stat. constr., wie "jD^in:: 
Esth. 2, 2., lnD^^'3; 2, 8. 4, 4. Der Londoner Text hat datür 
'jnV''^-. und ID^.-iy]'. 

Wie von der Masculinarordnung ]''"•" im Talmudischen re- 
gelmässig 1 wegfällt, so erscheint auch in den Targumim ein 
verkürtter Plural auf ^~^ , z. B. n;pN st. ^""i^pN Gen. 39, 20, 
und öfter bei Jon., z. B. Gen. 1, 21. 8, 22. 12, 6. Doch 
nehmen Andere diese Form für Stat. construct, s. § 56, 1. 
3. Wie im Hebräischen, so haben auch hier manche Sin- 
gular-Masculin-i^orMew im Plural Femininalendung und um- 
gekehrt, z. B. y-N PL i^^-N, nsN PL psN, n^d PL ^-^p, ndh 
PL i^Dn, N*i|n PL vpn, h^i;^ Pl.'r-?t^". VgL Fürst, S. 214. " 

In einigen Nominibus sind beide Plural - Endungen ge- 
bräuchlich, selbst in einem und demselben Targum, z. B. nsn 
Plural vpN und lMp^f, ""inj PL VIOJ ^^^^ 1)"'"^ (gleichsam vom 
Sing, nnnj), ^P.Jn PI. p^piN und ij^Ptn, n^,i PL ir, und i\]:i Jes. 
66, 17. 1, 29., HN PL VDN und i)nN (i;nN), ^j^rp PL pi^pnp 
und l)i^(Pnp, ^j^n Äcker PL vi?Rn und |^[pn Jer. 32, 34., Hos. 
10, 4.', nr Tag PL vpl^ und ' |Di^ Genl 8, 10., Esra 4, 15., 
ND13 ;Se^m PL "iD'^a und ")0"}3 Num. 32, 20., Deut. 28, 8. u. s. w. 
Zuweilen findet doch dabei eine Verschiedenheit der Bedeutung 
statt. So heisst y^bp^ PL von bp^ tropisch tonitrua Exod. 9, 23., 
dagegen ]bp^ voces Ps. 93, 4. Auch müssen die Epicoena von 



137 

obigen Beispielen geschieden werden, z. B. DiD PL vp-o und 
(10=) D 2 Kön. 5, 9. 2, II. 

Einige Nomina kommen blos im Plur. vor, z. B. V'n Le- 
ben, N*DySf Himmel, c\]D Angesicht, namentlich solche, welche 
Lebensalter bedeuten, als rp^l-iv Jugendalter, yh/r\2 Jimgfern- 
alter, ri-iyj Knabenalter, (doch sind mehrere dieser Wörter 
auch Singulare auf m). — iVndre finden sich nur im Singu- 
lar, was aus der Bedeutung derselben erklärbar wird , z. B. 
die Namen der Metalle, wie 2r"i Gold, bpD Eisen, rjDD Sil- 
ber (PL TBüZ argenta Gen. 42, 26. von Silbermünzen). 

§ 32. 
Verschiedene Verhältnisse (Status) der Nomina. 

1 . Die Zahl der sogenannten Status, in welchen ein Nenn- 
wort stehen kann, ist im Chaldäischen grösser, als im Hebräi- 
schen, indem hier zu dem Status absolutus und constructus 
noch ein dritter, der Status emphaticus, hinzukommt, welcher 
ursprünglich das Nomen mit dem bestimmten Artikel aus- 
drücken soll ( ähnlich wie im Dänischen Konungen von Ko- 
nung). Doch ist in der Sprache diese Form zum Theil ab- 
geschwächt und der Status emphaticus überhaupt fast regel- 
mässig an die Stelle des Status absolutus getreten. 

Der unbestimmte Artikel eiti ist, wo es die Deutlichkeit 
erforderte, durch das dem Hauptworte nachgesetzte Zahlwort 
-n bezeichnet, z. B. Dan. 2, 31. 6, 18. Esra 4, 8. 2 Chron. 18, 7. 

2. Die charakteristischen Endungen des Status constr. sind 
folgende: a) bei den Masculinis im Plural wird die Plural- 
endung Y' ill '" verwandelt (im Sing, aber unterscheidet 
sich der St. constr. von dem absol. nicht durch eine beson- 
dere Endung) ; b) bei den Femininis auf t<~T (Ht ) geht diese 
Endung im Sing, in n - , im Plur. in n~v über ; die Feminina 
auf 1 und * • halten im >S'^. constr. sing, ihr ursprüngliches 
n fest, z. B. no^p, im Plur. wird aus "j) und ]*■ dem Obigen 
gemäss n] und r\\ 

Neben der Form des Status constr. kann im Aramäischen das 
Genitivverhältniss auch noch auf einfachere Weise ausgedrückt 
werden , nämlich durch ein dem zweiten Worte vorgesetztes 1, 
z. B. NinNT N37P der König des Lande.s. Siehe hierüber Syn- 
tax § 56. 



138 

3. Der Status emphat. charakterisirt sich für beide Ge- 
nera und Numeri durch die Endung NT" (bei Masc. auf ''"-" 
aber nT~). Diese wird im Sing, a) bei den Mascull., die nicht 
auf N~^ oder ""-r ausgehen, geradehin angesetzt, z. B. ndig 
von DID; bei den Mase. auf n^::" aber tritt statt dieser letz- 
ten Silbe ^^r , und bei denen auf ">"" tritt n t ein, z. B. n""^."! 

f . ' T :iT 

von N7J , HNDlp von ^DljP ; h) die Femm. auf n^ erhalten im 
iS^. emphat. als Endung n^", z. B. nhd^d von nd^D; die auf 
HNT" aber n^~7", z. B. nit^did von hndip; endlich die auf =i 

T : ' t: T :l- t t .-1- ' 

und '"T- erscheinen mit der vollständigen Endung ni und n^ ^ 
z. B. Nno5?D. — Im Plural wird a) die Masculinarendung 
p~~ verwandelt in n*^-, z. B. Noi^D; bei den Nominn., die im 
Sing ^^~ haben, aber in ^^r-, z. B. ^NDlj^ von v^<OTp, in der 
Bibel N-^T" vgl. Esra 4, 9. 5, 1 . 6, 7. etc. ; h) in den Feminn. 
tritt das NT' der St. emphat. an die Form des St. constr. 
NHJ""!», NHiD^D, NH^^^i; nur die, welche im Sine, auf hnt" 

TT • •. TT : : - ' TT :t '-' t 

ausgehen, nehmen ihr ursprünghches "• wieder an, z. B. Nn^D^jP 

von HNDlp. 

T T : 1- 

Der Status emph. ist eigentlich auch nur Stat. constr. 
mit suffixem demonstr. Fron, nh, wohei das n mit Zurüch- 
lassung seines Vokales ausgefallen ist. Es sind njot, ntiü, 
NO^y nichts anderes, als die Contractionen von Nr p:, nh i-id 

T :'t -' T ' -: ' T 

und Nm ü?y^. Bei anderen , vorherrschend einsilbigen Wör- 
tern, wie hei t];, 3^, ist in njj;, n2,] das ausgefallene n fZi^rc/? 
eew Dagesch ersetzt. Als ein solcher Ersatz ist auch das 
Dagesch in ^ pluralis anzusehen in allen Classen. 

Weiter giebt es eine Classe, hei welcher das n in ■ üher- 
gegangen ist, wie hei VII^^. 



4. Vor den Suffixis (im Statu sufßxo) gehen mit den 
Endsilben der Nomina folgende Modifikationen vor: a) die 
Masculina derivata auf ^~^ erhalten nt , z. B. "Nonp von 
"•D^p; die auf n"::~ (von Verbis n^) verwandeln diesen Buch- 
staben im Sing, in ^ mobile, z. B. n^j?: von n^j; — h) alle 
Mascull. PL werfen die Endung "]^" (r~^) weg, und nehmen 
die Suffixa Nomm. Plur. an ; c) die Femm. auf nt~ verwan- 
deln im Sing, diesen Buchstaben in n, z. B. ~npi?D von nd^^d ; 



139 

die auf i und ^ • erscheinen in der Form des St. constr., 
z. B. nnoi^D; die auf n^ {radic.) endigen auf n^"^, z. B. nn''i?j; 
die auf hnv^ (von Mascc. auf ''"^) nehmen ihr ursprüngliches 
Jod wieder, z. B. .^n:Dnp; — ä) im Plural der Femm. wer- 
den die Stiffixa überall an die Form des St constr. ange- 
hängt, z. B. Tjmnp, imn^np, •jinniDi'D. 

§ 23. 
Declination der Nomina. 

Wenn die Nomina fiectirt, d. h. ihre Grundform dem Bis- 
herigen zufolge in die verschiedenen Status des Sing, und 
Plur. umgewandelt, oder Suffixa an dieselben angehängt wer- 
den, so geschieht dies bei nach hinten fortrückendem Tone 
nach Massgabe der Form des Wortes entweder ohne alle wei- 
tere Aenderung derselben, sondern der die Aussprache ver- 
mittelnden Vokale, oder mit einer solchen. Die Nomina theilen 
sich daher hinsichtlich der Flexion in zwei grosse Klassen, 
welche wir durch die Ausdrücke veränderUche und unver- 
änderliche bezeichnen wollen. Die erstem müssen wieder, 
da die Vokalveränderung von der Eigen thümlichkeit der No- 
minalformen abhängig, mithin sehr mannigfaltig ist, auf meh- 
rere Paradigmen zurückgeführt werden, welche hier die Stelle 
der in den abendländischen Sprachen gewöhnlichen Declina- 
tionen vertreten. Diese Paradigmen der Masculina sowohl 
als der Feminina stellt folgende Tabelle vor Augen. 



140 



I. Paradigmen 
IL 



Singular. 


a. 


, h. 


a. 


h. 


St. dbsol. 


T>D 


' '^^^p. 


DT 


~?: 




(Berg) 


(Mörder) 


(Gesetz) 


(Gewaltiger) 


St. constr. 


-l^ü 


^iDg 


ni 


n2: 


St. emphat 


NTiU 


N^1t3jP 


T T 


T T • 


m. Suffix. \ 






•• T 


••T • 


Plural. 








, 


St. absol. 


v>1ü 


vh^\^l 


rnn 


' r-?j 


St. constr. 


r^to 


^^.'^^ß 


•• T 


^l-'i 


St. emphat. 


Njnito 


N^^lüjP 


T - T 


Nn2:i 

T - T • 


m. Suffix. \ 






Mim 

T 


'H^"?:? 
^ r^^-2: 



V. 



VI. 



Singular. 




a. 


b. 


c. 


St. absol. 


^^.pPP. 


2: 


^v.. 


DN 




(Getödteter) 


(Rücken) 


(Ziege), 


(Volk) 


St. constr. 


^p.p.np 


■n»^ 


^)/. 


DN 


St. emphat. 


^<^ppnp 


N2:i 

T- 


i<iV. 


NDH 


m. Suffix. 


'^(!Ppnp 


nz: 


■^■^.v. 


^'P.^ 


P l u r a l. 










St. absol. 


f^ppno 


rr^ 


.T-W. 


T'^^J 


St. constr. 


■»^.pjpnp 


'?j 


'■IV. 


''^.^ 


St. emphat. 


N;^t:jpno 


^^*?d 


^"^V. 


n;ök 


m. Suffix. 


p-'^üpnp 


P'^.^. 


P'^V. 


l^^'Si< 



141 



der 31 as cult na. 

m. 



IV. 



a. 


h. 


a. 


h. 


C. 


(öeculum) 


m 

(Priester) 

1"? 


(Königi 

-^0 


(Zeit) 

101 


v.v. 

(Auge) 

rvi: 


T :Tt 


xm > 


T : - 


NJD: 


^l^V.., NJ^y 


^ö^^Si 


-m 


'"^3^0 


•"^P-Oi 


^p;y.» '^J^J^ 


P^bii 


li3^n.; 


1^23^0 


l'i^^P! 


i^^^'v 


rp^V. 


IN-,? 


rp^D 


r-?oi 


v:v. 


" : IT 


N.'-? 


•■ : - 


'^.Pi 


^TV.., ^}?.V. 




T- -:t 


T - : - 


T- : • 




li3''Di^j; 


P'n;^^ 


P2''?.^0 


l'l^V.O! 


liD^;;j;., pDV.;j; 



VII. 



a. 


6. 


Hb: 


^b'M 


(Offenbarer) 


•'bia 




T : : - 


V>.i 


l'^^P 


^h: 


-•^^D 


x^.i 


«:^ip 


|iy^j 


|1:3''^.^0 



vin. 



(Erster) 

T T :l- 






142 





2. Paradigmen 






der Fem 


i n i n a. 
A. 




Singular. 


a. 


b. 


c. 


St. absol. 


NJnp 


^-}B{P 


^D>p 


St. constr. 


(Provinz) 


(Heer) 

nntJ^'p 


(Reich) 

nc^p 


St. emphat. 


T : • : 


T • : - 


NHO^P 


m. Suffix. \ 


nnjnp 
li-in:np 


nnnii^p 
linn-iKfp 


nno^p 


Plural. 








St. absol. 


l^'l^ 


i;i^"o ' 


IJ^^^ 


St. constr. 


njno 


T : : - 


ni3^p 


St. emphat. 


TT • : 


NnnK^p 


TT : : - 


m. Suffix. 


'iinnj''"]p 


linrpntjfp 


"jinno^p 




B. 


( 


D. 


Singular. 


a. 


&. 




St. absol. 


N^pnN 


■ N-«!?:! 


'"■^^112 


St. constr. 


(Wittwe) (Entdeckerin) 


(Erste) 


St. emphat. 


Nn^p^N 


NH^^: ^<n^Dnj? 


(Nn-ip-iiP) 


m, Suffix. i 


nn!?p-]N 
linn^p-iN 


nn;^j »"^n^Dnjp 


(nn;pniP) 


Plural. 








St. absol. 
St. constr. 
St emphat. 
m, Suffix. 


n^p-)N 

TT::- 




DNDip 



143 

§ 34. 

Änmerlcungen zu den Nomindlparadigmen. 

1. Paradigmen der Masculina. 

No. I. umfasst alle unveränderliche Nomina, d. h. alle die- 
jenigen, welche ^~~, ^"^, \ "i vor dem letzten Consonant haben, 
sie mögen nun ein- oder mehrsilbig sein; z. B. ]"iJ Fisch, Dl^ 
Tag, ti^^i Kopf, ~np Wohnung, ]mt< Ofen, D^iy Jüngling, 
ui'D Herold, 2^ip nahe. 

No. n. begreift die Nomina auf ~v~, sie mögen ein- oder 
mehrsilbig sein, wie i^g Stimme, nN Zeichen, iiw_ Ueherrest, 
]^]; Zeit, i^^N Baum, iD^-itr^ Herrschaft, djdd Wort, )hv.P. Auf- 
gang. Das ~T geht a) im St. constr. sing, regelmässig in ^" 
über (Gen. 3, 22. Exod. 40, 39. Lev. 21, 17. Jos. 6, 19. Deut. 
26, 14. Jon. Esra 6, 19. 7, 18. Dan. 2, 18. Hos. 9, 11. Obad. 
14. Esth. 1, 17., dag. s. Gen. 3, 10. Joel 2, 5. i?jp, Ps. 112, 2. 
i-j, 110, 1. 1D^;1N, Dan. 6, 8. D^p), — h) vor Suffixis, die 
mit einem Vokal anfangen, bleibt es unverändert, z. B. ^y^^'h^ 
Ps. 45, 2., nzly Ps. 19, 1., TjJü^itJ'" Jes. 22, 21., plur. %tnfl 
Exod. 15, 4., {i.TJi-iip Ps. 16, 4.' Hos. 9, 4., p^bp^ Joel 3, 10., 
llDV^^niD Lev. 23, 31., liD^p.:nD Deut. 1, 34. (vgl. noch Exod. 
12, 20. Lev. 1, 6. Deut. 28, 12'. Jer. 48, 7. Rieht. 7, 5.) Ebenso 
im Stat. absol. und emph. plur. und meist auch im St. constr. 
plur. (vgl. z. B; ^J^^N Joel 1,12. 19., ^ng^ Jon. 2, 7., nniy Exod. 
20, 13.), nur die Form b\y[p stösst den Vokal regelmässig aus. 
z. B. N^tfix Joel 1, 17.," n^'iN 2 Kön. 16, 8. 24, 13. — c) 
vor Suffixis, die mit Conson. anfangen, schwankt die Punk- 
tation zwischen T~ und ^ , z. B. p^jp Jes. 58, 4., liniip Dan. 
2, IL, liDpi^tSf Dan. 3, 31., liniNsr^ Jer. 15, 9., ilDni Dan. 2, 9., 
"jinJK/"«^ Ps. 5, 10. Gen. 45, 12., wie denn schon im St. absol. 
sing, manche dieser Nomina mit ~^ geschrieben werden. 

Singular ist r|^'N im plur. X^W, ^\W.^ liectirt (von einer 

Singularform fjB/n) Dan. 2, 27. 4, 4. 5, 7. etc. 

"jj; (inj;), das Hebr. "{Nk, hat vor Suffixis jeder Art sein ~ 

regelmässig festgehalten, z. B. T]Jj;, NJJj; Gen. 30, 31. 31, 28. 

Exod. 10, 9., p^ Exod. 12, 32." Deut." 12, 6. 1 Sam. 8, 17. 

Jes. 61, 5., Ilnjj; Jer. 3, 24. 34, 28., indess vor den Suffixis 

der 2. und 3. plur. findet sich auch oft "^ geschrieben, wie 



144 

liDJj; Exod. 10, 24., ^Injj; Gen. 34, 28. 50, 8., in::; Exod. 2, 17. 
Dageg. ist "JJ/ Deut. 7, 13. wohl nur Druckfehler. 
No. III. begreift die Nomina auf - oder • , welche ent- 
weder bios aus 2 Conson. bestehen , z. B. "_^ Hand, Xi Si)ecies 
DK/ Name (so auch die Präpos. ^j;), oder zwei volle Silben 
haben, z.B. D^y, ^üjP, yniN, ^D^D, "IBDD, VD^^fD, (Infin. Pea?)- 
Jene Vokale werden in allen Formen, wo ein mit einem Vo- 
kal anfangendes Affixum antritt, weggeworfen s. Dan. 4, 1. 
Ps. 18, 7. Gen. 9, 24. Exod. 13, 8. 19, 6. Deut. 17, 6. Jes. 
61, 10. 1 Sam. 26, 20. 2 Kön. 4, 16. Ezech. 33, 6. Rieht. 9, 24. 
(doch vgl. :]D-i Ezech. 32, 6.) 

Wenn die Formen 7£0p (Partie. Benoni) ausserdem noch X^P2 
(mit verkürztem v) lauten, Dan. 5, 25. Esra 6, 9. Gen. 2, 17. 
49, 10. 3, 5., so ist dies auf Rechnung der schwankenden 
Vokalisation zu setzen. Nach hebr. Analogie musste p/üp ge- 
schrieben werden. 

Unter dieses Paradigma gehört auch 7i"]D St. emph. N/H? 
Dan. 3, 34. 

Vor liD und pr: haben die einsilbigen auf ^ (wie im Hebr.) 
V oder -~T-, z. B. liHD"] Zeph. 1, 17., linT Gen. 43, 12. Jos. 
9, 11. Jes. 1, 15., DhT Esra 5, 8. etc. (Dag! pm: Gen. 37, 22.) 
Eigenthümlich ist ^^2;': von 55^'2^ Ezech. 27, 2. 
No. IV. Hierher sind zu rechnen alle Formen, welche den 
hebräischen Sägolatnominibus entsprechen, sie mögen nun 
zivei Vokale enthalten (wovon der letztere immer vocaUs fur- 
tiva ist), z. B. ^i^'p, 2^n (fast blos im bibl. Chaldaismus) n^D, 
(fiS'ip) oder blos einen, zwischen den beiden letzten Consonan- 
ten, z. B. r^ü, ~Dp. Ihre Flexion stimmt fast ganz mit der 
hebräischen überein, nur dass a) im St. ahs. plur. der Form 
■^^p und ~Dp die für die übrigen Flexionsverhältnisse ge- 
wöhnliche Form D^p, npp beibehalten wird; — h) die Form 
K'ip zuweilen das Cholem unverändert lässt oder r (-0 an- 
nimmt, z. B. NH^iN 1 Kön. 13, 10. (neben Nn~ix), N^np Esra 
5, 8. (neben N^n/o 1 Kön. 6, 6. und x^.n^ 2 Kön. 4, l6. etc.); 
U^i hat dass immer Nj:n ; — c) in der Form n^p das Quiesciren 
des ^ nicht selten unterlassen wird, z. B. ^2]il Dan. 7, 8. , "»J^j; 
Dan. 4, 13., Nn^p Esr. 5, 3., nn^p Dan. 5, 23., nJ^j; Coh. 4, 8. 
Uebrigens tritt in der Flexionsform der Nomina rv, t-: u. -~: 
gewöhnlich derselbe Vokal ( - ) (^") oder (sehr selten) v ein, 



145 

wie im Hebräischen. Den Vokal " haben z. B. "DZ, ts^'ai, 
IPj, Hl, lon, |Dn, -HD, n-^D, ~nj, ~,Dp, -no, ^:^% inp., pnD, 
i»3p, Düp, tJ'DLJ^; den Vokal v^ z. B. im, 1^:, D^.n, il);. Dan. 
4, 6. 5, 12. Gen. 32, K). Jes. 53, 2. Ein - findet sich na- 
türlich in allen Nominn., deren erster oder zweiter Conso- 
nant ein Guttur. ist, z. B. Dj/t^ nd^d, P]jy ND3j;, "i2j;. n-jzj;. 
Ueber n^3 s. unten § 35. 

Die eig. chaldäische Form der Nomina wie fif'^p ist 'J'l^N oder 

n=iN (|TN) n:-IW, ^j-I.n Hiob 4, 12. pl. ■j\n-iN Pß. 115, 6. 
nin, welches auch unter dieses Paradigma gehört, hat neben 

dem regelmässigen Plur VniH auch die Form: V^IQ Cant. 5, 10. 

(tbenso Fem. NHin Jes. 6(), 22. neben NPnn). 

T - -: ' T : - 

No. V. umfasst solche Nmnina, in welchen der drittletzte 
Consonant im Fortgange der Flexion (vgl. § 7) nach dem 
Wegfallen des Vokals der Endsylbe den Hülfs vokal " (bei 
Guttur. '^) bekommt. Es gehören hierher die Particc. Ithpeel. 

No. VI. begieift die Nomina ^ deren Endconsonant beim 
Antreten der Bildungssilben u. Suffixa verdoppelt wird wie 
Dj; Volk, D] Meer. Sie sind meist einsilbig und Bcrivata der 
der Verha yy. Die \okale "", i und (jedoch nicht immer 
vgl. Num. 25, 1 5. Ps. 117, 1 .) i gehen in die entsprechenden 
kurzen über, statt "^ tritt aber in einigen Nominibus ~~^ ein, 
z. B. NnD von ne, n^ju von ny Exod. 19, 23., \\:^}_ von bf?;^ 
Dan. 7, 9. — i^b hat im bibl. Chaldäisin. im St. emphat. N^r 
(mit Ton auf penuUima) Dan. 2, 40., dagegen mit Suffix, l^l?^ 
Dan. 2, 38. 7, 19., in den Targum. gewöhnlich statt 7" Schu- 
rek, z B. ri^^D, n:^^:, ])-h d Gen. 25, 25. Hiob 34, 13. Jes. 22, 
2. 13, 6., oder -r\ie pnb Mich. 2, 12., ]):)b'D Deut. 4, 22. 

No. VII. umfasst die Derivate der Verba n^ auf n^^ (h" ) 
oder ^ •■ , ^", ^ - , z. B. n^:, n^:, ^D2, \np, "^^^p, '^.^HD. Es 
sind theils Participia, theils Infinn., theils Nomina. Im All- 
gemeinen gilt die Regel, dass als dritter Radikal "> erscheint 
und sich im ganzen Singular an den Bildungsanhaug oder das 
Suff, anschliesst, also mobile wird. In den Formen auf N"..~ 
wird also das angenommene N verdrängt n^^:, N^'il?."}, und dazu 
in solchen wie ^D3, ^z", ^in unter dem 1. Radikal nach einem 
bekannten Sprachgesetz ein kurzer Vokal gesprochen, z. B. 
n;d;, n;z~i, spn, n^dj;, n.icj; von ^dj;.. Der St. abs. pl. lau- 
tet nach § 31, 2. "i^^;, "i'^ip, aber auch cuutrahirt |D"j, ]:d:2 

Wiiifi, chald. Gramm. 10 



146 

Jes. 42, 2. Jer. 23, 5. Jes. 1, 15. Ezech. 47, 8. Jon. 3, 10. 
Amos 6, 7. Joel 1. 16. Jos. 9, 20. Gen. 37, 13. 41,23. Exod. 
2, 13. Jon. (seltner nach hebr. Analogie ]^~~, z. B. Hiob 1, 13. 
Klagl. 1, 3.); im St. constr. und emphat. aber geht jede Sjjur 
des radikalen ^ verloren, z. B. ^h:,. n*^1 

Singulare Formen dieses Paradigma sind; •'ly PI. mit Suff. 
^i.Tlj;. Jes. 10, 2. — •'Jj; PI. \«J3; Lev. 19, 10. (Onk.) — ^j?3 
PI i;pj Dent. 6, 3. T. H. — nj, Nn: hat einen doppelten 
Plur., in: 1 Sam. 10, 3. und X^^^ Deut. 32, 14. Jon. Der 
Stat. constr. lautet von erster Form \"]'i: Gen. 27, 9. 

Die Infinn. Pedl der Verba N? flectiren sich entweder regel- 
mässig nach diesem Paradigma, z. B. H'^.Il^p Dan. 4, 23, ?1.';TnD 
2 Sam. 13, 6., n^J^D ^S^. ^mpÄ.; Esr. 5, 9. — oder das N der 
Endung geht ganz verloren, z. B. !]];;np 1 Kön. 18, 16, TljnD 
2 Sam. 13, 5., liDnno Jos. 3, 3., nD2Cr Gen. 23. 2. 
No. VIII. Hierher gehören die Nominalformen, welche auf 
die Bildungsilbe """^ {^^~=~) s. oben § 30. endigen, meist Gen- 
tilitia, Patronymica und Ordinalzahl wörter. Sie haben alle 
das mit einander gemein, dass ^ im Fortgange der Flexion 
sich in N verwandelt, und als littera mohilis an die folgende 
Silbe anschliesst, wodurch die Verlängerung des ^~ in t^ her- 
beigeführt wird. Dass der St. emph. Tl. hier auf ^"tt- aus- 
geht, also mit dem St. constr. in der Form zusammenfällt, 
ist schon oben bemerkt worden. Ausnahme von letzterer Re- 
gel macht der bibl. Chaldäismus vgl. Dan. 2, 5., N^itt^D 3, 2., 
N^nDn 3, 8. Esra 4, 9., n^^d^d und 4, 12. 13. Nnin\ 

Dieses Paradigma befasst auch einige Derivate von N? 
welche auf """^ endigen, ohne Passivparticipia zu sein (s. No. VII), 
z. B. -hv, Fl '^k,V. Gen. 1, 6. T. H. Ps. 104, 13., ^?] St. emph. 
HNBT Tl. VND) Jer. 19, 4. 

TT- I • T- ' 

2. Paradigmen der Feminina. 

A. Dieses Paradigma begreift alle unveränderliche Fe- 
minina, d. h. die auf N t , "i ( i ) und "«^ wenn diese Endsil- 
ben mit einem einzigen Consonanten anfangen, z. B. NOn Höhe, 
N^. Bath, N>u: Stärke, Ngi^; Siegelring, N^:p Rolle, od Güte, 
n^:p Aussatz, nnu Verordnung, ^3*ip Amme, i2";i Myriade. 
Die Bildungssilben und die Suff, treten geradehin an. 

Die Nomina der Form Ni'pjP (Ni'^pjp) schwanken in man- 



147 

chen Außgaben hinsichtlich ihrer Punktation , indem "r~ dann, 
wenn der letzte Radikal die Silbe schliesst, bald festgehalten, 
bald in "T" verkürzt ist, z. B. Nni VT Num. 22, 1 8. Rieht 1 5. 2. 
(dag. Nnnv.! Gen. 29, 16), nni^cV Jos. 9, 1. 1 Kön. 10, 27., 
'■^^l^.Q Esth. 2, 17. Das Wort N^DJ ist im Text. Lond. dop- 
pelt flcctirt: a) nn^DJ Jer. 36, 30.' 1 Kön. 13, 24., nn^3: 
Lev. 11, 39., ^n^DJ "beut. 28, 26. 1 Kön. 18, 22., l'inn^DJ 
Lev. 12, 11. 24. 36., nb.: Lev. 5, 2. Jer. 16, 18., nnbj Lev! 
11, 40., Vinn^^: Jes. 26, 19. Deut. 14. 8., selbst nni?3: Jos. 
8, 29.; b) t<rf?2} 1 Kön. 13, 29. Jer. 7, 33., nnb.: Deut. 21. 
22, iV-in?^?: Lev. 11, 28. (das hebr. rh^} erscheint ebenfalls 
mit ~^ purum und impurum, ^D^DJ, on^DJ, dag. ^rh'2} Jes. 26, 
Iß.) Auch NO?"iy verkürzt im Londn. Texte regelmässig sein 
— , z. B. Nnp^.ii; Gen. 24. 43. Jes. 7, 14. Prov. 30, 19., NHnp^.iy 
Exod. 2, 5. (Jahn hat NnnD^-iy). 

B. Hierher gehören alle solche Feminina, wo die End- 
silbe mit zwei Consonanten anfängt, z. B. a) hnd (ein Ge- 
treidemaass) , NDit; Lippe y Nn2K{ri Loh; — h) ''i^to^N ctoXtj, 
OT Beinheit "i^ä Gebet; — c) n'^jJJD, n^^jjid. Da in den No- 
minn. der Form unter a im Sing, beim Antreten der End- 
ung des St empJi. und der Suffixa in einer Silbe zwei vo- 
kallose Consonanten zusammentreffen würden, z. B. SDD^, 

' T : •' 

NnnütJ'n, so muss unter dem ersten derselben ein kurzer Vo- 

T : ; : •./ 

kal, -r oder "^ (seltner "7~), gesprochen werden; z. B. Nnpi2{, 

NDN NriDN, NHD NHilD, NDHZK'n, NriDH von NDR; ist aber die- 

T -: T : - ' T : t : - ' t : - : •. ' t : v t -: ' 

ser CoDsonaut ein n (in den Nominn. auf nN~), so wird ~ 
angenommen, worin n quinscirt, z. B. hnd , ndnd , hnd , nhnd. 
— Die Formen unter h flectiren sich im Sing, regelmässig, 
im Flur, tritt aber dieselbe Nothwendigkeit ein, und der un- 
tergelegte Vokal ist auch hier ~- oder ^ , z. B. o; Fl. "jiD] 
constr. ni3: Deut. 33, 21. Ps. 84, 10. 

Singular ist nach a) die P'orm: rh}?_)l^ von N^i?y. Die No- 
miua wie HND bilden ihren Plur. (und Dual) mit quiescirtem 
N wie "jriND <"j^nND) oder (wie von "IND) "JlND vergl. Esra 6, 17. 
Gen. 18,' 6^ 2 Köu. 7. 1. 

Die Formen unter c sind Feminina auf n^ (Derivv. von n^), 
wieN^^^:, feig. N^^^), N^^:p n;^jd. Sie bekommen im St. emph. 
Sing, und vor den Suffix, des Sing, aus demselben Grunde, 

10* 



148 

welcher oben bemerkt worden ist, einen furtiven Vokal und 
der ist hier das dem ■• homogene ~ " , so dass •• darin quiescirt. 

C. Hierher gehören die Feminina auf nN~, welche von 
den Mascc. auf "• - (No. VIII.) herkommen. Das n wird im 
St. emph. Sing, und Plur. und vor Siiff. in ^ mobile, doch 
fast häufiger in "»"t- oder '»"tt^ verwandelt ; z. B. Nnj;;3"i, Nn^pij?, 
Nn*t?.32 Lev. 19, 24. 25, 21. 22. Deut. 15,9. (dag.^Nn^^'Dn'Dan. 
7, 19). - Im Flur. ahs. und constr. ist die Form l^aip, HNDlp 
die gewöhnliche, doch findet sich auch l^l'jpo Gen. 31, 15. 

Anm. 1. Wie im Hebr. , so findet auch hier zwischen 
den einzelnen Femininalparadigmen eine Yerwandtschaft statt 
und die Formen derselben werden zuweilen durcheinander ge- 
mischt; z. B. iihv PL '\\h>V (wie von ^bv), NDr PI. pDfit': n^^J~iD 
hat im PL i;7riD Kxod. 29, 10. aber auch l)7riD Klagl. 4, 1. 
— Nomina auf Fl v~ finden sich im Chald. nur wenige, und sie 
werden wie im Hebr. flectirt, z. B. PntH St. emphat. NmjN. 

Anm. 2. Wenn aus einem MascuUn - Nomen (Adjectiv oder 
Suhstant ) ein Femin. gebildet werden soll durch Anfügung der 
Endungen NT" oder "l und ^ t- (motio Nominis), so werden die 
Vokale bei dieser Fortrückung des Tons behandelt wie nach 
Massgabe obiger Ma.sculin- Paradigmen im St. emph. Sing., z. B. 
ND^-iy von ühy, ND-'Hn von D^sn nach No. I; NISN von IDN 
nach No. IL; ND7D und notJO von t]7D nach No. IIL: N^« 

t:- :- '": t;- 

von n^, n;n* von "«N^ (Jer. 46, 20.) nach No. VII. 

§ 35. 
Änomalische und defective Nomina. 

Einige Nomina und zwar gerade solche, welche am häu- 
figsten durch den Mund gingen, flectiren sich auf eine von 
obigen Paradigmen mehr oder weniger abweichende Art, in- 
dem entweder zwei verschiedene Grundformen bei einem Worte 
vereinigt sind, oder die für alle Verhältnisse beibehaltene Grund- 
form sich den allgemeinen Flexionsgesetzten nicht vollkommen 
unterordnet. Wir geben davon folgendes alphabetische Ver- 
zeichniss. 

3N Vater, St. emph. N2N, vor Suff'. UN, z. B. TjIDn, nhun 
\1-UN CinN, "<nN Gen. 22, 7. 34, 6. Jon.), N>nN, p.UN, i^nuN, 
dag. ^2H (Dan. 5, 13.;, Plur, )r\2s, constr. nn3N, emph. Nnn3N, 



149 

m. Suff. TinnN meine Väter (auch "»nnsN Gen. 47, 30.), ^nnzN, 
^<J^^;^^f? V^^'It^? Exod. 3, 13., dag. linVnnN Exod. 4, 5. 

HN Bruder, St emph. nhn, mit Suffix. "Hn, "^j-ihn, "»ninN 
O-iHN Gen. 4, 8. T. H.), p^^nN; PZwr. vHn, mit >S^if/"/?a.'. ^hn 
^^rjN (^eme Brüder^ l'i^'HN. 

DN Mutter, St. emph. nsn, P?wr. "jmDn, mit /SW^. VmnnpN 
Jer. 16, 3. aber auch lin*DN Klagl. 4, 3. 

NON Magd, St. emph. nhdn, mit Suffix. TjnoN Gen. 21, 
12., ^nnpx Hiob 31, 13.; P^. inoN, mit /S^w/f. nnnpN Gen. 12, 
16, 20.' 17. 

^l^ (abgekürzt 5J^J) Mensch, St. emph. nl^Jn; Fl. i-^k^jn ab- 
gekürzt VK{J Ps. 62, 10., constr. '£2/:n. 

^DN Arzt, St. emph. n^dn; P/. "j^dn, emj?/^. nhidn Gen. 
10, -L 

nN 2>öt<;e, ^^. em2?/<. n^n; Fl. "iJ^N, emjö/i. Nn)^";N Rieht. 
14, 5. 2 Kön. 17, 25. 

NnnN (nnn:N Hiob 25, 4.), in pausa iriN Gen. 12, 19. Exod. 

6, 20. (n=!nN) Weih, St. constr. rnN mit Suff. ""nnN, ^nn^; 
Fl. vtif'J, emph. n*!^;3, constr. ^tJ/l 

n^2 ifai^s, /S^. emjp/L Nn*2 (nh^z», /S^. cows^r. n^2 (^n Exod. 

7, 2x. Jon.); Fl. XV]2, St. emph. N*riD, St. constr. ^r\z, mit 
^t# -nr, N:nn, iiD^nL. 

"12 /So/iw, St. emph. n^z, mit /Sw/f. Tjiz, -nn; P?. "i^jz 
(von 12) , St. emph. n;j2 , constr. ^J2 , mit Suff. %*]'J2 , ■iln'':2 etc. 
Daneben findet sich eine syrisch-artige Form mit n prosthet. 
n:2N Prov. 23, 27. 

n2 Tochter, St. emph. Nn']2, constr. n^c (syr. ir^), mit 
Siiif. "ri~2, "n"i2; P^. 1J2 (von n02), St. emph. Nnj2, mit 
)SV/f'. N:nJ2, li2'n:2. 

i: IfzY^e, /S^. constr. i:i (Nij), mit Äi«/f. n?:, w:. 

DH Schiviegervater, mit Ä'w/f. ncn, "-lOn. 

^^.p Knabe, St. emph. n;;^i:; P?. i^^t:, pi^ü, ew^7/. n;^p 
(^N^p Prov. 1, 4.), mit Suff.^'^'^hü Gen. 22, 3. Jon. 

i_ Hand, St. emph. ni% mit n prosthet. ntn, mit /S^/f. 
"•1% ^"J'j ^1% aber pni"'., itoi^. Jes. 1, 15., Esra 5, 8., Fl. "jn^ 
(mit >§i"(/f. ^*n;N Prov. 21, 1.) ' 

K22 Frophet, St. emph. n*2J, P^. v^<^^J> constr. \»2: 1 Kön. 
18, ly., emph. n;n-2J, mit Ä^/f. t;;;: , ^"^'l*2J 1 Kön. 22, 22. f. 

üV. Volk, Fl. vppj; (wie im Syr). emph. s^üüll. 



löO 

yyB Frucht, P^.VTP. Gen. 1, 11. oder nno, dagegen mit 
Suff, \np Prov. 8, 19. 

nj? Stadt, St. emph. n^^jp Prov. 8, 3., Nnijp Gen. 49, 11. 
Nnnp Esra 4, 15., Nnp, N;>ip (im T. H.), (mit Suff, l^nn'ip 
Gen. 34, 20.), PI. VllV (^^^ Suff p''\y,, IVt^'R Jes. 1, 21.' 
Jes. 9, 17.), 5^. absol. Njnp Jer. 36, 6., auch T]yp, i;"i=ip, 
iS^^. emphat. Nn^i^p. 

LJ'n jfiTop/*, 5^. emp/i. Nt^'"»!; P?. Vt^'^, einmal nach hebr. 
Formation üin^K^Ni Esra 5, 10. 

• T ^ 

G!2/, D-itj^ Name, St. emph. ndl^, mit Suff. linp-'SJ'* Ps. 16. 4., 
P/. inofi^:, constr. nnm, mit /S^t^'. linnnotJ^ Gen. 2, 20. 25, 16. 

§ 36. 
Ädjectiva und Zahlwörter. 

1 . Die Ädjectiva werden in der Flexion ganz so behandelt, 
wie es ihrer Form angemessen ist, denn es giebt keine Ad- 
jectivform, die nicht auch bei Substantivis vorkäme, mithin 
in der Tabelle schon berücksichtigt wäre, obschon nicht um- 
gekehrt alle Substantivformen auch in Adjectivis gebräuchlich 
sind. Die häufigsten Adjectivformen sind; ^pg, i^'Dp, ^^tDp, 
weniger häufig ^t2p, ^üip; auch endigen viele, welche von 
andern Nominibus gebildet sind, auf ^"^ und \~. 

Für die Camporation hat auch das Chaldäische keine beson- 
dern Formen; wie die Gradus comporationis durch Wortfügung 
(Umschreibung) ausgedrückt werden, lehrt § 58 der Syntax. 

2, Die Zahlwörter sind theils Cardinalia, theils Ordinalia; 
denn die Distributiv- und Multiplicativzahlen werden durch 
Umschreibung bezeichnet (§ 59). Die Cardinalia haben, wie 
im Hebräischen, das Eigenthümhche, dass sie von 3 — 10 bei 
Masculinarendung Feminina, bei Femininalendung 3fasculina 
sind. Von 20 bis mit 100 ist immer nur eine Form für beide 
Geschlechter üblich. Es lauten nun die Grundzahlwörter von 
1 — 10 in beiden Genn. und nach beiden Status folgender- 
massen. 



151 





St. 


constr. 




St 


absol. 




Fem. 


Masc. 


Fern. 


Masc. 


1. 


nin 




-in 


T — . 


in 


2. 


^n^n 




"•in 


rn-jn 


ri^ 


3. 


'Q^^. 




nn^n 


T : 


T T : 


4. 


W.-y')^ 


nj/siN 


(ny2-)N) 


y?if< 


(n^3-)n) n^!;-]x 


5. 


•• T : - 




nsj^pn 


tJ^DH 


Ni2jpn 


6. 


^nm 




nntj: 


(ni^/) n^!^'; 


T • 


7. 


VX^^. 




(Gen 


3. 14. Jon. yVJ 


NJ;DS5/ (N^25!/) 


8. 


"T : - : 




n^jpn 


^}^yi 


N^jpn 


9. 


^Ü.VJ^J^. 




nytj^'n 


Vi2/n 


n^ji^^'n 


10. 


^niDj;. 




nipy 


"ipy. 


N-iD^ (nifij^i;) 



Mit "•in sind öfters Suffixa verbunden ; dann erscheint dieses 
Zahlwort in der Form : ^"n , z. B. liiTlIFl sie beide Gen. 2, 52., 
•jD'^nn 2Är />^2W<? Gen. 27, 45., Gen. 4. 8., )y']'^_^ wir beide. Bei 
andern Zahlwörtern kommt dies seltner vor, z. B. Ezech. 1, 8. 

Die Zehner von 30 — 90 werden, wie im Hebr., durch die 
Plurale der Cardinalia 3 — 9 bezeichnet, z. B. VH^^ ^0 , Pi/3"iN 
40., X^ßn 50., i^-^Ls: 60., xv?:'^. TO., r-:pn, ^Jon 80. (i^on d. i. 
]\^Dn Exod. 7, 7. Num. 4, 49. oder iJpn Jos. 14, 10., 1 Sam. 
20, 18., Jer. 41, 5. etc.), XVP.^ 90., die Zahl 20 aber durch 
den Plural des Zahlworts 10 ausgedrückt, nämlich VIPV.5 TIPX^ 
(Gen. 18, 31. Num. 3, 30. Dan. 6, 1). Alle diese Plurale sind 
Gen. comm. 

Hundert bedeutet n^p, 200 y.T\Hü oder IHno, 300 n^r, 
HND, 400 HNp y^lN, 800 HNp ^JpH (immer mit vorausgeschick- 
ten Einern in der Masculinarform). Tausend ist ^_H m., 
2000 vpi^N p-n, 3000 ]^d^n Nn^n u. s. w. (immer mit voraus- 
geschickten Einern in der Femininalform) ; 10,000 iz" f., 
120,000 ijq- np^ Nnin (Jon, 4, 11.) vgl. noch Ezech. 48, 35. 

Die Zwischenzahlen 11 — lÖ" entstehen durch Verbindung 
der Einer mit ip:; masc. und ^"^id;; fem., wobei jedoch zu be- 
merken, dass 1) jene Einer in dieser Verbindung zum Theil 



152 



eine etwas abweichende Form haben; 2) in den spätem 
Targumim (besonders Pseudcjon. und T. H.) zuweilen die 
Einer mit TD];. (Nipj;) und npj^ in ein Wort zusammen- 
gezogen werden werden. Folgende Tabelle stellt beiderlei 
Formen vollständig dar. 



Femin. 



Mascul. 



11. "»ipi? Nin ('"Pin) 

12. npj; Nnin, ""nin (npT^ip) 



13. npj; n^n 



14. ^ip3; y^HN 



OlP'c'.^.) 
(np^BIN) 






'oy n?pi od. Nn7n s '/ ' 

'= T : TT : I -Q.^JT^ 



("ipin) 
("'Dnn) 



1 -py. N^aiN !_ 


j -p^Z-lN 1 


1 N^Dj; n3;2iN 1 


1 npa'ix j 


ipy. NKjpn 


(iQ'P.n) 


^.py^ Nntt^' 


(ip^nuf) 


-Qj;. N]^2t5{ 


(iQ^t^;) 


npy { - • i 


(-pv.pn) 


npy^ Nj;ii(n 


(-pnti^O 



15. ^ipy fij'Dn 0~iD'on) 

16. npy. nfi2/ od. n^tj( ('l.pf^''^) 

18. ^"py ''Jon od. v.P^ ('IPV.P^) 

19. -fiüV^ |,,-^) 



Zuweilen steht der Einer im Stat. constr. z. B. Lev. 23, 6. 

N"liJ^y nL!/pn; Num. 28, 17. N"ipy nt2/pn; Exod. 12, 6. nyz":iN 

Die Zwischenzahlen 21 — 29, 31 — 39 u. s. w. werden durch 
Verbindnng der Zehner l'ipy, l'n^P u. s. w. mit den Einern 
bezeichnet, wobei letztere nachstehen und durch ein i mit den 
Zehnern verbunden sind, z. ß. 21 ini. VI^J^ masc. und piDj; 
Nini fem. ; 28 N^Jpn=i "j^py masc. und ^Jpni viPy /<s^^- / ^^ masc. 
NiJom rn^n Num. i, 37." Vgl. Gen. 12, 11. 5, 15. Num. 2, 11, 
3, 46. Exod. 38, 28. Jer. 52, 28, Grössere aus Zehnern und 
Einern zusammengesetzte Zahlen (wie 365, 3023, 45()5(>) siehe 
Gen. 5, 23. Jer. 52, 28. Num. 1, 25. Exod. 38, 2s etc. 

3. Die Ordinalia 3—10. (vgl bes. 1 Chron. 24, 7 ff. 27 4. ff.) 
sind aus den obigen Cardin, durch Antritt der Endung *^~ 
(''N'^) masc. und hn T"(n''"7"), empliat, np oder nP'~^ (np^ -) 
fem. gebildet, nur fiir primus und secundus ist ein besonde- 



153 

res Wort im Gebrauch, für ersteres 'pnj^, für letzteres "[^jF] 
(zunächst an i^JiJ^' sich anschliessend). Doch stehen auch die 
Cardinalia in gewissen Fällen für die Ordinalia, s. § 59, 3. 





Femin. 






J/a 5 c w ?. 




absol 


emph. 




absol. 


emphat. 


3. 


Nn^i?n 


Nn^n;i?n 


(^n^n 


Dan. 


5, 7.) (sn^n EsraX^.) 


4. 


Nn^j;''3";. 








^j;^a-i HNyz-i (n^jj^z^) 


5. 


nN2r>pn 


T • • - 






*ti^'^Dn 'iNtij^pn 


6. 


— 


T •• • : 


(^nci; Gen. 30, 


, i9)^nTiti^' '"iNfiTiiif 


7. 


— 








^V.^zp^ •"in:;;"'^:^^' 


8. 


— 


T : • : 






^j^pn HNJ^pn 


9. 


— 


Nn^V."'^^ 






^VM^ HN^tf^'n 


10. 


— 


Nn^Tpy. 






••••py '"iNTDj;. 



Die Ordinalia von 20 an werden, wie im Hebräischen, 
durch die entsprechenden Cardinalia bezeichnet, vgl. Num. 7. 
72. Jer. 39, 2. Esth. 9, 17. 1 Kön. 16, 23. u. a. 

Die Zwischenzahlen aber 11—19 u. s. w. können sich 
durch Zusammenstellung des Ord. 10 mit den Cardinaleinern 
bilden, wobei letztere voran stehen, ^"j'p];. aber verkürzt und mit 
ihnen in ein Wort verbunden wird, z. B. ""ipin der eilftey Num. 
25, 8. Jon., ''-Dnn (^N^iD^nn) der zwölfte, der dreizehnte nNiD'^i^'n 
1 Chron. 24, 13., fem. n^ip^n oder n^-D^n Gen. 2, 21. Jon. 
der i4^ß nNiDniN, der 15 1(^ HN^D^on, der 16 1<^ hnid^^, der 
i7^ö riNiD-'ZK^, der i8^^ HNlD^^on, der i9^^ nNiD^tyn (1 Chron. 

tt:-:' TT.---:' tt:-:^ 

24, 14. ff.) Doch sind bei Zeitangaben (im 11. Jahre, Monat 
etc.) gewöhnlich die oben verzeichneten zusammengesetzten 
Cardinalia gewählt, vgl. § 59, 3. 

lieber die Bezeichnung der Distributiva und der Zahladverbia 
s. die Syntax § 59, 4. 5. 



154 

Fünftos Kapitel. 

Von den Partikeln. 

Die chaldäischen Partikeln theilen sich in zwei Klassen, 
die einen nämlich sind gleich ursprünglich zu Partikeln be- 
stimmt geweseu, die andern aber wurden im Fortgange der 
Sprachbildung von andern Redetheilen übertragen. Letztere 
bilden bei weitem die Mehrzahl, sofern die Beziehungen, welche 
durch Partikeln ausgedrückt werdeu, von den Orientalen mei- 
stentheils nicht abstract, sondern in concreter Lebendigkeit 
(als Nominal- u. Verbalbegriffe) gedacht werden. Die erstem 
sind wieder von doppelter Art, entweder primitiv und also 
eigne Stämme , z. B. i , n^ , '^ , "»n, oder von einem Stamm- 
worte abgeleitet, (ohne jedoch, soweit wir die Sprache über- 
sehen, je als etwas Anderes, denn eben als Partikeln functio- 
nirt zu haben), z. B. ^j;, "jp, aij^.. 

§ 37. 
A d V e r h i a. 

1 . Für primitiv können folgende gehalten werden : "jn ivo ? 

*nD ivann? ^b nicht, ?]n auch. 

2. Derivate mit charakteristischer Endung (von Nomini- 
hus) sind: DD^ am Tage, njdI^ heute, nJ^ddk sorgfältig, n^Nznnop 
eilig, n-ij:;!Jn wiederum. 

3. Uebergetragene Adverbia sind: a) Verbalformen (Infi- 
nitivi oder Participia), z. B. 3in nochmals (reverdento) , J/"ipp 
rückwärts, h) Pronomina und Nomina, bald mit Praepos., 
z. B. ]''"ID so, iC^vh sehr, nihd zugleich (vgl. zu einem, zu- 
sammen), i*p sogleich {von der Faust), bald geradezu, wie 
p (fest) gewiss, recht, NDtJfjp richtig , ij^p ganz, Nnttjn jetzt, 
(Nnytt^'n diese Stunde). 

Ausdrücke, wie ^^nn heftig, "^^^^^2 brevi, VS'^ß^. augen- 
blicklich Ntjty^pn wahrhaftig, oder auch tob'jP p (s^ aXiq^sia^) 
i<'^\[>p}?, vergebetis (1 Sam. 25, 21.) sind für das orient. Sprach- 
gefühl noch nicht in einen Begriff zusammengeflossen, sondern 
Substantivum und Präposit. treten hier noch so als besondere 
Wörter auseinander, wie bei uns: in Wahrheit, mit Gewalt 
u. s. w. Man kann das nur Umschreibuug von Adverb, neu- 



155 

nennen, sowie auch durch das Verbum Adverbia umsehrieben 
werden, was in die Syntax gehört, vgl. § 52. 

Zusammengesetzte Adverhia sind: V'}D''N wie? "'T\iy'H ecquando? 
NDD voti hier (aus p und ND), ND\'iD von wo? DnD iwn dort. 
Das Adv. und das zusammengesetzte Dv (aus N? und rT'N) 
umschreibt, mit Pronn. verbunden, das Verbum sein, nicht sein, 

8. oben § 8. Anm. 2. 

Was die Fragadverhia insbesondere betrifft, so ist zu be- 
merken, das die einfache Frage durch das Praefixum n (vor 
einem vokallosen Conson. und vor n aber n) bezeichnet wird, 
z. B. N^n, böppn, -zbn Gen. 17, 17. Dan. 3, 24. Jer. 26, 19. 
Exod. 3, 7. Jon. (^\;Nn). — Wenn Pronn. und Adverbia 
fragende Bedeutung erhalten sollen, wird ihnen ""N vorgesetzt, 
z. B. "jjp ^N ivoher? •Ij'n \s welche? V"ip ''N wie? — Vor Frag- 
adrverbien drückt ^N blos eine Verstärkung aus, z. B. ^no ^n 
wann denn? 

§ 38. 

Präpositionen. 

2. Ursprüngliche Präpositionen sind a) die inseparabiles 
3 D i', welche stets mit einem Nomen oder einem Pronomen 
verbunden sind. Sie werden, wenn die Nominal- oder Pro- 
nominalform mit einem vollen Consonanten anfängt, selbst 
leer (mit ~r), wenn jene aber mit einem leeren Consonanten 
anhebt, mit ~^, vor mit einem Schwa compos, mit dem kur- 
zen Vokale des letzteren gesprochen; z. B. ~Dp2, li^'^ND, ^2y_b. 
In letzterem Falle ist zuweilen Contraction erfolgt, z. B. nn^N2 
Dan. 6, 24. t<nbi<h Dan. 5, 23. (dagegen r\bi<h Esra 6, 9.) s. oben 
S. 24. — b) Die einsilbigen separabilis Sj;, ip, Di|, nii^, nop, 
nip. — Als übergetragene Präpositionen erscheinen : ^?r\ an- 
statt, ninn unter, nnn nach (d. i. "inxp aw/" der Stelle), iöp, 
ohne. 

p lautet zuweilen als für sich bestehendes Wort "»p Cant. 1, 

9, 13., woraus aber nicht zu schliessen, dass diese Präposition 
überhaupt eine Verkürzung aus n^2 oder V? sei. Wie für die 
Zwecke der (Nominal-) Flexion, so konnten auch für so ein- 
fache Verhältnisse, wie 2, D etc. ausdrücken, einige Vorschlags- 
buchstaben verwendet werden ; überdies kann D nur gezwungen 



166 

auf ein besonderes Wort zurückgeführt werden ( i aber wider- 
strebt ganz dieser Künstelei). 
2. Die Präpositionen, welche ursprünglich Nomina waren 
oder, von Verbalstämmen abgeleitet, in den P'ormen von No- 
min, auftreten, erscheinen vor Suffixis: a) einige als Femi- 
ninalfornien, z. B. "»n^^topN, Njn^':i3p Iliob 3, 23. Ps. J15, 1. 
(vor "jln und "jiD aber i'in^iüD Ps. 106, 26. 58, 8.); ~ h) an- 
dere als Flur ale und zwar 1) beständig :^j;, z. B. T]^^y Dan. 
8, 12., ^nl^y^ 1 Kön. 13, 3., liiT^y Exod. 6, 9., liD^^.^^ Esra 5, 1.; 
ong^, z. B. ^DnjP Dan. 2, 9., Ib-^pijp Jos. 9, 14., I'lTpng. Jer. 36, 15., 
MiD-ii? Dan. 7, 13.; linND, z. B. %-ininND 2 Sam. 10, 9., NniinND 
Ezech. 2, 10. — 2) häufig: V3, z. B. nj;?., ^-!^:•'3 (nj-'D st. -'JO. 
inter me Gen. 31, 44. Jon. 1 Sam. 24, 16.); inn, z. B. nnn 
\1linn Gen. 24, 5. 17, 19.; 3.1 Os:), z. B. ^sr/und ^2: Hiob 
19, 4, 10, 17., ^]•^^'n, z. B. HD-i^n und Nnsi^n Rieht 15, 2. 
Hiob 28, 15., nö^^n und ^-I1D•^^'^ 1 Kön. 21,' 2. 2, 35.; ninn, 
z. B. ^nlnn und nninn 2 Sam. 22, 37. Gen. 2, 21. 

Die Präpos. "jD steht entweder als als abgesondertes Wort 
(NPlÜlIp ip), oder wird mit dem Nominibus unmittelbar zusam- 
mengesprochen ; vor solchen Wörtern, die mit einem Nicht- 
guttural anfangen, ist dann J dem folgenden Buchstaben assi- 
milirt, i. B. /tSD, V'^D ; vor Gutturalen wird, wie im Hebräi- 
schen, p gesprochen, N^^lNp , t^^pnp. Vor Suffixis lautet diese 
Präspos. durchaus ^p , z. B. -jD, 1^3 Jp, li<TJp. 

Zusammengesetzte Präpositionen sind ^2p7; D"lp?, Dip. "jp 
(•»jp^p) i^p, letzteres vor /wy^ww. (Jes. 1, 6. Ntr^N^N^'p, 1 Sam, 
1, b. ^ppp^p), 1\12 und ^^2 wegen, "jp^, ^3;p, l-inNp u. dgl. 

§ 39. 
Conjunctionen und Interjectionen. 

1, Ursprüngliche Conjunctionen sind i ii^^c?, D wie, als 
]n wenn, iD (^a^ iN ocZer; entlehnte: 012 aber, inh also, n 
cte^; zusammengesetde : t<h n oder nd^i damit nicht, ^"] 13; 
6^5 dass, "i n^H ^iid "i ^■'12 deswegen weil, V"i ^^, ni h)l des- 
wegen, "] ]^^D nachdem. 

2. Die Conjunctiones inseparahiles 2 und n werden nach 
denselben Gesetzen präfigirt, wie die Fraepositiones insepa- 
rahiles (§ 3^', 1); 1 aber lautet (wie im Hebräischen) vor einem 
leeren Consonanten und vor r] d 2 (Dan. 4, 12. 7, 22.) i. 



157 

3. Die Interjectionen sind grösstentheils onomatopocUca, 
z. B. NH sieh! \ii^, ^Nj^ ivenn doch (utinam) ! ">] wehe (rae). 
Von andern Redetheilen entlehnt sind dagegen: lyDS (d. h. 
n^ynz auf Bitte) quaeso, ijun tvehc (vgl. penil), ^2n wohlan 
{agite imp. von 2rv). 

Mit NH cfiVÄ^ wird zuw. das Personalpron. der 1. Pers. sing, 
verschmolzen NJNH siehe ich (hier bin ich) Gen. 22, 11. Jon. 

TT 

(Onk. NJN NH), wogegen die andern Pronomina, auch in den 
spätem Targum., getrennt beigesetzt werden, z. B. Gen. 20, 3. 

rJN Nm 47, 1. •j-^J\"i Nu Jos. 9, 25. NjnJN NH, Vgl. noch die 
Contration Deut. 1, 10. 'ji^^O.''^'" ^^^^ ^'^^ estis. 

§ 39 a 
i>^e «^?>? Talmud am häufigsten gebrauchten PaHikeln. *) 

X . Nebst den mannigfachen Functionen, welche das n in 
der Euophonie und Grammatik als einzelner Buchstabe ver- 
sieht (als prosthetischer Laut und Formbuchstabe) , vertritt 
es in der Talmudsprache ganze Wörter, vorherrschend die 
Praepp. ^j; und iv. -' ^^<on gleich ^ND bv_ wegen was, warum? 
N2IN, N'^'^N st. N22 ^y , Ni^''~ bv „auf, an der Thüre^' ; y^vrh 

TT-' TT- TT*^' Tt'^-^''' "■■ 

NtD'B*ii?N ~iD „sedeat dominus in grahato^' (xpaßa-o^); N-inn N:n 
Nnp^"]N D^pjP"] NDD^j? „er (Asmadeus) sah einen Zauberer, der 
eines Stück Brodes halber (nhd^ bv) Zauhertverkc auf- 
führte'' (vgl m. Buxt.-Ausg. p. 12S , nota 28S) ^njp Nt^-'IN^ 
„er bezieht sich auf den ersten Fall (in der Mischna)" 
^<^"''?i ^3^; ^?'P.^. f<^-?'l K^.p. „dünn tvürde ja der (in der 
Mischna) zuerst behandelte Fall im Widerspruche stehen 
mit dem tveiter behandelten Falle" , nd"'D bv.; i<^^^^}. V.^1^? 



') Dieselben bieten für den Leser insofern die grösste Schwierigkeit 
weil sie sehr häufig vorkommen, in ihrer scheinbaren Unbedeutendheit un- 
gern von dem Leser in der Lexicis aufgesucht werden, während sie doch 
von hoher Bedeutung für den Periodenbau u. die talm. Dialektik sind, oft 
logische Wendungen in sich fassen^ wie sie die Lexicographic gar nicht 
einzeln zu geben vermag. Vielmehr bedarf es zum richtigen Verständ- 
nisse dieser Redewendungen und ihrer logischen Folgerungen einer eige- 
nen Terminologie, welche wir, Deojuvante, in der für die vo)iiegende Gram- 
matik bestimmte „Talmudische Chrestomathie^'- zu. geben beabsichtigen, und 
sei mit dieser lexikalischen Anordnung der Partikeln hierzu auch der 
Anfang gemacht. 



168 

y,indem, während er den ersten Fall so behandelt*' ^Jn"! i]i; 
lüsi >XD N3^i^N „nach der Meinung, der Annahme gemäss 
(n3^^ 1])) desjenigen, welcher behauptet''; io^dn "t^'inx „(Es 
trug sich zu) während, als Amemar noch Mein war, l]} 

T : 

^'jn?^! soviel wie "in2 hernach, nachher, mit dem 
Unterschiede nur, dass dieses zugleich die Reihenfolge bezeich- 
net, wie es die Praep. ny in sich fasst, jenes aber nur der 
Zeit nach zu gebrauchen ist. 

^^^? wegen, gelegentlich, eigentl. bei „gebotener Ge- 
legenheit" gleichsam auf dem Buchen (d:, h>)l) eines anderen 
Gegenstandes herangezogen. Oft ist das Verbum des He r a n- 
ziehens ("i^li) dabei gebraucht oder der Begriff des Ge- 
legentlichen (nniN) mit bemerkt: N^i: 3;iN Nni?*D oder 

«^ ^ ' tt:--t:- 

]b yOLt^Dg NfiniN 2-jH „er lässt uns hören einen Fall, herbei- 
geführt auf den Bücken (seil, eines anderen Falles, gele- 
gentlieh), oder auf dem ihn nahe gelegenen Wege. 

■•^ni^ unterdess en, mittlerweile, eigentl. währe yid 
(ly) es so war;^^^) ""DglN ,, während dieses und Aehnliches 
sich zutrug". 

X^'I'IN entspricht ganz unserem vielmehr im contra- 
dictorischem Sinne. Es ist dabei das n^pp ausgelassen , ivie 
es aus dem relat. ~i zu schliessen ist, und würde ganz aufge- 
löst lauten: n^iip Nl"]! ly in Betracht dessen, das mehr ist 
(d. h. mehr Anspruch auf Wahrscheinlichkeit hat). 

'''l^O^ 5Äe in ''"n^. 

D^N''m^^< (Nidda 14a) griech. eu^uc alsbald, sogleich. 

T^!! (Ketub. 69) soll nach Luzzatto apocopirter Imper. 
von ^TN sein: wohlan, gehe, franz. allons. nd-i: ''i''N ^b ^d^n 
Nin ^D^n Niniyi „wohlan ! sage mir den eigentlichen Hergang". 

*'Nf ''X erscheint a) als Apocope von i'^s wenn, si, num, 
an, b) als die von ^n, nicht. "»Dn "»n (abbr.r]"t<) „wenn es 
so ist" ; ND^N n^vz ^n (abbr. n"3n) „wenn du willst (nN '»ys 'j'-n) 
sage ich"^d. h. kann ich diese Antwort geben; tiirb ^n (abbr. 
b"s) „sollte man sagen" ; ^pJ ^n {abbr.y'}<) oder, si etiam, wo- 
bei das n"»}/! ausgelassen und ''pJ gleich no^J ist. Auch bei 
den Targumisten schon im Gebrauche, Gant. 7, 13. ; "»N od. wie 



159 

man es gewöhnlich liest, ik^dn 'n {ahhr. n"n), es ist unmöglich, 
^'!IP^1'^^' unnöthig, ohne Nothiv endigheit. Endlich 
c) steht es auch als Interjektion im Gehrauche: DIN "^^^h unb "»n 
„wehe dem Sterblichen'^ 

)ÜH soviel wie ^\2ü^ und >"!t5p wegen, eigentl in Be- 
ziehung, im Hinneigen (Nt^p pertingere, contingere) zu 
einer Sache (s. oh. S. 66). Nm ^dn Nm )}^y,l „wir hahen die Be- 
sorgniss für das Eine zu hegen, wegen des Andern", d. h. es kann 
hei dem Einem in seiner Neigung (Verwandtschaft, Aehnlich- 
keit) zu dem Anderen derselbe Fall eintreten tvie dort Daher 
erklärt es sich auch, warum dieses Wort zugleich als Part, der 
Bewunderung und des Erstaunens gehraucht ist: N^ ^tON 
NJ^DNjP "^DK^T t<:v.y. „ sollte ich etiva nicht wissen (d. h. neigt 
sich nicht der Schein dahin) dass ich es richtig sage''. =ii3N 
N^^ Nn'iün ^rk^ür\ir\;^^„ist etwa Gottesfurcht eine Kleinigkeit". 

N'I^^K So punctirt Luzz., der es auf das chdld. D13 vero, 
wahrhaftig, in der That, zurückführt. Bichtiger jedoch 
erkennt Buxt. darin den Ithpeal von t<'iz, n"i|^n == N7(2n^N „es 
gieht sich als gesund, als vor das Auge tretend zu er- 
kennnen" , von welchem Verhalstamme ^2 jenes chald. 0*3 
seihst herzuleiten ist. 

'^'y*!^ , contrahirt aus ^"^ ^j; durch, wegen, anläss- 
lich. 

N3^K, ND D'N es ist da, es gieht etivas, das; i^^üb nd'>n 
(abbr. ^"n) „ es lässt sich sagen " ; ~p''pi? NrN "•H'o {ahhr. ^»"«0) 
„was lässt sich da sagen", wie glaubst du diesem Einwurfe be- 
gegnen zu können. Der Gegensatz ist nd"*^., 'iO xvh. (Siehe 
oben S. 74.) 

\"}^X, so Buxtorf. Luzz. hingegen punctirt "»nsN, schlägt 
aber auch die Funetation tidn vor, indem er das N für ij; nimmt 
und ^ro von njys oder nys herleitet. Abgesehen davon aber, 
dass ^riD aus rgyD eine ganz ungewöhnliche Contraction wäre, 
glaube ich richtig nachgewiesen zu haben, dxiss jenes DJ^o 
seihst nur eine Abbreviatur ist (S. ob. S. 54), mithin es un- 
wahrscheinlich erscheint, es sei an einem Worte, das seihst 
nur Abkürzung ist, noch eine weitere Verkürzung vorgenom- 
men ivorden. Dennoch muss ich gestehen, dass ich von meinen 
Lehrern (und ich hatte das Glück, hervorragende Talmud- 



160 

lehrer ssu haben, hei denen die talm. Wissenschaft anyeerhtes Fa- 
miliengut war) das Wort nie anders habe aussprechen hören 
als ^'^.DN, ähnlich wie es Luzz. vorschlägt, tvelche Aussprache, 
auch, bis auf das Dagesch im n, mir als die einzig rich- 
tige erscheint. Denn ich erachte das ^dd als Contraction von 
^riN 13, tvährend das N ziveifelsohne das ij; vertritt. Der 
Unterschied zwischen den ihm sinnverwandten NnfiS^n u. "»nsN 
ist daher der, dass jenes das Moment des gegenwärtigen Vor- 
handenseins hervorhebt ohne jede Rücksicht auf die Äntece- 
denzen der Vergangenheit, dieses aber, das ^hdn, den continuir- 
liehen Hergang, wie er bis allher sich gestaltet hat, ins 
Auge fasst : ^nx id ij; s oweit es g ekom m e n (bis jetzt 
sich gestaltet hat). 

N?X und y/l?X haben dieselben Bestandtheile : eine Par- 
tikel der Bedingung und eine der Verneinung. Der Unter- 
schied besteht aber darin, dass bei n^n die Verneinung, i<h, 
eine bestimmte ist, „wenn nur die Bedingung, "|^n, sich erfüllt", 
während bei 'h'hti die Verneinung seihst, das r\'h^, noch der Be- 
dingung , 'h^^, unterivorfen bleibt. Für zusammengesetzte 
Schlüsse erhalten sie beide noch ein D aus der Part condit. Ds, 
und aus n^n wird n^d^n, wenn nicht, während aus ^^•ij'N 

T V - TT •' ^ ■• • 

sich das vD?n, wenn ja, herausgebildet hat. 

^^7^r ^^^H- Das erste ist von d^n fortem, robustum 
esse, hergeleitet : es steht fest, oder, wie man es dem Sinne 
nach übersetzt: tvissen tvir doch; ^I/.TT ^übnist es ja. sicher, 
dass sie es wissen. Das zweite ist gieichbedeutend mit nG^ 
warum, welches hei indirecter Frage mit bn zusammenge- 
setzt ist: ]Jn ND^N (wenn es so ist) warum haben wir dort 
so und so gelehrt? 

/ItODN wegen. Siehe in vün und vgl. oben S. 66. 

1/''^X aus rjN und •Ij'n oder ^b DN r]N „gesetzt, selbst 
ivenn es so wäre. 

'^ T)i ^K, 2^ b]i ^^? (abbr. D"Vt<, j"v^) ob schon, ob- 
zwar, selbst (?]n) auf Grund (b^J jenes Umstandes Od oder 
3:1 Aussage oder beruhenden Thatbestandes) lässt sich die 
folgende Meinung behaupten. 

Kint!^t<,. N'^n NnK/ dieses, das laufende Jahr. 



161 

'^i^^^^ ^^^^"ij^ Nrs!7 das frühere, vergangene Jahr. 

^rjPn^ erne mi Midrasch häufig gehrauchte Interj. der 
Vertvunderung : sonderbar, seltsam, staunenstverth 
(ror.), für trelches im Talm., namentlich von talmudischen 
Commentatoren das Nomen n*pn mit der Praep. z, ^)üFZ, 
gebraucht tvird. 

p2i wegen, in Rüchsicht auf; ^J">:3 meinetwegen, 
ijvz seinetwegen, in Rücksicht auf ihn, ri^''^^ etc. (lieber 
die Etymologie s. oh. S. 54). 

/HS tvegcn, weil, damit, eigentl. im Interesse; 
^b;ii in meinem, i"^"^;"]^ in seinem, -"iJ^^is in unserem Interesse. 

^5yn? geschehenen Falls, contrah. aus 12V.. ""NI^, 
„icenn er es schon gethan hat." Entgegengesetzt ist das n^nriDt^, 
wo es sich erst um das Anfangen der Handlung fragt. 

nn^' '''ül'l-, siehe in ^"in. nDz siehe in ^"p. 

^^nH-?' ^^'^^^^' ^\Yt^. (Tamid 22) für sich besonders, 
eige n s, lhCo(;, p r op r ius, privat u s. Dies die allgemeine 
von Buxtorf vorgeschlagene Etymologie, der auch ich seiner- 
zeit folgte in Ermangelung einer besseren. Aber „dies diem do- 
cet", und glaube ich heute das Richtige su geben, tvenn ich das 
Wort als PaHic. pass. fem. J^jo) angebe von dem Verb ^"joj, 
urah. ^CsJ>, hebr. nnn {Jes. 11, S.) tetendit, manum di- 
r exit ad ali quid. Nj"]n oder, wie wir es nach der gegebenen 
Etymologie richtiger mit Patach, N^in, lesen, heisst daher so- 
viel, als wenn wir sagten : d a sj e n i g e, n ach w elchem die 
H a n d au sg es tree Jet wir d, ivorauf wir gleichsam mit der 
Hund zeigen, ') welches Partie, tvie die meisten von Nomen ge- 
bildeten Adverbien, mit der Praepos. 2 hier verbunden ist. 

KD 7]/ 2 schlechtweg, blo s, nichts Aussergewohnliches, 

') Ob das Particip. ganz in dicier Form hn .s\t/r. Schviftthume .sich 
vorfindet. i.st mir nicht erinnerlich und .•iteht derzeit mir, leider, auch 
Payne Smiths Thesaurus behufs Einsicht snnhme nicht zur Verfügung, um 
mir darüber Gewiss heil zu verschaffen. Deshalb bin ich auch nicht der 
Sache ganz gewiss, ob Jener Gelehrte, dem selbst in Talmudicis, da wo das 
Wort syri.fch ist, selten das Richtige entgeht, nicht bereits die von mir 
heute als neu bezeichnete Etymologie schon in seinem höchst schätzba- 
ren Werke hat. Sollte dies der Fall sein, gebe ich die Vcr.ücherungy 
dl/SS der Dieb.ftahl von mir nicht willentlich geschah. 

Wiuer. rhald. Gramm. J | 



162 

sondern wie es häufig im Lehen (in der Welt no^vJ vor- 
kommt. 

*1^ ausser, mit ü ausserdem dass, ausgenom- 
men. Davon das Adv. ^niin naeh Aussen hin. ^nizd oder 

- T - ' - T • 

auch ^2Vü von draussen. 

T : • 

X^ /ii^3 mag es gelten , unbestritten bleiben, in Fr ie- 
den bestehen, nd^k^z n"]DN ^n {abhr. d'nn) für nnON ^n ND^tt'r 
„dies geht wohl hin , wenn du so sagst'' , d. h. kann unter 
dieser Voraussetzung bestehen, nicht aber, ivenn die Voraus^ 
Setzung eine andere ist Der Nachsatz wird mit nnpN ^n shs 
„tvenn du aber sagst" eingeleitet. 

D*l^ ivahrhaftig , fürwahr , vom Verbum t<i2, des- 
sen Stamm ^2 den Begriff des Bestehenden, (daher- 
N^D pinguem, sanum esse) und iv irklichen Vorhan- 
denseins (nid er ear e) in sich fasst. Das D ist Adver- 
bialendung, wie in Dj^*»" von p^*, djdn von "jdn, ddi"' von 
Dl^*) Von demselben Stamime ist auch das talm. Adj. inn 
und Nomen "i-nin, wovon wieder das Adv. ~i-n22 sicher- 
lich, gewiss, im Talmud gebraucht ist. 

7''!?ti^5 wegen, etwa „auf dem Wege (!?^3B^) befindlich". 

*)n^ nach, nachher , nachdem (contrahirt aus ^nxi 
an Stelle), gehört in den bibl. Chald., hat aber in der Tal- 
mudsprache eine Erweiterung erfahren durch die Annahme 
der Fers. Suffixe ^^ns, Tjnris, Nnns etc. 

NJi ist eigentlich Nom., das Innere, steht aber häufig 
im Gebrauch als Adv.: *nJ;,D inwendig , von innen, l:z, 
iji? innerhalb, liip von Innen aus (entgeg. dem WSQ 
von aussen). 

^'S^ von 2tj Rücken, das Obere, adv. bei, neben; nnn iTr: 
bei, nebeinander, ^n3^ "in^i^^^ ^O^c! (Berach 10) möge Jesaja 
zu mir kommen; n^p ^z:? neben Mose, d h. im, Vergleich 
mit ihm. 



*) Das Wort gehört übrigens dem bihlischen Chaldäismus an und 
sei nur hier mithehandelt, um es vor der gervöhnlichen Etymologie des lu- 
tein, verum und vor dem Anscheine zu schützen, als wäre, wie bei den 
zahlreichen^ hergezählten Adverbien, das 2 bei ihm Servilhuehstahe. 



163 

''^1 mis VN ivenn, und ': class we mi, für den Fall 
dass. 

^j?n oder, wie man es mit doppeltem i zur Spürhar- 
machung dieses Buchstaben schreibt, Ngin sor g fältig auf 
das Kleinste, genau (vom Verbum pn, ppl attenuari, 
eontundi) besorgt. Die Negation ist njpvi"] in^. 

^^^ f *7 ^ fil^ Je^ sich schon im bibl. Chaldaismus, jedoch ge- 
trennt, nüb'^'r^ (Esra 7, 23) damit nicht, dass nicht. 
Im Talmud hat die Partikel die Erweiterung erfahren, dass 
sie nicht nur, wie dort, prohibitir, sondern im iveiteren Sinne 
als 3Iodus der Möglichheit: vielleicht, möglich dass, 
gebraucht wird: n^^ ijpN V;iJpN nd^^-i, „es ist wohl möglich, 
dass sie es als rechtliches Eigentlium ihm zuerkannt haben". 
Ausschliesslich prohibitiv im Sinne des bibl.nüb"^! gebraucht 
der Talmud die Umschreibung sbl ^Tn o damit nicht 

^r?l siehe in njp. 

Nn j verkürzt ri, ist eigentl. Pronom. demonstr. (verwandt 
mit bn), in tvelcher Eigenschaft es sich bei den spätem Tar- 
gumisten und häufiger noch im Talm. erhalten hat: nhs nh 
N;^n „dieses hängt von diesem ab'' ; ]2T] ijnn nh n^Ni *) „und 
wie verhält es sich mit dem, was unsere Lehrer gelehrt 
haben ?" )^T) S^ni nh -i^d „wer ist es (n-t-i ind), ist der Autor 
von dem, was unsere Lehrer gelehrt haben ?'' Von diesem Be- 
griffe des Gegenivärtigen und von dem vorherrschendem Ge- 
brauche bei Fragen bildete es sich II. zur euphemistischen 
Fragepartikel heraus in der Bedeutung : doch, und doch^ 
da wo man dem Gegner nicht widersprechen, sondern durch 
den Hinweis auf einen anderen ähnlichen Lehrsatz ihn zum 
Widerrufe seiner Meinung bewegen will. \Vr\y ^3"i ionHi „und 

') Gewöhnlich punctirt man hebräisch ^jH , I^Hl. So ungern ich 
auch die Gewohnheit verletze, was namentlich hei den nach Gcstus und 
Ton gleichsam traditionell übernommenen Talmudstudien störend ist, 
und so wenig fehlerhaft es andererseits auch ist, wenn wir ein 
Verbum im Talmud hebräisch aussprechen (da wir viele aus der 
Mischna dahin verpflanzte Ausdrücke so aussprechen müssen), so wäre 
es doch ein Verstoss gegen die Grammatik, wenn wir das Verbum NJD, 
Mjn, das in der hehr. Sprache gar nicht vorkommt, hebräisch aussprä- 
chen. Besonders haben wir noch von diesem Verb zu bemerken , dass 
es nicht blos für lehren, docerc, allein, sondern auch für lernen, 
disc ere, gebraucht wird. (Siehe Bu.it. s. v.j 

ir 



164 

(/ o c h hat dagegen Rabbi Jaehanan gelehrt" eigentL „und wie 
verhält es sieh mit dem, was im Gegensätze zu dieser Mei- 
nung li. J. gelehrt hat ?'^ Ijnni „haben wir doch (an einer an- 
deren Stelle) gelernt" , N»:nrii „ist es doch dort gelehrt wor- 
den?" ') 

Dieser vorherrschende Gebrauch des nh in Fragesätzen 
ist ein derart allgemeiner und in der Voraussetzung begriffe- 
ner geivorden, dass man füglich im hypothetischen Satze 
auch die condit. Part. DN od. pN als selbstverständlich Iconntr 
weglassen, tvo sie dem Sinne nach geboten war. So sagen 
die Talmudisten : hnIi ^i nh (Baba mezia 83), nh^n nh (ib. 8(J) 
^pn iN^ NH wo üherall der Sinn fordert HNin W'^_ gn n" 
„wenn es aber Jemand sieht", nh^n ^n nh „wenn es 
aber so ist", ^Dn )sb "j^n nh „tvenn es aber nicht so tväre": 
weil man schon in der Fragpartikel für sich den Aus- 
schluss jeder bestimmt bejahenden Aussage voraussetzen 
durfte. 
HL giebt es noch ein nh, das von den Targumisten zu- 
meist für das hebr. ]n (Gen. 3, 22.) und n^n (ib. 1, 29.) 
gebraucht ist, und auch in die Talmudsprache in dieser Be- 
deutung als Interjection, en, ecce, gedrungen ist : nH") n'i^ j nh 
Njppn „siehe her, hier ist der Mann, hier sein Beglaubigung.s- 
schreiben". 

N^TN«") nun, jetzt, dieser Zeit, aus Ng und XI'^V. 
soviel wie NJT'i; bn. Das y wurde elidirt, wie in dem Worte 
gleicher Bedeutung ^m/n statt xnj^ssf" nh. 



') N''jr} ist II. Partie von Sjri' es ist gelehrt worden, man 
hat gelehrt, d. h. Andere haben es gelehrt in der Beraita, aus Ser- 
ital b (X")S, 'J<"]3ip) der Schule Rabbi Jehuda ha-Nassis, wo die als Penta- 
teuch- Ergänzung (Halacha) autoiisirte Mischna redigirt wurde, pn hin- 
gegen ist I. Part. Contrahirt aus [^N und ^jH, also j^J<-''^r} wir haben ge- 
lernt, d. h. es ist in der Schule von Rabbi Jehuda gelehrt worden. Auch 
hier hat die Aussprache JJP] sich allgemein geltend gemacht, was unrich- 
tig ist, da nach der Contraction jjri oder, wie man es sich schon zur 
Erleichterung der Aussprache erlauben darf, j^H zu lesen ist. Auch Jjn 
mit Beibehaltung des Zere von ^JP] wäre nicht unrichtig, würde aber 
leicht mit N^JH, 3. Pers. pl. praet., verwechselt werden, was nicht die- 
selbe Kraft wie JJX ^JH hat, in welchem das wir, gleichsam ipsi, wir 
selbst, betont ist. 



165 

jK/1 im hierosöl. fimlekte soviel tvie das hehr. \h oder njN, 
wo, wohin. 

^IlI ist der Pronominalstamm, aus dessen Reduplication 
das Correlativum ^nr entstanden ist. Aber weder das Eine 
noch das Ändere stehen sie in dieser ihrer eigentlichen Be- 
deutung im Gebrauche der Sprache, als sie vielmehr nur 
Träger der Praej^ositionen "»2, ^n, bv_ u. ip sind, nnz mit 
mir, r^nzmit dir, ■ii<T;1"2 mit ihnen; ^l'nb gegen, um, 
durch; ^"nns gegen einander, mn:: o(?. "»"nn "«nra mit 
einander, "^n^n? gegen einander , ^nnnp von einan- 
der. Der Begriff der Correlation, insofern das Eine von 
dem Anderen gleichsam angezogen und geleitet wird, ist 
in dem dem ganzen semitischen Sprachstamme gemeinsamen 
Verb >^'^^, i^O^ und ^joj tetendit, dir ex it, manum 
dir exit ad a liquid, gegeben. 

^^^'I hierauf, hernach, unterscheidet sich von dem 
gleichbedeutenden -n dadurch, dass es nicht das blosse Ne- 
beneinanderstellen der Thatsachen und Handlungen in ihrer 
äusserlichen Ordnung, sondern auch nach ihrer innerlich 
zusammenhängenden Reihenfolge bezeichnet. Gebildet ist das 
Ädv. aus dem Verbum "i"in redire, reverti. 

Uyn u. •'5''n .sind beide Composita des interr. Pron. ^~, 
nur hat nd\t das Ädv. loci nd, hehr, ni) als zweites Element 
der Zusammensetzung, dient daher zur Frage nach dem Orte, 
während das ^D*n die Vergleichungs- Partikel ""D hebr. "^^n, nD\x 
zum zweiten Bestandtheile hat und daher zur Frage nach 
der Beschaffenheit dient: "TTin^ *n;n ND\nD „wie kommst du 
dazu, es zu erlauben?'^ von wo, von welchem Gesichtspunkte 
aus kannst du als erlaubt es erachten? nd\"! ^d überall, 

T •• r ' 

„WO immer du mit kd\""; fragst." 

^5*1 *'• ""-.'l haben auch beide das demonstr. Pron. n." zum 
ersten, nd und ^D zum ziveiten Theile ihrer Zusammensetzung 
und unterscheiden sich nur von dem vorangehenden ND^n und 
"■D/", dass sie nicht fragend sondern demonstrativ sind, 

TNin weil, da, nachdem, siehe weiter in UD. lieber 
die Etymologie vgl. Buxt. s. v. bt<^. 

T]2Tn darum, deshalb. In der Punktation ist von 
uns hier die geicöhnliche Aussprache befolgt, die aber eine un-- 



166 

richtige ist. Denn als Stamm der Partikel haben uir das 
Wort ?]3 anssusehen, das im Hebräischen nb lautet und im 
biblischen Aramäismus sonst auch mit paragogischem n ge- 
schrieben ist, HD?. Aus dem mehrfachen Gebrauche des hebr. 
ro als Adv. similitudinis , sie ita, als Adv. loci, hie, vel 
hue und endlich auch als Adv. temporis hue usque, er- 
giebt sich uns als Grundbegriff der des Bestimmten, Aus- 
gemachten und Zweifellosen. Geschieht nun Etwas 
dieses bestimmten JJmstandes wegen, gleichsam su dessen 
Gunsten, so erhält diese Partikel das h dativi (commodi) 
und es wird daraus t]Di^, wo dann der bestimmte Begriff 
des ^D als untergeordneter , der ihm accommodirte Begriff 
aber als Hauptsatz erscheint. Wo hingegen die in "r;D ge- 
schehene Aussage als Hauptsatz selbstständig bereits bespro- 
chen ist, da muss nothwendigerweise ein Relativpronomen 
kommen .cur Verbindung der beiden Sätze, und gebrauchte 
man hierzu das talm. Pron. relat. ^^, woraus dann unsere 
Part, entstand. Aber auch die Punktation des Etymons seihst 
mit Patach, t?d, scheint mir sehr zweifelhaft, obschon sie die 
allgemeine, in punktirten Texten und selbst die in der Li- 
turgie gebrauchte ist. Denn welche Verwandtschaft besteht 
zwischen Cholem und Patach, dass wir im Hebräischen nb, 
hier aber ID lesen sollten? Jenem Cholem entspricht nur 
als kurzer Vokal das Qamez chatof, sowie in der That das 
nD3 auch Qamez hat und das dem talm. ijb gleichkom- 
mende "^p^üb gewöhnlich mit Qamez, ^P^y^b, geschrieben und aus- 
gesprochen wird. Dieser ihrer Entstehung nach hätten ivir 
daher diese Partikel nicht ^^^^"^, sondern ^5!';n zu lesen, 
wie auch Buxtorf ganz richtig punktirt. 

''IlJ, eine Verstärkung des im bibl. Chald. gebrauchten '"I^iN 
denn, nämlich dasjenige, was wir als Ursache, 
als Beweggrund einer Sache angeben, ivorauf wir 
mit ''"IN antworten. In diesem Sinne wird es im Talmud 
auch (Baba kama 3^0 substantivisch gebraucht für das ei- 
gentliche Merkmal, für das Kriterium einer Sache: 
Nj;nßn ^7in3 ^^in "»nn sb] lisn ^ihb n'iii^'n nn ^b „was als Kri- 
terium (der Strafbarkeit) bei dem durch den stossenden Och- 
sen zugefügten Schaden erscheint, lässt als Kriterium sich 
nicht aufstellen bei dem durch die (offene) Grübe veranlassten 



16T 

Schaden, und was sich wieder hei der Grube als Kriterium 
aufstellen Hesse, bewährt sich nicht als solches beim weiden- 
den Vieh.'' Aus diesem Gebrauche als Nomen ergiebt sich 
auch die Etymologie des Wortes nn , dahin gehend, es haben 
die Tcämudisten dem substantivisch gebrauchten nN das de- 
monstr. Fron, nh vorgesetzt, und wäre es richtiger zu lesen 
'"n, gleichsam nN nh. 

NHki^n^ soviel wie Nnj;6iJ^' nh diese Zeit, jetzt, gc- 
(jenwärtig. Von dem synonymen NJ"i''Nn unterscheidet es 
sich, icie die nomina p^j; und nni;t5f, aus tvelchen sie zu- 
sammengesetzt sind, indem jenes, entsprechend dein hehr, ny, 
die bestimmte, festgesetzte Zeit, dieses aher , hebr. nj;^/, den 
zufälligen Augenblick bezeichnet. 

^^^ ist das genau bestimmte, bereits in Rede 
stehende "jon Qiebr. Dt^) dort: onn ^im „dort (in der ange- 
führten Stelle lan nh^ ist es ivas Anderes". 

''^^'Ül g e IV iss, s ich er lie h, gleichsam eingestandener 
Weise, vom hebr. Verbum m*. 

' TT 

]''j^T oftmals, zuweilen, zeitiveilig , von dem No- 
men ipT Zeit. Es unterscheidet durch das Zufällige und Un- 
erwartete sich von dem ihm verwandten DTi^;, von nj; be- 
stimmte Zeit, das die periodische Wiederkehr eines Zu- 
standes bezeichnet. 

XD1L2 genügend, hinreichend, richtig, wie das 
hebr. 2:3^n in Jona 4, 4. 

^£:tO mehr, vorwiegend, auch unübertrefflich, 
Pass. Part, vom Verb, ndü auxit, ad auxit. Entgegengesetzt 
ist TU^: "iD^inp ^Dp nH NH^tt^'p T^2 t<b „nicht weniger als 
sechs und nicht mehr als ztvolf (Pesach. 10^). 

n5 apocop. Form des chald. i^"?. 

n^ damit, auf dass, desto mehr, aus ">•] oder n 
und D comparationis. Siehe Buxtorf. 

Ninn /2 was immer es ist, sonst n^hk; np, ^nKjp. 

ni2 oder, wie es in unpunktirten Texten zur Spürbar- 
machung des Vav miD geschrieben wird, wie, in dersel- 
ben Weise, wie, kommt ohne Personalsuff, selten vor imd 
hütet mit denselben: 7]m2, ^nis, — .Tn)D, nr;r, — ^n)3 — 



168 

I^DniD, pn^D — l^"n]3j IIP)? ~" ^^r)]?-') ^s ^(J^t s^(^is <^^w Ge- 
netiv, 1, nach sich aus dem von uns oben (Seite 75) bei 
Angabe der Etymologie nachgetviesenen Grunde. 

''5 dient oft als Part, der Vergleichung, z, B. "j^y^N ^r „wie 
unser Land" {Sabb. 94). 

w**2 im hierosolymitischen Bialelde für •/i'^N3 als ob. 

j V5 sobald als, nachdem, lieber die Etymologie vgl. 
meine Buxt.-Äusgabe in y\d. 

''Nr] v3 dieses Alles, dieser grosse Aufwand (an Wor- 
ten), adverbialiter : so sehr, so übermässig. Oft trird 
dafür I'D b^ gebraucht. 

^'4'^^. wie? auf welche Weise? eigentlich: nach wel- 
cher Seite hin? 'n ^Np. 

Dl/3 ist ursprünglich Fron, in fin. a liquid, quicqua m 
ullum, aus DiNp b^ (hehr, hdind mit paragogischem r), wird 
aber auch adverbialiter gebraucht, ganz so wie unser ettva 
als Beilätifigkeits- Partikel von dem unbestimmten Pronomen 
etwas: nti^N i^b) tJ'.l ü^^3 „sollte es etwa einen Weihgebore- 
nen (Sterblichen) geben?" (Sanh. 10 a). t;^^:; ü)b^ pN Q'?? 
„herrscht etwa nicht Eintracht in deiner Mitte"? 

^^1/3^ Partikel zur näheren Erklärung: und zwar, 
nämlich. Statt ~bN^ „um zu sagen" vom Verb ^üs, ist als 
Infin. -D'ii' im Gebrauche, das mit dem 3 comp, das Adv. "t: '^3 
„als sollte damit gesagt sein" giebt. 

]5^"/2 dient als Wendepartikel für den Folgesatz in 
der gradatio a minori ad majus (~0'n} b0: vi elm ehr , um 
so mehr, wörtlich: b^' „dies Alles (der mit Dn oder n?^=i 
gewöhnlich eingeleitete Obersatz) dient als Beleg, dass es 
so (I3ti^) ist. Zur Bekräftigung des Schlusses, um nämlich 
£u zeigen, dass es nicht anders möglich ist, ivird die Partik. 
i<b noch vorgesetzt , die selbstverständlich fragend zu nehmen 
ist: ]DW'b'D t<b LJ^ton p lu d^dh p „tvenn Er (Gott) am Wasser 



') Es stimmt diese Flexion ganz mit der des r\\ überein (IDV r^fl'' 
■^n.'' in.' etc.), aus welchem, wie wir oben (Seite 74) gezeigt haben , das 
nÖ gebildet ist. Da auch das nl/. denselben Ursprung hat, wird es 
ebenfalls ganz wie das HID fleciirt. 



169 

( eine stoffliche Welt) gebildet hat, um ivieviel mehr aus 
Schlamm'^ seil, dass Er sie bilden kann, oder icörtlich : ist nicht 
dieses Alles (der Obersat^) ein Beiveis, dass es so ist? y\Db '•ii 
ir^i^-^s N^ '^n^ \*n ^i.n n^lj; V'.n sh ti/d y-nnpNi N;T":n „Wehe 
euch, ihr Schuldbelasteten, die ihr sagt, es lebe das Todte 
nimmer auf. Was nie war, lebte auf, um wieviel mehr dasjenige, 
das einst schon da war", üehrigens kennen schon die Targum. 
diesen Terminus, wo er dem hehr, "jp mit ^ ganz entsprechend 
aramäisch lautet pn ^5 : N*j;^ti^i pi >D „um so mehr die Frev- 
ler (Job, 4, 19.) 

^^7^. vor, gegen, ^bn!? vor dem Gesichte, in's Gesicht 
hinein, mit D der Vergleichung : n^yo *B^D 9^9^^^' Oben, gegen 
Gott, ti^^b ^D^ siehe oben S. 78, wo ich nur noch hinzu- 
zufügen haben, dass Aruch n^^jn ^d^3 liest, gleichsam „die 
Sache von Hinten (ungeschicJit) anfassen". 

i</ nicht, als Verneinungs-Part, überhaupt, ^ah hingegen 
wenn es absprechend ist, irgend Etwas nä7nl. von einer Person, 
Sache, oder von einem Umstände verneint. Denn es entspricht 
das talmud. "iN^ der syr. contrahirten Form di, i>er Krasin 
aus oo) JJ , wo das Obj. der Verneinung schon mitgenannt ist. 
Mit N^^ findet sich die Negation ^b im Talmud (Sabb. C}4 
und 131, Pesach 54, Baba Jcama 25^) ^N^ st. N\"i n^ „ist 
es nicht so ?" tvas, wie es Baschi durch nDN2 giebt, das Ge- 
gentheil besagen soll, d. h. fragend zu nehmen ist. 

^{^ V und rA^ siehe oben S. 74. nh ivird auch mit Suff, 
declinirt: r^^rch fem. -n^^, -injn^!? fem. *^r\m^h>. 

^yt2 wird gewöhnlich auf das chaldäische Nomen *o, tvas 
Buchen bedeutet , zurückgeführt und in Vergleich mit dem 
talm. 1*^^12, aus dem Inn er en, ex eo quod, gebracht, da S:^ 
die cJtald. Uebersetzung von i\r\ ist , also: darum, deshalb 
weil, gesetzt dass, und liest man auch dieser Etymo- 
logie gemäss mit Cholem, i;,p. Boch möchte ich lieber ^'p, 
mit SchureJc, lesen, indem ich es für apocopirt von "j-i-p halte. 
Aus dem pers. .-»j-i^, ^'ww, color, modus, species, 
hat nämlich der Aramäismus alles Mögliche gemacht: das 
Nomen l-i:. talm. h:wi Gestalt, Art, Weise, das Verbum 

'tt t :- ' ' ■' 

■j;!: colorare, colore intingere, das Adverb. "|to, die 
Praep. "jvz und, wie ich in m. Buxt.- Ausg. nachgewiesen 



170 

habe, auch das nam. compos. n''^i:i:. Hier also erscheint es 
in dem Worte •i-'iD st. i-i/p in apoeopi^ier Form als juridischer 
Terminus für die ri cht er liehe Anna h m e, für den Ge- 
sichtspunkt, von ivelchem aus der Richter den Eechts- 
fall au ff as st (das Wort wird nur in juridicis gehraucht), 
weshalb es stets mit dem l genitivi construirt ist. Und das 
ist es eben, wodurch sich das in der suhjectiven Auffassung 
liegende 'i'O von seinem Synonymen^ ^\s'in und ilno, unter- 
scheidet, die vom objectiven Thatbestande ausgehen : T-^X\'] *;'p 
tinvjW-S ^DJ i^uifTj NjiDDN „von dem GesichtspunMe aus, (weil) 
dass er des Geldes {der Vorenthaltung des Geldes) verdäch- 
tig erscheint , erscheint er auch des falschen Schwures 
verdächtig. ^^ 

inf- ist in der häufigen talmud. Beantwortungsformel , ah 
ii^r^H ^in ND^m ino gebraucht, wo es dem Sinne nach un- 
bedingt soviel wie N^nno ') (Ninn mit der Praep. )q) sein muss, 
„a.us dem, ivas du sagst, hätte ich gesagt", d. h. aufragst, 
wozu neben dem Allgemeinen noch diese od. jene detailUrte Aus- 
einandersetzung ? ich erwiedere „aus dem Gesagten (ND^rin -inp 
aus der Allgemeinheit) hätte ich sagen können (nj^p^< ^jH), wäre 
der Annahme Raum gegeben, anders den Fall aufzufassen, 
als es in der weiteren Atiseinandersetzung geschieht. 

"■pj das hebr. Inter.- Fron., hat in der Talmudsprache den 
personalen Charakter abgestreift {dafür ist lp) und sich nur 
als Fragepartikel erhalten: N"ip. ~pN ^p oder 2^np 'p „sagt 
denn die Schrift", „ist es den geschrieben ?" ~pNl "jNp r^tD^N ""p 
{gewöhnl. ahbr. n"ü) „giebt es denn Einen, ist denn Jemand, 
welcher behauptet ?" N^^n Ng ^p N'ipj; „kann Staub denn auf- 
leben?" 

TP sogleich, „von der Hand weg^' T""ip. 

^Tp, verwandt dem chald. □"in, membratim conscin- 
dere, in frusta secare et dividere {daher das Dag. 
im 1 zum Ersätze des ausgefallenen ), vgl. m. Buxt.-Ausg. 

') Auch der Usus mill erklärt sein; und hier wird Jeder Talmundist 
sich ivohl zu erimiern wissen, dass er das Wo?'t nie anders habe ausspre- 
chen hören als etwa „?nai": weil man das Fron. i^)iiri wie das ihm ver- 
wandte "•Nn einsilbig, hat, auszusprechen sich gewöhnt hatte, ivclchcs 
Pron. 'i^^7^T^ in Verbindung mit der Praep. D ebenfalls einsilbig, m'ai 
=== m'hai gesprochen wurde. 



171 

s. V. am *) , ist sou-ohl als Adj. wie auch als Adr. im Ge- 
brauche, wo das Nomen oder Verbtim heschränli und auf 
das möglichst Geringe zurüchgeführt wird, entspricht somit 
in seiner adjectiven uie auch adverbialen Bedeiittmg ganz 
dem oben behandelten ü'^b'D. In "»"[i^p iTn ^b (Sanh. 94) Jcann 
das ^i;p sowohl als Object des Sehens „das, was sie sahen 
war ein Nichts", tvie auch cds Adverbium genommen tverden 
^,sie sahen gar nicht": n^n no^ü n-ih ""TD (Pes. 17) „liegt 
denn das Mindeste als Grund vor, lassen beide Fälle sich 
denn irgendwie auf einander beziehen?" ü''^fij^"i=i D'^^ßö "»TO 
'Hj^j nj^t ''J2 „eignen Narren und Verruchte sich denn im 
Entferntesten zu Bichtern?" (Ketub. 105) N^nn ^Tp tvird 
getvöhnlich dem Sinne nach übersetzt: „was soll es anders 
sein" , d. h. „liegt denn das Mindeste vor, ist denn Etwas 
vorhanden, das der Annahme Baum gäbe, es stehe der vor- 
liegende Fall über jenem?" Der Begriff der Ueberordnung 
oder des sich Unterscheidenden wird gewöhnlich in der nach- 
folgenden Praep. gegeben, welche als n dem vergleichenden 
Nomen vorgesetzt tvird: NFiiJn ndI"» ^^'.•"i^n; d"^n mrn ^td „was 
.soll es anders sein, als "iiBD Di% als alle (die übrigen) Tage 
des Jahres?" eigentl. „ist denn das Mindeste vorhanden 
(•■td), ist denn ein AnhaltspunJct gegeben, dass (l) es sei 
(nir^^ stehe) über (b]}) diesem oder jenem Begriff. 

NH^'P (Berach 10), nn*p (Pes. 9^) oder auch =in^p (Je- 
bam. 63) jedoch^ dennoch, gleichivohl, wie immer. 

n^P, contrahirt aus yi'D "jp „aus dem, ivas so ist" 
d. h. „nach den früheren Vorgängen", daher: da, nach- 
dem, da doch; N-in ni^j xinm i<22i bv2 Hin: N=inn nDD 
„da doch dieser Mann Feind dieses Mannes (euphemistisch, 
fur mein Feind) ist". {Get. 65 K) 

iw'üü. So wird zwar das Wort gewöhnlich punUirt 
Richtiger jedoch lesen ivir N^^pp , gleichsam „aus dem Worte 
(n^P ip) selbst hervorgehend" ; d. h. eo ipso, selbstver- 
ständlich , schon im Begriffe liegend. 

JP- Diese Praep. zeichnet sich durch die mannigfaltigen 
Contractionen aus, in welche sie mit anderen Bedetheilen 

') Gewöhitlich half man das Wort für das st/r. )o^ ''<** soviel 
.fein soll wie %^^ vq . was immer es ist, quid quid. 



172 

eingeht. So zwar verbindet sie sich mit dem Adv. )h, wo, 
zu Ni^D anstatt IN p, von wo; "»I'D ''^n n-id oder, wie es im 
Talmud auch in Einem Worte gcschriehen ist, ''7p V'I^P (meist 
abbr. D' mD) „t'on t<;o /<«6e»^ tt^V jcjie ^For^e her .^" >Se/ir o/i^ 
<nY^ noch das Fron. i^ (= u^) /m^^w, wwc? e5 ^«Vc? das im Tal- 
niud häufig gebrauchte ]b}ü, soviel wie ]h "[N ]t2. Der Gegcji- 
stand des Besitzes, seil, der erlangten Einsicht, wird geivöhn- 
lieh als etwas Ausgemachtes d. i. Bestimmtes mit nH nach- 
gesetzt: 132"] 'on") NH "j^:p „von wo haben wir dasjenige 
her, was unsere Babbinen gelehrt haben? '^ d. h. dasjenige, 
was unsere Babbinen gelehrt haben, ist uns beJcannt; aber 
wo ist es uns beJcannt geworden oder auf welche Weise sind 
jene selbst zu der Satzung gekommen. Da tvo das demon str. 
NH (dwr nicht ausdrücklich nachfolgt, haben wir es als ver- 
steckt in dem i^jd selbst uns zu denken, das dann etwa so- 

• TT • ^ 

viel ist, ivie ib nh ^n "jp. Wo daher das Objekt des Wissens 
kein bekanntes oder anerkanntes ist, sondern erst deducirt 
und als richtig begründet werden soll, da tritt zu der Praej). 
"p statt des bestimmenden "jn das unbestimmte l^N und es uird 
•j^^p, das dem hebr. ^Np entspricht 

Der lautlichen Aehnlichkeit wegen sei hier zugleich des 
in der talmud. Dialektik gebrauchten ijd Erwähnung gethan. 
Wo nämlich daselbst zweien oder mehreren Tanäim {Tanäi- 
ten, Lehrern der Mischnd) Meinungen vindicirt werden, mit 
denen, dem Anscheine nach, die Satzungen einer andern 
Ortes vorhandenen Mischna sich nicht vereinbaren lassen, da 
ensteht die Frage, wer wohl der Autor jeuer Mischna sein 
mag, Nin "jnd „wer ist es'' seil, der Autor der Mischna ? Ge- 
wöhnlich aber wird der Terminus dem Sinne nach übersetzt 
„wie wer sollte die Mischna kommen", d. h. wem wird sie zu- 
kommen, zuzueignen sein ? tveil immer der muthmassliche an- 
genommene Autor mit dem D comp, verbunden wird; und 
zwar ist der hypothetische Nachsatz durch ^n"^ n(= ]^h x^ ), der 
bestimmt verneinende durch n^"n^ verbunden: n^ ^üv "O n^ -.ü 

TT T : •• T - 

rn^n^ -iD „wie wer sollte die Mischna kommen, nicht tvie B. 
Jose und nicht tvie B. Jehuda? ni^r^'' hd ^n ^dv ^d ^n i^^c wie 

T : ... . - 

wer wird die Mischna kommen ; tv en n sie kommt ivie B. Jose 
(dann müsste sie so heissen) , wenn hingegen sie kommt tvie 
B. Jehuda (dann müsste sie anders lauten). 



178 

^^'Jl?"'V^ i'om JS'omenif^V. Wurzel, Anfang, ^n!? Nij^^i/p 
^ZDjP „tvass hat er anfangs gedacht, wie fasste er die Sache 
früher auf?" Anstatt von ~ipy. wird im gleichen Sinne das 
Adv. von *-J^N~ gebildet, ivo es dann K^^'jp lautet. n:^dn mn sj^^-p 
„von Anbeginn her {anfangs) hatte ich gesagt, war ich der 
Meinung." 

Dlt^P, vom Nomen ü^^ oder D'>^ Namen. üWü ^D}^ ^z" "^dn 
lir;'2\z[ ^Z") „Rabbi Jose sagte vom Namen her (im Namen) des 
B. Schim'on", er sagte die Meinung, fügte aber gleich den Na- 
men dessen hinmi , von dp) dem dieselbe herrührt. Da aber 
die hebr. Namen grösstentheils nach gewissen Eigenschaften 
oder nach qualitativen Beschaffenheit des Benannten gebildet 
sind, so dient das talm. Dv^^p zugleich als Partikel der Eigen- 
schaf t, der Ursache u. des Grundes: als, tvegen, mittelst. 
nt^*-* D;2^p oder njnp d^.^ü (Baba batnra 126c) ,,er erhält 
es als Erbtheil, als Schenhing" d.h. unter dem Rechtstitel 
der Erbschaft oder unter Form der Schenkung. "'DH DitS'p 
von dieser Beschaffenheit aus, desswegen. 

^'1*'4 gesetztenfalls, wenn auch, selbst dann^ 
gleichsam Nu "i\s ,,tvenn auch dies" seil, sich bestätigt. 

**üj auch. Gewöhnlich liest man "»a: oder auch ^QJ, ivo- 

"T ' 

hei freilich tvenig der Etymologie Rechnung getragen ist, die 
nd: erfordert, ettva als Fut. von -iDn; nd%^, lasset uns 
sagen, gesetzt dass wir sagten, d. h. zugegebenen 
Falles, wenn atich: ^p: ^dh {ahbr. 3"-) „sei es so" ; "«p: ^n 
{abbr. j"n) oder, gleichsam Np^J v^ „wenn wir auch sagten". 

^?i, ^_^y^ {Ber. 18b, Sanh. 52 (^) alsbald, sogleich, 
unser „im Umdrehen", vom Begriffe des Rundseins, des 
Sichdrehens, wie dieser Begriff bei^dem Stamme b:\v ^^ d^n 
verschiedenen Formen zu Tage tritt. 

^>! mit folgendem- i, während, indem, als: ""^nn in 
(Ber. 2) „als sie noch sassen." ^f<|?"t iy[ {Ibid. 6) „während 
sie standen ". 

^io ^ ^.''y. , cds Fraep. ü b e r, a u f, verdient nur wegen der 
DeeUnation mit den Suffixen hier Erwähnung, wo sie gleich- 
sam als nomen plural, tantum nach dem Muster "IQID, ]y.l^ 
ein 1 erhält, welches tvegen seiner consonantischen Bedeutung 
meist doppelt geschrieben ist : "Nij^'V. {^id. 65), Tjii^'ij;. {Ber. 9), 



174 

n^ii^'-y. (B. Kama 117), "in^^ii^'i/. (-^^>'- 10). Mit der Frae^). 
b, N^^3;3?, b^i^b dient es als Adv. loci: oben befindlich. 

^\^, und mit dem folgenden Farticip, {Tail und Peil) 
verbunden j?, ist apocopirt aus D>;jp, I. Part, von c^p, und 
dient als Verstärkungs-Part, namentl. der Verwunderung 
und der Frage: Njpi^D njp od. n^ni|"i nj^^djp „seine Me'nung 
hatte sich verstiegen {zu der irrigen Annahme)" d. h. er hat 
die Meinung in diesem oder jenem Sinne anders aufgefasst, 
als sie gemeint war. Geiv'öhnlich geht die irrige Auffassung^ 
welche zur Verwunderung oder F'rage anregt, voran, wodurcli 
der Satz dann die Frageform annimmt: "^ri.y.1 njp^djp „kann 
deine Meinung dahin {zu dieser Annahne) sich versteigen",, 
ist es wohl möglich, dass du jene Meinung so auffasst? 
^\1^y. ''P.D.l ~''^5P. '^ '3/.? ^?^ nini nd-id n^^. nj;up njp -nn „Sie {die 
Hellenisten) kränkten ihn immerwährend empfindlich, und 
B. Mäir fuhr fort, ihretwegen zu beten". NBjn "»JnjP „im er- 
sten Falle {der Mischna) ist doch gelehr f\ Oft wird diese 
Partikel auch mit 1 rel. verbunden: r^'h ni^id Np"i „weil er 
annimmt, weil er in der Meinung besteht; idn Ng':]p „aus 
dem, was er sagt". 

''?j?5 für ^0*]g., vor , in Gegenwart: N*Dt5f ^Oj? „vor 
Gott", "]jni^ ^z~n n^Dg in Gegemvart des B. J. ^Dgp vor. 

]^p,y contr. aus NJölg, vor uns, uns bevorstehend, 
ist nur mit praef. b im Gebrauche: ]üpb^ „weiter unten". 

T^li;* schön, gut, richtig: r^'b idnjp tbk^" „er entgeg- 
net ihm ja richtig {Berach 2^) ^pl TDt!;^ „es scheint gut", 
ist zulässig. 

^ri apoc. aus D^n hebr. zw: iviederum, noch mehr, 
■ini und ferner. 

nrn, soviel ^«;^e^•^:^^, es ruhe, ist bei Voraussetzungen, 
die man gelten lassen will, im Gebrauche ivie das oben be- 
handelte NO^tJ^z. Gewöhnlich wird für das Bestehende das 
demonstr. nh gesetzt, wo dann die Formel riJ^ri.n entsteht: 
dieses ist recht, diese Annahme kann unter diesen, nicht 
aber unter anderen Umständen aufrecht bestehen. 

Tlin statt ""n-inn, hebr. nnn unten. 

^P^^., siehe oben S. 24. 



Dritter Haupttheil. 
Syntax. 

Erstes Kapitel. 

Vom Pronomen. 

§ 40. 
Gebrauch des Personal- und Possessivpronomens. 

1. Die Pronn. person, separata schliessen, wo sie das 
Subject des Satzes bilden, das Verhum suhstantwum ein, z. B. 
1 Sam. 9, 21. n:n Vp^J2 Dzct'' 13 ein Sohn des Stammes Benj. 
(bin) ich, Gen. 42, 44. Jon. 'j"'P1n ''kk^ Kundschafter (seid) ihr. 
Gen. 34, 23. Jon. "lO'N ^^^^^ ^^^ Di.T"i''y3-i'D (sind) sie nicht 
unser? Num. 14, 40. VjP7p njhjn wir sind hinaufsteigend 
(steigen hinauf) Gen. 6, 2. Jon. V'^H lysJti^' (f. Viin) 5«e sind 
scMn. So heisst auch v^^'n md wer 5wc? s/e Esra 5, 4. Zach. 

1, 9. 1 Sam. 25, 10. Die Pronomina der 3. Pers. vertreten 
ausserdem zuweilen, wo das Subject des Satzes die 1. oder 

2. Person ist, geradezu die Stelle der Copula z. B. Esra 5, 11 . 
7hi< "»"i 'nhDV iGn NJmN wir sind Knechte etc. Dan. 2, 38. 
s^m n HK^Ni Nin nnJN (?w &w^ c2cr Zb»/* etc. 

T -: - • T " : : - -^ ' 

2. Pronomina separata sowohl als suffixa sind oft incor- 
rect hinsichthch des Genus gebraucht, z. B. Ruth 1, 8, 9. i^oj; 
(von den Schwiegertöchtern der Noomi), oder nach dem Sinne 
construirt, z. B. Jona 1 , 3., "j iHD^; bezogen auf die Schiffer, deren 
Begriff in nd^n lag. Auch werden die Pluralformen (in man- 
chen Ausgaben) nicht selten statt des Sing, gesetzt, von dem 



176 

sie sich meist nur durch die Scriptio plena unterscheiden, 
z. B. l'iiTD^D Ps. 149, 2. st. TinD^D, n^no^D Num. 24, 7. Exod. 
3i, 4. Jon. 

Keine Enallage nuraeri ist Gen. 3, 18. Jon. u. T. H. n-i^^D ^yih\ 
''"1\ Das Suffix meine (nicht unsere) ist gewählt in Beziehung 
darauf, dass zunächst dem Mann, als Haupt und Versorger der 
Familie, das Arbeiten zukommt. 

3. Die Suffixa sind oft (doch nicht so häufig, wie im Syr. 
vgl. Hoffmann p. .Si8.) pleonastisch gesetzt, nämlich in folgen- 
den drei Fällen: a) an dem Nomen, welches einen Genitiv 
regiert, z. B. Gen. 7, 10. Jon. n^LJf/inpT n^2iN, Gen. 19, 38, 
Onk. liQj; ^22 ^1 liHON, Dan. 3, 8. N^n-n* ^i lln^^ijp, 3, 9. nn 
HNlJ^n-i n, 3J 25. Njpnyi n^tJ^'^, Dan. 2, 20. 3, 26. Prov. 16, 13. 
12,' 3. 13, 24. Jer. '2.3, 26. Jon. 2, 4. Gen. 3, N.Jon, (vgl. im 
Deutschen ; den Reichen ihr Stoh etc.) ; — h) verbunden mit 
einer Präposition, die sogleich mit dem Nomen selbst folgt, 
z. B. Esra 4, 11. xnci^iJ'TinnN b]) ^-^V:^y, Dan. 5, 12. ^N^jn2 nz 
— c) seltner in Abhängigkeit von einem Verbum, wo das Ob- 
jectsnomen ebenfalls folgt. Hos. 13, 1. N*ppj;^ ])r\b THn NH'^n"'!. 

4. Kein Pleonasmus ist es, wenn das Prononi. noch ein- 
mal wiederholt wird, in Fällen wie: ^^ ?]N vpnn Gen. 27, 34. 
Denn dies ist nachdrücklicher gesagt, als das blosse ^JD~i3 vgl. 
noch Gen. 20, 5. Gleicher Nachdruck ist beabsichtigt, wo 
nach dem Suffix, das Pron. separ. wiederholt wird, wie Esra 
7, 21. D^D D^^ nntJ'üJ/nnnK njn \'D Dan. 7, 15. Letzterer Idio- 
tismus findet statt, wenn ein Hauptwort vorangeht, z. B. Gen. 
4, 26. Jon. T^^DN N-in r|N mb. 

5. Das Nominalsuffix ist nicht selten objective zu nehmen, 
wie •'^ri^n'] seine Furcht, d. i. die Furcht vor ihm, Exod. 20 20., 
n*j;N sein (des Schiffs) Lohn, von dem für das Schiff (das 
Mitfahren) zu entrichtenden Gelde ; — das Verbalsuffix drückt 
gew. den Accus, aus. Hiervon giebt es jedoch wenige Aus- 
nahmen, z. B. Dan. 5, 6. ^nW \~i"i^i seine Gestalt wurde an- 
ders an ihm (V. 9. ^n)bii). 

6. Die Possessivpronomina mein, dein etc. werden im Chal- 
däischen nicht blos durch die Suffixa nominum § 8, 3., son- 
dern auch durch die aus ^^"i und den Suffixis Verbi sich bil- 
denden besondern Formen, wie '>b;i mein, n^;*! sein, -iJ^n un- 
ser etc. ausgedrückt, s. § 8, 3. Anm. 1. Als singular ist hier 



1T7 

nur noch zu bemerken, class statt mein Vater gewöhnlich 
blos der Vater (wie jetzt auch oft im Deutschen) gesprochen 
wird, z. B. Gen. 31, 42. n3nt Nm^n der Gott des (meines) 
Vaters 19, 34. 20, 12. 27, 12. Exoci; 18, 4. Rieht. 6, 15. etc. 
So auch im Vocativ Vater, nicht mein Vater Gen. 22, 7. 27, 34. 

7. Zwei im Genitiv verhältniss stehende Wörter werden als 
ein Begriff angesehen, dah. das Suffixum an das zweite an- 
tritt, z. B. Lev. 26, 3«. Ii3''3nn ^^.^2 eure Feinde, Jes. 56, 7. 
\n'i?'i n^D mein Bethaus, 2, 1. ^s^^9 nn mein heiliger Geist. 

§ 41. 
Gebrauch des lietativpronomens. 
1 . Die Form des Relativpronomens ^T oder i für sich allein 
drückt nur zunächst den Nominativ oder Accusativ (z. B. Exod. 
32, 34. Num. 20, 12. Gen. 3, 9. Jon. Joel 3, 2.) aus, doch 
wird letzterer auch, zumal wo Zweideutigkeit vermieden wer- 
den soll, durch Beifügung des Personalsuffix am Verbum noch 
ausdrücklich bezeichnet, z. B. Ps. 1, 4. :^-:Dppn 'T quem dis- 
2)ellit. Der Dativ ctii lautet am einfachsten n^l Deut. 4, 8. 
doch wird Dativ und Genitiv des Relativi gewöhnlich so aus- 
gedrückt, dass auf ^n oder i innerhalb des Satzes Dativ odo7- 
Genitiv des Personalpronom. zurückbezogen wird, z. B. Deut. 
28, 49. ^Jt^"»^ ypi^'n N^ ^"i st^il dessen Sprache du nicht ver- 
stehen wirst, Ps. 144, 8. b^üü^ "jinp-iD ^"i deren Mund redet, 
Deut. 8, 8. Hier ist ^-, i offenbar nur Zeichen der Relat., 
gerade wie in Verbindung mit Präpositionen, die einem Pron. 
vorgesetzt sind, sie mögen nun unmittelbar an das Relat. an- 
treten, wie Obad. 8. -31 in welchem, oder, was gewöhnlicher, 
im Satze nachfolgen Exod. 6, 4. r,2 i^ninNT Vl^ Land, in 
rvelchem , Jes. 43, 7. liT'^'.j; ^pK{ ^ipH^I ^'^w welchem, 1 Kön. 
18, 15. 'n'iDijp NJtJfßSJfp ''"] vor welchem ich diene, Deut 1,22., 
l"nr^ ^'VP. ■'I ^ir^.p, Städte, SU denen wir etc., Jer. 1,2. Nini 
-pj; hn^d: D:inD mit welchem u. s. w. In letzterem Falle fehlt 
jedoch zuweilen das Pronom. pers. mit seiner Präpos., vorz., 
wenn diese schon im Vorhergehenden vor dem Hauptworte 
stand, worauf das Relat. zu beziehen Gen. 3, 5. Vii'D\n-i NDi'«2 
an dem Tage, an welchem, Gen. 35, 13. Jon. np^: '^^^pi snnNZ 
an dem Orte, an tvelchem (wir) 1 Sam. 25, 15 f. Aber, wie 

Wiiinr. rhald. Gramin. 12 



178 

Orts- und Zeitangaben überhaupt (§ 57, 1.) ohne Vermittel- 
ung einer Präposition ausgedrückt werden, so steht auch das 
Relativ, geradezu in dieser Beziehung, z. B. Joel 2, 25, üfp,^^s 
N^DDj; liDn: -von N*:ci( ^bn Nnnt: N;j{^"ioi; statt der Jahre (welche) 
in welchen euch plünderten etc. Exod. 6, 1 1 . 

2. Wird das Belat. mit Adverhiis verbunden, so macht 
es diese zu Relativadverbiis, z. B. Gen. 13, 3. ^on hdhd"; wo- 
selbst, auch Exod. 20, 21. (ßn-j, Gen. 3, 22. iDnp ^"^hni iindn 
(e terra) creatum est (v. 18. '^^p"|). 

3. Vor dem Belat. muss häufig das Pron. derjenige etc. 
hinzugedacht werden, besonders wenn eine Fräpos. od. Nota 
Casus mit dem Belat. verbunden ist, z. B. Mich. 2, 1 . t^'^nn i^J^pt^ 
zu thun (das), was schlecM ist, Num. 22, 6, "-^n n n_^ ((^erj 
den du segnest, Exod. 15, 7. -iDgl^ ^<J^1?n diejenigen, welche 
sich erhohen hatten. Gen. 43, 16. N^ppn^ -px (fem, tvelcher, 
Gen. 31, 1. NJp n>dn^ ^'^d yo^ dem, ^ms unserm Vater (ge- 
hörig) etc., Gen. 4, 8. Jon. TjT'np 1^3!^ besser als die, welche 
dein etc. Gen. 43, 11. 1 Sam. 25, 8. So auch in Zeit- und 
Ortsangaben, z. B. Num. 21 , 19. n^rPHN^p seit er gegeben 
worden war. Gen. 3, 24. Jon. "sFiJDt^' "i?; ^^\2:;iC[ ip 

4. Zuweilen (doch weniger häufig als bei den Hebräern) 
ist das Belat. ausgelassen, wenn es zum zweitenmale stehen 
sollte z. B. Jes. 43, 7. i-iinnn ^^jp^^^ pn^^.y ^ptj^ ^ipnNn ibnn^N 
e^ [quos) creavi (Dan. 7, 27. aber gehört nicht, wie Lengerke 
will, unter diese Regel; man übersetze: sein Beich ist ein 
ewiges Beich.) 

Wo im Hebräischen "iti^N nach einem S(at. const7\ ausge- 
lassen ist, z. B. Exod. 4, 13. H^t^fn T2 , da pflegen die Targum. 
nicht nur das Relat., sondern vollständiger T "jp zu setzen. 
z. B. r\7_^p7 1t!/DT "IP TD durch die Hand dessen, der geeignet 

ist u. s. w. Klagi. 1, 14. '^y\ ^^T n^^i ip n;2. 

5. Gar nicht selten steht das Belat. nach einer gewissen 
Verbosität, wo es ausgelassen werden konnte, z. B. ^"i N^p^n 
D^.tt^n^z der Tempel, welcher in Jerusalem, Dan. 5, 2. Nnn^z 
^no^ n die Burg, welche in Medien, Esra 6, 2. 

§ 42. 
Gehrauch des Demonstrativ- und Fragpronomens. 
1. Wenn das JDemonstr. zweimal nach einander steht 



179 

und durch die Copula i verbunden ist, so hat man zu über- 
setzen : dieser und jener fähnhch im Lat. Inc et hie statt hie 
et nie) Dan. 4, 6. 7, 3. 

Das Feminin, des Demonstrativs vertritt zuw. die Stelle 
des Neutrum Joel 1, 2. n"i n'ir;ri"-NT •1yDfi^' hört dieses — oh 

^ T TT •:: V T ^ - : 

dieses geschehen etc. 3,9. 2 Chron. 25, 16. Nah. 19, 14; n"; ^D 
dieses alles Gen. 41, 39. Jon. Doch ist darum gew. V" H* 
und so (secundum hoc) viP- 

2. Das Fragpronomen ist als Genitiv zu fassen, wenn ein 
Nomen in der Form des Stat. construct, unmittelbar vorher- 
geht, z. B. Gen. 24, 23. m "jD T\2 die Tochter tvessen (bist) du ? 
1 Sam. 12, 3. n^^SjP ip i'p aus der Hand wessen u. s. w. 

§ 43. 
Ausdruck der im Chaldäischen fehlenden Pronominalformen. 

1 . Das Pronomen reflexivum : sich, wird — ausserdem, dass 
es in den Passivconjugationen enthalten ist (§10, 5.) vgl. 
Jon. 3, 6. Njpc; ""DDriN er hüllte sich in einen SacJc, 2 Sam. 
16, 6. '~iIDFlp^f hüte dich, Rieht. 13, 4. — gewöhnlich ausge- 
drückt durch das Suffix der 3. Person, z. B. Gen. 22, 3. 
n^pi; ^-)iD^^i; V~ir, -n: -3-1 er führte mit sich, 1 Kön. 18, 23. 
N~ln iln^ nnz^ sie mögen sich wählen (sibi), Esth. 6, 1. "Dn 
^'l^'^'Ji^. '"^^rj^^^ ß** hefahl vor sich zu bringen, Rieht. 20, 40. 
I'innnz rp;^:? tpz'm •iN''JDnN hinter sich, Exod. 5, 19. Zuwei- 
len aber sind gemäss dem Charakter orientalischer Anschau- 
lichkeit Wendungen gewählt, die das Reflexivpron. umschrei- 
ben, wie Gen. 18, 12. .xnyoz niit' riD^n lachte bei sich. Dies 
geschieht vorzüglich auch, wo das Pron. der 1. und 2. Person 
refiectirt wird, z. B. Deut. 4, 9. "ts/p: np eustodi animam tuam 
(te); Jer. 37, 9. I'lD'HS^p: "jlypn n^; Jes. 26, 9. Nipnp ^r'p: 
riN^ui^ «cÄ- .^e/me w«c/i. Vgl. Dan. 7, 15. 

/S^^a^^ K'd:, das übrigens schon im Hebr. dem Pron. eine 
reciproke Bedeutung giebt {vgl. ^^^^22 iDl „er ist sich selbst 
am Leben schuld''), gebrauchen die Talmudisten die Nomm. 
Gyy. tmd rju: z, B. ^puj;^ "»njSD „ich gefährdete mich selbst'' 
(Ber. 10 f') 'iü)iV. hn ntrj;* „er mache sich selbst" (Ibid. 17 f>) 
■^:puj; wir selbst, dduj; sie selbst etc. s*^i{p_ ndu ^fn „das 
enthält den Widerspruch in sich", widerspricht sich selbst. 

Dieser Sprachgebrauch erklärt sich leicht daraus, dass 

12* 



180 

hier Gebein (^yy) und Körper (r^ij) als Träger der aicht- 
l'ichcn Individualität, des persönlichen Ich, genommen 
loerden, wie etwa k^dj, „das animalische Leben", den Hebräern 
als Träger der Seele, der geistigen Tndlvidtialtät oder der 
seelischen Ichheit galt. ( Vgl. m. Buxt. - Ausg. pag. 1099, 
nota Hl) 

Da fprner der Neuplatonische Logos im Grunde nichts 
Anderes ist, als das Hervortreten der Gottheit aus sich 
selbst, als die Verkörperung der Idee*), wie die Letz- 
tere {die Idee) für die in Gott ruhende ewige Vernunft von 
den alten Piatonihern gebraucht wurde, ivird von den Targ. 
die N'ip''D, d. i. der Logos auch da für die Gottheit gesetzt, 
wo dieselbe individuell als Person, etwa im Sinne des hebr. 
WD2 und talmudischen D^y oder ^^:\ uns vorgestellt tverden 
soll. (Dies als flüchtige Erklärung der vielbesprocMnen und 
von unserem Autor in der folgenden Note berührten niD'D 
des Onkelos.) 

Nicht eigentlich hierher gehörig sind diejenigen Stellen, wo 
in der reflexiven Rede Gottes ^"P'^D gebraucht ist, wie Gen. 
17. 2. Jon. ";]J^3;1 np^p p3 ^p^jP IHN zwischen mir und dir, 
Gen. 9, 12. Ouk. llD^.'^-T np^p-pn D-T nJN ^T D^p HN, Exod. 
31, 13. Lev. 26, 46. Was die Targum.' durch "^das für Gott 
gesetzte Wort Gottes bezwecken , darüber s. Paulus Comment, 
über das N. T. IV. 1. p. 8. sqq. meiiie Dissert, de Onkeloso 
p. 44. sqq., vgl. auch de Jonathanis paraphrasi chald. Spec. 1. 
(Erlang. 1823. 4.) p. 25. sq. 

2. Das Pron. derjenige, vor dem Relativum, wird regel- 
mässig ausgelassen (§ 41, 3.); bisweilen ist es durch "jp be- 
zeichnet, z. B. Dan. 3, 6. ^D^ nb ^^-"ip derjenige, welcher nicht 
niederfällt, 4. 14., Exod. 32, 33. in n ip derjenige, welcher 
sandigt, doch entspricht letzteres mehr dem verallgemeinern- 
den oc av, quisquis. 

3. Jeder wird ausgedrückt, a) wenn es substantivisch 
steht, dur^ch 12;, z. B. Joel 2, 8. Exod. 15, 3. Jes. 53, 6. 
Jon. 3, 8. 1 Sam. 25, 13., oder at'JN Rieht. 9, 55., auch ver- 
doppelt Exod. 36, 4., nriT3j;D -i2^"-inN sie kamen — jeder 
(Mann für Mann) von seinem Geschäft-, b) wenn adjectivisch 



') Sowie weiter die reale Welt wieder nur verkörperter Logos ist. 



181 

durch Wiederholung des Substantivs, z. B. nej; ngj; jedes 
Volk 2 Kön. 17, 29. Esth. 1 , 22. oder durch bb. — ^Quicun- 
que, quoäcunque jö'i'D, no-i'D Joel 2, 14. Gen. 3, 19. Jon. 

4. Jemand, (irgend) einer ist t^jS Lev. 1, 2. 4, 2, 5, 1. 
Irgend etwas wird ausgedrückt durch nd^hd (Hebr. izi) Gen. 
18, 14. NO:np '*^ D"]iJ."lP ^??n>J. ^«*^w dwjas verborgen sein 
vor Gott? So auch adjectivisch irgend ein, mit vorhergehen- 
dem Stat constr. eines nom. ahsract. D:nD ni^Dj; Deut, 24, 1. 

— Bei Partitionen liegt etwas eingeschlossen in der partiti- 
tiven Präposition "jD, z. B. Dan. 2, 33. ^.ns ^i "jinjp *.~'i':~ 
6'e?^^ie Füsse — von ihnen (war etwas, ein Theil) aus Eisen. 

— Kein ist, wo es den Begri& jeder negirt, wie im Hebr. 
bb--t<b oder 'sb'-bb, z. B. Gen. 3, 1. izyn^'N^ NTzy^D, 
Lev. 3, 17. ]V2^'[ N7 NZin"?^ (das Nichtessen soll von jedem 
Fette gelten, d. i. Icein Fett, [Jceine Art von Fett sollt ihr 
essen), ausserdem aber wird es, wie im Latein, durch das 
einfache N^ ausgedrückt Gen. 15, 3., "i^^. nqn; i<b ^b mir hast 
du kein Kind gegeben, Deut. 15, 3. Nichts substant. heisst 
□i;-D--N^ z. B. Gen. 39, 6. ü)m. '~B>! Vi; ^\ Deut. 8,9. oder 
^Tp""Ni:' Hiob 6, 6.; in""N^ ist als Zahlangabe {auch) nicht 
einer 2 Sam. 13, 30. in pn^p iNnttfN n^ kein einziger ist 
übrig geblieben, 

5. Der Eine, der Andre, alter, wird bezeichnet a) durch 
Wiederholung des Fron, demonstr., z. B. Jes. 6, 3. V" vk-.p.^. 
V^ 1p es rief einer dem andern zu, Dan. 5, 6. ni nrasiN 

lirpJ NT^ seine Kniee schlugen eins an das andre (an ein- 
ander), oder die des Zahlworts in Exod. 17, 12. 1 Sam. 14, 40.; 

— b) durch -12: mit hn, z. B. Gen. 13, 11. n]^^p nz: ib^isdn 
^niHN sie schieden sich einer vom andern, Deut. 1, 16., oder 
"2: mit nzn z. B. Rieht. 6, 29., letzteres selbst von leblosen Ge- 
genständen Ezech. 37, 7. n'''3r! r\}h nd"i.t N;pn: o"'"}p es näher- 
ten sich die Gebeine, eines dem andern, Dan. 7, 20., auch "li- 
mit i;n Esth. 1, 17. nn-on d^; «nn iinn-i^^p2. 

6. Derselbe oder c^&ew c^er wird ausgedrückt (0 durch 
das Fronom. person, oder demonstr. mit dem hebr. Artikel, 
Lev. 20, 4. n'm" n*12:, s. oben S. 29. — b) durch das vor 
dem Substantiv vorausgeschickte Pronomen, Dan. 3, 6. 15. r.z 
NPyt^ «^ demselben Augenblick (Gen. 22, 10. T. H. Nnj;«/! nz). 



182 

Dan. 3, 7. 8. NJDi r]Z zu derselben Zeit, wofür Cant, 1, 13. ^z 
NJpT N^^. So häufig im Syrischen s. Hoff mann p. 330. 

Wie überhaupt im Äramäismus durch die Wiederholung 
des Verbs eine intensive Handlung, durch die des Nomens eine 
Verstärhmg des Begriffes erzielt tvird, so tvird daseihst, um dem 
demonstr. Pron. eine verstärkte Bedeutung zu geben, diesem ein 
ztveites Pron. demonstr. beigefügt, so z. B. V";" aus xn und T""!, 
hebr. tonn aus Nin und bn. Dasselbe gilt auch von dem von 
unserem Autor sub b) angeführten Beispiele Nnya^f nz , njdt ni, 
da das n von nz aus hn entstanden ist, und der St. emph., wie 
wir oben gezeigt haben, ebenfalls nur Verschmelzung des 
Nomens mit dem demonstr. Pronomen nh ist, mithin durch 
jene Beispiele dieselbe Verstärkung des Hinweisens durch Ver- 
doppelung des Pron. demonstr. erzielt ist, wie im Pron. ]^nn 
oder Ninn, und es reduciren die von unserem Autor als zwei 
besondere Spracherscheinungen angeführten Beispiele sich 
auf ein- und dasselbe Gesetz. 

Da ferner mit der gesteigerten Bedeutung des demonstr. 
Pronomens sich der Kreis um den besonders hervorgehobenen 
Gegenstand immer mehr verringert, so ist es von selbst verständ- 
lich, dass mit dem Hinweise auf die Wesenheit des Dinges 
der Kreis um dasselbe am engsten gezogen und der demon- 
strative Gharalder am schärfsten ausgeprägt ist. 

In diesem Umstände ist der Grund zu suchen, warum 
der älteste Äramäismus, wie er uns in einigen samaritani- 
schen und syrischen Formen erhalten ist, die nota accus, n' , 
hebr. riN als verstärMes Pron. demonstr. gebraucht. So zwar 
lesen wir im Samaritan. Texte ^V^A ^AHT^i „in eadem 
terra", '^A'^ ^AiTf3 „eodem anno" (nyiN nn^z u. nnst^ nn^z 
ZU punltiren), wo es im hebr. Texte heisst (Gen. 26, 12.) 
Ninn njfi^2 niid^-i Ninn yy<z pnu* yii^i, also das N%-in durch 
T? wiedergegeben : und wo es im Urtexte des Evangelimns 
Matth. 27, 3. und Joh. 8, 3. 'wahrscheinlich D'^DM iniND, N-innz 
NJpi oder nv^n nniNZ hiess, da hat die eine syr. Version 
jiisj — j oojLi; ivährend die andere hierosolymitanische Ver- 
sion, die theils eine Vorliebe für griech. Nomina zeigt (statt 
NJDT gebraucht sie xaipo;^) theils die alten aram. Formen 
liebt, Jqo;*.o 0)N.-C3 hat ; ivo also in beiden DialeJcten das Pron. 



183 

demonstr. Ninn durch n: gegeben ist, ganz so wie diese Form 
sich auch bis in die Mischnasprache forterhalten hat in dem 
2i*n in"iNi „eodem die*' '"i:ci/n nniNZ „eodem anno''-, niDüp n^DJ 
~DN {Ber,18^), nnn nn'iN i^i^' hdn v^"! i'on in'iN ^a:; inK^x ^2 
pD:n inlN li» (Aboda s. 16^); überall die hebr. Nota accus. 
TN mit dem von dem folgenden Nomen regierten Suffixe statt 
dh Fronomens demonstr ativi. 

Weil, wie wir oben S. 76 ff. gezeigt haben, die nota acc. 
rr und DN ihrer ursprünglichen Bedeutung nach die We sen- 
heit des Dinges bezeichnet , durch welchen Hinweis auf die 
Wesenheit, tvie wir soeben erklärt haben, das demonstr. Element 
ersetzt ist. So gebraucht auch der Samaritaner das Nomen 
r".: OS, OS sis als Pronom. demonstr. und zwar ans dem 
Grunde, iveil es, tvie das hebr. Duy. {siehe unsere voran- 
gehende Notiz) und wie die ursprüngliche Bedeutung des n^ 
die Wesenheit und mit ihr auch das demonstr. Fron, ersetzt.^) 



Zweites Kapitel. 
Syntax des Verbi. 

§ 44. 
Gebrauch der beiden Haupttempusformen. 
1 . Die vorhandenen Tempusformen werden im Chaldäischen 
weit weniger mannichfaltig gebraucht, als im Hebräischen. 
Das Fraeteritum bezeichnet die Vergangenheit in allen Be- 
ziehungen und ist darum auch das gewöhnliche Tempus hi- 
storic um, da die Chaldäer ein Vau conversivum nicht haben, 
z. B. Gen. 9, 1. n: n* ^^ Tl^^ statt des Hebr. "^"iDn. So schliesst 
sich im erzählenden Styl Praeteritum an Praeteritum. In 
Nebensätzen steht er als Flusquamperfectum^ z. B. Gen. 
2, 2. -izv '" "'""1t^'. ^^P (1^«><^ fecerat, Jon. 1, 10., und in 



') Äicht (icnug könnte man sich über den wahrhaft gründlichen Ken- 
ner des Samarilanischen, über Fricdr. Ihlemann, nundern, der in seinen 
..In.s-titulioncs linguae Samaritanac'' § 62 Nota die Äehnlichkeit ztvi- 
sehen dem von den Samarilanern gebrauchten Nomen U^y als Fron, und 
dem hebr. DVy richtig herausfindet, während er bei nn"', dem. tvie wir 
ifvzeigt haben, dasselbe (resetz zu Grunde liegt, auf die höchst sonder- 
bare Idee geräth, es für das griech. 6 auTC? zu halten. 



184 

inclirecter oder hypothetischer Rede ist es als Conjunctiv die- 
ser Zeitformen 7ai fassen, z. B. Num. 14, 2. N:n''p"| '')b dass 
wir gestorben ivnren, Jes. 11,9. nJUTiK^'n »"TilD^ ""t-P^P ^^^ die 
Bewohner Gomorrha's wären wir umgekommen, Rieht. 14, 18. 
^nTin vii^nstt^N n^ ^^S^.^^^ l-i^RI^ i1d^-t^n wenn ihr nieht stisge- 
forscJit hättet, so hättet ihr nicht gefunden, Hioh 3, 13. Gen. 
31, 27. 20, 16. Jon. Esth. 7, 4. 

Wie das Flusquamperf. tvird auch das Fut exactum in 
dem mit ij; und ^"i eingeleiteten Futursatz ausgedrückt : 
V'O^nü "1*^"'^ ^V^^ '1 ^V. (I^cm. 4, 20.) „his sieben Zeiten wer- 
den gewechselt haben"; yn:n '•-i i]; {Ibid. 4, 22.) „his 
du ivirst erfahren haben"; Nn^ts^'p ^n;n ij) {Onk. Gen. 
49, 10.) „bis der Messias wird gekommen sein"; nN*! ij; 
^Niin"' y\b^i< m2J) N3 v^^n^ ii'"'20n (jEJc/^a rabbafa cect vn c^^p 
irDin) „bis du ivirst beztvungen haben die Barbaren., 
komm' und beztvinge jene Judäer". 

2. Das Präsens wird durch die Form des Prater, bezeich- 
net, vorzüglich in den Verbis, die ein Sein oder einen Zu- 
stand ausdrücken oder eine solche Handlung, welche nicht 
in bestimmmte Zeit eingeschlossen ist, z. B. Ps. 10, 3. nsFiJ'N 
-si^DJ >n:n bv Ny^i^n, 14, 2. m: •»:2 H* P'^^n n'DSJ^d ^'' ausser- 
dem s. § 47. 

Das Praeter, propheticum ist im Chald. nicht gewöhnlich, die 
Targumisten haben überall das Fut. gesetzt, z. B. Exod. 17, 4. 
Jes. 1, 31.; und auch wo im Hebräischen das Praeteritum im 
bestimmten Context den Imperativ ausdrückt, wählten sie re- 
gelmässig das Futur., z. B. Gen. 6, 21. 33, 10. 27, 44. 

3. Das Futurum drückt zwar gewöhnlich und weit con- 
stanter als im Hebräischen die Zukunft aus, steht aber auch, 
um verwandte Zeit- und Modalverhältnisse zu bezeichnen, 
nämlich a) den Optativ, z. B. 1 Kön. 17, 31. n;i^1 nlj;e?: 13;3 Dir" 
möchte doch zurückkehren, Hieb 3, 3. nd'^ "i^in^ pereat dies; 
— b) den Imperativ theils nach einem andern Imperativ 
Gen. 27, 4. Esth. 6, 5., theils und hauptsächlich in Abmah- 
nungen und Verboten Exod. 20, 13. k^'d: ^iüp.n sb, 14. ^i:n n> 
Joel 2, 17. inn ^n ne des, Jon. 3, 7. Gen. 46, 3. ^nin n7. 
So schliesst sich an ein verbietendes Futur, zuw. das Gebot 

im Imper. an, Ruth, 1, 20 -^b rjp ]y^ i;]nn n^ etc. — 

c) den Begriff sollen, können, dmfen., z. B. Gen. 2, IH. b^yn 



185 

du magst, darfst essen, Gen. 3, 2. ^iD^: nh:; i^^n ^"i^Dp dwr- 
fe/i ^t'^> essen, Rieht. 14, 16. ^ihn piDN Vci M;^ß A^oZJ[#e «c/i^ 
dir anzeigen? Jon. 4, 11. n;ir.; hv_ d-Hn n^ njn ?*c/i sollte nicht 
schonen ? 

Dagegen ist das Futurum, wo es im Hebräischen irgend wie 
die Vergangenheit bezeichnet, von den Targumisten stets mit 
Praeterit. oder Particip. vertauscht worden, vgl. Jes. 10, 12. 
1 Kön. 3, 16. Gen. 2, 6. u. a. Auch für das Fut. der Prae- 
sens-Bedeutung Hiob 1, 7. Gen. 3, 15. Rieht. 15, 9. Jon. 1, 6. 
(in Fragen) haben sie das Particip. gesetzt. [Jos. 9, 8. steht 
das Praeterit. in dem Sinne: woher seid ihr gekommen?] 
4. In den Umfang des Futuri fällt ferner auch der Aus- 
druck theils des Hypothetischen, Hiob 10, 18. warum hast du 
mich aus dem Mutterleibe hervorgehen lassen, n^^* T'^Jnx 
^:J3pn N^ ich wäre gestorben und kein Auge hätte etc.; so- 
wie des blos Beabsichtigten ; daher steht das Fut. regelmässig 
nach den Partikeln dass, damit, z. B. Gen. 11, 7. l-iypa^:^. n^* 
dass sie nicht hören, Lev. 10, 7. V'n-iDn nd!?"^ damü ihr nicht 
sterbet, Ezech. 20, 26. Dan. 2, 16. 23. So besonders häufig 
nach (dass), z. B. Exod. 5, 1. ii-n^i '^3; " m rkjil entlasse 
mein Volk und sie werden ein Fest feiern, d. h. dass sie 
feiern^ Exod. 2, 7. Jon. Rieht. 14, 15. Gen. 27, 4. Jon. 1. 11. 

§ 45. 

Umschreibungen gewisser Tempora finita. 

1. In den spätem Targumim steht zuweilen das Praeter . 
eines Verbi mit dem Praeter, des Verbi Substantiv i in der- 
selben Person verbunden, vorzüghch in Nebensätzen (Relativ- 
sätzen), und ist dann als Plusquamperf oder Imperf aufzu- 
fassen, z. B. Gen. 4, 1. Jon. N^Ni^oi? n-^DH Njni n^n-PN yi; welche 
begehrte (begehrt hatte). Cant. 1,22. lln^nn po: Nin nn no"j?pn 
weil er früher ausgegangen war etc. 

2. Das Fut. wird zuweilen umschrieben durch 'vr]]!,^ (be- 
reit) sq. In fin. mit b oder sq. Verbo fin. mit -, z. B. Nah. 1, 2, 
y'DPkS'i:' •• Tny Jehova wird strafen, puniturus est. Gen. 3, 
15. Jon. izy.p^ l-J^N V^'Tiy. (auch v. 20) Joel 1, 15. 2, 31. Gen. 
21, 7. -uBj x^^ p'^'ini '"^^'ny. pctrittira est filios, Dan. 3, 15. 
"l^Vpitfn ^1 vn^nj; l^l^Ti^* audituri estis. Verwandt hiermit ist 
die Construction Nir, sq. infin. mit b, nur dass vermöge der 



186 

Flexion dieses Verbi alle Formen des lat. Futuri periphrast. 
ausgedrückt werden können, z. B. Gen. 15, 42. Ntl^pctt n^n.l 
hv.P^. (^^€ Sonne war zum untergehen, d. h. wollte untergehen. 
In beiden Cnnstructionen ist der Infin. act. zuweilen passi- 
visch aufzufassen, z. B. Deut. 13, 17. bj^üb ]m sie werden 
verzehrt werden, Cohel 11,7. N'p^"^^ ""^n n'^jn^ Tny sie wer- 
den beleuchtet werden (sie stehen für das Erleuchten bereit). 
Beide Formeln sind gewissermaßsen verbunden Deut. 32, 29. 
Jon. \Vj.ö^ I^Hj; •" • i"iD, wo entweder geschrieben werden konnte 

'vh i^nj;. HD oder ^"0^ ^"l.^ np. 

§ 46. 
Gehrauch des Imperativs und Infinitivs. 

1. Von zwei Imperativen, welche durch i verbunden sind, 
ist in der affectvollen oder sententiösen Rede zuweilen der 
zweite von Erfolge, mithin als Futur, aufzufassen, wie in dem 
bekannten divide et impera, z. B. Jes. 45, 22. np^p^. i^B.pN 
•"ip'i'iDriNi wendet euch zu mir und seid glücMich, für: und 
ihr werdet glücklich sein 8, 9. (vgl. Grammat. N. T. 288). 

2. Der Lifin. mit Präpositionen (besonders z oder p) ver- 
bunden, muss, zumal in der historischen Rede, oft durch das 
Verbum finit. und eine Conjunction aufgelöst werden; doch 
findet sich diese Construction seltner, als im Hebr., und die 
Targumisten haben solche hebr. Infinn. meist ins Verbum 
finit. mit ip als, " rj^n darum dass etc., nach Maassgabe 
des Contextes, verwandelt, z. B. Gen. 2,4. 12, 14. 39, 18. 
Exod. 16, 7. Deut. 7, 8. Jes. 60, 15. Doch vgl. Gen. 33, 18. 
O^N nsp ^'i^^^p2 bei seinem Kommen d. i. als er kam, 44, 30. 
"^nj; ni^. ^n^pD wenn ich komme zu deinem Knechte, Exod. 11,1. 
i^nmWD wenn er entlassen wird (hier steht im Hebr. das 
Verb, fin.) Jes. 29, 23. Rieht. 6, 18. ^Nn^p ij; bis ich komme, 
Joel 3, 19. nn-iH' ^Jz f^iLonp ivegen des Bedrückens, weil sie 
bedrückten, und negativ: Gen. 27, 1. MQp.^p dass er nicht 
sehen konnte Gen. II, 8. '^.zph^ -'N^^priN dass sie nicht bauen 
konnten 38, 9. Der Infin. hat in solchen Fällen zuw^eilen 
noch einen Objectcasus bei sich, "np.i Vi'1 'P^^^ Ps. 119, 7. 
Jes. 29, 23. i>"iz;, 'niinpz tvenn er sieht das Herrliche. 

3. Hängt der Infin. von einem vorhergehenden Verbum, 
welches eine Absicht, einen Befehl oder ein Vermögen aus- 



187 

drückt, oder von einem Nomen ab, so ist er mit denselben 
meist (und zwar öfter als im Hebr.) durch b (jsu) verbunden, 
z. B. Exod. 2, 15. biDpfib n3;2 er suchte zu tödten, 1 Reg. 3, 7. 
pBüb yT NJN n''^. t'cJi weiss nicht auszugehen u. s. w., Gen. 41, 
1. Jon. ^»"'iD^ •"'t^^.^nN sie verschworen sich zu werfen^ Dan. 3, 20. 
nncDi? iDN er befahl zu binden , Gen. 29, 7. ^2'Düb ]yv. i<b 
ts ist nicht Zeit zum sammeln, Esth. 6, 1. 2, 9. Doch fehlt 
auch dieses b, besonders wenn der Infin. von Nominibus 
abhängt, z. B. Jos. 10, 27. Nt^ps^; bv_^ü 1*^;. 

Folgt der Lt/in. mit b auf n\x, i<b oder D^^ , HD so hat 
man zu übersetzen: es ist erlaubt, nicht erlaubt, es darf, darf 
nicht etc. Dan. 6, 9. nv^tt^'n^ ^b ^ N2nD eine Schrift, die nicht 
geändert werden darf Gen. 4, 8. T. Hier. 3i5 I.IN inp7 N7, 
Jer. 7, 8. Coh. 4, 1. vgl. ^wa/^/ 622. 

4. Oft ist der Infin. neben sein Verbum finitum gestellt, 
um irgend eine Verstärkung des Yerbalbegriffs zu bezeich- 
nen, z. B. Gen. 2, 17. 3, 4. n-iD^n DD'p moriendo moneris, du 
wirst geiviss, unausbleiblich sterben, Gen. 26, 11. ^p.pn'', N^DjpnN 
Gen. 2, 16. biD^n ^D^p cZt* magst immerhin essen, Gen. 43, 3. 
N:r i\nDN NinoN er hat uns ernstlich versichert, 1 Sam. 20, 6. 

tt-:-tt:- ? ' 

7Nr;tt;N N7Nns^N er hat dringend gebeten. Gen. 43, 7. y'iipn 
?J^1' N:\in Izonnten wir denn wissen, 1 Sam. 6, 12. bi^ü yb\s 
sie gingen immer fort Vgl. noch Exod. 5, 23. 18, 18. Joel 1, 7. 
Gen. 40, 15. Deut. 3, 26. Esth. 6, 13. Rieht. 15, 2. 

Eine besondere Form für diesen Infin. absol. ist im Chald. 
nicht ausgebildet. Ein Ansatz dazu wird sichtbar Gen, 49, 6. 
i^iiDP •it'tDp., Ps. 40, 2. n''";i2p N"j3pp, Ps. 132, 15. ij-nN ND"}2p 
und in den Verbis i<b: ^HN NIHD Jes. 61, 20., NJ^TH NTHD 
Gen. 26, 28., ^N7n nN7p Exod. 18, 18. Doch stehen diese 
Formen keineswegs fest für den Infin. absol. 

Wo der Infin. im Hebr. geradehin fürs Verbum finit. stand 
oder zu stehen schien, da haben ihn die Targum. immer in 
das passende Tempus verwandelt, z. B. Ezech. 1, 14. Jer. 14, 5. 
2 Sam. 3, 18. u. a. 

5. Das an den Infin. angehängte Personalsuffix ist nicht 
immer von dem Subjecte der Handlung wie Gen. 33, 18. 
^n'irT'pi bei meinem Kommen, d. h. als ich kam, 2 Kün. 2, 42. 
•ijjPEjp D^S am Tage deines Ausgeheris, d. h. wenn du ausgehst 
(s. oben No. 2.), sondern auch von dem Objecte zu fassen. 



188 

mithin durch den Accus, aufzulösen, wie Dan. 6, 20. rn-n".'"' 
dü-li zu erretten. 

§ 47. 
(rehrauch des Particips. 

1. Der Gebrauch des Particips a) mit dem Verbo snh- 
.siantiro, zur Umschreibung der Tempora finita, ist im Chald. 
(Syr. und Talm.) weit häufiger als im Hebr. und wird haupt- 
sächlich da angewendet, wo eine ausdauernde Handlung zu 
bezeichnen ist, z. B. Exod. 15, 14. "j^nn; iin sie hewolnien, 
l Sam. 25, 15. "j-ii^' NJ\"i.n 13 a?5 ^r^V wohnten, Dan. 2, 31. 
n^in nin c?m ^a/i^^, Joel 3, 18. ^j?.tJ?D-' pD: ^^^ er tvird ausgehen 
und bewässern, Esth. 6, 1. "jn^np iin 5?e werden gelesen, Dan. 
7, 2. iin V^rnT 5e/?i mc/^ i;or, Coh. 5, 6. Zach. 10, 9. V^Pj* ii" 
Ruth 1 , 20. V'iQ^i 12^";g N^ «7^^ sollt nicht rufen , Hos. 7, 1 3. ; 
fc) mit dem Pronomen person, oder mit n*N {= ^i) und r.^^ 
dient das Participium ebenfalls zur Bezeichnung der Tempora 
finita, gew. des Präsens, seltner und nur wo die Beziehung 
des Contextes auf Vergangenheit oder Zukunft klar ist, für 
Praeter, und Futur. Gen. 32, 11. nJn ^n* ich fürchte, Joel 1, 19. 
•'•'iiD NJN ich bete, Jon. 1, 12. njn j;^' ich weiss, Gen. 23, 29. 
■pi^l? 7Hp TiN du fragst nach meinem Namen, Gen. 19, 13. 
^^n^^. r^^DP ^^^^' werden zerstören, 15, 14. n:n "jNl ich iverde 
richten, Hos. 7, 13. Hagg. 1, 9. Cohel. 4, 16. Deut. 32, 52. 
Rieht. 14. 3. Auch als Optativ ist zuw. (in Sätzen, die sicli 
als Wunsch oder Ausruf charakterisiren) diese Construction 
aufzulösen Ruth 3, 10 :^^:i< hd^^ gesegnet (seist) du, 1 Sani. 
25, 32. Mit n\s und n'^ s. Rieht. 6, 36. p^ic T;n\x dn wenn 
du rettest, Jes. 36, 5. b^D^ njn n^? ich hin nicht vermögend, 
Jon. 2, 9. ri?T i^^N n^^., Deut^ 4, 22. Gen. 42, 14. Jon. — 

Selten steht das Particip. für sich allein statt des Yerbi fin., 
z. B. Hiob 1, 13. rnti r^^^ ''^^-. I^^n. 2, 5. 7, 38. 

2. Regieren die Participia ein Nomen, so sind sie et) ent- 
weder als Nomina behandelt d. h. sie stehen im Stat. constr. 
oder das beigefügte Nomen hat das "i Genit., z. B. Joel 1, 5. 
~pn ^nfij^ die WeintrinJcenden , 1, 2. Njy^N *2n;j Betvohner des 
Landes, 1 Kön. 2, 7. T;^inD ""^dn die an deinem Tische essen, 
1 Kön. 18, 19. Gen. 34, 24. Jon. y^n ^pD3 7D alle durchs Thor 
Eingehenden, Deut. 32, 24. ?]ly •'i'.^irN aufgezehrt von den Vö- 



189 

gebt, Ps. 24, 4. Nn>N' ^D"l rein an Händen, dageg. Gen. 22, 12. 
*:i ^\^' ^^it fürchtend, Gen. 49, 26. ^":u■^^{"; NSJj^~p (gl. Bru- 
ciergeschieden ) yeschieden von seinem Bruder; — h) oder 
sie werden als Tlieile des Verbi behandelt und nehmen das 
Nomen geradehin als Objectivcasus zu sich, z. B. Exod. 25, 20. 
ff*i''Di: ID^lP aushreäend ihre Flügel, Jes. 53, 2. n> nd^^ 
seiner bedürfend. 1 Kön. 22, 10. ]''^:^2b^ V^'^^, ijelieidet in Klei- 
der, vgl. § 50, 2. 

4. Das Partie, wo es als Beiwort auftritt, drückt regel- 
mässig das Praesens oder in erzählender Rede das Praeter, 
aas: letzteres z. B. Gen. 19, 14. n^ijZ ^npj die seine Töchter 
nahmen. Wo dagegen in einem auf die Zukunft sich bezie- 
henden Satze das Particip. im Hebräischen auch als Futur, 
steht, haben es die Targumisten meist durch "i^nj; aufgelöst, 
z. B. Exod. 11. 5. Ps. 22, 32. 

§ 48. 
Vom Optativ. 
Zum Ausdrucke des Wunsches wird im Chaldäischen das 
Futurum (§ 44, 3.\. speciell in folgenden Wendungen gebraucht: 
a) in der Form einer Frage, Rieht. 9, 28. NGj; n: idd: "jp 
möchte mir doch jemand dieses Volk übergehen, 2 Sam. 15, 4. 
n:*" ^:iip • "iP möchte mich doch jemand zum Richter bestellen. 
Besondere Bemerkung verdient das dem Hebräischen nach- 
gebildete in^ |D in Formeln wie Deut. 28, (57. N~p*^ in^ ip 
möchte es docli Abend .sein; — h) mittelst vorgesetzten \Ti^, 
z. B. Gen. 17, 18. ~0"jj^. lü.'i^n'; ^jt^ möchte er doch bestehen 
vor dir. Betrifft der Wunsch die Vergangenheit, so ist na- 
tüi'lich in dieser Wendung das Praeter, gebraucht, wie Num. 
20, 3. N:np" ^^b wären wir doch gestorben. 

§ 49. 
Numerus und Personen des Verbi. 
1 . In der Beziehung der Personen des Verbi auf das Sub- 
ject finden zuweilen Unregelmässigkeiten statt: a) hinsichtlich 
des Genus: Exod. 12, 16. TZj/n^ n^ nT23;.-^D; Ruth 1 , 8. n 
Wiri statt ir;"i2i', Esth. 1 , 20. iijn: n»^: 'b^ statt i:n^ Jer. 7, 20. 
^^ 'O^Qj Exod. 2, 18. Jon, v^n^n> f. in;niN (vgl. im Anfange 
des Verses: "NriN); — b) hinsichtlich des Numerus: ol) die 



190 

(■oUectivnomina haben oft das Verhmn im Flur, bei sieb, 
Jer. 28, 4. -iN^^.-inNT niin^ n-i^:, Gen. 33, 13. Njy bi v^n-iD\ 
Gen. 35, 11. ^jp i1,T V^^^t^ ^^Ip.) Du '-JP Jes. 52, 14. 53, 8. 
1 Sam. 14, 41. 45. Num. 10, 3., oder es bezieht sich ein Plu- 
ral auf ein vorausgegangenes Collectivnomen, Exod. 5, 1. n^K{ 
]'^->ty) ''032 "H^ entlasse mein Volle und sie werden etc., 2 Chron. 
25, 15. ß) Das einem Pluralsubjecte vorangehende Verbum 
steht im Singular, z. B. 1 Sam. 1, 2. y22 n^JD^ Nir^, Jes. 1, 7. 
Joel 1, 13. l^DDJi VJ5")ip yJOriN. Es wurde in diesem Falle 
entweder das Subject noch nicht in klarer Vollständigkeit 
gedacht oder, wo solches geschah, als eine Einheit, als ein 
< Tanzes angessehen. S. unten 6. 

Nicht als Euallage gen. ist zu betrachten Gen. 4, 26. Jon. 
dem Seih wurde ein Sohn geboren tJ^iJN npt^'n;] ITlp-l und sie 
(nämlich die Mutter, die auch anderwärts den Namen giebt) 
nannte. So vielleicht auch Deut. 14, 7. Manches Andre ist 
wohl Schreib- oder Druckfehler, wie Lev. 8, 15.; N2^D.; st. 

2. Die 3. Pers. sing, steht in beiden Generibus oft imper- 
sonell, 1 Sam. 30, 6. Tnb njpj; es ward dem David hange^ 
Gen. 21, 31. nnD^? "«^ ^^n es diene sum Zeugniss. 

Nach dieser Begel ist auch die talm. Bedeart )}Z1 luo 
~D^oi^ {Bechoroth 7^), statt -i^n Dn-"i3p, zu erMären und das 
Prtic. Qal für das Hithp. Nnsnpp impersonell zu nehmen : 
,,es leuchtet ein, es gab sich den Anschein, dass die Bab- 
binen annahmen. " 

3. Das unbestimmte man wird im Chald. ausgedrückt : 
a) durch die 3. Pers. Sing,, Gen. 11, 9. "Dti^^ Nnp man nannte 
ihren Namen, 48, 1. ?]Dl^^ IDN man sagte zu J.; — b) durch 
die 3. Pers. Flur., Jes. 47, 1. vnp^'^ yiD^Din n^ man wird dich 
nicht weiter nennen, Jes. 52, 15. Joel 2, 17., ebenso mit Plur. 
Particip. Dan. 3, 4. vipN p!^. — Diese Construction (vorz. 
die letztere Wendung) ist im Chald. sehr häufig und muss 
geradehin durchs Passiv aufgelöst werden, z. B. Dan. 2, 30. 
•j-iyrin^ t<'Dbüb sii^Q ^* dass Jcund gemacht werde die Deutung 
4, i9. "jiJiJf^ nzsi^ sein Herz soll verändert werden; — c) durch 
die 2. Pers. Sing. Jes. 41, 12. 

4. Im Chald. weit häufiger, als im Hebräischen (Ewald 
596 f. mein Simonis Lexic. p. 103), ist mit Passivis ein Accu- 



191 

sativ des Nomens verbunden, das man als Subject vielmehr 
im Nominativ erwarten sollte, z. B. Gen. 21, 8. pnii'Ti: ^'PCiH^ 
^5 wurde Isaah enttvohnt, 17, 5. d'i^n ^Dii;"n: liy ""ipri^ ^h 
es tverde nicJit mehr dein Namen genannt Ahr. Man sagt 
dann n^ sei nota nominativi, aber wahrscheinlich dachten sich 
die Sprechenden das (vorausgehende) Verbum ursprünglich 
impersonell: man enhvöhnte den Isaak (vgl. ablactandum ftiit 
filiam), man nenne nicht mehr deinen Namen etc.; nach und 
nach vergass man den ursprünglichen Sinn der Construction 
und wendete sie empirisch geradehin an, wo dem Passiv sein 
Subject vorausging oder nachfolgte. Beispiele sind ausser- 
dem: Exod. 3, 7. ^ö); -ii3j;;!:t^-n: -p-jp. ^^:, Gen. 31, 42. Jon. 
'" °"li?, '^^ '^•"'^"QT^: > 21, 5. pnu;"n: -? t^^-in, Exod. 10, 8. Jon. 
ntj'D-n* NzninN^ tdd Gen. 34, 5. Onk. Jos. 9, 24. nthpn nNin 

V - T T • : !• : •' ^ T - : • TT - 

'* ijPDT n: ^;^p:)p., Deut. 1, 34. So auch bei Verbis neutris, 
Plxod. 6, 5. Jon. ^NnK^-» ^:z p\^N n^ ^Dip ^y, Deut. 30. 1. Jon. 
N;D:nD 7r n: iiD\i?>; pH'."; 15.*) 

5. Der Plural der 1. Person steht zuw. als Plural maje- 
stat., wo ein König oder bedeutender Mann redend angeführt 
wird z. B. Esra 7, 24. Vi^^inp Db^ ivir thiin euch kund, Dan. 
2, 36. nONJ n^ttfD vgl. Esra 4, 18. 

6. In Verbindung mit mehreren Subj. steht das Verbum 
bald im Singular, z.B. Exod. 21, 4. -nn n":2-i NnnN, Esth. 7, 1. 
IDHi ND^p ^N>^, bald, und zwar häufiger, im Plural, Ps. 85, 11. 
Gen. 41, 1. Jon. Der Sing, ist dann besonders gewöhnlich, 
wenn die Subjectsnomina nach dem Verho stehen. Gen. 8, 16. 
Num. 20, 11., 1 Sam. 14, 41., oder wenn bei nacMolgendem 
Verbum ein Subject als Hauptperson hervorgehoben werden 
soll, wie Exod. 21, 4. 

§ 50. 
Construction der Verba mit Dativ und Äccusativ. 
1 . Obschon der Dativ und Äccusativ (da auch der letztere 
zuweilen durch h praefixum bezeichnet wird z. B. Dan. 2, 24 f. 
6, 4. Gen. 40, 1. Jon.) im Chald. äusserhch nicht so bestimmt 
geschieden sind, wie im Hebr., so kann man doch, nach Maass- 
gabe solcher Stellen, wo der Äccusativ durch n* bezeichnet 
ist (und mit Rücksicht auf hebr. Analogie), festsetzen, dass 

•) Siehe oben S. 76. 



192 

abweichend von der lat. und deutschen Syntax, folgende Verba 
als transitiva behandelt werden und somit ihr Object im Accus. 
zu sich nehmen: a) einen Accus. Person D'TIN antworten, 
Kicht. 8, 8., :?n; u^nN sie antworten Ihm 1 Sam. 25, 10. yij; 
begegnen (accidere), treffen Gen. 42, 29., ^inn* VIIJI ^^ «^Wes 
t^-a6' «7iwe?z begegnet war 1 Sam. 25, 20. Jos. 2, 23., ijpd &o- 
fehlen Gen. 7, 8., nj n: '^ -i^jPDl ndd w^/e Joh. dem Noah be- 
fohlen hatte Deut. 1, 16. 18 f., vpn trauen Rieht. 11, 20., 
^NiLJf^-n_* ]in^D VP''"1 ^<^ ß*' traute Israel nicht, 2^'Qij^ dienen, 
Gen. 49, 4. Ezech. 44, 12. etc., -id2 verUlndigen 2 Sam. 18, 19. 
(dag. wird N;in mit Dat. Pers. verbunden). Der Begriff ist 
hier so gewendet, wie man ihn auch im Deutschen ausdrücken 
kann: jem. bescheiden, befehligen, benachrichtigen, bedienen 
etc. — Dann aber sind 2) auch die Verba satt sein und sät- 
tigen, voll sein (werden) und erfüllen, mangeln und fehlen 
mit dem Accus, des Gegenstandes verbunden, womit, wovon, 
woran gesättigt, erfüllt etc. wird, z. B. Cohel. 4, 8. b^3r) n^ 
.Tinj; y?pp^, Jer. 31, 14. ^2-id n: "»d); yna^'N ich will mein Volk 
sättigen mit meinem Gute, Joel 2, 19. nn^ l*y^'^"n ihr sollt 
damit gesättigt werden Hieb 20, 11. rn''^^n ^tN-'i'pnN, Gen. 6, 13. 
l^D^iton N3;nN hn^^ppn, Joel 2, 24. Gen. 1, 20. n*d y^^'^y, 
Ni^DJ fij^^n- es sollen wimmeln die Gewässer von etc., Jer. 9, 18. 
"["»yp"! Njrj; X\^}2/y\ dass unsere Augen überfliessen von Thrä- 
nen , Klagl. 3, 48. Deut. 2, 7. Dj;'^^ n^on n^ cI^< hast an Nichts 
Mangel gehabt, 18, 28. N!;^'pn i^n3t VK{pn inpn. d^nd vielleicht 
entbehren die sehn Gerechten noch der fünfe. Doch werden 
die Verba des Füllens und Sättigens (Sattseins) auch mit 
3 (2 Kön. 9, 24. 61. 65, 5.) construirt s. § 51, 4. 
Ueber den Accusat. bei Passivis s. § 49, 4. 
2. Einen doppelten Accusativ nehmen zu sich: a) die 
Konjugg. Fa'el und Aphel, wo sie causative Bedeutung haben, 
z. B. 2 Kön. 20, 13. %ni'j; n^3 ^5 n: V"'^inN er Hess sie sehen 
seinen Schatz, Hiob 39, 19. NDpin nn.-iy t^''':?^n c?w bekleidest 
seinen Hals mit Kraft, Gen. 37, 23. Jon. ^ipl^'n: -in^i^N 
rrilinDTi.^ sie sogen dem Jos. sein Kleid aus '), 1 Sam. 14, 12. 
«DJHB ilDn.^ ynln: w'?V wollen euch es halten lehren, Gen. 41, 

*) Statt des acc. rei steht aber in dieser Constr. auch zuw. 3, z. B. 

6. 26. NDt^lp.II pDtif;^! ISri. 



193 

39. Jon. hi) n: "n; ';• y^iiN, Exod. 15, 25. n:;n ;; ^'cxn Exod. 
29, 9. r2:^ün y\nn: riin; im KaJ. die Verbandes Bedeclcens 
und üebersiehens Exod. 36, 34. Nn"* NDn n»D';i n^, c/e.? i>e- 
säens Lev. 19, 19. rzn^j.» y-jn n^ N^pn; des Erzeugens, Lei- 
stens (Gutes oder Böses, ttoislv xiva ti) 1 Sam. 24, 18. 'rP^D; 
Nn3ü, Gen. 30,29. "^nn^D •* n:; des Butens (rogare oliquem 
aliquid) und Änttvortens Deut. 14, 26. "i^p: ~^^NK;n ""^ , 1 Kön. 
18, 21. cjnp ,"^n; Nsy o^hn n^; des Beanftragens i Sam. 11, 22. 
aNl"» n^n^i^^-) Deut. 1, 18.; des Machens m etwas Exod. 30. 25. 
mü n'n^ "i^nyn oder Lev. 24, 5. "}^r: nn^ •D\n 6f/rÄ'e e^ ^rt« 

- : -T ■•'': - ' T • : tt •• •• 

Kuchen. 

Bei diesen Verbis bleibt, wenn die Construction passivisch 
gewendet wird, natürlich der Accus, (der Sache) unverändert 
(Gesen. Lehrgeb. 821.) 1 Kön. 22, 10. Indess haben die 
Targumisten dafür meist geschmeidigere Fügungen gewählt, 
z. B. Mich. 2, 10. Die vonGesenius auch hierher gezogene 
Stelle Jes. 1, 20. 2 "in ^h'DSr] lautet im Targum so: a^iHZ 

' ;i- : • T : T 

3. Der Dativ steht ausser den gewöhnlichen Fällen a) nach 
Nip rufen, Gen. 3, 9. Rieht. 16, 25. etc., nach pB^': küssen, 
Gen. 27, 26. Exod. 4, 27., nach bm consulere Hiob 8, 8. — 
h) nach Passivis, um die Ursache zu bezeichnen, von der die 
Wirkung ausgeht, z. B. Ezech. 14, 3. y\nh ^Nnst'N ich wurde 
von ihnen gefragt, Exod. 12, 16. 

A n m. Das von einem Verbum abhängige Nomen ist, gemäss 
der Einfachheit semitischer Construction, gewöhnlich nach dem 
Verbum gesetzt, Ausnahmen s. z. B. Dan. 2, 16. iTjnn^ N'JKfP, 

18. Ny^oi? vom 4, 15. iDN Nnat^'D hpjni hjn nnn nd^h nn; 
1 Kön. 18, 23. i^itt:: N^ NJ^ti^N Esth. 1, 19. Es ist dies ge- 
schehen bald um des Gegensatzes willen, bald weil das Nomen 
hervorgehoben werden sollte. 

§ 5L 
Verba mit Präpositionen. 
1. Mit 3 (an) construiren sich die Verba des Fassens, 
Haltens an (Anfassens, Festhaltens), Prov. 4, 13. NnniDZ p-jnnN, 
Num. 11, 17. ^^t5D2 in^iG^ (dagegen ipn m. acc. pers. ergrei- 
fen feindlich [xpareiv rwa] 1 Sam. 23, 26. Rieht. 7, 25.); 
des Bekennens oder Ableugnens, Gen. 25, 34. N»np n_^nnD "isd 

Winer, chald. Gramm. > I3 



194 

(T. H.) er läiignete die Auferstehung der Todten, Gen. 25, 29. 
Jon. NS^i?n N^n*;!:: nDD Deut. 32, 15. T. H. Jer. 2, 27. Ps. 12, 5. 
(vgl. über das nachgebildete ofxoXoYeiv ev tivl Grammat. N. T. 
204.); des Sehens, Hörens, Riechens u. s. w., wenn der Neben- 
begriif des Geflissentlichen und Beharrlichen (anblicken, an- 
riechen, daraufhören) ausgedrückt wird, z. B. Gen. 21, 16. 
N^3~n NnlD2 "»mN n^ ich kann nicht mit ansehen den Tod 

T : - : T : •• v: V r 

des Knaben, Exod. 30, 38. r\2 nhin? daran zu riechen, Deut. 

7 7 TT T T -. - ' 

26, 14. Jon. '^n N"ip^D 7^2 NJj;Diti wir hörten auf das Wort 
Jon. 1, 14. NJn=iV2 hzp_ erhöre unser Gebet; des Ekel = (Ab- 
scheu =) Empfindens {an Jem.) 1 Sam. 25, 14. fins j^jp ; — des 
Anrufens {im Gebet), Gen. 4, 26. ;^n NDtif'a hn^u^; — des 
Beherrschens (Herrschen über Jem.) Joel 2, 17. "jlns ü^ti^p^ 
um sie zu beherrschen, des Behandeins Jem. (thun aw Jem. 
so oder 6ö), Dan. 4, 32. N^Dtif ^"»nz inj; vgl. Gesen. Monum. 
Phoen. S. 229. 

Als :: des Gegenstandes ist auch zu fassen Gen. 4, 2. n^D 
Ny")N3 anbauend das Land, sowie 2 Sam. 23, 10. ^Nntif^DZ blDp 
machte eine Niederlage an (unter) de7i Philistern. 

Wie im Hebräischen wird auch hier dem Gefäss, aus wel- 
chem man isst und trinkt, 3 vorgesetzt, z. B. Gen. 44, 5. N^n 
nz ""Jlsn ^nKjl p"l, Dan. 5, 2. Es liegt hier dieselbe Vorstel- 
lung zu Grunde , wie im Deutschen : «m/" Silber speisen , oder 
in auro bibere, Seneca Thyest. 453 etc. Gram. N. T. 372. Anm. 

2. Mit b (d^) werden verbunden die Verba, welche be- 
zeichnen: ein Werden oder Machen zu etwas, Jer. 9, 11. ihn 
Tii^k ü^tt^n^ n:, Exod. 4, 16. "jD.ri^np^ ^^ \-i% Joel 1, 7. --p^ 
^mh "«öj; ViP""^ 'T?. vgl. noch Gen. 17, 4. 1 Sam. 4, 9. Joel 3, 19. 
auch Dan. 4, 27. s. Lengerke z. d. St. (doch vgl. § 50, 2.); 
seltner die, welche ein Gelten für etwas ausdrücken, 1 Kön. 
10, 21. Dif^D^ N^ 2^i5^nnN (XoyL^so'^aL sie Rom. 2, 26. 9, 8. etc.) 

3. b)l nehmen zu sich die Verba der Gemüthsbewegungen, 
des Erbarmens, Zornigwerdens über Deut. 28, 50. Joel 2, 1 7 f. 
Jon. 3, 9. 4, 9. 10. Jes. U,\.^by, °nin, der Freude und Trauer 
über etwas, Jon. 4, 6. p^pp ^j; nn, Zeph. 3, 17. Tj^y p-;% 
Joel 1, 11. ptsn ^]; ^^^i^N (doch werden die erstem auch mit 
D construirt Jes. 25, 9. Gen. 34, 10. Hab. 3, 18.); des Ver- 
achtens, 2 Sam. 6, 16. ^ni^y nion, 12, 9., des Schönens Joel 
2, 18. n3;~!N bv, '^ on Jon. 4, 11., in anderer Wendung dann 



195 

des BedecJcens (Deckens auf) und Beschützens, Num. 16, 33. 
N^ij^N li-T^y^ ncn, Ezech. 37, 6. 2 Kön. 20, 6. nfi-jj^ bv_ ^n 
(dah. auch ^j^; ibd in der Bedeutung sühnen, Exod. 29, 36. 
Lev. 1, 4. 4, 20. etc.); des hastens auf, d. h. Beschwerlich- 
seins 2 Sam. 13, 26. r]pn: nb ^5?^; — des Beauftragens, 
Uehertragens, wie 2 Chron. 36, 23. \^npi? ^^v. ^\'^D er trug mir 
auf 1211 hauen. 

5. Mit )P construiren sich a) die Fer^a des Fürchtens, 
Hütens, Fliehens, sich Enthaltens {vor, von etw.), Ps. 40, l'2. 
^m ^om yjon N^, Deut. 1, 21. i^mp v^^n n^, Ps. 119, 63. 
,— ft) häufig die Verba des Vollseins, Anfullens, Mangeins 
{an, mit etw.), Prov. 1, 31. l^ysp^ ^LTDi^pp, Coh. 4, 8. n: -iDnp 
Nn^2">pp ^BfE)i Das ip weist auf die Masse hin, von welcher 
her oder aus welcher (partitiv) etwas gefüllt, voll ist (doch 
vgl. § 50, 1.); — c) das Verb. i^Sj? in der Bedeutung Jeman- 
dem gehorchen Gen. 21, 12. ,"nJP bz^ gehorche ihr, 37, 27. etc. 
(eig. von Jem. annehmen [die Weisung, die er uns ertheilt]), 
dag. ist der Befehl, das Gebot, dem man gehorcht, im Dativ 
ausgedrückt. Gen. 3, 17. "nnN "P'P.^ ^^J^^^jp, 16, 2. Deut. 
11, 13. 

Mit "inz sind verbunden die Verla des Folgens {Nach- 
folgens, Verfolgens), Gen. 44, 4. Nnn: inz F)n"}. 

§ 52. 

(rehrauch der Verba zur Umschreihung der Adverbia. 

Nicht selten sind zwei Verba so mit einander verbunden, 
dass das eine als Adverbium aufgefasst werden muss. Hier- 
her gehören vorzüglich die Wörter r|^piN hinzufügen fiii' noch- 
mals, ferner, 2''plN gut machen für gut, trefflich, D'^jp zuvor- 
kommen für zuerst, vorher, Z'D zurückkehren fiir wieder, tiin 
eilen für schnell, "'jDn viel machen, vervielfältigen für viel; 
z. B. Gen. 4, 12. n^^n inp^ ri^pln t<b Gen. 8, 10. Gen. 3, 24. Jon. 
ib^qb PD^piN Jon. 2, 5. rj^ n: n^tt; n^p'N Ps. 33, 3. -yii^H 
Nnzt^'i? Gen. 49, 8. bti^'qb rp^j^p fw Gen. 26, 18. n: icni 2n 
N"^:: vgl. Jer. 36, 16. 28. ^'in> Nni>:p t;^ zd d-ih wmm f/?V 
^c;^eöfer etc. 2 Chron. 17, 6. Gen. 22, 9." Jon. Gen. 27, 20. 
NnsK^N^j nn''n>, Exod. 2, 18. Jon. ^n;pi^ ^in^n'iN V"! '"id* was 
(warum) kommt ihr so zeitig, Esth. 6, 10. ^^2b n^ DD TiW, 
Gen. 31, 28. nh^sdn 12]!.^^ du hast thöricht gehandelt j Joel 

13* 



196 

2, 20. pi^;^z nzyp? *:pN er hat viel Böses ( Böses in Menge ) 
gethan. 

§ 63. 
Gonstructio praegnans, Brachylogie und Ellipse des Verbi. 

1. Bisweilen ist mit einem Verho ein Nomen durch eine 
Präposition verbunden, das von einem andern ausgelassenen 
Verbalbegriffe abhängig gedacht werden muss (Gonstructio 
praegnans), z. B. Num. 14, 24. T^^nn ini ü^üj^'n perfecte see- 
tatus est reverentiam mei Jes. 21, 9. r^P'^P*^' Nnmyto ''D^a-"'D 
NJ^iN? werden zur Erde (gew^orfen und) zermalmt werden, 
Dan. 4, 13. 11^62/^ NBjJNip nnsi? s. Lengerke z. d. St. Deut. 
1, 16. In anderer Weise sind brachylogisch zwei Sätze in 
einander verschlungen, 1 Sam. 10, 9. NnriiN ^zh \\ "^^ "»rsr^i 
Jehova verwandelte ihm ein anderes Herz, d. h. wandelte ihn 
um und gab ihm ein anderes Herz. 

2. Zuweilen ist das Verbum des Satzes ganz ausgelassen 
und muss aus den Theilen des Prädikats, die ausgedrückt 
sind, supplirt werden, z. B. 1 Kön. 22, 36. 12:^ ^'^^'.p.k ^■'^i 
•y^N^ jeder (begebe sich) in seine Stadt, jeder in sein Land. 



Drittes Kapitel. 

Syntax des Nomen. 

§ 54. 

Umschreibung der Adjectiva und der Substantiva 
denominativa. 

1. Die chaldäische Sprache hat verhältnissmässig nur we- 
nig Ädjectiva und es ist bei der anschaulichen Vorstellungs- 
weise des Morgenlandes vorgezogen worden, die Adjectivbe- 
griffe durch Hauptwörter zu umschreiben, welche als Genitivi 
dem Nomen regens folgen, z. B. Dan. 3, 5. Nnn"; D^y Bild 
von Gold d. i. goldenes Bild, Ps. 2, 9. N^riDT Nnqm eiserne 
Buthe, Gen. 3, 14. Jon. nhIdt nd^n tödliches Gift (vgl. 40, 1.), 
Gen. 3, 21. Onk. yn i^^Jib kostbare Kleider (Exod. 29, 29.) 
Gen. 17, 8. öby^ njpnN ewiger Besitz. 

Wo das Eigenschaftswort als Nomen regens steht, wurde 



197 

die Hervorhebung dieses Begriff's als Hauptbegriff" bezweckt, 

z. B. Exod. 13, 3. i: nVn^ »««^ starke der Hand, Lev. 7, 21. 

Nt^:N n2NiC Vnreinheit eines Menschen (im folgenden: Nl^j;! 

NZNDD). So ist yVrf^r ^«?/t'> stets durch den Substantivbegriff 

i>i) (universitas) ausgedrückt. 
2. Concrete, besonders persönliche Eigenschaften, sie moch- 
ten adjectivisch oder substantivisch zu bezeichnen sein, sind 
durch gewisse concrete Substantiva, denen die Eigenschafts- 
wörter als Genitivi beigegeben werden, umschrieben namentl. 
durch bv.p.i n?:i, ^~o, "i^, z. B. Exod. 4, 10. ^•i^'p^ 123 der 
Mann der Bede d. h. Beredter, Gen. 37, 19. N^D^n no Träu- 
mer, 2 Kön. 1, 8. "jn^'p 7^.^ hehaart, Gen. 29, 1. t<r\2'^D ^n 
Morgenländer, Exod. 12, 5. Nnttf 12 einjährig. Besonders 
häufig ist N22"i t'3;z Feind, feindselig Exod. 15, 8. 

§ 55. 
Vom Numerus und der Verdoppelung eines Nomen. 

1. Der Plural ist zuweilen in nachlässiger Allgemeinheit 
gebraucht, wo der Natur der Sache nach hätte im Singular 
gesprochen werden sollen, z. B. Rieht. 12, 7. l^i^^ M"iKr "i^RO^ 
er wurde begraben in den Städten (in einer der Städte) Gi- 
leads (wie Liv. 1, 4. in silvis natus), dag. Gen. 8, 4. Nri2^n nnj 
•'17k ''^'^ ''^* ^^^^f ^^'^^^ CardueJiisischen Bergen ist mehr 
als Collectivum zu fassen: auf dem Card. Gebirge, vgl. auch 
Hiob 21, 32. 

2. Als Plur excellentiae (von einer Person) werden ge- 
braucht die Nomina i'^iD und VJl2i, doch im Ganzen ziem- 
lich selten, Gen. 40. 1. D^iiiD"! nd^^d!? l^n^p^si^ Jes. 1, 3. vy. 
'^rrxfi N^I'N NiDH. Dagegen bezeichnet der Plur. yrhn immer 
eine Mehrheit 1 Sam. 6, 2.; nur im bibl. Chaldäismus Dan. 
7, l8. findet sich von Gott pjl^^y. der Allerhöchste. 

3. Der Plural wird auch gebraucht zu Bezeichnung des 
Gepaarten, da wo im Hebr. der Dual steht, z. B. Amos 4, 6. 
V^2^, Exod. 11, 5. N^n-, Num. 19, 36. l]^iND. Wo aber der 
hebr. Dual für das Zweifache stand und das Zahlwort zwei 
ausdrückt, haben die Targumisten zu dem Plural X^in hinzu- 
gefügt, z. B. Exod. 16, 29. VP^' TIP hiduum. 

4. Doppelt, unmittelbar hintereinander, steht ein Nomen : 
a) ohne Copula, um eine Vielheit auszudrücken. Gen. 11,10. 



198 

Vn^n vi'r. (Vulg. puteos nmltos), Joel 3, 14. (;^t5^p i;-fij(D lau- 
ter Heereshaufen, — oder um eine Fartition oder den Be- 
griff jeder zu bezeichnen, Gen. 32, 16. Ninj; N^ny jede Heerde 
9inzeln, Heerde für Heerde, Num. 14, 2. N"jün Nnt^n, 2 Kön/ 
17, 29. Nöy Nöj; Fo?Ä; /"i^ir Volk, Num. 9, 10. "-2:3 133 ilfaww 
/wr Mann ; h) unter Dazwischentreten der Copula i , um eine 
Verschiedenheit oder ein Fortschreiten auszudrücken, Deut. 
25, 13. ^i^HDi i>jpnD verschiedenes (zweierlei) Getvicht, Esth. 
3, 4. NOi"*") NDl^ Ta^ fwr Töf//, täglich. 

Nicht hierher gehört es, wenn ein Wort im Affect der Rede 

verdoppelt wird Deut. 16, 20. Jer. 4, 10. vgl. Jes. 52, 11, Cant. 

6, 12. Dies fällt in das Gebiet der Rhetorik, nicht der Grammatik. 

§ 56. 
Bezeichnung der Casus. 
1. Das Genitivverhältniss wird entweder, wie im Hebräi- 
scheji, durch den Stat. constr. (§ 32, 2.), oder, was hier häu- 
figer ist, durch das 1 {praefixum) oder "i vor dem zweiten 
Worte bezeichnet; Beispiele für beides sind: nd^jd ^^d, nd^d 
i^^l^l» ^^^^. ^'?. '1 ^\^M Esra 5, 16., ND^Jp ^n ^\yhp^ Dan. 
2, 15., ^n-inxn Njy 1 Sam. 17, 14., p-n NDn^-j rp^=iü n-jdj; 
25, 18. Bei Zeitangaben findet sich auch b als Nota Geni- 
tivi, z. B. Gen. 8, 5. nhv^ ins, 2 Kön. 12, 1. Ni.T.i? yztJ^ n^ti/i 
im Jahre 7 des Jehu. Ezech. 1, 5. Auch ist das h auctoris 
in den Psalmenüberschriften beibehalten worden. Uebrigens 
ist die Bedeutung des Genit. zuw. objectiv, z. B. Gen. 7, 10. 
Jon. n^tJ(mpn r^^3iN die Trauer über Meth., Hiob 3, 26. Jes. 
53, 18. N*pDj; loysif Völkerunterjochung, d. h. Unterjochung, 
die von Völkern ausgeht. Gen. 3, 24. I^^n nn'iN Weg zum 
Baume; auch kommt der Genitiv des Stoffs, aus dem etwas 
besteht, im Chaldäischen oft vor, Dan. 5, 7. Nnn* *" N^^'pn 
vgl. § 54, 1. 

In den spätem Targumim wird zuweilen jede Bezeichnung 
des Genitivverhältnisses vermisst, z. B. Esth. 1, 9. N^t!^"^ NFlfiS^p 
Gen. 6, 17. 36, 21. Jon. Anderwärts dagegen ist sie doppelt 
vorhanden; es steht nämlich ", '"i, obschon der Stat. constr. 
vorausgeht, z. B. Dan. 7, 10. >U ^1 inj , Gen. 2, 7. \»n- npfiJfJ 
4, 11. Jon. 

Umgekehrt ist die Form des Stat. constr., bes. im Plural, 



199 

in den Targumim oft geradehin für den Stat. absoh gesetzt, 

z. B. Gen. 1, 10. '»g: Nlp., Gen. 39, 20. >VDN r\^2, Prov. 12, 24. 

HB'oh lin; ^NG- ProY.V, 22. 10, 20. 12, 24. Gen. 37, 32. 

Hiob 3, 26. 1 Chron. 22, 15. Exod. 5, 11. S. ob. § 31, 2. 
2. Der Dativ hat b, der Accusativ h (fast immer im Targ. 
der Proverbien) oder (gewöhnlicher) n* als charakteristisches 
Zeichen, doch ist letzterer oft gar nicht bezeichnet und es 
muss der Objectcasus aus der (einfachen) Structur des Satzes 
als solcher erkannt werden. Der Vocativ wird gewöhnlich 
durch die Form des Stat. emph. ausgedrückt, z. B. Jer. 22, 29. 

§ 57. 
Das Nomen als beigeordnet im Satze. 
1. Ausser dem Verhältnisse unmittelbarer Rection durch 
ein Verbum oder Nomen kommt das Nomen in Sätzen als 
beigeordnet vor, um gewisse Nebenbestimmungen auszu- 
drücken'), nämlich a) am gewöhnlichsten Zeit- und Maassbe- 
stimmungen, seltner Ortsangaben (auf die Frage wo?) Gen. 
.8, 12. vpr f<j;nti; niy i^nix er tvartete noch sieben Tage, Jon. 
2,1. Rieht. 14, 12. x^ntt^'p ^öl^ nj/zfi^; ^^ nn; i-vinn gn ob ihr 
es mir anzeigen tverdet die sieben (im Laufe der sieben) Tage 
der Hochzeit, 1 Sam. 15, 15. Exod. 12, 30. t<ib'b ny-iD Dj? 
stand auf bei Nacht, Gen. 7, 20. -iD^jPn n^^.^P T»^ '"1^'^ ^P.1 
N;P fünfzehn Ellen stieg das Wasser, Gen, 38, 11. n^PIN '•nn 
^■"!2N n^2 bleib . . im Hause deines Vaters. 

Die Bewegung ?iaeh einem Orte wird gewöhnlich durch *?, 
1 Kön. 11, 40. Gen. 27, 3. 18, 22. Obad. 3., das Verweilen 
an einem Orte durch 2 bezeichnet Gen. 28, 1. Auch bei Zeit- 
bestimmungen steht auf die Frage wann oft 2, z. B. Gen. 19, 5. 
N^^^^2 in de?' Nacht. 
Anderwärts b) soll ein solches beigeordnetes Nomen einen 
einzelnen weitschichtigen Begriff beschränken und kann dann 

') Die Griechen brauchen hier gewöhnlich den Accusativ, darum 
aber darf man nicht auch in einer Sprache, wo das Gefühl des Ca- 
sus so wenig zu klarem Bewusstsein gekommen, von einem Accusa- 
tiv als Casus adverbialis reden. Die Hebräer und Aramäer setzten 
in solchen Fällen das Nomen geradezu und ohne an eine bestimmte 
Rection zu denken, in den Satz ein. 



200 

durch: m Hinsicht auf übersetzt werden, z. B. Gen. 41, 40. 

Tyyo "Tf^i %"1N Nnoi^D ^pn-is nlni? nur hinsichtlich des Königs- 
thrones ivili ich geehrter sein, Klagl. 4, 7. ]ü "pn: -iin -ipM^D 
T^^iui"' rather von Ansehen als etc. Esth. 2, 2. Diese Construc- 
tion ist jedoch seltner, als im Hebr., und die Targumim ha- 
ben dafür oft die Präpos. 2, 2 Sam. 21, 20. 1 Kön. 15, 23., 
oder eine andere Wendung, Deut. 33, 11., gebraucht. 

3. Seltner steht es c) um überhaupt adverbiale Modificatio- 
nen auszudrücken, z. B. Jes. 9, 2. nni^h -L^JsriN Nin nv^d 

' ' TT - : - : : • T — . "t • 

N3*ip sie versammelten sich um ein Treffen zu liefern, ein 
Haufe ^ d. h. junctim vgl. § 37, 3. Oefter aber wo dies im 
Hebräischen stattfand, haben die Targumim eine andere Wen- 
dung gewählt, 1 Sam. 15, 32. Ezech. 11, 13. 

§ 58. 
Bezeichnung des Comparativs und Superlativs. 

1. Der Comparativ der Adjectiva wird, wie im Hebr., 
durch die Präposition "jp, die dem Verghchenen vorgesetzt 
ist, ausgedrückt, z. B. Gen. 3, 1. ni? njH ^Z)p ü^iV listiger 
als alle Thiere (hstig vor allen Thieren, sich durch List von 
allen Th. trennend, scheidend, sie hinter sich zurücklassend), 
Ezech. 28, 3. ^n"'J"^d hn d^sh nh Gen. 4, 8. Jon. tj-i^^d i^dd 
hesser als die D einigen, 3, 24. Jon. Deut. 7, 14. Jon. 4, 8. 
^HN'^D n-iDNl 3b es ist hesser , dass ich sterhe, als dass ich 

••••:■-.- T ' ' 

lehe. Zuweilen ist zur Verstärkung (multo) noch ~i^n_^ oder 
-in> beigefügt, Coh. 7, 2. NntJ^'ßp Tn: n2Ld ndcj^ 215, Ps. 119, 
103. Nt!;2-n iP.Tn: l^'^r, Amos 6, 2. Ruth 1, 3. ^,ni^ ^i? T-p 
"jiD^'D. Letzteres Beispiel muss zugleich brachylogisch aufge- 
fasst werden: es ist mir hitterer, als euch (quam vohis) vgl. 
fD^p; eine Construction, die öfter in Vergleichungssätzen vor- 
kommt, z. B. Joel 1 , 6. "jinN ^ZD ^n'iD^J statt 'n 12 "^^op Jes. 
5, 29. n;"nd n^. ^p=inj statt vNp-inJD S. auch Deut. 1, 17. 

2. Der Superlativ ist durch ähnliche Wendungen, wie im 
Hebr. angedeutet, z. B. Ps. 94, 8. Nß^'z in^J die Dummen 
unter dem Volke d. h. die Dümmsten, Dan. 4, 14. G^Lt'JN ^Dti^" 
(Zer Niedrigste, Jes. 53, 7. N*ppj; ^D^j^n , Lev. 24, 9. tiirn ^pü^ 
die höchsten Himmel, Exod. 26, 33. T^[y<p ^^p das Aller- 
heiligste, Dan. 2, 37. N*2^p ^ipp ^^r mächtigste König. 



201 

Dagen bezeichnen Redensarten wie 3D 2D oder N"in^ fypn 
Gen 1 , 31. blos einen sehr hohen Grad, gehören also nicht 
hierher. 

§ 59. 
Construction der Zahlwörter. 

1. Die Zahlwörter von 2 — 10 können, wo sie adjectivisch 
(im Stat. absol.) gebraucht sind, ebensowohl vor als hinter 
dem Subst. stehen, a) Gen. 8, 10. poi^ Nynaf, Lev. 27, 6. sr^cn 
r;:^p Gen. 6, 10. r:^ Nn^n Rieht. 14, 7.V— ?>) Dan. 3, 24 
V-q: Nn^ri 3, 25. niipn p-q-i;! vgl. Esra 6, 4. Dan. 6, 3. 7, 7. 
1 Sam. 1, 24. Ist, wie im Hebr. oft geschieht, das Zahlwort 
im Stat. construct. , mithin substantivisch ( eine Vierheit von 
Männern, statt vier M.) gebraucht, so geht es natürlich dem 
Nomen voraus, z. B. Num. 2, 3. Jon. p^^p ^i^iysiN Num. 43, 
13. Jon. r^r^" nj/fij^r,, 1 Sam. 24, 8. 2 Sam. 9,' io. Gen. 29, 
29. Jon. 

2. Die Zahlwörter von 11 — 19 und 20—100 stehen vor 
dem Substant. Plur., 2 Sam. 9, 10. ^jq noy mm Exod. 26, 25. 
prop ^^11^ Nni^: Num. 1, 44. )^12^^ njs^y, "»-in, 2 Kön. 13, 10. 
l\;tr" npj; n^tt:, Lev. 27, 7. 'i^j;^p ^-^iDj; fij'on, Exod. 26, 19. v;;2"]n 
V^qp, Rieht. 11, 33. vnp r'^^jV., Gen. 7, 4. i^pc; VI/s^n. Die 
Zehner sind jedoch bei Aufzählungen mehrerer Gegenstände 
auch nachgesetzt, z. B. Gen. 32, 14. ff. ]'''\ü)i N«iJ^;ni inND vj; 
V"PJ/ '"Dil etc., etwa wie wir sagen: Ziegen 200, Böcke 20, 
Widder 2Ö etc. 

Das Halb bei Zahlen wird ähnlich wie im Hebr. autege* 
druckt, nämlich: drilthalb durch zwei und die Hälfte Exod. 
25, 10. N:i^D'i V'S^? r*ü1^> zehnthalb Jos. 14, 2. X^Zp^ ^VJ^Tl 
NDZK^' n-iJl?©"! neu7i Stämme und die Hälfte eines Stammes. 

T ! • : - ' 

Die gebrochnen Zahlen '/# Vto Vs ^^^- s^^^ gebildet entweder 
durch besondere Substantiva, wie Ntj^'p-in Fünftel oder um- 
schrieben durch das partitive ip, z. B. Ezech. 4, 11. NDK; yo in 
^f:^-2 ein Sechstel Hin, Exod. 16, 39. rhr\2 Nnoy ]D Im NIO'U 

T • : ' ' r : • T i*^ • • - T : ' 

N-in V^fD Om^r /.v/ Vio ^^^^ 3 Sea. 

Bei Angaden des Maasses und Gewichtes wird das Wort, 
welches dieses bezeichnet, zuweilen ausgelassen , Gen. 37, 28. 
rjpp VlPi^r ß^^ 20 (Seckel, l^l^p) Silbers. An den meisten 
Stellen aber,. wo diese Ellipse im Hebr. srattfindet, haben die 



202 

Targumisteii das Substant. ergänzt, vgl. Geii. 20, 16. 24, 22. 
Ruth 3, 15. Häufiger fehlt in Zeitangaben das Wort NDl^ 
Gen. 8, 13. Lev. 23, 22. 

3. Statt der Ordinalzahlwörter, wo solche vorhanden, 
nam. 1—10 (und dann 11 — 19), werden bei Zeitbestimmungen, 
wie im Deutschen, die Cardinalia gebraucht, 2 Kön. 12, 1, 
N-in;.^ V3Bf T\p2 im Jahr sieben des Jehu, Num. 7, 22. ndi^z 
i^y. "in «^ TcLg^ df, Jer. 39, 2., so auch (mit der angedeu- 
teten Ellipse) Gen. 8, 13. «nn.^^ in2 am ersten (Tage) des 
Monats, Lev. 23, 32. 

4. Die Distributivzahlen werden ausgedrückt durch Ver- 
doppelung der Cardinalia (ohne die Cop. i) Gen. 7, 2. i<])2^, 
^)y2'^, je sieben, Gen. 7, 9. V"i^. T'iy\ hini, paarweis, Gen. 18, 
29 f. Jon. N^tj^j; xnij^y dem. 

5. Die Zahladverbia a) auf fach werden bezeichnet durch 
die Cardinalia mit vorausgeschicktem nn, z. B. Dan. 3, 19. 
njJjK^' in siebenfach (eine andere Wendung s. 2 Sam. 12, 6. 
V^2"jN nn \>])_ ü^!2h,)\ — b) auf mal, durch Beifügung von 
NJDT, Jos. 6, 3. Nin NJDT einmal, Gen. 27, 36. VJD: rnin 

T : • ' ^ T -: T : • ' ^ i ... i ... - 

zweimal, Exod. 34, 23. ^.Jpt n^n dreimal, 2 Kön. 6, 10. iK^y. 
V-^PI sehnmal, Gen. 31. 7. Indess wird NJpi auch ausgelassen, 
z. B. Gen. 3, 14. Jon. y^w 2'^b^ Nnn einmal in sieben Jahren. 

§ 60. 
Construction der Adjectiva. 

1. Das Adjectiv als Prädikat eines Satzes steht bald vor 
bald w«%c/< dem Subject, letzteres z. B. Gen. 19, 20. Nig Nn^ij^, 
ND^nj?, Prov. 15, 1.0. psy>^ NJi)pp*i^Dr-i?D. Vorausgestellt ist 
das Adjectiv, wenn Nachdruck beabsichtigt wird. Gen. 4, 13^ 
^3in v,D, Ps. 33, 4. ^n ND;,nD vi?n, Coh. 7, 2. n2L3 ndk^' du 

•-■' ' t:- tt:-'!'-' ^ TT T T 

2 Chron. 24, 11. 

2. Von der Regel, dass das Adject, im Gener e u. JSumero 
mit dem Subjectsnomen übereinstimmen müsse, findet haupt- 
sächlich die (doch nur scheinbare) Ausnahme statt, dass Col- 
lectiva im Sing, das Prädikat im Flur, zu sich nehmen (vgl. 
oben § 49, 1.), 2 Sam. 3, 1. VP'ROl T^I^ ij"] n^5 1 Sam. 6, 13. 
Vl^n Lf^DiJ/ n''n Joel 2, 8. Exod. 20, 18.; bei welcher Con- 
struction das Fem. Sing, (als Abstractum) gewöhnlich mit 
dem Masc. des Prädikats verbunden wird. 



203 

3. Ist das Ädjeetiv Beiwort, so steht es regelmässig nach 
seinem Substantiv ^ Gen. 1, 16. V3"i3i p~inj, Dan. 2, 9. n>'ü 
n2iJ Dan. 2, 10. 48. in-cn y.p,j2 Prov. 17, 1. Ps. 141, 2. Gen! 
6, 3., — zuweilen getrennt von diesem durch melii*ere Wör- 
ter (wo der Adjectivbegriff stärker hervorgehoben werden 
soll) Joel 2, 6. P)"«!?!] ^V.IV. ^V. P''^Q nöj; 2, 31. 

4. Wird einem Ädjectir ein Substantiv als nähere Be- 
stimmung (in Beziehung auf) beigegeben, so steht ersteres 
im Stat. constr., Prov. 16, 16. nn hm, Ps. 24,4. njpj;- inn, 
Jes. 53, 9. N;ppj ^-i;n3;, Hiob 34, 34. Hih ^p;3n , Deut. 28, 50. 
Esth. 1, 11. n^n nn^Dt:/. Zuweilen ist dem Substantiv die Prä- 
position 2 vorgesetzt. Gen. 39, 6. Nnnn "»k^, seltner wii'd das 
beschränkende Substantiv ohne Construction sband dem Äd- 
jeetiv beigeordnet, vgl. § 57, 2. 

5. Das Neutrum der Adjectiva (und Zahlwörter) wird in 
der Regel durch das Femin. ausgedrückt. Gen. 42, 30 i;Bfp 
dura, Jes. 53, 8. Joel 2, 26. ^^^ mirahilia , Deut. 10, 21. 
Ps. 27, 4. ^n^j/D N"jn tfwwm jpe^^V. 

§ 61. 

Nominativus ahsolutus. 

Das Nomen ist zuweilen einem grammatisch vollständigen 
Satze ausser allem Rectionsverhältnisse als Subject vorausge- 
schickt (nominativus absolutus), z. B. Dan. 5, 6. nd^d )\^^s 
rj^^nz; ^niy^;;']i -^nW ^rA^] sodann der \König , seine Farbe 
veränderte sich und seine Gedanken erschreclten ihn, 1 Chron. 
13, 10. Njnyoz '^-i nidd iXJnJNi. Es geschieht dies besonders 

7 T t' - : - T : V T ; - -:- ^3 

in längern Sätzen und das Subst. wird, bald um einen ein- 
facheren Satzbau zu gewinnen, bald um die Aufmerksamkeit 
entschiedener auf das Hauptwort zu lenken, als exponendum 
an die Spitze des Satzes gestellt. Vgl. noch Dan. 2, 30. "njni 

^b -^b: nj- Nr.- 7, 28. ^J^^nz^ ■'ji-'V-i NV,t^ i'N^^ hjn, Exod. 32, i. 

* Y. ^^JQ ^P. ^lVp.\ N7 nfi^'D , Num. 1 4, 24. 3^5 ^laj; 

^?!?V.n:. Jer. 18, 23' 23, 17. Lev. 10, 19. T. H. Gen. 4, 24.' Joii.' 



204 

Viertes Kapitel. 

Syntax der Partikeln. 

§ 62. 
Im Allgemeinen. 

1 . Adverhia doppelt gesetzt bezeichnen : a) einen sehr hohen 
Grad (§ 58, 2. Anm.), Gen. 7, 19. N*in^ Niri^ -iD^pn N*p gar 
nehr, ausserordentlich; — b) ein Fortschreiten oder Wachsen 
Exod. 23, 30. Tyi i^^t (von der Zeit) ein wenig, ein wenig, 
d. i. nach und nach, paulatim, Deut. 28, 43. (Ewald krit. 
Gramm. S. 638.) 

Wie gewisse Adverbia durch Verba umschrieben werden, 
s. § 52. 

2. Die Präpositionen, welche vor dem Hauptworte stan- 
den, werden vor dem Appositionsworte oft nicht wiederholt, 
Jon. 3, 2. NHS- Nn-jP nij^j^ i>TN, 1 Sam. 25, 14. ^3J nriN h^.T'^nb 
14, 39. nn'injr2,"2 Chron. 31, 4. Gen. 40, 1. Jon. Ebenso 
ist bei mehreren durch und verbundenen Wörtern die Prä- 
position bald nur einmal gesetzt, wie Gen. 18, 27. Jon. njn 
Dt^}?-! id:;^. ^^hd, Esth. 1, IL, bald vor jedem Aviederholt, z. B. 
Gen. 19, 24. Jon. rrSr^v.. W} ^nq bv. vnip^p n^ni^, 40, 1. f. 

§ 63. 
Gebrauch der Negationen. 

1. Die beiden negativen Partikeln n^^. und n^ sind dem 
Gebrauche nach ebenso von einander verschieden, wie im 
Hebr. I'^n und k^. Jenes nämlich als entstanden aus rr'N n^ 
schliesst immer das Verbum Sein nothwendig in sich, z. B. 
Gen. 38, 29. t<zm r|p;p n^^, und steht daher oft mit Pro- 
nomni. od. Participp., Exod. 5, 10. 3\"i^ njn n^^. ich gebe nicht, 
s. § 47, 1. - 

2. In Schwüren ist "jn oder dn dem Sinne nach stets ne- 
gativ aufzufassen, weil dabei eine Ellipse des Nachsatzes statt- 
findet, z. B. Jes. 62, 8. ifin dn ich werde nicht geben', eig. 
wenn ich gebe, so will ich nicht leben (Ezech. 5, 11.); Gen. 
14, 23, 2b N DN ich will nicht annehmen. Im Gegentheil ist 
N^ DK bejahend, Jos. 14, 9. Jes. 5, 9. 

3. Dass nicht wird häufig durch bü vor dem Infinitiv 



205 

bezeichnet, z. B. Lev. 26, 19. Niüp Nnnxt^p VD^pn N;D5j; n: li-N 
dass sie nicht lierahlassen Regen (eig. vom zum Herablassen), 
2 Chron. 25, 13. 

§ 64. 
Gebrauch der Fragpartikeln. 

1. Die einfache Frage wird entweder durch das Frae- 
fixum n oder gar nicht bezeichnet, und muss im letzteren 
Falle allein aus dem Context erkannt werden, vgl. Gen. 27, 24. 
2 Sam. 18, 29. 

2. Die Doppelfrage ist meist durch dn — - n ausgedrückt 
Num. 13, 20. s^^i DN siün; 1 Kön. 22, 16. cn i>^Tjn 

3. Die Frage mit N^n (nonne) wird so oft gebraucht, dass 
sie blos zur Erregung der Aufmerksamkeit dient und N>n 
übersetzt werden kann: siehe, Deut. 11, 30. ^12^3 )^-:i< x^n 
NJ^nn siehe sie hegen jenseits des Jordan, 1 Sam. 20, 37. 
Tj^ü nt: N^n 2 Kön. 16, 21. vd^hd )=i^n n^h, Jes. 5, 20. 



206 

Einige Verbesserungen und Zusätze. 

Seife 41, Z. 5 v. u. möchte ich den Satz, tvir fänden 
mit Ausnahme des n]}n u. n)fi:) kein weiteres Verb, in wel- 
chem ü und n ivechselten, dahin ergänzen, dass ich hier 
nur den ersten anlautenden Consonanten ins Äuge gefasst 
habe, da in der Mitte des Wortes oder im Auslaute der 
Uebergang des Sibilanten in einen Bentallaut (tvie D~in, f]ün 
und ütDi in nin, r]nn und nn") mehr phonetische Abschwäch- 
ung als CharaJctergemeinschaft der Consonanten ist. Ob die 
Stämme büi:} und b^n, das hebr. b2r\ von bbi und das in 
der Mischna für unverzehntes Getreide gebrauchte i'Dü iden- 
tisch sind, glaube ich mit vollem Bechte bezweifeln zu dürfen. 

Auf derselben Seite 2 Z. tiefer habe ich „Masoreten" 
im iveitesten Sinne des Wortes genommen, auch für die Pu n c- 
tatoren des Chaldäismus. 

S. 54, Z. 7 u. 8 V. u. steht zweimal hdjd, wo es ndjd sein soll. 

S. 76, Z. 3 V. 0. ist T7^n^N st. n^?^n"«N zu lesen. 

S. 157, Z. 9. V. u. „in den Lexicis" st. in der Lexicis. 

S. 161, Z. 15 V. u. ist für „^^p2 siehe in ^d", das JDalet mit 
Zere, nD3 zu lesen und als Beispiel zu ergänzen ntJ^yts^ ^"ipz, 
welchs im Talmud öfter gebraucht wird für die Zeitdauer ^ 
die hinreicht zur Verrichtung irgend einer 
Handlung, nK^y^Kj ^ip. Aber auch np od. nDD, ivie wir 
es geschrieben haben, mit Chirik, steht im Gebrauche der 
Talmudsprache und wäre hier zu ergänzen. Luzzatto hält 
es für N^"1^D so wie es ist, toas in seiner Bedeutung für 
Geringfügigkeit, Unbedeutendheit, Kleinigkeit 
gebraucht sein soll. Bichtiger jedoch erscheint die Meinung 
Mandelkerns (mir mündl. mitgetheilt), es sei dasselbe ajjocopirt 
aus y^^D (hebr. 3d), das im weitesten Sinne des Wortes nicht 
nur für die Unwahrheit und Lüge, sondern auch für alles 
Werthlose und Unnütze, wie das hebr. nik^, nptt', inn, 
im Gebrauche ist. nD3 ^iIT k^'^^^n "»"it^ n^ „Ber Mensch tvirft 
sein Geld nicht weg für Unnützes" ; vh ^dd nJ"»"] "«3 ^n^~pN 
•jJTiniDC „ Werthloser Binge wegen belästigt man nicht das 
Gericht" ; ''^j^h "'^dt n^ nDl ^bp^ !?•) „Binge[von Unbedeutend- 
heit pflegen die Menschen nicht im Gedächtnisse zu behalten". 



Inhalts- Verzeichniss. 



Einleitung. 

Sprache imd Literatur 

Geschichte des Aramäismus 

Die Priorität der aramäischen Sprache .... 
Die aramäischen Dialekte 

Elementarlehre. 

Von den Consonanteu 

Ueber die Schriftzeichen u. ihre ursprungliche Aussprache 

Von den Vokalzeichen 

Ueber das Verhältniss der chald. zu den syr. Lesezeichen 

Vom Tone 

Das Lesen der unpimktirten Texte 

Entstellte Aramäismen im Dienste der Magie 

Von der Formenlehre überhaupt. 

Veränderungen, welche die Consonanten treffen 
Veränderungen, welche die Vokale treffen .... 

Das Pronomen. 

Personal- und Possessivpronomen 

lieber die Suffixa . 

Die übrigen Pronomina 

Die zusammengesetzten Pronn. in der Talmudsprache 

Vom Verbo. 

Ableitung und Flexion der Verbi überhaupt 
Das Verbum in der Mischnasprache 

Das reguläre Verbum 

Contraction der Verbi in der Talmudsprache 
Personal flexion der Participia 

Die Quadrilitera 

Verba gutturalia 

Reguläres Verbum mit den Suftixls 

Die irregulären Verba 



Seite 


, 


1 — 


12 


13 — 


23 


23 - 


24 


24 - 


33 


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35 


36 — 


46 


46 — 


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52 


52- 


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60 


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67 


67 - 


69 


69 - 


71 


71 — 


72 


72 - 


74 


74 — 


80 


80 - 


82 


83 - 


88 


88 - 


96 


96 - 


98 


98 - 


100 


100 — 


101 


101 — 


103 


103 — 


107 


107 - 


129 



208 



Vom Nomen. 

Ableitung der Nomina 

Status absolutis und Status emphaticus der Nomina 
Anomalische und defektive Nomina 

Adjektiva und Zahlwörter 

Die Partikeln 

Talmudischo Terminologie 



Syntax. 



Vom Pronomen 
Vom Verbo 
Das Nomen . 
Das Adjektiva 
Gebrauch der Partikeln 



Seite. 
129 - 137 
137 - 148 
148 - 150 
150 - 154 
154 — 157 
157 - 164 

165 — 182 
182 — 196 
196 — 200 
200 — 303 
204 - 205 



Druck von C. W. Vollrath rn Leipzig. 



Berichtigungen. 

In Kecensionen meiner Ausgabe der Winer'schen Gramm, ist darauf 
hingewiesen worden, dass dieselbe viele Druckfehler enthalte und zwei 
gelehrte Kritiker (Kautzsch und Barth) haben sogar aus einigen dieser 
Druckfehler meine Unwissenheit und die gänzliche Unbrauchbarkeit des 
Buches beweisen wollen. Ich habe nun das Buch nochmals revidirt und 
theilweise revidiren lassen und daraus nachstehendes Verzeichniss zusam- 
mengestellt, aus welchem der Leser das wirkliche Gewicht der erhobenen 
Anklagen am besten erkennen kann. Er wird wenige Fehler finden, welche 
er nicht ohne Weiteres als solche erkennt und selbst verbessern kann, 
wenn er diejenigen Kenntnisse besitzt, welche für das Studium des 
Buches vorauszusetzen sind. Was speciell die fehlenden oder defecten 
Vocalzeichen , welche grossentheils meinen gestrengen Eichtern das 
Material zu ihrem Urtheil geliefert haben, betrifft, so muss ich die all- 
gemeine Bemerkung machen, dass Correctheit in dieser Hinsicht weder 
in der Macht des Verfassers, noch des Correctors liegt, sondern die 
Schnellpresse dafür verantwortlich zu machen ist. Durch den heftigen 
und schnellen Anprall des Cylinders an die Form brechen während des 
Drucks fast immer Punkte ab, so dass es möglich ist, dass auch in 
gegenwärtigem Verzeichniss wieder derartige Fehler während des Drucks 
entstehen. Dieser Missstand ist nachgerade bekannt genug und anstatt 
eines fehlenden Punctes halber den Autor der Unwissenheit zu beschul- 
digen, sollte man es damit halten, wie mit einem abgebrochenen Punct 
über dem i. 

Bezüglich anderer hier nicht verzeichneter, von meinen Kritikern 
bemängelter Stellen habe ich mich in der Vorrede zu der von mir heraus- 
gegebenen Tal mud- Chrestomathie (Leipzig, J.A.Barth, 1884) vertheidigt. 



S. 3 erste Zeile statt anwendeteten lies anwendeten. 

„ 4 Z. 16 V. o. statt n^p lies -)Kfp. 

„ 6 Z. 4 V. u. schreibe nach unterschieden „werden", 

„ 9 Z. 8 V. o. statt könnnte lies könnte. 

„ „ Z. 16 V. o. statt Verwandschaft lies Verwandtschaft. 

„ „ Z. 14 V. u. statt Dl'in lies Dl^^. 

„ „ Z. 8 V. u. 'Ax£Xöa[jLa lies 'AxeXoafxa. 

„ „ Z. 6 V. u. raXiOa lies raXiOa. 

„ 14 Z. 14 V. o. statt riDND lies nDVQ. 

„ 28 Z. 11 V. o. statt "I lies p. 

„ 30 Z. 19 V. o. statt Nedasim lies Nedarim. 

„ 31 Z. 18 V. o. statt lovüiv lies ^iS^vwv. 

„ 39 Z. 11 V. u. statt riNJn''^ lies DNJni^ u.Z. 10 1. quiescirendem. 

„ 42 Z. 16 V. o. statt mögen man lies mögen sie. 

„ „ Z. 12 V. u. statt evmosus lies evmusos. 

„ 46 Z. 5 V. u. streiche „es" und „zu unterlassen". 

„ 47 Z. 7 und 13 v. u. ist statt aapaxöc und aapa^ zu emendiren: 
aapxo; und crapE. 

Ebenda Z. 9 v. u. statt Heiligverkünder lies Heilsverkünder. 

Ebenda in '^W^ü soll '^ stehen. 

Eb. Z.14 V. u. ist zu accentuiren Iv xaT^ ifjfj-lpaic t^; aapxöi; auTOU. 

S. 53 Z. 13 V. o. statt D'iWn ^DV lies D^'?"'^N "''inj;, das Segol 
comp, gehört zu N, nicht zu y. 

S. 53 Z. 18 V. u. statt n"» lies r\\ 

T T 

„ 55 Z. 4 V. u. statt n3"13 lies -|3"i5. 

„ 63 Z. 2 V. o. niJN fehlerhaft für n^JN. 

„ 71 Z. 14 V. o. DN fehlerhaft für ""SN. 

„ 72 Z. 5 V. u. fehlt in ^HlDN das ^ und ist \"lin"'N zu corrigiren. 

„ 74 Z. 5 v.u. statt „ipsud" lies ipsum. (Ursprünglich illud, bei 
dessen Aenderung in ipsum das d stehen blieb). — Uebrigens wird 
Jeder, der mich als den Herausgeber des 176 Bogen Latein enthalten- 
den Buxtorf'schen Lexicons kennt, es mit diesem lapsus calami nicht 
so streng nehmen, als es die gelehrten Kritiker Barth und Kautzsch 
gethan haben. 

S. 74 letzte Zeile statt N? lies N7. Siehe auch pag. VI der Vorrede 
meiner talm. Chrest. 

S. 78 Z. 2 V. u. n^m, wie man es gewöhnlich liest, wäre wohl 
richtiger m»11 punctirt. In der folgenden Zeile statt 7^TN1 lies ?\TN). 

S. 79 Z. 1 V. o. N%'in augenscheinlicher Fehler statt N^TD* 



S. 79 Z. 8 V. o. ''^^p.p hat einen kleinen Punktationsfehler; welchen 
aher? Wahrscheinlich wollen es die Herren Kritiker, wie es allgemein 
geschieht, dreifach falsch geschrieben haben: ''J=l'>")5« Nach der von 
mir gegebenen Etymologie des Wortes, als eines Compositum von ID 
und pi ist aber meine Schreibart richtig bis auf den kleinen Druckfehler 
-|D statt -\2. 

Um dem freundl. Leser eine Entschädigung zubieten für das Lesen 
dieses mir abgenöthigten „Fehlerverzeichnisses" sei das schwierige, dem 
späteren Hebraismus angehörige Wort D^Jl^"|!iy, D''J^*^D^, das irriger- 
weise allgemein mit dem talmudischen D''^T'"l!l identificirt wird , hier 
gelegentlich erklärt. Dasselbe ist bei Einleitung der Gebete zum Ver- 
söhnungstage in der Formel gebraucht : „Mit Genehmigung Gottes , mit 
Genehmigung der Gemeinde erlauben wir gemeinschaftlich mit den 
D^JinSV zu beten." Darauf folgt die Nichtigkeitserklärung aller Schwüre, 
aller Eide und aller Bannarten. Dieses Gebet gab sogar dem Gesetze 
Veranlassung, den Juden als eidesunzulässig zu erklären, indem man 
annahm, es stehe auf Grund dieses Absolutoriums dem Juden frei, jeden 
beliebigen falschen Eid zu leisten. Dem ist aber nicht so. Das Gebet 
kam in der Liturgie erst zur Zeit der spanischen Inquisition im süd- 
lichen Frankreich auf. Dahin nämlich hatten die Marannen, welche 
die Taufe zum Schein angenommen hatten, am Versöhnungstage sich 
begeben, um wenigstens den einen hochheiligen Tag als Juden begehen 
zu können. Da aber auf dem getauften Juden gleichsam ein Bann 
lastete und der Verkehr daher mit ihm untersagt war, musste dieser, 
als ein auf Schein und Irrthum beruhender Bann gelöst werden, wenn 
mit diesen fremden Ankömmlingen gemeinschaftlich das Gebet verrichtet 
werden sollte. (Siehe Mordechai zum Tract. Megilla.) 

Diese , wenn ich mich recht entsinne , schon gegebene sachliche 
Erklärung führt uns auch auf die richtige Etymologie des Wortes 
D01^"lDV. Wir haben nämlich nicht, wie es falsch punctirt ist, D^J1''1DV 
oder D"'jnDy zu lesen, sondern D^^lnS.j; Plur. von |V")3]L? der Iberiert 
die jüdischen Ankömmlinge aus der Iberischen Halbinsel, aus Spanien, 
wo die Juden durch die Inquisition zu dieser Schein-Taufe zumeist ge- 
zwungen waren. 

S. 86 Z. 4 V. o. statt ']'yq lies T)'}^ ebenso Z/5 v. o, 

„ „ „ 6 V. o. statt Dpbpj lies DDÜDi. 

„ „ „ 9 V. o. statt Hithpeal lies HithpaeL 

„ „ „13 V. o. statt Nithphael lies Nithpael. 

„ „ „15 V. o. statt K' lies ^", ebenso Z. 18. 



S. 86 Z. 22 V. o. statt $£v6; lies $4vo;, ebenso Z. 23. 

„ „ Z. 6 V. u. statt „doer" lies „oder". 

„ 90 Z. 1 V. u. bei N/'^Dp ist das Sch'wa von p ausgefallen, es soll 
N^^Dp heissen. **' 

S. 97 Z. 8 V. u. statt i>^^ lies 1^"^^. 

„ 98 Z. 4 V. o. statt ""^n^J lies i^Jn"»^. 

„ 98 trete ich von der in Absatz IV gegebenen Eegel zurück, nicht 
etwa weil mir dieselbe als unrichtig erwiesen worden wäre ( — Luzzatto 
und Blücher stellen sie auf — ), sondern weil ich das Richtigere in dem 
Glossar zu meiner talmud. Chrestomathie sub lit. 7 gegeben zu haben 
glaube. 

S. 99 Z. 2 V. u. NJ^DN mnist grammatikalischer, aber von meinen 
Kritikern nicht gerügter Fehler statt N^'^lpN, auf einer im Gebrauche 
stehenden fehlerhaften Aussprache beruhend. 

S. 115 bei ^'^^''Dp möchte ich gelegentlich den Lernenden auf das 
aufmerksam machen, was ich über dieses schwierige Wort in dem 
Glossar zur Chrestom. gebe. 

S. 121 Z. 6 V. u. statt nit)] lies r\)n\ 

,, 132 Z. 7 V. o. statt b^h_D lies ^^^JD. 

„ 157 Z. 11 V. o. statt Contration lies Contraction. 

„ „ Z. 15 V. o. statt Euophonie lies Euphonie. 

„ „ Z. 16 V. u. statt '^ lies t^. 

„ „ Z. 14 V. u. statt N^^K^p lies N^üp_. 

„ „ Z. 9 V. u. statt der Lexicis lies den Lexicis. 

„ „ Z. 3 V. u. statt bestimmte lies bestimmten. 

Gelegentlich möchte ich einen Druckfehler in der „Talmud-Chresto- 
mathie" hier berichtigen: Seite 248 Z. 12 v. u. soll es statt „Ben Soma 
oder Acher" heissen: Ben Soma und Elischa ben Abuja oder Acher. 

Leipzig, den 26. November 1883. 

Dr. Bernard Fischer.